Buch lesen: "Vom Anfang und Ende der Schizophrenie"
Der Autor

Prof. Dr. med. Ludger Tebartz van Elst ist Neurowissenschaftler, Professor für Psychiatrie und Psychotherapie, stellv. Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Freiburg. Er studierte Medizin und Philosophie an den Universitäten Freiburg im Breisgau, Manchester (UK), New York (NYU/USA) und Zürich. Die Weiterbildung erfolgte in den Fächern Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie an den Universitäten Freiburg, Abteilung für Neurologie, Institute of Neurology, University College London/UK und Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. Nach dem Facharzt in Psychiatrie und Psychotherapie habilitierte er sich im Fach Psychiatrie und Psychotherapie.
Seine klinischen Interessen gelten vor allem der Neurobiologie und Psychotherapie der Entwicklungsstörungen (Autismus, ADHS, Tic-Störungen, Intelligenzminderungen) sowie der organischen (Epilepsie und Psyche) und schizophrenen Syndrome. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Differenzialdiagnose, Neurobiologie und differenzielle Therapie der Entwicklungsstörungen (Autismus, ADHS, Tic-Störungen) und der organischen Differenzialdiagnostik und differenziellen Therapie affektiver, psychotischer und schizophrener Syndrome. Seine methodischen Schwerpunkte stellen dabei die Hirnbildgebung, Neuroimmunologie, Sehforschung und visuelle Elektrophysiologie dar.
Er ist Autor von über 210 englischsprachigen Fachpublikationen und 45 Buchkapiteln und Büchern darunter zwölf Monografien bzw. Herausgeberwerken. Er ist Leiter des Forschungsnetzwerks Freiburg Brain Imaging (FBI) und Vorsitzender des Referats Neuropsychiatrie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).
Neben seinen klinischen und neurowissenschaftlichen Tätigkeiten beschäftigt er sich seit seinem Studium mit erkenntnistheoretischen und medizintheoretischen Fragen sowie Themen der Philosophie des Geistes und hat dazu bislang drei Monografien vorgelegt.
Ludger Tebartz van Elst
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Pharmakologische Daten, d. h. u. a. Angaben von Medikamenten, ihren Dosierungen und Applikationen, verändern sich fortlaufend durch klinische Erfahrung, pharmakologische Forschung und Änderung von Produktionsverfahren. Verlag und Autor haben große Sorgfalt darauf gelegt, dass alle in diesem Buch gemachten Angaben dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Da jedoch die Medizin als Wissenschaft ständig im Fluss ist, da menschliche Irrtümer und Druckfehler nie völlig auszuschließen sind, können Verlag und Autoren hierfür jedoch keine Gewähr und Haftung übernehmen. Jeder Benutzer ist daher dringend angehalten, die gemachten Angaben, insbesondere in Hinsicht auf Arzneimittelnamen, enthaltene Wirkstoffe, spezifische Anwendungsbereiche und Dosierungen anhand des Medikamentenbeipackzettels und der entsprechenden Fachinformationen zu überprüfen und in eigener Verantwortung im Bereich der Patientenversorgung zu handeln. Aufgrund der Auswahl häufig angewendeter Arzneimittel besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen und sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.
Es konnten nicht alle Rechtsinhaber von Abbildungen ermittelt werden. Sollte dem Verlag gegenüber der Nachweis der Rechtsinhaberschaft geführt werden, wird das branchenübliche Honorar nachträglich gezahlt.
Dieses Werk enthält Hinweise/Links zu externen Websites Dritter, auf deren Inhalt der Verlag keinen Einfluss hat und die der Haftung der jeweiligen Seitenanbieter oder -betreiber unterliegen. Zum Zeitpunkt der Verlinkung wurden die externen Websites auf mögliche Rechtverstöße überprüft und dabei keine Rechtsverletzung festgestellt. Ohne konkrete Hinweise auf eine solche Rechtsverletzung ist eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten nicht zumutbar. Sollten jedoch Rechtverletzungen bekannt werden, werden die betroffenen externen Links unverzüglich entfernt.
