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ROADTRIPS
Deutschland

100 unvergessliche Touren mit dem Auto

»Das Reisen ist auch solch ein Element, das sich jeder Definition entzieht.

Wie schnell ist man weit vom gestrigen Tag …« Hugo von Hofmannsthal



Inhalt

Quer durch Deutschland

1Deutsche Märchenstraße

2Deutsche Alleenstraße

3Immer die A7 entlang

4Deutsche Fachwerkstraße

5Deutsche Technik »erfahren«

6Deutsche Limesstraße

Im Norden von Deutschland

7UNESCO-Route: von Lübeck nach Bremen

8Immer an der Ostsee entlang

9Zurück in die Steinzeit

10Grüne Küstenstraße

11Industrieroute I

12Alte Salzstraße

13Deutsche Fährstraße

14LiteraTouren I

15100-Schlösser-Route durchs Münsterland

Im Osten und in der Mitte von Deutschland

16Hansische Ostseestraße

17Um Mecklenburgs Seenplatte

18Schlösser, Herrenhäuser, Parkanlagen

19Märkische Eiszeitstraße

20UNESCO-Route: Bad Muskau–Berlin–Stralsund–Rügen

21Sächsische Silberstraße

22Dem Himmel entgegen

23Auf den Spuren von Martin Luther

24Auf den Spuren von Johann Sebastian Bach

25Durch das Elbsandsteingebirge

26Straße der Romanik (Südroute)

27UNESCO-Route: von Dessau nach Kassel

28Auf dem Schottenring

29UNESCO-Route: Eisenach–Weimar–Dessau–Potsdam

30Auf den Spuren deutscher Dichter und Denker

31Klassikerstraße

32Sauerland-Tour

Im Westen von Deutschland

33Grüne Straße Eifel-Ardennen

34Deutsche Weinstraße

35Von der Künstlerkolonie zum Malerdorf

36UNESCO-Route: Maulbronn–Speyer–Trier

37Mittelrheintal

38Sauerland-Höhenstraße

39Niederrheinroute

40Burgenstraße

41Südwestfälische Eisenstraße

42Industrieroute II

43Deutschland-Holland-Connection

44Deutsche Vulkanstraße

45Deutsche Edelsteinstraße

46Hunsrückhöhenstraße

47Nibelungen-Siegfried-Straße

48Rheinischer Sagenweg

49Durchs Bergische Land

50Moselweinstraße

51Spessart-Höhenstraße

52Naheweinstraße

53Lahn-Ferienstraße

Im Süden von Deutschland

54Badische Weinstraße

55UNESCO-Route: Vom Bodensee in den Pfaffenwinkel

56Berta Benz Memorial Route

57Oberschwäbische Barockstraße

58Bis zur Quelle des Rheins

59Württemberger Weinstraße

60Rund um die bayerischen Königsschlösser

61Salve auf den Straßen der Römer

62Romantische Straße

63Auf den Spuren schwäbischer Dichter

64Schwarzwaldhochstraße

65UNESCO-Route: Von Regensburg nach Bad Homburg

66Von Bayern nach Böhmen

67Von Passau nach Südböhmen

68Deutsche Hopfenstraße

69Glasstraße

70LiteraTouren II

71Inn und Salzach entdecken: Von Passau zum Waginger See

72Kaiserpfad und Königsweg

73Fränkische und Aischgründer Bierstraße

74Auf den Spuren des »Blauen Reiter«

75Die Dientzenhofers – von Bamberg nach Prag

76Fünfseenland

 

77Durchs Altmühltal

78Die Klöster am oberbayerischen Inn

79Über den Achenpass

80Deutsche Alpenstraße

Register

Impressum



Quer durch Deutschland



1 Deutsche Märchenstraße
Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen

Die Lebensstationen der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm sowie die Orte, an denen sie vor 200 Jahren den Märchenerzählerinnen lauschten, die Märchen sammelten und aufschrieben, dazu sagenumwobene Schauplätze beliebter Märchen, tiefe Wälder, malerische Burgen und alte Städte – die Märchenstraße lädt ein zu einer erlebnisreichen Fahrt durch deutsche Natur- und Kulturlandschaften zwischen Main und Meer.

