Buch lesen: "Do-it-yourself-Gedächtnispalast"
Do-it-yourself-Gedächtnispalast: Denken wie die alten Griechen und Sherlock Holmes – ein mentaler Spaziergang
1 Text und Umschlaggestaltung: © Laura Chrobok
2 Inhalt
3 – EDGAR ALLAN POE
4 Gedanken über das Vergessen
5 Am Beginn …
6 Ein Spaziergang!
7 Listen speichern
8 Mit gezählten Karten spielen – ein cooler Party-Gag und vielleicht wirklich nützlich ...
9 Ein kleiner Bonus: Namen, Sprachen, richtig lesen, Körpersprache lesen lernen
10 Anhang
11 – Vom Autor THINK LIKE SHERLOCK
Text und Umschlaggestaltung: © Laura Chrobok
Herausgeberin: Laura Chrobok
32825 Blomberg
Inhalt
Gedanken über das Vergessen
Am Beginn …
Nummern nie mehr vergessen: Ein Spaziergang!
Listen speichern
Mit gezählten Karten spielen
Ein kleiner Bonus:
Namen, Sprachen, richtig lesen, Körpersprache lesen lernen
Anhang
Nicht in der Erkenntnis liegt das Glück, sondern im Erwerben der Erkenntnis.
– EDGAR ALLAN POE
Nicht in der Erkenntnis liegt das Glück, sondern im Erwerben der Erkenntnis.
Gedanken über das Vergessen
Kennen Sie Carrie Walsh? Nein? Nicht schlimm, dennoch möchte ich sie hier kurz vorstellen.
Die fiktive Protagonistin der nicht allzu erfolgreichen US-Krimi-Serie „Unforgettable“ (dt.: „Unvergesslich“) hat das Hyperthymestische Syndrom; sie kann nichts und niemanden vergessen, mit dem sie selbst in Kontakt gekommen ist. Wie praktisch für eine Polizistin, möchte man meinen und sie selbst meint das wohl auch. Aber ist das wirklich so? Ist das wirklich wünschenswert? Schließlich kann das Vergessen auch ein Schutzmechanismus sein ...
Menschen wie Carrie gibt es wirklich, obwohl es nur sehr wenige sind. Deren episodisches Gedächtnis, ein Teil des Langzeitgedächtnisses, ist besonders stark entwickelt, wodurch es ihnen möglich ist, jeden Tag ihrer bewusst erlebten Vergangenheit detailliert nachzuvollziehen. Einige grübeln aber auch sehr viel über die Vergangenheit – vergeblich natürlich, da man Vergangenes bekanntermaßen nicht ändern kann – oder leiden unter zwanghaft und unkontrollierbar aufkommenden „Flashbacks“. Sie sind damit geboren worden und können nichts gegen das Super-Gedächtnis machen. Nicht einmal, wenn sie wollten.
Wenn es kein Fluch ist, kann das Vergessen ein Segen sein.
Welch eine bahnbrechende Erkenntnis … und dennoch wünschen sich viele „Normalos“ ein besseres Erinnerungsvermögen. Das wiederum ist beinahe schon leichter getan als gesagt.
Ich möchte nicht lange über die (zu) komplizierten Funktionsweisen des menschlichen Gehirns nachdenken, sondern prägnant – ja, einprägsam – schildern, wie ich, als Paradebeispiel eines Kognitiv-Normalos, dieses Ziel binnen weniger Minuten erreicht habe. Daher schreibe ich bewusst eher aus der Sicht einer Laborratte, denn beispielsweise der, einer Laborantin. Ich hoffe und bin mir ziemlich sicher, dass niemand befürchten muss, meinen Gedankengängen nicht folgen zu können.
Am Beginn …
... dieses kleinen Büchleins hätte ich gerne drei Männern gedankt, die mir die Motivation geliefert haben, mich überhaupt mit Mnemotechniken auseinanderzusetzen – ohne ihren Einfluss hätte dieses nicht sehr klangvolle Wort allein mich schon abgeschreckt.
Dieser Begriff ist ein altgriechisches Konstrukt aus den Worten für Erinnerung bzw. Gedächtnis und Kunst. Mnemotechnik heißt also Gedächtniskunst. Schön, geradezu poetisch.
Doch zwei der Männer, denen ich diese Erkenntnis indirekt verdanke, sind seit langem tot. Und … na ja … der dritte kann nicht sterben, da er nie gelebt hat. Als seriöse Inspirations- und Informationsquelle mögen diese Herren ein wenig seltsam anmuten, doch ich bin keine „Gelehrte“, sondern eine Frau, die sehr schnell, erfolgreich und mit großem Staunen über die Simplizität und gleichzeitige Effektivität ihrer Methoden gelernt hat, einen eigenen Gedächtnispalast aufzubauen. Ich möchte lediglich meine eigenen Beobachtungen und Erfahrungen schildern. Bezüglich eines Ortes, an dem man (zumindest theoretisch) jede erdenkliche Information speichern und sie bis in alle Ewigkeit zugänglich sowie unvergessen machen kann. Ich möchte Ihnen einige Kniffe verraten, die sich hoffentlich auch für Sie – ebenso, wie für mich im Selbstversuch – als äußerst praktikabel und grundsolide erweisen werden. Die Praxis erfordert schlicht regelmäßige Anwendung. Aus der Übung zu kommen, ist selten gut. Wie Sie vermutlich bemerkt haben, möchte ich jedoch nicht zu viel versprechen und gewisse Einschränkungen machen, da Menschen verschieden sind. Kein Hirn gleicht dem anderen, oder?
In einer Legende über die Entwicklung von Mnemotechniken, durch die ich mich veranlasst sah, ein wenig tiefergehende Recherchen anzustellen, heißt es, dass einst ein Poet namens Simonedes in Griechenland lebte. Eines Tages im Jahr 477 v. Chr. war er angeblich auf ein Bankett geladen, welches er vorzeitig verließ. Ein Glück für ihn, denn kurze Zeit nachdem er gegangen war, stürzte das Dach des Gebäudes ein, wodurch alle anwesenden Personen zu Tode kamen. Die Geschichte besagt weiter, dass die Leichen zu entstellt waren, um sie anhand äußerer Merkmale identifizieren zu können. Simonedes aber eilte zum Unglücksort zurück und identifizierte die Opfer unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Auffinde-Orte; er war in der Lage, sich zu erinnern, wer sich kurze Zeit vor dem Einsturz des Gebäudes wo befunden hatte.
Die kostenlose Leseprobe ist beendet.