2., erweiterte und überarbeitete Auflage 2022
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-040672-8
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-040673-5
epub: ISBN 978-3-17-040674-2
Abkürzungsverzeichnis und Glossar
| Achondroplasie | monogenetische Erkrankung, die zu verfrühtem Schluss der Wachstumsfugen und in der Folge zu Zwergenwuchs bei normaler Intelligenz führt |
| ADHS | Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung |
| AIP | akute intermittierende Porphyrie, erbliche Stoffwechselerkrankung des Hämoglobinabbaus, die auch zu schizophrenen Syndromen führen kann |
| AK | Antikörper, plural: AKs |
| Akromegalie | endokrinologische Erkrankung, bei der ein gutartiger Tumor der Hypophyse vermehrt Wachstumshormon ausschüttet, was zu Riesenwuchs führt |
| Allel | genetischer Begriff: Gene liegen im Allgemeinen in doppelter Ausführung vor, man spricht von zwei Allelen. Die beiden Allele können sich im Detail unterscheiden, ohne dass eine Variante immer als zwingend besser oder gesünder beschrieben werden kann |
| AMPA-R | a-Amino-3-Hydroxy-5-Methyl-4-Isoxazolpropionsäure (= Acid) Rezeptor, wichtiger und häufiger Glutamat-Rezeptor im Gehirn |
| ANA | antinukleäre Antikörper, Antikörper gegen Bestandteile des Zellkerns, deren Konzentration bei unterschiedlichen Autoimmunerkrankungen unspezifisch erhöht ist |
| Anhedonie | aus dem Griechischen: ἀυ, lateinisch an = nicht und griechisch: ήδoνή, lateinisch: hedoné = Lust; die fehlende oder verminderte Fähigkeit Freude und Lust zu empfinden |
| APA | American Psychiatric Association |
| Arthralgien | Gelenkschmerzen |
| Asphyxie | aus dem Griechischen: ἀσφυξία, lateinisch asphyxia, zu Deutsch: »das Fehlen des Pulsschlages«; Minderversorgung mit Sauerstoff |
| ASS | Autismus-Spektrum-Störung |
| Ätiologie | Erstursache einer Krankheit oder eines Symptoms |
| Atrophie | aus dem Griechischen: ἀτροφία, lateinisch: atrophia = Abmagerung, Nahrungsmangel, Verkümmerung; in der Medizin meist Volumenminderung |
| Belastungsdyspnoe | Luftnot bei Anstrengung z. B. Treppen steigen |
| Blickparese | Augenbewegungsstörung beim Blick nach oben, unten, rechts oder links |
| CCT | Englisch: cranial computer tomography = kranielle Computer-Tomografie |
| Chorea Huntington | monogenetische Erbkrankheit, bei der es meist nach der 3. oder 4. Dekade zu überschießenden Bewegungsstörungen und im weiteren Verlauf zu einer Demenz kommt |
| CI | Englisch: confidence interval = Konfidenzintervall, Wert, der die Güte eines statistischen Mittelwerts angibt |
| CNV | Englisch: copy number variant = Begriff der eine strukturelle Anomalie eines Chromosoms nach dessen Teilung und Replikation beschreibt |
| Colitis | Darmentzündung |
| CSF | Englisch: cerebrospinal fluid = Liquor cerebrospinalis = Gehirnwasser |
| Dermatitis | Hautentzündung |
| Diathese | Griechisch: διάθεσις = diáthesis = Aufstellung, Zustand, Handlungsrichtung; in der Medizin eine Neigung oder Disposition zu einer Erkrankung; Veranlagung |
| Disapparieren | magische Fähigkeit sich aufgrund zauberischer Kräfte von einem zu anderen Ort ohne Verkehrsmittel zu bewegen, ähnlich dem Beamen in zukünftigen Zeiten, aber ohne technische Apparatur |
| Didaktik | die Wissenschaft des Lernens und Lehrens |
| diploid | genetischer Begriff: Gene liegen bei Menschen im Allgemeinen in zweifacher Ausführung vor (diploid). Nur bei Spermien oder in Eizellen liegen einfache (haploide) Chromosomensätze vor |
| Dopamin | wichtiger aktivierender Neurotransmitter, spielt große Rolle im Belohnungssystem des Gehirns |
