Buch lesen: "Steven Raichlens Barbecue Bible: Saucen, Rubs, Marinaden & Grillbutter"
Sauces, Rubs, and Marinades, Bastes, Butters and Glazes

HEEL Verlag GmbH
Gut Pottscheidt
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© der deutschen Ausgabe
2015 HEEL Verlag GmbH
First Published in the United States under the title:
Barbecue! Bible Sauces, Rubs, and Marinades, Bastes, Butters and Glazes
Copyright © 2000 by Steven Raichlen
Illustrations © 2000 by Ron Ranovitz
Published by arrangement with Workman Publishing Company, New York
Deutsche Ausgabe:
Übersetzung: Klaus Michelberger
Satz: Kai Huwer, Hürth
Covergestaltung: Axel Mertens
Lektorat: Claudia Harhammer, Helge Wittkopp
Alle Fotos © Thomas Schultze, außer: © Fotolia: © Pixelmixel (Holzplankenhintergrund); © Natalia Klenova (20, 79, 126); © yuratosno (28); © Yevgeniya Shal (80); © Kitty (97); © Jiri Hera (115); © i_die (125); © tashka2000 (131); © longtaildog (134, 148); © Africa Studio (137, 197); © gonzografie (141); © exclusive-design (163, 240, 261); © Jag_cz (198); © abc7 (232); © gekaskr (243); © bvillar1970 (257); © timolina (274); © mustiki4 (282)
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Dieses Buch wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Weder der Verlag noch der Autor tragen die Verantwortung für ungewollte Reaktionen oder Beeinträchtigungen, die aus der Verarbeitung der Zutaten entstehen.
– Alle Rechte vorbehalten –
ISBN 978-3-95843-052-5
eISBN 978-3-95843-197-3
Für Barbara, meine Inspirationsquelle
Danksagung
Das Schönste am Bücherschreiben ist, den Menschen zu danken, die mich bei diesem Werk unterstützt haben. Dieses Buch basiert auf dem Wissen tausender Pitmaster und Grilljockeys aus der ganzen Welt.
Insbesondere möchte ich folgenden Personen danken:
Meiner Frau: Barbara
Meiner Agentin: Angela Miller
Meinem Stiefsohn und Rezepttester: Jake Klein
Rezepttesterin: Elida Proenza
Lektoratsassistentin: Heather Short
Fotograf: Greg Schneider
Webmaster: Benjamin Wilchfort
Meinen Freunden bei Workman Publishing:
Der außergewöhnlichsten Lektorin: Suzanne Rafer
Dem Verleger: Bruce Harris
Der Redakteurin: Susan Dereschky
Der Lektoratsassistentin: Kylie Foxx
Den Designern: Paul Hanson und Lisa Hollander
Dem Vertriebs- und Lizenzteam: Janet Harris, Jenny Mandel, Pat Upton
Öffentlichkeitsarbeit: Ellen Morgenstern und Jim Eber
Und natürlich dem einmaligen Peter Workman
Meinen Barbecue-Kameraden:
Karen Adler von Pig Out Publications, Jim Budros, „Oklahoma“ Joe Davidson, Ardie Davis, Dr. Rich Davis, Judith Fertig, Cal Fussman, Ron Harwell, Brian Heinecke, Don Hysco, Jake Jacobs, The Kansas City Barbecue Society, Paul Kirk, Ted und Donna McClure, Jack McDavid, Janeyce Michel-Cupito, Donna Myers, Lindsay Shannon, David Sparrow, Skip Steele, Jim „Trim“ Tabb, Charlie Trotter und Carolyn Wells.







Auf den Geschmack kommt es an

Sie bilden die Grundlage eines Weltklasse-Barbecues, die fundamentalen Bestandteile, auf denen unvergessliche Geschmackserlebnisse beruhen. Ich spreche von Barbecuesaucen, Rubs, Gewürzpasten, Marinaden und Mopps, die gewöhnlich gegrilltes Fleisch und Meeresfrüchte in ein erstklassiges Barbecue verwandeln. Sie sind die unverzichtbaren Gewürzmischungen, die dem Grillgut Charakter, Persönlichkeit und Seele verleihen.
Diese Mischungen lassen Sie, den Meister am Grill, wirklich gut aussehen.