HIGHLIGHTS

Kassel. Bergpark Wilhelmshöhe, Schloss und Herkules; Brüder-Grimm-Museum in barockem Stadtpalais; Fachwerkhaus in Kassel-Niederzwehren: das einstige Wohnhaus der Märchenerzählerin Dorothea Viehmann

Hameln. Prachtvolle Fachwerk- und Weserrenaissance-Bauten, Rattenfängerbrunnen, -haus und -Festspielbühne

FESTE UND VERANSTALTUNGEN

Brüder-Grimm-Märchenfestspiele. Im Park und in der Orangerie von Schloss Philippsruhe in Hanau, Mai bis August

Marionettentheater. Das Theater im Marstall in Steinau bietet fast täglich Märchenaufführungen

Rotkäppchenwoche. Im Juli/August im Schwälmer Land

Wilhelmshöher Berg- und Lichterfest. Im September in Kassel

Rattenfänger-Festspiel. Mai bis September jeden Sonntag in Hameln

Musical Rats. Mai bis September jeden Mittwoch in Hameln

Stadtmusikanten-Märchenspiel. Mai bis September jeden Sonntag auf dem Domhof in Bremen

Historische Bürgerhäuser säumen den großartigen Marktplatz der Hansestadt Bremen.

Auf den Spuren der Brüder Grimm

An der Mündung der Kinzig in den Main liegt die einstige Residenzstadt Hanau, in der Jacob Grimm (1785–1863) und sein jüngerer Bruder Wilhelm (1786–1859) zur Welt kamen. Am Marktplatz, direkt vor dem barocken Rathaus, steht das Standbild der berühmten Brüder. Jahre ihrer Kindheit verbrachten sie in Steinau an der Straße im damaligen Amtshaus, einem prachtvollen Fachwerkgebäude, das heute als Gedenkstätte und Museum eingerichtet ist. Hübsch anzusehen ist der Brunnen mit den Märchenfiguren, und auch in der Marionettensammlung von Schloss Steinau findet man Schneewittchen, den Gestiefelten Kater und all die anderen. In Alsfeld, dem mauerumgürteten Fachwerkstädtchen mit dem mittelalterlichen Stadtbild, lädt das Märchenhaus zum Besuch ein. Nicht nur die Kinder dürfen hier der Märchenerzählerin lauschen und die Puppenstubensammlung bestaunen!

Nächste Station ist die alte Universitätsstadt Marburg, wo die Brüder Grimm Rechtswissenschaft studierten, aber mit bedeutend größerer Leidenschaft Privatstudien zur deutschen Sprache und Literatur betrieben. 1806 begannen sie mit ihrer Sammlung von deutschen Märchen und Sagen, die ihnen Weltruhm einbrachte. Die Grimmschen Handexemplare der beiden Bände Kinder- und Hausmärchen, erschienen 1812 und 1815, hat die UNESCO jüngst zum Weltdokumentenerbe erklärt.

Verschlungene Wege nach Kassel

Zwischen Marburg und Fürstenberg teilt sich die Märchenstraße in mehrere Routen. Eine führt nach Schwalmstadt im Schwälmer Land, das sich auch Rotkäppchenland nennt, gehört doch die rot geschmückte Kappe zur hiesigen Frauentracht. Und weiter geht’s von Hessisch Lichtenau hinein in den Naturpark Meißner-Kaufunger Wald, die sagenhafte Heimat von Frau Holle. An einer anderen Route liegt am Rand des Naturparks Kellerwald Bad Wildungen mit seinen Villen aus der Gründerzeit.