| DSM | Englisch: diagnostic and statistical manual of mental disorders = Klassifikation psychischer Störungen der American Psychiatric Association; aktuelle Version 5 = DSM-5 |
| Dysgrafie | nicht-alters- und bildungsentsprechende auffällige Schwierigkeiten beim Lesen |
| Dyskalkuie | nicht-alters- und bildungsentsprechende auffällige Schwierigkeiten beim Rechnen |
| Dyskinesie | Bewegungsstörung |
| Dyslexie | nicht-alters- und bildungsentsprechende auffällige Schwierigkeiten beim Schreiben |
| Dysmorphie | diskrete Fehlgestaltung des Körpers z. B. mit tiefsitzenden Ohren, tiefliegenden oder weit auseinander liegenden Augen, Trichterbrust etc. |
| Dyspareunie | Schmerzen beim Geschlechtsverkehr |
| Dystonie | Bewegungsstörung mit unfreiwilligen Bewegungen meist mit vermehrter Muskelspannung |
| ED | Encephalomyelitis disseminata, auch MS = Multiple Sklerose genannt |
| EEG | Elektroenzephalografie = Hirnstromkurve |
| Enzephalitis | Gehirnentzündung |
| Enzephalopathie | Gehirnleiden; der Begriff bringt zum Ausdruck, dass ein psychisches Symptom nicht erlebnisreaktiv, sondern als Ausdruck einer Hirnerkrankung entstanden ist |
| Entwicklungs störungen | Sammelbegriff für Auffälligkeiten der individuellen Entwicklung, die schon im ersten Lebensjahrzehnt erkennbar werden v. a. Autismus, ADHS, Tic-Störungen |
| Epidemiologie | aus dem Griechischen von: ἐπἰ lateinisch: epi = über und Griechisch: δῆμος Lateinisch: demos = das Volk; die Lehre von der Verbreitung gesundheitlicher Zustände und Symptome in der Allgemeinbevölkerung |
| Etymologie | die Lehre von der Herkunft und Geschichte von Wörtern und Begriffen |
| Fazialisparese | Lähmung des motorischen Gesichtsnervs mit Auffälligkeiten der mimischen Muskulatur |
| FDG-PET | Fluoro-Desocyglukose-Positronen-Emmissions-Tomografie; nuklearmedizinische Untersuchung, die die Stoffwechselaktivität des Gehirns misst |
| FP-CIT-SPECT | 123I-N-ω-fluoropropyl-2ß-carbomethoxy-3ß-(4-iodophenyl)nortropane – Single-Photon-Emmissions-Computer-Tomografie; nuklearmedizinische Untersuchungsmethode bei Verdacht auf Parkinson-Syndrome |
| FLAIR | Englisch: fluid attenuated inversion recovery = eine bestimmte technische Art und Weise MRT-Bilder des Gehirns zu gewinnen. Dabei können v. a. entzündliche Läsionen des Gehirns gut beurteilt werden |
| GABA | Gamma-Amino-Buttersäure; wichtigster inhibitorischer (= hemmender) Neurotransmitter des Gehirns |
| Genotyp | die Summe der Erbanlagen und Gene eines Individuums |
| Glutamat | wichtigster exzitatorischer (= aktivierender) Neurotransmitter des Gehirns |
| GTS | Gilles-de-la-Tourette Syndrom = motorische und vokale Tics, die lange Anhalten und nicht willentlich unterdrückt werden können |
| Haploid | genetischer Begriff: Gene liegen bei Menschen im Allgemeinen in zweifacher Ausführung vor (diploid). Nur bei Spermien oder in Eizellen liegen einfache (haploide) Chromosomensätze vor |
| Haploinsuffizienz | genetischer Begriff: Gene liegen generell in doppelter Ausführung (diploid) vor. Wenn ein Gen mutiert und funktionsuntüchtig ist und die Funktionalität des anderen (dann haploiden) funktionsfähigen Gens nicht genügt, um den gesunden Phänotyp zu gewährleisten (Insuffizienz), spricht man von Haploinsuffizienz |
| Hashimoto | japanischer Eigenname, Erstbeschreiber der nach ihm benannten Hashimoto Schilddrüsenantikörper |
| heriditär | erblich |
| Homöostase | aus dem Griechischen: ὁμοιοστάσις = lateinisch: homoiostasis = Gleichstand; die Aufrechterhaltung eines stabilen Gleichgewichts zwischen verschiedenen einander widerstrebenden Stell- und Einflussgrößen |
| Horkrux | magisches Objekt im Roman »Harry Potter«, in dem der dunkle Lord ein Stück seiner abgespaltenen Seele aufbewahrt |