Eines ist sicher: Das Interesse an diesen nicht ganz unwichtigen Geschmackslieferanten war noch nie größer. Die Verkaufszahlen von Gewürzen schießen in die Höhe und der Konsum von Chili nimmt explosionsartig zu, seit die Amerikaner ihre Vorliebe für gut gewürzte Speisen entdeckt haben, die ihre Geschmacksknospen kräftig fordern. Allein im Bereich der Barbecuesaucen gibt es inzwischen mehr als 750 verschiedene kommerzielle Anbieter, aus denen man wählen kann.
Trotz der verstärkten Verbreitung von Barbecuesaucen, Rubs, Marinaden und Mopps herrscht über ihre Verwendung eine gewisse Verunsicherung. Was ist der Unterschied zwischen einem Dry-Rub und einem Wet-Rub? Wann verwendet man eine Gewürzmischung oder eine Marinade? Wie lange sollten Sie Ihr Lieblingsfleisch oder Meeresfrüchte marinieren? Wie moppen oder glasieren Sie am besten? Wann sollten Sie die Barbecuesauce auftragen? Was servieren Grillmeister in anderen Ländern zu ihrem Grillgut? Wie verwenden die Profis Rubs, Marinaden und Saucen bei Grillmeisterschaften?

Dieses Buch gibt Antworten auf diese und viele andere Fragen. Denn die richtigen Rubs, Marinaden und Saucen können den feinen Unterschied zwischen einem brauchbaren Grillgericht und einem Weltklasse-Barbecue ausmachen. Inzwischen gibt es ein Riesenangebot kommerzieller Rubs, Marinaden und Barbecuesaucen. Wenn Sie jedoch Wert auf wirklich außergewöhnliche Resultate legen und Ihre kulinarischen Fähigkeiten voll ausschöpfen möchten, werden Sie früher oder später Ihre eigenen Saucen kreieren.
Zur wahren Bedeutung von Barbecue wurde schon sehr viel Tinte vergossen. Für einige ist es der Oberbegriff für alles, was auf einem Grill oder einer Feuerstelle zubereitet wurde. Für andere bezieht sich der Begriff auf eine bestimmte Fleischsorte (meistens Schwein oder Rind), die in einer bestimmten Art und Weise gegart wird – langsames und langwieriges Smoken bei indirektem Feuer. Wieder andere verwenden das Wort Barbecue zur Bezeichnung des Kochgerätes, dem sogenannten Barbecue-Grill, eines Gerichts (z. B. Pulled Pork in North Carolina oder ein Brisket in Texas) oder zur Bezeichnung einer Grillparty.
In Miami, wo ich wohne, und an der amerikanischen Ost- und Westküste bezieht sich das Barbecue auf jede Art von Speisen, die auf offenem Feuer zubereitet wurden. Dabei kann sowohl direktes als auch indirektes Grillen gemeint sein. In meinem vorliegenden Buch verwende ich den Begriff Barbecue ebenfalls auf diese Weise. Ich weiß, dass dies nicht auf alle Regionen der USA zutrifft, aber aus Gründen der Zweckmäßigkeit bitte ich hier um Ihr Verständnis.
Eine starke Grundlage
Jeder kann ein Steak grillen oder ein Brisket smoken. Ein perfektes Barbecue erfordert jedoch sowohl genaue Kenntnisse über Brennstoffe und Temperaturregelung als auch erhebliches Wissen über die Nutzung von Rubs, Marinaden, Mopps, Glazes und Saucen. Man kann es auch mit einem Hausbau vergleichen: Der Bauunternehmer muss wissen, nach welchen Kriterien er das Grundstück aussucht, ein Fundament aushebt, ein Gerüst baut, das Haus fertigstellt, anstreicht, dekoriert und den Garten anlegt und welche Werkzeuge und Techniken er jeweils anwenden muss. Für ein perfektes Barbecue benötigt man ebenfalls das richtige Werkzeug (Smoker oder Grill), die richtige Methode (Feuer- und Temperaturregelung), eine gute Grundlage (Rubs und Marinaden), einwandfreies Finish (Mopps und Glazes), attraktive Farben (die Barbecuesaucen) und die passende Dekoration (Salsas, Relishes, Chutneys, Senf, Ketchups und andere Zutaten, die als Beilagen serviert werden). Wenn Sie alle diese Voraussetzungen erfüllen können, wird Ihr Barbecue optisch und geschmacklich ein voller Erfolg werden.