Zum Stadtgebiet gehört das Schneewittchendorf Bergfreiheit mit Besucherbergwerk und Museum; es informiert über die historischen Hintergründe des Märchens und zeigt zur Freude der Kinder das zwergenhaft kleine Schneewittchenhaus. Auf beiden Reisewegen erreicht man Kassel, das drei Jahrzehnte lang der Lebensmittelpunkt der Brüder war. Im barocken Stadtpalais Bellevue, in dessen Nachbarschaft sie einst wohnten, ist das Brüder-Grimm-Museum mit einer Dauerausstellung zu Leben und Werk sowie Archiv und Forschungsinstitut eingerichtet. Eine Hauptquelle für die Grimmsche Märchensammlung war Dorothea Viehmann, deren Wohnhaus in Kassel-Niederzwehren noch steht.

Persönlicher Tipp

ZU FRAU HOLLE AUF DEM HOHEN MEISSNER

Nebel senkt sich im Reinhardswald, dem Schauplatz vieler Märchen und Sagen.

Es war einmal ein gutes Mädchen, das von seiner bösen Stiefmutter gezwungen wurde, in einen tiefen Brunnen zu springen. Doch es ertrank nicht etwa, sondern landete in Frau Holles Welt hoch über den Wolken. Das Mädchen diente Frau Holle artig, schüttelte die Betten aus, woraufhin es auf der Erde schneite, und wurde zum Lohn mit Gold überschüttet, sodass es als Goldmarie heimkehrte. Die Stiefmutter schickte nun ihre eigene Tochter zu Frau Holle, doch weil sie unartig und faul war, wurde sie zur Strafe mit Pech übergossen und kehrte als Pechmarie heim … Von Frau Holle erzählte man sich schon vor über 1000 Jahren – einer der ältesten, auch heute noch weithin bekannten Mythen. Der Sage nach wohnt sie auf dem Hohen Meißner (754 m) bei Hessisch Lichtenau im Naturpark Meißner-Kaufunger Wald. An der Ostflanke liegt mitten im Wald der idyllische Frau-Holle-Teich, der den Zugang zu Frau Holles Reich bilden soll und heute ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel mit Picknickplatz und Frau-Holle-Statue ist.

An der Weser zu den Bremer Stadtmusikanten

Wir passieren Hann. Münden, die schönste Fachwerkstadt im Weserbergland, und erreichen die mittelalterliche Sababurg. So märchenhaft erhebt sich das alte Gemäuer mitten im Reinhardswald, dass der Beiname »Dornröschenschloss« absolut passend ist. Ein kurzer Umweg führt von der Weser an die Diemel nach Trendelburg: Motive aus Grimms Märchen schmücken die Laternen des Fachwerkstädtchens, und in luftiger Höhe thront die Burg, von deren Turm einst Rapunzel ihr Haar herunterließ – so wenigstens erzählt man sich. In der Münchhausenstadt Bodenwerder dient das einstige Herrenhaus derer von Münchhausen, in dem der »Lügenbaron« 1720 geboren ist und auch seinen Lebensabend verbrachte, heute als Rathaus und Museum. Auf dem Brunnen davor zeigt eine Skulptur den fantasievollen Geschichtenerzähler, der als Offizier in russischen Diensten auch so manche reale Gefahr überstand, bei seinem Ritt auf einem halben Pferd.