| Hyperglykämie | Überzuckerung |
| Hyperekplexia | verstärkte Schreckreaktion (auch startle reaction) |
| Hypoglykämie | Unterzuckerung |
| Hypothyreoidismus | Schilddrüsenunterfunktion |
| Hysterektomie | Entfernung der Gebärmutter |
| Iktual | aus dem Lateinischen: ictual auch ictal; ictus = der Schlag; iktale Phänomene entsprechen epileptischen Anfällen |
| ICD | international classification of diseases = internationale Klassifikation aller Krankheiten (aktuell 10. Version = ICD-10; bald ~ 2022 ICD-11) |
| idiopathisch | medizinisch-nosologischer Fachbegriff; ein Syndrom ohne erkennbare Ursache wird idiopathisch, manchmal auch essenziell genannt |
| Implikationen | oft nicht ausdrücklich ausformulierte Schlussfolgerungen |
| implizit | unausgesprochene, manchmal auch nur teilweise bewusste Folgerung |
| IRDA | intermittent rhythmic delta activity = ein pathologisches EEG Muster, welches unspezifisch auf eine zerebrale Funktionsstörung hinweist |
| Iridozyklitis | Entzündung der Regenbogenhaut und des Ziliarkörpers am Auge |
| i. v. | intravenös |
| kaukasisch | Englisch: caucasian; v. a. im englischen Sprachraum üblicher medizinischer Begriff der Menschen mit Abstammung aus dem europäisch-asiatischem Großraum mit heller Hautfarbe bezeichnet |
| Kataplexie | aus dem Griechischen: καταπλήσσειν; lateinisch: cataplexis = mit Furcht umstoßen; affektiver Tonusverlust; bei Freude oder Furcht kommt es zu einem Sturz, weil die Anspannung der Muskeln (Muskeltonus) nachlässt |
| Katalepsie | aus dem Griechischen: κατάληψις, lateinisch: katalepsis, zu deutsch: das Besetzen, Festhalten auch Starrsucht; eine neuropsychiatrische Auffälligkeit, bei der unbequeme und unnatürliche Körperhaltungen übermäßig lange beibehalten werden |
| Katatonie | aus dem Griechischen: κατά = von oben nach unten und τόνος = Spannung; neuropsychiatrisches Syndrom, bei dem die Anspannung der Muskeln unnatürlich groß ist und Bewegungen dadurch gehemmt werden |
| Koprolalie | unfreiwilliges Aussprechen von obszönen Wörtern oder Geräuschen |
| Kybernetik | die Wissenschaft von der Steuerung und Regelung komplexer Systeme wie Maschinen, Computern oder Organismen |
| LANI | Englisch: local area network inhibition = Modell zur Erklärung psychischer Symptome bei pathologischem EEG, aber ohne Epilepsie |
| Lebenszeitprävalenz | die Häufigkeit, in der ein Phänomen, z. B. Halluzinationen, wenigstens einmal im Leben auftritt |
| LGI1 Antikörper | Antikörper gegen ein synaptisches Protein, welches auf eine limbische Enzephalitis hinweisen kann |
| Linguistik | Sprachwissenschaft |
| Logorhoe | aus dem Griechischen: λόγος lateinisch: lógos, = das Wort und griechisch: rhéo, lateinisch: rheein = fließen; unangemessen sprudelnder Redefluss |
| Luria-Handkantentest | sogenannter Frontalhirn »bedside test«; Probanden müssen sequenziell die Tischplatte mit der Handkant, der Handfläche und der geschlossenen Faust so schnell wie möglich berühren. Bei Frontalhirnsyndromen wirkt die Bewegungssequenz verlangsamt und desorganisiert |
| Meningitis | Hirnhautentzündung |
| Menigoenzephalitis | Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns |
| Mikrodeletion | Gendefekt, bei dem ein kleines Stück der DNA verloren geht |
| Morbus | aus dem Lateinischen für Krankheit |
| MRT | Magnetresonanztomografie |
| MS | Multiple Sklerose auch ED = Enzephalomyelitis disseminata genannt |
| Mutismus | von Lateinisch: mutitas = die Stummheit; Zustand, in dem Menschen nicht mehr sprechen |
| Myalgien | Muskelschmerzen |
| Neuroborreliose | Infektion mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi nach Zeckenbiss, die auf das Gehirn übergreift und alle möglichen neuropsychiatrischen Symptome verursachen kann |