Nicht bei jedem Gericht muss man all diese Schritte einhalten. Das wäre zu viel des Guten, aber eine Menge traditioneller amerikanischer Barbecues (Kansas-City-Style-Ribs, zum Beispiel) erfordern das Einweichen in einer Marinade, das Einreiben mit einem Rub, ein großzügiges Begießen während des Kochens, eine Glaze gegen Ende der Grillzeit und eine Barbecuesauce beim Servieren.
Vor einigen Jahren hatte ich die Möglichkeit, einem der besten Teams der amerikanischen Barbecuewettkampf-Szene – Apple City aus Murphysboro, Illinois – bei der Zubereitung der Ribs zuzusehen, die schließlich den ersten Platz beim „Memphis in May World Championship Barbecue Cooking Contest“ belegten. Ich war schon vom puren Zuschauen erschöpft. Alle Ribs wurden peinlichst genau mit einem Skalpell von Fett und zähem Fleisch befreit und dann über Nacht in einer Mischung aus Zitronensaft und Apfelsaft mariniert. Kein Baby wurde jemals vorsichtiger trocken gerubbelt oder liebevoller mit Babypuder behandelt als diese Ribs, die die Jungs von Apple City mit einer Gewürzmischung aus 18 verschiedenen Zutaten, die sie liebevoll „Magic Dust“ nennen, einrieben. (Der Teamchef witzelte, dass das Rezept so dermaßen geheim sei, dass jedes Teammitglied nicht mehr als drei Zutaten kenne.)

Einmal im Smoker, wurden die Ribs wiederholt mit Apfelsaft besprüht, damit sie nicht austrocknen, mit dem Rub für einen noch intensiveren Geschmack nachgewürzt und mit einer nach Apfelsaft (Was sonst?) schmeckenden Barbecuesauce bepinselt, um ihnen einen schönen Glanz zu verleihen. Bei der Verkostung wurde die Sauce dann separat serviert, um die Juroren nicht von dem außergewöhnlichen Geschmack der Ribs abzulenken.
Amerikaner sind nicht die einzigen Grillmeister, die Marinaden, Mopps und Saucen so aufwändig einsetzen: Als ich in Neu-Delhi war, habe ich Tandoori-Meister beobachtet, die Lammfleisch zuerst in einer zartmachenden Marinade aus Palmessig und Zitronensaft, dann in einer aromatisierenden Paste aus Joghurt und Gewürzen marinierten. Das Fleisch wurde während des Grillens mit Butter bestrichen und anschließend mit Chutneys aus Minze und Zwiebeln und Raita, einem erfrischenden Joghurt-Dip, serviert.
Das mag sich alles sehr kompliziert anhören, und das ist es auch, aber Sie sollten sich davon nicht einschüchtern lassen. Beim Lesen der Kapitel in diesem Buch lernen Sie alles Wissenswerte über Rubs und Gewürze, Marinaden und Mopps, Glazes und Finishing Sauces, Barbecuesaucen, Relishes und Chutneys. Sie werden einigen der besten Grillmeister begegnen und lernen, wie diese die Rubs, Marinaden und Saucen verwenden, um ein großartiges Barbecue zuzubereiten.
Sie werden in diesem Buch nicht nur tolle Rezepte, sondern auch Anregungen für eigene außergewöhnliche Kreationen finden. Denn das Ziel des Buches ist es, aus Ihnen, liebe Leserschaft, selbstsichere und kreative Griller zu machen.
Einige grundlegende Definitionen
Dieses Buch ist in sieben große Kapitel unterteilt: ein Kapitel für jede geschmacksgewaltige Komponente, die ein großartiges Barbecue ausmacht. Zusätzlich beinhalten die Kapitel Informationen zur Warenkunde, Anleitungen und Erläuterungen. Hier ist ein kurzer Überblick in der Reihenfolge, in der die einzelnen Komponenten beim Grillvorgang verwendet werden, sowie weitere grundlegende Definitionen. Bitte beachten Sie, dass sich einige Kategorien überschneiden können: Zum Beispiel sind alle Wet-Rubs Marinaden, aber nicht alle Marinaden sind auch Wet-Rubs.
