Buch lesen: "My Little Pony - Ponyville Mysteries - Der Timberwolf"
Penumbra Quill
My Little Pony - Ponyville Mysteries - Der Timberwolf
Saga
My Little Pony - Ponyville Mysteries - Der Timberwolf übersetzt aus dem Englischen von Susanne Schmidt-Wussow
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My Little Pony - Ponyville Mysteries - The Tail of the Timberwolf

HASBRO und das Logo MY LITTLE PONY sowie alle dazugehörenden Charaktere sind Markenzeichen von Hasbro und werden mit Zustimmung verwendet. © 2019 Hasbro. Alle Rechte vorbehalten.
ISBN: 9788726220766
1. E-Book-Ausgabe, 2019
Format: EPUB 3.0
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Prolog
Der Mond war fast voll. Auch wenn dieser „Schönheitsfleckenclub“ und die Familien der Mitglieder sich als unerwartete Komplikation erwiesen, konzentrierte sich das Pony weiter auf das ultimative Ziel. Der Livewood wuchs weit entfernt an einem dunklen, schattigen Ort. Er war hier, mitten im Everfree Forest, wo das Artefakt sein würde. Wie das Pony sich danach sehnte! Solche Macht. Solche Magie!
Das Artefakt würde streng bewacht sein. Ohne einen Plan, die Wächter aus dem Livewood zu locken, würde dort kein Pony je einen Huf hineinsetzen können. Vielleicht konnte man die Wächter mit der richtigen Ermunterung dazu bringen, dem Pony zu dienen. Es gab nur eine Möglichkeit, das herauszufinden: ein kleines Experiment …
Kapitel 1
„Seine riesigen Eckzähne waren so nah vor meinem Gesicht! Ich fühlte schon seinen schrecklichen, heiseren Atem, als er immer näher und näher kam. Hhhhhhhuuh haaaaa. Hhhhhuuuh haaaaa!“ Scootaloo atmete geräuschvoll ein und aus, die Hufe wie Klauen erhoben, und stakste auf die Gruppe von Klassenkameraden im Schulhof zu.
„Und wie bist du ihm entkommen?“, fragte Pip fasziniert. Scootaloo nahm ihre coolste Rainbow-Dash-Pose ein. „Kein Monster kann es mit meinem Scooter aufnehmen! Ich hab diesen Bogle umkreist, bis ihm schwindelig war! Er hätte ganz Ponyville aufgefressen, wenn ich ihn nicht in den Wald zurückgejagt und ihm verboten hätte, jemals wieder rauszukommen!“
„Äh, Scootaloo? Vergisst du da nicht ein bisschen was?“, warf Apple Bloom ein.
Scootaloo wurde rot. „Apple Bloom, Sweetie Belle und Lilymoon haben auch geholfen”, ergänzte sie.
„Und bekamen eine Menge Schwierigkeiten deswegen.“ Sweetie Belle seufzte, als sie an die schreckliche Begebenheit dachte. Der Bogle, eine riesige, unsichbare Kreatur, war in Miss Cheerilees Schule eingezogen, nachdem die neue Schülerin Lilymoon ihn aus Versehen in seinem Nest gestört hatte. Gegen den Willen ihrer Schwestern hatten Apple Bloom, Sweetie Belle und Scootaloo einen Plan ausgeheckt, um den Bogle wieder in den Everfree Forest zu locken, wo er hingehörte. Mit Lilymoons Hilfe hatten sie das alte Nest des Wesens mit Raritys wunderbaren Stoffen geschmückt. Der Bogle fand es toll!
Die meisten Bewohner von Ponyville waren beeindruckt, dass der Schönheitsfleckenclub – Sweetie Belle, Scootaloo und Apple Bloom – die Stadt vor dem furchterregenden Bogle gerettet hatte. Aber Rarity war immer noch sauer. „Hättet ihr nicht wenigstens die Stoffe der letzten Saison nehmen können?“, hatte sie sich bei ihrer kleinen Schwester beklagt. Wenigstens hielt ihre Klasse sie für Heldinnen.
„Wenn ich jemals ein anderes Monster sehe“, lispelte Twist, „weiß ich jedenfalls, welche Ponys ich rufe!“
Apple Bloom scharrte mit einem Huf über den Boden und seufzte enttäuscht. „Vielleicht lieber nicht. Unser erstes Abenteuer war wohl auch erst mal unser letztes. Applejack hat mir gesagt, wir sollen uns nicht mehr mit Monstern anlegen, ohne vorher zu fragen.“
„Von mir aus gern“, sagte Sweetie Belle. „So ein Abenteuer brauche ich nicht noch mal.“
„Ja, weil du ein Angstpony bist“, meldete Snips sich zu Wort.
