Buch lesen: "Verbotene Orte: die Mechanikerin - Erotische Novelle"

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Vanessa Salt

Verbotene Orte: die Mechanikerin
Erotische Novelle

LUST

Verbotene Orte: die Mechanikerin

Original:

Förbjudna platser: Mekanikern

Übersetzer: Alina Becker Copyright © 2019, 2019 Vanessa Salt und LUST All rights reserved ISBN: 9788726304169

1. E-book Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

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Verbotene Orte: die Mechanikerin
Erotische Novelle

Stella wischt sich mit einem Wattebausch das Öl von den Händen. Sie fährt mit dem Handrücken über ihre verschwitzte Stirn und bemerkt sofort, dass sie mit dem klebrigen Zeug nicht vorsichtig genug war. Sie zuckt mit den Schultern, unten in der Arbeitsgrube unter einem Volvo Amazon. Ein zweitüriger P120E von 1961. Damit kennt sie sich aus.

„ Stella, Zeit fürs Wochenende!“, schreit Gösta sie fast an. Das Einzige, was sie von ihm sieht, sind seine Arbeitsschuhe und ein Stückchen des abgenutzten, ehemals grünen Overalls. „Es ist schon 19 Uhr, und das am Freitag, es ist fast Hochsommer, und die Vögel zwitschern.“

„ In den Boländerna gibt es keine Vögel ...“ Stella hebt den alten Volvo mit der Hebebühne einen halben Meter an. Stützt die Ellbogen auf den Rand der Grube und blinzelt zu Gösta hinauf. Ihrem Chef. Im Gegenlicht der grellen Leuchtstofflampen sieht sie nur seinen etwas krummen Körper. Niemand weiß, wann er eigentlich hätte in Rente gehen sollen.

„ Wie witzig“, sagt er langsam, bückt sich ein wenig und schaut zu ihr hinunter. „Das war im übertragenen Sinne gemeint, falls du es nicht verstanden hast. Aber bei dir weiß man ja nie. Übrigens sieht man keinen Unterschied zwischen dir und der Arbeitsgrube.”

„ Haha, und bei dir weiß man nie, ob du nackt bist oder noch angezogen.“ Stella kratzt mit dem Schraubenzieher an dem Stahl, der die Aussparung umgibt, und lächelt ihn an.

„ Was hast du da gesagt? Hier in Uppsala sprechen wir ordentliches Reichsschwedisch.” Gösta lacht und fährt sich mit der Hand über die Glatze. „Und gib Acht mit meinen Instrumenten!“

Gösta nennt seine Werkzeuge immer Instrumente. Als würden sie Patienten operieren, keine Oldtimer, die besondere Sorgfalt erfordern. Obwohl er damit ja irgendwie richtig liegt. Deshalb sagt Stella meistens nichts dazu.

„ Aber ich komme doch nicht aus Schweden. Wie oft hatten wir das jetzt schon…?” Sie setzt sich die Kappe schräg auf und fährt sich durch die schwarzen Haare.

Gösta lacht laut heraus. „Tja, die Streifen gehen nicht mehr raus, oder?“

„ Schlecht!“, gibt Stella zurück. „Und du wirst nie Schonisch lernen. Oder meinst du etwas anderes?” Sie legt den Kopf zur Seite und macht Kulleraugen.

„ Herrje, Stella, hör auf damit. Meinetwegen könntest du kreidebleich sein, da unten müsste man dich trotzdem mit Scheinwerfern suchen.” Jetzt kichern beide. „Nun, machst du das Licht aus? Kenta und Robban sind schon nach Hause gegangen. Mach’s gut und lass es bis Montag krachen.” Gösta seufzt ein wenig. „Auf jeden Fall ist es ein Glück, dass wir dich haben.“

„ Auf jeden Fall?“

„ Lass gut sein. Du weißt schon, was ich meine.” Gösta dreht sich um und geht auf die schmutzige Bürotür zu. „Schönes Wochenende, wir sehen uns am Montag.“ Er wirft einen Blick über die Schulter. „Jetzt vergiss das Wochenende nicht. Hab ein bisschen Spaß. Lebe!” Er hebt die Hand und geht.

Stella schaut auf Göstas breiten, aber leicht krummen Rücken. Sie ist immer noch dankbar. Nicht viele hätten ein Mädchen eingestellt, das in Indien oder Sri Lanka geboren wurde. Die Leute verwechseln immer die Orte und sie zuckt normalerweise auch nur mit den Schultern. Die meisten wagen es nicht einmal nachzufragen. Wenn man sie denn überhaupt versteht. Malmöisch wird hier in Uppsala fast als Provokation aufgefasst. „Die verrückte kleine Universitätsstadt da oben in Niedernorrland“, wie ein Professor in Göteborg es einmal formuliert hat. Sie kann immer noch darüber lachen.

Gösta hatte nicht nachgehakt, als Stella vor fünf Jahren beim Bewerbungsgespräch aufgetaucht war. Er hatte sie nur gemustert und sie gebeten, die Bremsen an einem alten Opel Kapitän zu reparieren, der zuvor als Polizeiauto gedient hatte. Sie erinnerte sich noch an den Geruch dieses Autos. Als ob die angesammelte Angst der Menschen, die auf dem Rücksitz gelandet waren, in den fleckigen Polstern und den französischen Fußmatten stecken geblieben wäre. Eine ähnliche Angst hatte sie damals veranlasst aus Malmö zu flüchten und die roch ähnlich. Aber Gösta hatte nicht gefragt, woher sie stammte, warum sie ein brennendes Interesse an alten Autos zeigte oder warum sie plötzlich in seiner Werkstatt stand, 600 Kilometer von ihrer Heimatstadt entfernt. Er hatte nur zustimmend genickt, als sie die Bremsen repariert hatte. Er hatte sie jedoch gebeten, langsamer zu sprechen. Sein Gehör war schon damals nicht mehr das beste.

Stella lächelt und zieht die letzte Mutter an einer der Achsen des rostigen Volvos fest.

Schlechtes Gehör?! Er könnte am Klang den Durchmesser einer Mutter bestimmen, die auf den abgenutzten Betonboden der kleinen Werkstatt fällt.

Stella hat kaum Zeit zum Nachdenken, bevor das heisere Geräusch einer kaputten Hupe durch den Raum hallt.

Verdammt, eines der Rolltore muss noch offen sein ...

Stella klettert aus der Arbeitsgrube und tritt hinaus in den strahlenden Sommerabend. Ein Diesel mit eingeschaltetem Fernlicht steht mit seinem typischen knarrenden Motorgeräusch direkt vor dem Eingang. Eine drahtige Gestalt streckt die Hand durch das heruntergekurbelte Fenster und drückt auf die Hupe. Stella kann wieder nur die Silhouette erkennen, und eine kurze Erinnerung an Gösta flackert vor ihrem inneren Auge auf. Obwohl dieser Schatten das pure Gegenteil ist. Und einen Hut trägt.

Eines erkennt Stella aber doch: die charakteristischen Doppelscheinwerfer und den fast quadratischen Kühlergrill eines Mercedes-Benz W109. Die Scheinwerfer tauchen die Werkstatt in ihr Licht.

Verdammt, ist der Typ irgendwie dumm, oder was?

Sie zögert eine Sekunde, dann drückt sie den roten Knopf, um das Tor zu schließen.

„ Zur Hölle, Sie können doch nicht einfach zumachen?“, schreit eine helle Stimme. „Was ist, wenn das Tor auf das Auto knallt? Reparieren Sie es mir dann?”

Die kostenlose Leseprobe ist beendet.