Buch lesen: "Heiße Blicke: Erotische Novelle"
Lea Lind
Heiße Blicke: Erotische Novelle
Lust
Heiße Blicke: Erotische Novelle ÜbersetztKirsten Evers Original BeskuerenCopyright © 2018, 2019 Lea Lind und LUSTAll rights reservedISBN: 9788726202076
1. Ebook-Auflage, 2019
Format: EPUB 2.0
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Das Klicken der schwarzen Absätze auf den Pflastersteinen hallt durch die Straße, als ich um die Ecke biege und in die Seitenstraße gehe, in der Arif wohnt. Den ganzen Tag über habe ich mich auf diesen Moment gefreut. Innerlich bebend ziehe ich den Schlüssel aus der tiefen Tasche meines Trenchcoats und schließe auf.
Am liebsten möchte ich die Treppe hinaufrennen, aber ich beherrsche mich.
Im dritten Stock erwartet mich seine Wohnung. Hier duftet alles so gut nach ihm. Er ist wie ein exotisches Gewürz, dessen Duft mir nicht mehr aus der Nase weichen will.
Obwohl wir inzwischen schon seit mehreren Jahren ein Paar sind, wohnen wir nicht zusammen. Weder er noch ich haben das Bedürfnis dafür. Es ist perfekt, so wie es ist. Auch wenn das viele meiner Freundinnen nicht verstehen können.
"Will er etwa nicht?", fragen sie. Und sagen: "Männer halt, so sind die eben."
Sie verstehen nicht, dass ich dann eben auch so bin. Wie er. Weil Arif und ich unsere Bindung darin sehen, einander nicht einzusperren. Nicht, damit wir voreinander weglaufen. Sondern damit wir aus freien Stücken zusammen bleiben. Damit unsere Beziehung aus Lust und Liebe besteht, und nicht aus Zwang und Pflicht. Das haben wir schon zu oft bei anderen beobachtet. Es ist schwer zu erklären... vielleicht verstehe ich es selbst nicht so ganz. Aber meine Freundinnen verstehen es auf gar keinen Fall. Denn ich habe es ihnen auch nie wirklich zu erklären versucht. Ich schweige nur und lasse die gut gemeinten, aber vollkommen abwegigen Bemerkungen von mir abprallen. Ich weiß nämlich genau, wo ich mit Arif stehe. Und er weiß genau, wo er mit mir steht. Wir sind wie aus einem Holz geschnitzt, jeder von uns für immer ein Teil des anderen, nicht fähig, ohne einander zu leben - nicht willens, ohne den anderen zu leben. Aber ein bisschen extra Gewürz hat noch niemandem geschadet.
Blind suche ich den Lichtschalter. Schalte das Licht im Flur ein, öffne den Mantel und hänge ihn auf. Male gespannt meinen knallroten Lippenstift nach und zupfe an dem gepunkteten Vintagekleid mit dem tiefen Ausschnitt. Bleibe mit den Augen an meinem Spiegelbild hängen. Ich zittere vor Vorfreude darauf, mich wieder so sehen zu dürfen, wie Arif mich sieht. So, wie ich in Wirklichkeit bin. In all meinem Exhibitionismus.
Es begann während meines ersten Jahres an der Kunsthochschule. Lange, bevor Arif ein Teil von mir wurde. Ich besuchte einen offenen Workshop zum Thema Aktzeichnen.
Draußen vor den Fenstern rauschte der Herbst, als ich meinen Bleistift zur Hand nahm, meinen Blick ganz dem schönen Frauenkörper vor mir widmete und mein Bestes tat, um seinen rohen, nackten Ausdruck auf dem Zeichenpapier einzufangen.
In der Mittagspause lehnte sich Laura vertrauensvoll zu mir hinüber und flüsterte, während sie sich verstohlen über die Schulter blickte: "Hast du den Kerl in der Lederjacke gesehen? Der kann gar nicht aufhören, dich anzustarren."
Ich drehte den Kopf, ganz leicht. Versuchte einen Blick zu erhaschen, ohne dass die Lederjacke es bemerken würde. Aber das war unmöglich. Er folgte jeder meiner Bewegungen mit lauernder Gier.
Ich lächelte ihm schüchtern zu. Aber er verzog keine Mine.
"Ist der pervers oder was", sagte Laura. "Wir sind doch hier nicht in irgendeinem billigen Stripclub! Das soll doch Kunst sein..."
Das einzige, was ich registrierte, war, dass ich überhaupt nicht dachte, er sei pervers. Ganz und gar nicht. Und das überraschte mich etwas. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum ich einfach nur schnaubte und Laura verächtlich Recht gab. Und warum ich meinen Freundinnen bis heute nichts von Arifs und meinen Ausschweifungen erzähle. Ich bin ja schließlich gut erzogen worden.
Laura gab mir einen kleinen Stoß.
"Komm mit, wir gehen nochmal an die frische Luft, bevor es weitergeht", sagte sie.
Sie zog mich hinter sich her, während ich den Blick nicht von meinem Beobachter wenden konnte. Versuchte zu entschlüsseln, warum ich seinen Blick wie magisch anzog, und nicht die nackte Frau mitten im Raum? Was sah er in mir?
Die kostenlose Leseprobe ist beendet.