Sweetie Belle sah ihn finster an und stampfte mit dem Huf auf. „Bin ich nicht! Ich bin genauso mutig wie jed… AAHHH!“ Erschrocken sprang Sweetie Belle in die Luft. Etwas Eiskaltes hatte ihre Schulter berührt! Sie wirbelte herum und sah Snails hinter sich, der mit seiner Magie einen Eiswürfel in der Schwebe hielt. Er kicherte und klatschte Snips ab.
„Was wolltest du sagen?“, lachte Snips. Sweetie Belle funkelte die Witzbolde wütend an, aber bevor sie etwas anderes tun konnte, steckte Miss Cheerilee den Kopf durch die Schultür.
„Der Unterricht beginnt!“, sang sie. Als die Ponys in die Schule trabten, sah Sweetie Belle, dass Lilymoon schon da war. Sie war wohl früher gekommen, um nicht mit den anderen Ponys reden zu müssen. Außer dem Schönheitsfleckenclub hatte Lilymoon noch keine Freunde gefunden. Das Einhorn mit den veilchenfarbenen Augen saß an seinem Tisch, starrte geradeaus und sah niemanden an.
Diamond Tiara machte theatralisch einen großen Bogen um Lilymoons Tisch. „Pass auf, Silver Spoon, Gruseligkeit ist ansteckend“, spottete sie.
Lilymoon warf ihnen einen eisigen Blick zu. Doch als Sweetie Belle, Apple Bloom und Scootaloo sich neben sie setzten, entlockte ihr das ein kleines Lächeln. Miss Cheerilee stand vor der Klasse und bat um Aufmerksamkeit.
„Ich hoffe, ihr seid schon aufgeregt, liebe Klasse, denn Lilymoon hat heute eine besondere Überraschung für uns!“
Die Ponys wechselten besorgte Blicke. Noch eine Überraschung von Lilymoon war wirklich das Letzte, was sie sich wünschten!
Kapitel 2
„Meinst du, es ist noch ein Bogle?“, flüsterte Featherweight Pip ängstlich zu. Miss Cheerilee nickte Lilymoon zu, die eine große Tasche auf ihren Tisch stellte und die Klasse anstarrte.
„Ich … habe Kuchen für alle gemacht“, sagte sie unbeholfen. Sie warf dem Schönheitsfleckenclub einen Blick zu und erntete aufmunterndes Nicken. Sweetie Belle und ihre Freundinnen hatten Lilymoon gesagt, dass Süßigkeiten eine gute Möglichkeit waren, der Klasse zu zeigen, wie nett sie war. Sweetie Belle wurde klar, dass sie Lilymoon auch hätten empfehlen sollen, dabei zu lächeln. Nach den Reaktionen der anderen zu urteilen, war der starre Blick nicht wirklich hilfreich.
„Ist das nicht nett? Ich gehe Teller holen.“ Miss Cheerilee lächelte und ging hinaus. Die Ponys beäugten Lilymoon misstrauisch.
„Was denn für Kuchen?“, fragte Twist argwöhnisch. Lilymoon zog ein Blech mit leuchtend grünen Quadraten aus der Tasche.
„Iih! Was ist das denn, Froschkuchen?“, kommentierte Diamond Tiara und verzog das Gesicht.
„Nein!“, protestierte Lilymoon. „Das sind Kaktusriegel!“
„Das klingt auch nicht viel besser“, sagte Silver Spoon.
„Du isst Kakteen?“ Snails starrte sie ungläubig an.
„Ist ja eklig“, lispelte Twist und kam herübergetrabt, um sich die Riegel näher anzusehen.
„Das ist ein Familienrezept …“, versuchte Lilymoon zu erklären.
„Jetzt will ich erst recht keinen.“
Diamond Tiara rümpfte die Nase. Lilymoon warf ihr einen bösen Blick zu. Als sie ein Rascheln hörte, sah sie hinunter und bemerkte, wie Twist in ihrer Tasche herumwühlte. Sie zog eine große Zuckerstange heraus.
„Ich nehm die hier stattdessen“, lispelte sie und marschierte zu ihrem Tisch zurück.
„Die gehört aber zu meinem Pausenbrot“, protestierte Lilymoon, doch Twist schien sie nicht zu hören.