Das Schweinedenkmal in der Bremer Sögestraße – Plattdeutsch für Sauenstraße

Persönlicher Tipp

ZU HASE UND IGEL NACH BUXTEHUDE


Der »Flethenkieker« am historischen Westfleth in der Märchenstadt Buxtehude

Eine Seitenstrecke der Märchenstraße führt vor die Tore Hamburgs, nach Buxtehude, wo sich einstmals der Wettlauf zwischen dem schnellen, aber dummen Hasen und dem listigen Igel zugetragen haben soll. Aufgeschrieben hat das alte niederdeutsche Märchen zuerst der Heimatdichter Wilhelm Schröder, danach nahmen es die Brüder Grimm in ihren Märchenschatz auf. Mehr darüber erfährt man im Buxtehude-Museum für Regionalgeschichte und Kunst, das seinen Sitz in einem aufwendig gestalteten Fachwerkhaus hat. Einen Ehrenplatz im Stadtzentrum nimmt die liebenswürdige Hase-und-Igel-Skulptur ein. Buxtehude, am Rand des Alten Landes gelegen, erlebte seine Blütezeit im Spätmittelalter als Mitglied der Hanse. Um 1300 entstand die gotische Backsteinkirche St. Petri, um die sich enge Gassen gruppieren. Ein Stadtbrand im Jahr 1911 hat viel wertvolle historische Bausubstanz zerstört, aber am Westfleth beispielsweise kann man noch die traditionelle giebelständige Bauweise der Fachwerk- und Backsteinhäuser sehen.

Nach einem Stopp bei Schloss Hämelschenburg, einem Glanzstück der Weserrenaissance, ist Hameln erreicht – mit seinen prachtvollen Fachwerk- und Steinbauten der Weserrenaissance und der bekannten Sage vom Rattenfänger ein Höhepunkt an der Märchenstraße. In der Altstadt begegnet man dem Rattenfänger allerorten, am Rathausbrunnen genauso wie im Rattenfängerhaus und beim Rattenfänger-Freilichtspiel. Es wird vor dem Hochzeitshaus aufgeführt, dessen Glockenspiel mehrmals täglich das Rattenfängerlied spielt. Dem Lauf der Weser folgend kommt man nach Bad Oeynhausen, wo in einer stilvollen Villa am Kurpark das Deutsche Märchen- und Wesersagenmuseum seine umfangreichen Sammlungen zeigt. Letzte Station an der Märchenstraße ist die alte Hansestadt Bremen, deren tierische Stadtmusikanten als Skulptur vor dem grandiosen Rathaus (UNESCO-Welterbe) verewigt sind.

Deutsche Märchenstraße
Infos und Adressen

REISEROUTE

Hanau–Steinau an der Straße–Alsfeld–Marburg–Schwalmstadt–Hessisch Lichtenau/Hoher Meißner–Bad Wildungen mit Bergfreiheit–Kassel–Hann. Münden–Sababurg/Hofgeismar–Trendelburg–Fürstenberg–Bodenwerder–Hameln–Bad Oeynhausen–Bremen; ca. 800 km

BESTE REISEZEIT

ganzjährig

SEHENSWERT

Hanau. Geburtsstadt von Jacob und Wilhelm Grimm mit Nationaldenkmal der Brüder, imposantes Schloss Philippsruhe mit Parkanlage und Historischem Museum.

Steinau an der Straße. Museum Brüder-Grimm-Haus in prächtigem Fachwerkhaus; Märchenbrunnen; Marionettenmuseum im Schloss, Marionettenbühne im Marstall.

Alsfeld. Schöne Fachwerkstadt (Europäische Modellstadt für Denkmalschutz) mit großartigem Rathaus; im Märchenhaus Märchenerzählerin und Puppenstubensammlung.

Marburg. Universitätsstadt an der Lahn, Studienort der Brüder Grimm, auf dem Schlossberg das mächtige Landgrafenschloss (»Wiege Hessens«), Fachwerkaltstadt mit frühgotischer Elisabethkirche.

Schwalmstadt. Fachwerkstädtchen im Schwälmer Land, im Museum der Schwalm Trachtenabteilung (»Rotkäppchen«).

Hessisch Lichtenau. Fachwerkstädtchen am Fuß des Hohen Meißner, »Tor zum Frau-Holle-Land« mit Erlebnismuseum Holleum, Frau-Holle-Teich, Frau-Holle-Pfad.

Bergfreiheit. Ehemaliges Bergarbeiterdorf im Kellerwald, heute bekannt als Schneewittchendorf mit Besucherbergwerk und Schneewittchenhaus.

Hann. Münden. Schönste Fachwerkstadt im Weserbergland in einzigartiger Lage am Zusammenfluss von Werra und Fulda zur Weser.

Sababurg. Mittelalterliche Burg auf einem Basaltkegel im Reinhardswald, als Dornröschenschloss bekannt, viel besuchtes Ausflugsziel mit Tierpark.