| Neurodermitis | autoimmunologische Systemerkrankung, die mit Hautentzündungen, aber auch anderen allergischen Reaktionen, insbesondere Asthma, einhergehen kann |
| Nihilismus | aus dem Lateinischen: nihil = nichts. Nichts gilt. Nichts wird gelten gelassen. Philosophische Sicht der Welt, nach der keine sinnvolle Erkenntnis möglich ist oder objektive Wirklichkeit und Ordnung erkennbar ist |
| NIMH | National Institute for Mental Health; führende Forschungsinstitution zu psychischen Störungen in den USA |
| NMDAR | N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptor = wichtiger und häufiger Glutamat-Rezeptor |
| NPC | Niemann-Pick-Typ-C-Erkrankung: monogenetische Erkrankung, bei der es aufgrund einer Fettstoffwechselstörung zu einer dann toxischen Speicherung von Fetten unter anderem im Nervengewebe kommt, sie kann schizophrene Syndrome verursachen |
| Nosologie | die Lehre von den Krankheiten |
| NSA | Nationale Sicherheitsbehörde der USA (national security agency) |
| olfaktorisch | den Geruchssinn betreffend |
| Ontogenese | Entwicklungsgeschichte eines Individuums |
| OR | odds ratio = wichtiger Begriff der statistischen Risikoberechnung |
| Palpitationen | Lateinisch: palpitare = zucken; Herzstolpern, Herzklopfen |
| Pathogenese | Ursächlichkeit einer Krankheit oder eines Symptoms, die aber nicht die Erstursache ist |
| Paroxysmaler Lagerungsschwindel | Erkrankung des Innenohrs, bei der sich Kristalle in den Bogengängen des Innenohrs einlagern/ablagern/befinden, die bei bestimmten Bewegungen zu Schwindelattacken führen |
| pars pro toto | rhethorische Figur; ein Teil steht für das Ganze, die Schizophrenie steht für die ganze Psychiatrie |
| PBG-D | Porphobilinogen-Desaminase, wichtiges Enzym beim Abbau des Hämoglobins |
| Phänotyp | das Aussehen bzw. die Eigenschaften eines Individuums, diese hängen vom u. a. Genotyp, aber auch von Umweltfaktoren ab |
| Phencyclidin | Angel Dust, Droge; starker Antagonist am glutamatergen NMDA-Rezeptor. Kann bei Gesunden schizophrene Psychosen auslösen |
| Phylogenese | Entwicklungsgeschichte einer Art |
| Plasmapherese | »Blutwäsche«, in einem Dialyse-artigen Verfahren wird das Blutplasma, in dem sich alle Antikörper und damit auch Autoantikörper befinden, aus dem Blut entfernt |
| Pleiotropie | aus dem Griechischen von πλείων, lateinisch: pleíon = mehr und τρόπος, lateinisch: trópos = Drehung; genetischer Begriff, der darauf hinweist, dass eine Mutation oder CNV verschiedene uneinheitliche Auswirkungen hervorrufen kann, gelegentlich wird auch der Begriff Polyphänie aus dem Griechischen für poly = viele und phainein = erscheinen, entsprechend vielfache Erscheinungen verwandt |
| Porphyrie | genetische Stoffwechselerkrankung des Hämoglobinabbaus, die durch Stress oder Medikamente getriggert werden kann und mit schizophrenen Syndromen einhergehen kann |
| Polyneuropathie | Erkrankung der peripheren Nerven, bei der es häufig zu Sensibilitätsstörungen v. a. an den Händen und Füßen und Muskelschwäche kommt |
| Polyspike Wave Komplex | epilepsietypisches Befundmuster im EEG |
| Pragmatik | Orientierung an situativer Angemessenheit und Nützlichkeit im Gegensatz zu Dogmatik, bei der Prinzipien unabhängig von konkreten situativen Rahmenbedingungen im Vordergrund stehen |
| Prävalenz | Häufigkeit |
| Prodom, prodromal | das einer Erkrankung vorangehende, schwer zu erkennende Stadium; von lateinisch: prodromus = Vorläufer |
| prokonvulsiv | epileptogen, Epilepsien fördernd |