Sweetie Belle erkannte, dass es nicht gut lief, und wollte Lilymoon helfen. Mit lauter und begeisterter Stimme, damit alle es hören konnten, sagte sie: „Kaktusriegel klingen echt interessant! Ich nehme einen!“
„Ich nehme zwei!“, schloss Apple Bloom sich an.
„Ja!“, rief Scootaloo. „Das klingt noch cooler als Zitronenriegel!“ Aber als Miss Cheerilee mit den Tellern zurückkam, waren die Clubmitglieder die Einzigen, die die grünen Kuchen probierten.
Sweetie Belle sah, dass Lilymoon aufgebracht war, auch wenn sie sich die blau-weiß gestreifte Mähne über das Gesicht fallen ließ, damit niemand ihren Gesichtsausdruck sah. Es würde auf jeden Fall einen Haufen Arbeit bedeuten, bis der Rest der Klasse die Neue akzeptierte. Aber Sweetie Belle beschloss, nicht aufzugeben, bevor das geschehen war. Der Schönheitsfleckenclub gab niemals auf!
Kapitel 3
Lilymoon blieb stumm, als Sweetie Belle, Apple Bloom und Scootaloo sie nach Hause begleiteten. Sweetie Belle sah, dass sie sich immer noch darüber ärgerte, wie die anderen auf ihre Kaktusriegel reagiert hatten. Statt darüber zu reden, wollte Sweetie Belle sie lieber auf andere Gedanken bringen. „Ich fasse es nicht, dass Snips mich Angstpony genannt hat!“, entrüstete sie sich.
„Na ja, du magst ja wirklich keine gefährlichen Abenteuer“, gab Scootaloo zu bedenken.
„Und du bist kein großer Fan der Gruselnacht“, fügte Apple Bloom hinzu. Sweetie Belle war empört, dass ihre Freundinnen nicht für sie Partei ergriffen!
„Ich weiß, dass du mutig bist“, sagte Lilymoon. „Du kommst schließlich zum Abhängen zu mir nach Hause.“
Sweetie Belle musste zugeben, dass Lilymoons Haus mehr als nur ein bisschen gruselig war. Es stand hoch oben auf dem Horseshoe Hill, war in Ranken gehüllt und verschmolz praktisch mit den nahen Bäumen. Die Böden knarrten, die Fensterläden klapperten im Wind und Sweetie Belle hätte schwören können, die Porträts der Ponys an den Wänden beobachteten sie, wenn sie nicht hinsah. Trotzdem, Freundinnen halten zusammen, wie unheimlich ihr Zuhause auch war. Als die Ponys sich der Vordertür näherten, brach plötzlich Lilymoons uralte Tante aus der Hecke und erschreckte sie. Mit wildem Blick sah sie sich um. Ihre verfilzte graue Mähne stand in alle Richtungen ab.
„Tante Eclipse … Was machst du da?“, fragte Lilymoon. In Sweetie Belles Ohren klang sie, als fürchtete sie die Antwort.
„Ich besuche meinen Freunde, Schätzchen, die Sternenspinnen. Sie weben so interessante Netze bei Vollmond, findest du nicht?“ Tante Eclipse hielt einen Huf hoch, über den massenweise Spinnen krabbelten. Die Clubmitglieder rissen die Augen auf, doch sie nickten höflich und schoben sich an Tante Eclipse vorbei zur Eingangstür.
„Tut mir leid“, flüsterte Lilymoon. „Tantchen ist … anders.“
„So kann man das auch nennen“, murmelte Scootaloo. Lilymoon führte die anderen ins Haus, aber bevor sie die Treppe erreichten, ertönte eine Stimme aus einem anderen Zimmer.
„Lilymoon! Da bist du ja endlich.“ Lilymoons Mutter Lumi Nation kam aus dem angrenzenden Zimmer. Als sie die anderen Ponys sah, blieb sie stehen. Sweetie Belle fand, sie sah nicht allzu froh aus, sie zu sehen. „Und du hast … Freundinnen mitgebracht“, fügte Lumi hinzu. Ihre Stimme klang alles andere als einladend.
„Sie helfen mir, den Schulstoff aufzuholen“, sagte Lilymoon.
„Das ist aber nett“, erwiderte Lumi Nation, aber für Sweetie Belle klang es, als meinte sie genau das Gegenteil. „Gut, aber macht nicht so lange. Du musst noch lernen. Und dein Vater braucht deine Hilfe im Gewächshaus. Wir haben nicht mehr viel Zeit bis heute Abend.“
„Ja, Mutter“, sagte Lilymoon, während sie schon die Treppe hinaufgaloppierte. Die anderen folgten ihr dicht auf den Hufen.