 

Trendelburg. Fachwerkaltstadt und Höhenburg mit Rapunzelturm.

Bodenwerder. Münchhausen-Stadt mit Museum im Geburtshaus des »Lügenbarons«.

Bad Oeynhausen. Deutsches Märchen- und Wesersagenmuseum mit Sammlungen von historischen Märchenbüchern, -illustrationen, Spielsachen und vielem mehr.

Bremen. Geschichtsträchtige Hansestadt mit UNESCO-Weltkulturerbe-Rathaus und Roland; am Marktplatz auch die Bronzefiguren der Bremer Stadtmusikanten Esel, Hund, Katze, Hahn; Überseemuseum, eines der meistbesuchten Museen Deutschlands.

Buxtehude. Hansestadt vor den Toren Hamburgs, märchenhafter Schauplatz des Wettlaufs von Hase und Igel, in der Innenstadt Hase-und-Igel-Skulptur.

ESSEN UND TRINKEN

Druckhaus am Main, Hanau. Restaurant mit Biergarten. Illerstr. 2, www.druckhaus-hanau.de

Landgasthof Grüner Baum, Steinau. Traditionshaus mit regionaler Küche. Leipziger Str. 45, www.gruenerbaum-steinau.de

Roth’s Gasthof zur Linde, Alsfeld. Hessische Küche und Biergarten. Merschroder Str. 25

Ratsbrauhaus Hann. Münden, Markt 3, www.ratsbrauhaus.de

Bremer Ratskeller. 600 Jahre Tradition im Herzen der Hansestadt, www.ratskeller-bremen.de

ÜBERNACHTEN

Hotel Villa Stokkum, Hanau-Steinheim. Klassizistische Villa, www.villastokkum.de

Hotel Marburger Hof. Mitten in der Altstadt, Elisabethstr. 12, www.marburgerhof.de

Hotel Gude, Kassel. Modernes Haus mit »Märchen-Lobby«. Frankfurter Str. 299, www.hotel-gude.de

Göbel’s Hotel Quellenhof, Bad Wildungen. Traditionshaus. Brunnenallee 54, www.goebel-hotels.com

Hotel Stadt Hameln. Mitten in der »Rattenfängerstadt«. Münsterwall 2, www.hotel-stadthameln.de

WEITERE INFOS

Deutsche Märchenstraße: www.deutsche-maerchenstrasse.de

Die Bremer Stadtmusikanten von Gerhard Marcks zieren seit 1953 das Stadtbild.

2 Deutsche Alleenstraße
Deutschland

Immer gut behütet – oder »bedacht« – sind Autofahrer auf der Alleenstraße zwischen dem Bodensee im Südwesten des Landes und seiner nordöstlichsten Ecke auf der Insel Rügen. Schattiges Grün hält im Sommer die brennende Sonne ab, und die Bäume liefern den Rahmen für großartige Panoramablicke.

HIGHLIGHTS

Stralsund. Mittelalter und faszinierende Museen; Blick vom Turm der Marienkirche

Museumsdorf Alt Schwerin. Historischen Alltag in Mecklenburgs Dörfern erleben

Silberbergwerk Goslar. Weltrekord: Bis 1998 war es mehr als 1000 Jahre in Betrieb

Fürstenallee bei Schlangen, Kreis Lippe. Vierreihige Eichenallee beim Jagdschloss Oesterholz

Ravensburg. Deutschlands größte Barockbasilika

FESTE UND VERANSTALTUNGEN

Kurt-Weill-Festival. Zwei Wochen im Februar und März Musik, Vorträge und Ausstellungen in Dessau