Gewürzsalze: Dies sind Mischungen aus Salz und Gewürzen, die man zum Würzen von Speisen vor und während des Grillens verwendet. Diese Würzmischungen unterscheiden sich von Rubs insofern, als dass das Salz immer die primäre Geschmacksgrundlage bildet und das sie kurz vor und/oder während der Zubereitung verwendet werden.
Rubs: Dies sind Mixturen aus Gewürzen, Kräutern, Gewürzsalzen und oft auch Zucker, die dazu dienen, dem Fleisch einen Grundgeschmack zu verleihen, es aber nicht richtig würzen. Das Fleisch wird ein paar Stunden vor der Zubereitung mit dem Rub eingerieben, sodass es genug Zeit hat, sich mit dem Fleisch zu verbinden. Rubs fördern auch eine Krustenbildung.
Dry-Rubs: Diese enthalten nur trockene Zutaten. Sie werden wie ein Pulver über das Grillgut gestreut.
Wet-Rubs: Diese Pasten werden aus trockenen Gewürzmischungen und einer flüssigen Zutat wie Wasser, Öl oder Joghurt hergestellt. Diese oft auch als Gewürzpaste bezeichnete Mixtur wird auf das Fleisch aufgetragen und wirkt ähnlich wie eine Marinade.
Marinaden: Das sind flüssige Würzmischungen – eine Mischung aus Kräutern, Gewürzen, geschmacksintensiven Gemüsesorten (wie Knoblauch, Zwiebeln und Peperoni) und aromatischen Flüssigkeiten (wie Olivenöl, Zitronensaft, Essig und Joghurt). Das Wichtigste an einer Marinade ist, dass sie flüssig ist, denn beim Marinieren nimmt das Fleisch den Geschmack über die Flüssigkeit auf. Marinaden haben noch weitere positive Auswirkungen auf das Fleisch als nur die reine Geschmacksgebung: Die Säuren (Wein, Limettensaft, Essig) machen das Fleisch zart, indem sie die Muskelfasern zersetzen, und das Öl und die anderen flüssigen Zutaten bewahren das Fleisch beim Garen vor dem Austrocknen. Daher passen Marinaden besonders gut zu fettarmen, trockeneren Fleischsorten wie Hühnerbrust und Wild.

Cures: Spezielle Marinaden mit einem hohen Salzgehalt. Das Salz „pökelt“ das Fleisch, indem es ihm Feuchtigkeit entzieht. Es gibt dem Ganzen außerdem einen salzigen Beigeschmack.
Mopps: Flüssigkeiten, die während des Garvorgangs hinzugefügt werden, nennt man auch Mopps. Sie erhalten die Feuchtigkeit im Fleisch und fördern die Entstehung einer leckeren Kruste während des Grillvorgangs. Ein Mopp kann einfach nur aus Apfelsaft bestehen, der während des Grillvorgangs mit einer Sprühflasche auf die Ribs gesprüht wird, oder so aufwendig wie die Zitronen-Safran-Butter, die von iranischen Grillbegeisterten auf Fleischspieße gepinselt wird. Mopps enthalten oft Fett (z. B. Olivenöl oder geschmolzene Butter), wodurch das Fleisch schön saftig bleibt.
Aromatisierte Öle: Diese mit Aromen angereicherten Öle, die man oft zum Moppen verwendet, können ebenfalls als Marinaden oder Saucen dienen oder dekorativ aufgesprüht werden.
Glazes: Sie ähneln den Mopps insofern, als dass sie ebenfalls während des Garvorgangs mit einem Pinsel aufgetragen werden. Jedoch setzt man sie erst gegen Ende der Garzeit ein, um dem Grillgut einen glänzenden Überzug zu geben. Die meisten Glazes enthalten Zucker, der beim Kochen karamellisiert und eine süße, geschmacksintensive Kruste erzeugt.
Finishing Sauces: Sie sind eine absolut amerikanische Erfindung und werden ebenfalls erst am Ende der Garzeit oder kurz vor dem Servieren auf das Fleisch gepinselt, damit es bis zum Servieren saftig und schmackhaft bleibt. Finishing Sauces werden vorwiegend bei Grillwettbewerben verwendet, die das Fleisch bis zur Beurteilung durch die Juroren saftig halten sollen.
