Buch lesen: "Unter dem karierten Flanellhemd: Erotische Novelle"
Malin Edholm
Unter dem karierten Flanellhemd: Erotische Novelle
Gertrud Schwarz
Lust
Unter dem karierten Flanellhemd: Erotische NovelleÜbersetzerin Gertrud Schwarz Original Under den rutiga flanellskjortan Coverbild / Illustration: Shutterstock Copyright © 2019, 2020 Malin Edholm und LUST All rights reserved ISBN: 9788726312713
1. Ebook-Auflage, 2020
Format: EPUB 2.0
Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.
Emelie und Tina sitzen in einer dunklen Bar in Kanada, als Emelie der große, muskulöse Glenn im Flanellhemd auffällt. Sie wird umgehend von seinem Aussehen in den Bann gezogen. Es ist, als wäre das Objekt ihrer besten Sexträume direkt aus ihrer Fantasie in die düstere Bar getreten. Seine reine Anwesenheit lässt ihr Hirn alles andere im Raum vergessen und sie kann nur noch an Sex denken. Sie hätte es wirklich dringend nötig, heute Abend von einem richtigen Mann genommen zu werden. Es steht fest – Glenn will sie haben und es fühlt sich an, als ob niemand sie aufhalten kann. … Ist Glenn wirklich alles, wovon sie geträumt und worauf sie gehofft hat?
„Unter dem karierten Flanellhemd“ ist eine feministische, erotische Kurzgeschichte.
Keywords: erotik, sex, lust, begierde, kanada, sinnlich, hetero, frau, mann, flanell, holzfäller, feministisch
Unter dem karierten Flanellhemd
Written by: Malin Edholm
Translated by: Gertrud Schwarz
Original title: Under den rutiga flanellskjortan
LUST
„Weißt du, wer das ist?“
„Hm, was, wer?“
„Der da. Der Schrank, der da drüben steht, in den ich gerade reingerannt bin. Fühlte sich wie eine Steinmauer an! Das ist mir so peinlich!“ Tina lacht sie unbeschwert an und wartet geduldig auf eine Antwort.
„Du bist so krass! Obwohl, das wusste ich eigentlich. Das ist Glenn, er arbeitet im Krankenhaus.“
„Ist er Arzt?“
„Nein, Krankenpfleger.“
Emelies Telefon plingt und sie nimmt es in die Hand, um nachzusehen.
„Okay … Dieses Tinder besteht darauf, mir ständig Nachrichten zu schicken. ‚Du hast ein Superlike bekommen‘ … Ja, und? Es ist doch eh nie etwas Seriöses an einem, der jemanden ‚superliket‘!“
„Ich mache das die ganze Zeit!“
Emelie lacht über Tinas knuffige Art, ehe sie sie mit auf die Tanzfläche zieht.
„Klar machst du das! Komm, wir tanzen!“
Um sie herum sitzen die meisten und unterhalten sich, nur wenige Gäste tanzen. Die Bar ist dunkel und so eingerichtet, dass die Details aus Holz hervorgehoben werden. Schwarzweiße Fotos an den Wänden, die von der Geschichte der Bergarbeiterstadt erzählen, in die viele im 19. und frühen 20. Jahrhundert kamen, um Gold zu suchen. Die Bilder zeigen vor allem die ursprüngliche Bevölkerung, vor allem Tlingit, die schon lange vor den Europäern in der Stadt gewohnt haben. Die Bar gehört einer Tlingitfamilie, der auch die Buchhandlung gehört, in der sie und Tina viel zu viel Geld ausgegeben haben. Aber das fühlt sich in Ordnung an, weil das Geld an Juristen und die Leute geht, die das First-Nations-Besitzrecht in der Gegend wieder einführen wollen. Die Atmosphäre in der Bar ist entspannt und Emelie ist froh, dass sie trotzdem hergekommen sind, obwohl es die falsche Saison für Schlittenrennen und Nordlichter ist.
Die Bar ist sehr gemütlich und es gibt viele Winkel, in denen man sich ungestört unterhalten kann. Etwas weiter weg sind auch ein Shuffleboard und eine Dartscheibe. Emelie und Tina hüpfen zu dem dröhnenden Bass. Emelie freut sich über ihre Kurzhaarfrisur, mit der sie springen und den Kopf schütteln kann, ohne dass eine Haarsträhne in ihrem Mund landet. Das nächste Lied ist ein spanischer Hit und die wenigen Personen um sie herum fangen an, Salsa zu tanzen, oder versuchen es zumindest.
Emelie ahmt steif Tinas rollende Hüften nach und findet nach einer Weile den Takt. Sie tanzen sich durstig und lassen sich schließlich mit je einem Bier an einen Tisch fallen.
Emelie blickt auf die Menschen um sie herum, die dasitzen und mit ihren Freunden reden. „Verdammt, könnten nicht mehr Leute auf der Tanzfläche sein? Dass man jemandem zum Tanzen gehabt hätte … Ich hätte jetzt echt Lust auf ein bisschen Engtanz.“
„Ich weiß. Du brauchst ein gutes Date, ehe du ganz aufgibst. Ich kann dir ansehen, dass du Sex brauchst!“
„Ist das so deutlich?“
„Du scannst den Raum, als wärst du ein Jäger im Wald oder sowas.“ Tina lacht. „Wer ist deine nächste Beute?“
„Du hast recht, es ist zu lange her. Jetzt würde mir sogar schon ein schwerer Körper an meinem reichen, und dass mich jemand anders als ich selbst anfasst.“
„Na, das stimmt nicht ganz, und das weißt du. Du brauchst guten Sex. Du brauchst jemanden, der versteht, was du willst und es dir gibt. Du brauchst multiple Orgasmen oder wie das heißt. Das brauchst du.“
„Auch wahr. Verdammt, wie schwierig das sein kann. Dass das Singleleben lustig ist, ist der größte Witz der Weltgeschichte.“
Tina bestellt an der Bar noch ein Bier. Als sie zurückkommt, wedelt sie mit der Hand vor Emelies Gesicht.
„Hallo, jemand zu Hause?“
„Er ist so groß und breit … so maskulin und behaart. Ich will zu ihm und seinen Bart anfassen. Wäre das unverschämt?“
Die kostenlose Leseprobe ist beendet.