Internationales Dixieland-Festival Dresden. Seit 1971 Dixieland-Jazz im Mai

TFF Rudolstadt. Eines der größten Weltmusikfestivals Europas, im Juli

DomStufen-Festspiele Erfurt. Oper, Rock-Oper, Kinder-Oper, Juli bis August

Ruhr-Triennale. Welt-Kunstfestival von August bis Oktober rund um Dortmund

Knorrig ist kein Muss: schlanke Alleebäume zwischen Rapsfeldern bei Duderstadt

Zauber der grünen Tunnel

Die Franzosen haben’s erfunden: Das Wort »Allee«, vom französischen aller, gehen, soll zuerst schützende Wege für Soldaten benannt haben. Friedlich setzten sich Alleen als Prachtstraßen und regionale Schmucklinien durch. Doch im 20. Jahrhundert litten sie, konnten den wachsenden Verkehr kaum mehr bewältigen. Zudem waren Alleen manchen Stadtvätern lästig, brauchten sie doch Pflege. Schließlich war das Netz der »grünen Tunnel« stark ausgedünnt. Doch im Osten der wiedervereinten Republik hatten einige alte Baumreihen überlebt. Vor allem auf ihnen fußte die Initiative von Naturschutz- und Verkehrsverbänden, das »Kultur-Erbe Allee« neu erblühen zu lassen: 1993 wurde die erste Teilstrecke der »Deutschen Alleenstraße«, zwischen Rügen und der Mecklenburgischen Seenplatte, eröffnet. Braune Logo-Schilder kennzeichnen den Verlauf der Ferienroute: 2900 Kilometer in zehn Abschnitten.

Quer durch den Nordosten

Am Kap Arkona oder im Seebad Sellin auf Rügen beginnt Teilstrecke 1. Über Putbus geht es in die UNESCO-Welt-erbestadt Stralsund und dann strikt nach Süden: durch Grimmen mit drei Stadttoren nach Demmin, wo schon Karl der Große und Zar Peter I. residierten. Nach Malchin voller Tore und Türme folgt Malchow am Fleesensee, dann erreicht man die große Müritz und die Strelitzer Seenplatte sowie Wesenberg und Rheinsberg mit Rokokoschlösschen.

Abschnitt 2 führt durch Brandenburg und das Havelland, zunächst vorbei an der Fontane- und Schinkelstadt Neuruppin. In Hakenberg unterlagen 1675 die Schweden. Linum hingegen ist für seine Störche und Grünefeld als hübschestes Dorf der Region bekannt. Brandenburg an der Havel beeindruckt mit Kirchen, Mauern und einer einmaligen Sumpfzypressenallee. Dann streift der Weg in Belzig Norddeutschlands größte Höhenfestung, bevor es entweder in die Luther- und UNESCO-Stadt Wittenberg geht oder direkt ins Wörlitzer Gartenreich samt Bauhaushochburg Dessau.

Persönlicher Tipp

WASSERWANDERN UND ABSTECHER


Kunstwerke und Menschen an der Uferpromenade von Meersburg, Zielort am Bodensee

Von der Mecklenburgischen Schweiz bis ins Havelland: Auch abseits der Alleen liegen zahlreiche hübsche Zwischenstopps, die eine Erwähnung wert sind. Angesichts der vielen Wasserwege in der von Gletschern gekerbten Landschaft bietet sich auch das eine oder andere Mal an, für einen halben Tag ein Boot (oder das Rad für Nichtpaddler) zu mieten, sich treiben zu lassen oder den Orten vom Wasser aus zu nähern. Sehenswert beidseitig der Teilstrecken 1 und 2 sind etwa die 15-seitige Fachwerkkapelle am Schloss von Griebenow und die Hünengräber von Sassen. In Teterow warnt der Hechtbrunnen vor Schildbürgerdenken, in Stavenhagen hat Mecklenburgs Nationaldichter Fritz Reuter sein Museum und Denkmal. Die Schlösser Schlitz und Klink sind wieder prachtvoll renoviert, ebenso Schlosskirche und -garten in Neustrelitz. Dank seiner Altstadt gehört Gransee zu Brandenburgs schönsten Städten, während im nahen Lindow sowie in Lehnin bei Potsdam noch bemerkenswerte Klosterbauten oder -ruinen stehen.