„Was ist heute Abend?“, fragte Scootaloo.
„Und was ist im Gewächshaus?“, wollte Sweetie Belle wissen.
„Und was musst du lernen?“, erkundigte sich Apple Bloom. Doch Lilymoon schüttelte den Kopf.
„Oben“, sagte sie. Sobald sie in Lilymoons Zimmer waren und die Tür geschlossen hatten, bekam der Schönheitsfleckenclub seine Antworten. „Mein Vater macht alle möglichen Pflanzenexperimente, die man nur nachts durchführen kann“, erklärte Lilymoon. „Und was das Lernen angeht …“ Sie deutete auf einen verstaubten Stapel dicker Zauberbücher auf ihrem Schreibtisch. Sweetie Belle fand, sie würden gut in Twilights Bibliothek passen. „Meine Familie beschäftigt sich ausgiebig mit Magieforschung.“
„Und das machst du zusätzlich zu den normalen Hausaufgaben?“, fragte Scootaloo ungläubig.
Lilymoon nickte. „Kaktusriegel sind nicht das einzig Merkwürdige bei uns“, seufzte sie.
„Die waren lecker! Und der Rest der Klasse wüsste das auch, wenn sie mal probiert hätten“, sagte Apple Bloom.
„Sie müssen dich nur erst so gut kennenlernen wie wir“, sagte Scootaloo.
„Wie denn? Habt ihr gesehen, wie die anderen Ponys mich angucken? Die werden mir das mit dem Bogle nie verzeihen, geschweige denn mit mir sprechen“, sagte Lilymoon.
Sweetie Belle wurde munter. Sie hatte eine Idee! „Eine Geburtstagsparty!“, verkündete sie.
„Äh … Ich habe aber nicht Geburtstag“, merkte Lilymoon an und hob eine Augenbraue.
„Nicht deiner. Zipporwhills!“, rief Sweetie Belle aufgeregt. „Sie gibt heute Abend eine große Party und alle sind eingeladen! Wenn du mitkommst, wird die ganze Klasse sehen, wie du Spiele spielst und dich amüsierst …“
„Und dass du genau bist wie wir!“, fiel Scootaloo ein.
„Gute Idee, Sweetie Belle!“, sagte Apple Bloom. Der Schönheitsfleckenclub klatschte sich siegesgewiss ab. Lilymoon sah nachdenklich aus, aber bevor sie antworten konnte, hörten sie ein Knarren vor ihrer Tür. Alle erstarrten. Lilymoon runzelte die Stirn und nutzte ihre Magie, um die Tür aufzureißen.
Da stand ihre Schwester Ambermoon stand!
„Hast du uns belauscht?“, fragte Lilymoon. Ambermoon schien überrascht, dass man sie erwischt hatte, überspielte das aber rasch mit einem hochmütigen Gesichtsausdruck.
„Du hast mir schon wieder was geklaut!“, sagte sie höhnisch.
„Habe ich nicht!“, antwortete Lilymoon empört.
„Also nimmt jemand anders ständig Sachen aus meinem Zimmer?“, fragte Ambermoon.
„Jetzt mach kein Drama draus.“ Lilymoon verdrehte die Augen. „Es war nur eine Zuckerstange für mein Pausenbrot!“
„Und mein Huflack und mein Buch über Drachenschuppen und meine Mähnenbürste?“ Ambermoon zählte jeden Gegenstand auf, als wäre es der wertvollste Schatz aller Zeiten.
„Die habe ich mir doch nur ausgeborgt!“, rief Lilymoon.
„Geklaut“, korrigierte Ambermoon.
„Besser als Lauschen“, schoss Lilymoon zurück. Ambermoon starrte ihre Schwester wütend an.
„Du gehst heute Abend nirgendwo hin“, wechselte sie das Thema. „Mutter lässt dich niemals auf eine Party in Ponyville gehen.“
„Ich frage auch nicht Mutter“, erwiderte Lilymoon und trabte an ihrer Schwester vorbei in den Flur. Der Schönheitsfleckenclub eilte hinterher, aber als Sweetie Belle zurückblickte, sah sie, dass Ambermoon ihnen aus verengten Augen nachsah. Offenbar verstanden sich Lilymoon und ihre Schwester nicht allzu gut.
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