Barbecuesaucen: Für viele Menschen ist ein Barbecue ohne Barbecuesaucen kein richtiges Barbecue. Allein in den USA gibt es mehr als 750 Marken und Fertigprodukte und buchstäblich Dutzende von regionalen Varianten. Barbecuesaucen gibt es von der süßen, roten, rauchigen Kansas-City-Sauce über die säuerlichen Essigsaucen aus North Carolina bis hin zu den weißen Saucen auf Mayonnaisenbasis, die man in Alabama so liebt. Wie bei den italienischen Nudelsaucen, die jeweils am besten mit bestimmten Nudelsorten schmecken, zeigen sich auch bei Fleischsorten und Barbecuesaucen gewisse Affinitäten: Die scharfe Senfsauce aus South Carolina neutralisiert den Fettgeschmack eines gegrillten Schweinenackens. Die wässrige Konsistenz der Essigsauce aus North Carolina gewährleistet, dass die Sauce gänzlich von dem in dieser Region so beliebten Pulled Pork absorbiert wird. Dieses Buch enthält ein ganzes Kapitel über amerikanische Barbecuesaucen und ein weiteres Kapitel über bekannte und beliebte Barbecuesaucen aus der ganzen Welt.
Slather Sauces: Diese mit allen Fleischsorten kombinierbaren Saucen enthalten eine große Zahl von Gewürzen und werden vor dem Servieren dick auf das Grillgut aufgetragen. Slather Sauces sind Ketchup und Senf, genau wie Aioli (eine mediterrane Knoblauchmayonnaise) und Romesco (eine spanische Sauce aus geröstetem Gemüse und Nüssen). Slather Sauces sind im Allgemeinen dickflüssiger als konventionelle Barbecuesaucen (mit Ausnahme von Ketchup). Viele enthalten Eier, Öl oder Sahne, wie zum Beispiel Sauce tartare, Sauce béarnaise oder Meerrettichsauce.
Dips: Saucen, in die man das Grillgut tunken kann. Thailändische Erdnusssaucen sowie kambodschanische Barbecuesaucen sind zwei Beispiele für tolle Dips. Obwohl man Dips in vielen Teilen der Welt findet, kommen sie ursprünglich aus Südostasien. Das kann man nachvollziehen, wenn man bedenkt, dass in Asien winzige Spieße mit hauchdünnen Fleischscheiben, die sich hervorragend zum Dippen eignen, als Barbecue durchgehen.
Würzsaucen: Salsas, Relishes, Sambals, Chutneys und andere stark gewürzte Begleiter werden traditionell zum Barbecue gereicht. Häufig ist die Konsistenz von Würzsaucen zu fest, um als Sauce im eigentlichen Sinne zu gelten. Sie werden löffelweise zu gegrilltem Fleisch oder Fisch serviert. Speziell in Mexiko, Indien und Asien rundet ihr wunderbarer Geschmack das Barbecue fantastisch ab.
Salsa: Diese feurig-scharfe mexikanische Sauce ist südlich der US-Grenzen einer der beliebtesten Begleiter zum Barbecue. Mexikanische Salsas gibt es in vielfältigen Varianten – von den einfachen frischen Salsas im Norden Mexikos bis zu den kräftigen Salsas aus gerösteten Chilis und Gemüse aus Oaxaca und Yucatán. Viele der neuen fruchtigen Varianten in Amerika wurden von mexikanischen Salsas inspiriert, durch angesagte Köche in trendigen Restaurants bekannt gemacht und zu einfachen Grillgerichten mit Geflügel und Meeresfrüchten serviert.
Relish: Diese Mischung aus Gemüse oder Früchten enthält üblicherweise kleinere Stückchen, die oft sauer eingelegt oder mit Essig und Zucker gewürzt wurden. Die natürliche Schärfe des Essigs oder des Limettensafts in einem Relish intensiviert den Rauchgeschmack des Grillguts.
Chutney: Eine kräftige, pikante Sauce aus reifen Früchten und Kräutern, die mit Chilischoten und anderen Gewürzen abgeschmeckt wird. Chutneys kommen ursprünglich aus Indien, wo sie traditionell zu Currys, Eintöpfen und Reisgerichten serviert werden. Erst die „jungen Wilden“ der neuen amerikanischen Küche brachten diese Sauce mit gewöhnlichem Grillgut bei einem klassischen Barbecue zusammen. Sie werden staunen, was ein Chutney aus einem einfachen Lachssteak oder einer Hühnerbrust machen kann.
