Buch lesen: "Delirium: Erotische Novelle"
Sandra Norrbin
Delirium: Erotische Novelle
LUST
Delirium
Original:
Delirium
Übersetzer: Mareike Zoege Copyright © 2019, 2019 Sandra Norrbin und LUST All rights reserved ISBN: 9788726305166
1. E-book Auflage, 2019
Format: EPUB 2.0
Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.
Delirium: Erotische Novelle
Es war kurz nach sieben, als Sofia das Catalunya betrat. Sie war ein bisschen zu dünn angezogen für das kühle Herbstwetter, aber hatte noch keine Lust, den Wollmantel herauszuholen. Sie war noch nie hier gewesen und blieb im Eingang stehen, um sich in dem Lokal umzuschauen. Das Restaurant war nicht besonders groß. „Intim“ hätte ein Restaurantkritiker geschrieben, dachte Sofie, machte ihre Jacke auf und ging hinein.
Direkt am Eingang standen ein kleiner, dunkler Holztisch mit den Tapas- und Weintipps des Abends und eine Bank, die wohl bequemer war, als sie aussah. Im nächsten Raum befand sich die Bar und gleich rechts war der Essraum mit etwa zehn Tischen, mehr nicht. Sie war früh dran und es waren nur ein paar einzelne Gäste da. Bisher war die Bedienung den Gästen in Überzahl.
Mit ein paar Schritten hatte Sofie die Bar erreicht und ließ sich an einem Ende des dunklen Bartresens nieder. Die Jacke hängte sie über den Barstuhl neben sich und ohne, dass sie es bemerkte, hatte der Bartender ein Glas vor ihr abgestellt. Er goss ihr einen Cava ein.
„ Aber ich habe doch nichts bestellt?“, protestierte Sofie.
„ Ein Glas Cava brauchen alle“, sagte der Bartender und lächelte ihr zu, bevor er zum Restaurant hinübersah.
„ Auch wahr“, lächelte Sofie und bedankte sich.
Sie warf einen Blick auf die Uhr und nippte an dem Sekt. Sie wusste nicht, was Johan für heute Abend für sie beide geplant hatte, und die Nachricht, die er ihr geschickt hatte, hatte auch nichts angedeutet. Sicher war nur, dass sie ihn treffen wollte. Ihn wiedersehen musste. Unbedingt.
Bei der Erinnerung an seinen Penis wurde ihr heiß. Sie wollte mehr davon haben. Mehr von ihm.
„ Ist der Sekt gut?“
Eine Männerstimme unterbrach ihre Überlegungen und einen Moment lang fragte sie sich, ob ihr anzusehen war, woran sie dachte.
„ Ja, absolut, aber ich warte auf jemanden“, antwortete sie und legte die Hand auf den Barhocker, auf den der Mann sich setzen wollte.
„ Johan?“, fragte er mit einem entspannten Lächeln.
Sofie runzelte die Stirn.
„ Ja, woher wissen Sie das?“, fragte sie erstaunt.
„ Johan ist ein guter Freund von mir. Er ist ein bisschen spät dran, aber hat mich gebeten, dir solang Gesellschaft zu leisten“, antwortete der Mann und nahm ihre Hand von dem Hocker.
Er nickte dem Bartender zu und bat um Nachschank für Sofie und ein Glas Rioja für sich. Er hob das Glas und wandte sich ihr zu.
„ Auf neue Bekanntschaften“, sagte er und lächelte entwaffnend.
Sofie nippte an ihrem Sekt, lächelte dem Mann zu und versuchte, ihre Nervosität abzuschütteln.
„ Entschuldige, ich habe ganz vergessen, mich vorzustellen“, sagte er. „Viktor heiße ich.“
Sofie schüttelte ihm die Hand. Sein Handgriff war fest, aber die Hände waren weich. Sofie überlegte kurz, als was er wohl arbeitete, wo seine Hände so weich blieben. Er musste in Johans Alter sein, vielleicht ein Jahr älter. Sein Haar hatte ein paar graue Nuancen, was ihm aber gut stand und seine stahlgrauen Augen unterstrich.
Sofie hatte kaum Zeit gehabt, ihren Sekt zu trinken, als eine Kellnerin auf sie zu kam.
„ Ihr Tisch steht bereit“, sagte sie und wandte sich an Sofie. „Soll ich Ihre Jacke nehmen?“,
Sofie sah Viktor fragend an.
„ Danke, das wäre sehr nett“, sagte er zu der Kellnerin, bevor er sich Sofie zuwandte. „Ich habe Johan versprochen, dafür zu sorgen, dass du etwas zu Essen in den Bauch bekommst“, sagte er.
„ Wird er kommen?“, fragte Sofie, ohne dass sie die Antwort eigentlich wissen wollte.
„ Natürlich“, antwortete Viktor ungezwungen. „Ich bin nur für ein Weilchen sein Stand-in. Du brauchst natürlich nicht zu bleiben, aber Johan hat mich gebeten, dir Gesellschaft zu leisten, bis er kommt. Es sollte nicht lange dauern.“
Sofie zögerte kurz, aber nahm die Hand, die Viktor ihr hinhielt, und folgte ihm zum Tisch. Viktor hatte dieselbe aufmerksame Art wie Johan und sie konnte sich in seiner Gegenwart schnell entspannen. Er plauderte ungezwungen und brachte sie mehrmals zum Lachen. Würde sie nicht auf Johan warten, wäre das hier ein mehr als gelungenes Date gewesen.
Die kostenlose Leseprobe ist beendet.