| RDoC | Research Domain Criteria; ein Projekt des National Institute of Mental Health (NIMH) in den USA, bei dem das kategoriale Schizophrenie-Konzept in der Wissenschaft zugunsten von fünf dimensional verfassten psychischen Domänen aufgegeben wird |
| Reliabilität | Wiederholbarkeit, eine Messung ist reliabel, wenn bei wiederholten Messungen immer das gleiche Ergebnis herauskommt |
| Residuum, residual | aus dem Lateinischen: residuum = der Rest, das Zurückgebliebene; in der Medizin Restsymptome nach einer Krankheit |
| RR | relatives Risiko, wichtiger Begriff der statistischen Risikoberechnung |
| Salienz | Auffälligkeit; Begriff aus der Wahrnehmungspsychologie, der beschreibt, wie sehr ein Reiz vor anderen Hintergrund- oder Rahmenreizen heraussticht |
| Schnauzreflex | Frontalhirnzeichen; einem Patienten wird ein Holzspatel auf die geschlossenen Lippen gelegt und dieser wird dann angestoßen; bei kleinen Kindern und Erwachsenen mit Frontalhirnsyndromen kommt es daraufhin zu einer Schnauzbewegung, die als frontales Enthemmungszeichen gewertet wird |
| Semantik | sprachwissenschaftlicher Begriff: die Semantik ist die Lehre von den Bedeutungen von Wörtern und Begriffen |
| SHT | Schädel-Hirn-Trauma |
| SNP | Englisch: single nucleotide polymorphism = Kopierfehler bei der Replikation der DNA, bei der ein Basenpaar durch ein falsches ersetzt wird (= Punktmutation) |
| Splenomegalie | Milzvergrößerung |
| SREAT | Englisch: steroid responsive enzephalopathy with autoantibodies against the thyroidea; Steroid-responsive Enzephalopathie mit Autoantikörpern gegen die Schilddrüse |
| Stupor | Zustand, in dem ein Mensch wie eingefroren wirkt, kaum noch Initiative entwickelt, sich kaum noch bewegt und meist still und unbeweglich vor sich hinstarrt |
| SWC | Englisch: sharp wave complex; epilepsietypisches Befundmuster im EEG |
| Syntax | sprachwissenschaftlicher Begriff. Satzlehre. Die Syntax beschreibt die Regeln, nach denen aus Wörtern Sätze gemacht werden können |
| teratogen | aus dem Griechischen: τέρας, lateinisch teras = Ungeheuer; und γένεσις, lateinisch genesis = Entstehung; Substanzen wie Medikamente, Drogen, Viren oder Strahlungen sind teratogen, wenn sie Missbildungen der Kinder verursachen |
| Therapie | aus dem Altgriechischen: θεραπεία, lateinisch: therapeia, was so viel wie Dienst, Pflege, Heilung bedeutet |
| Thyreoiditis | Entzündung der Schilddrüse (Glandula thyreoidea) |
| Tics | kurze einschießende Bewegungen, v. a. der Gesichtsmuskulatur, bzw. Geräusche, die willentlich nicht vollständig kontrolliert werden können |
| TG | Thyreoglobulin: Schilddrüsenprotein gegen welches sich Antikörper (TG-AK) bilden können (einer der Hashimotoantikörper) |
| Titer | Messeinheit für Antikörperkonzentrationen |
| Torsionsdyskinesie | Bewegungsstörung in Form unfreiwilliger drehend schraubender Bewegungsmuster v. a. der Arme und Beine |
| TPO | Thyreoperoxidase: Schilddrüsenprotein, gegen welches sich Antikörper (TG-AK) bilden können (einer der Hashimotoantikörper) |
| TSH | Thyreoidea (= Schilddrüse) stimulierendes Hormon |
| Validität | Gültigkeit; eine Annahme ist valide, wenn sie wirklich beschreibt, was sie beschreiben will; die Validität einer Messung, Theorie oder Aussage kann nicht gemessen, sondern nur begründet werden |
| Varianz | Streubreite von Befunden oder Messwerten (z. B. Körpergrößen) |
| VG | Vorgeschichte |
| VGKC Antikörper | Antikörper gegen die Proteine der spannungsabhängigen Kaliumkanäle an Neuronen (voltage gated potassium channel antibodies), die auf eine limbische Enzephalitis hinweisen können |
| Vulnerabilität | Verletzlichkeit, Empfindlichkeit, Veranlagung |
| WHO | World Health Organisation = Weltgesundheitsorganisation |