Über die Rezepte in diesem Buch
Die Rezepte in diesem Buch stammen aus sehr vielen verschiedenen Quellen. Viele sind traditionelle Rezepte, die über Jahre und manchmal auch über Jahrhunderte perfektioniert wurden. Es wäre schier unmöglich, ihren Urheber festzustellen. Andere habe ich während meiner dreijährigen Weltreise auf den Spuren des Barbecues gesammelt. Man kann, glaube ich, sagen, dass viele der Rezepte aus meiner Feder stammen, obwohl man in der Welt des Barbecues, wie auch in der Welt der Mathematik, eigentlich immer unter dem Einfluss der gesammelten Eindrücke steht. Andere wurden von Familienangehörigen und Freunden kreiert. Jake Klein, mein Stiefsohn, ein begnadeter Koch und vollendeter Pitboss, beteiligte sich mit so viel Begeisterung an diesem Projekt, dass diese nur von seiner Liebe zum Geschmack übertroffen wurde. Jake managte meine Testküche und brachte Dutzende guter Ideen in dieses Buch mit ein.
Andere Rezepte stammen von sehr bekannten Pitbossen, Grilljockeys und Köchen aus dem ganzen Land. Im Laufe der letzten Jahre habe ich an unzähligen Barbecue-Festivals teilgenommen, u. a. „Memphis in May“, „Kansas City Royal“ und „The Jack Daniel’s Invitational“. Dabei habe ich eine Menge Freunde im Kreise der Barbecue-Wettkämpfer gefunden und viele haben mir netterweise die Rezepte ihrer preisgekrönten Rubs und Saucen zur Verfügung gestellt.
Während ich durch das Land reiste und Werbung für das Kochen auf offenem Feuer machte, konnte ich bei vielen meiner klassisch ausgebildeten Kochkollegen Interesse am Barbecue wecken. Ich habe sogar solche Größen der zeitgenössischen Küche wie Charlie Trotter und Thomas Keller gebeten, Barbecuesaucen-Rezepte für dieses Buch zu kreieren. Ich glaube, Sie werden über das Angebot an Gourmet-Barbecuesaucen erstaunt sein, die hier zum ersten Mal von einigen der bekanntesten Köche Amerikas vorgestellt werden.
Aber von wem oder woher ich auch immer ein Rezept bekomme, es wird immer erst in meiner Testküche ausprobiert. Ich versuche es so originalgetreu wie möglich zuzubereiten, aber niemals auf Kosten des Geschmacks.

Auf den folgenden Seiten finden Sie das Ergebnis meiner Sammlung – über 200 Rezepte für Rubs, Gewürzpasten, Marinaden, Barbecuesaucen, Ketchups, Senfsorten, Salsas, Chutneys, Relishes – kurz gesagt: jede Art von Würzmittel, das Sie für die Zubereitung und den Genuss eines perfekten Barbecues benötigen. Sie können sie einzeln oder in unterschiedlichen Kombinationen, zu den von mir vorgeschlagenen Gerichten oder ganz nach Ihren eigenen Vorstellungen verwenden.
Ich habe versucht, für jeden etwas anzubieten: einfache Saucen und Würzmischungen für Einsteiger, professionelle Zubereitungen für Experten, klassische Rubs und Barbecuesaucen für Traditionalisten und USA-Liebhaber, innovative Geschmackskombinationen für Experimentierfreudige, Bodenständiges für den grundsoliden Barbecue-Fan und absolut exotische und authentische Zubereitungen für kulinarische Globetrotter.
Außerdem habe ich einige Rezepte für komplette Gerichte hinzugefügt, für die man die Saucen, Gewürze und Würzpasten aus diesem Buch benötigt.
Es gibt zwei Arten, dieses Buch zu verwenden: Entweder lesen Sie es von vorne bis hinten durch oder Sie blättern nach dem Zufallsprinzip durch das Buch und markieren sich die Rezepte oder machen sich Randnotizen. Falls Sie eine bestimmte Zutat gerade nicht vorrätig haben, experimentieren Sie doch einfach mit einer anderen. Denn: Es gibt keine Fehler in der Küche, nur ein neues Rezept, das auf seine Entdeckung wartet! Manchmal entstehen die besten Gerichte, wenn Sie Ihren Ideen freien Lauf lassen.
Vor allem soll es Ihnen Spaß machen! Grillen ist keine Sache des Verstandes.
