Buch lesen: "Garteln ohne Garten"

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IMPRESSUM

Copyright © 2021 Cadmos Verlag GmbH, München
Konzeption & Fachredaktion: Ing. Veronika Schubert, www.medienbuero-garten.at
Lektorat: Ing. Barbara P. Meister MA, FachLektor.at
Covergestaltung, grafisches Konzept und Satz: Gerlinde Gröll, www.cadmos.de
Fotos am Umschlag: Ulrike Ploberger (Titelbild), Christoph Böhler (U4)
Illustrationen am Umschlag: ARTvektor, Polar_lights15, Lena L und Aluna1/Shutterstock.com
Wiederkehrende Illustrationen im Buchkern: Ian Millán-Ruiz; Polar_lights15 und ju.hrozian/Shutterstock.com
Druck: www.graspo.com
Deutsche Nationalbibliothek – CIP-Einheitsaufnahme
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Printed in EU
ISBN 978-3-8404-7574-0
eISBN 978-3-8404-6628-1
SONDEREDITION
Oberösterreichische Nachrichten
ISBN 978-3-8404-8530-5

INHALT
Vorwort
Wilde Bienenträume
Oase für die Insektenwelt
Wilde Blüten in luftiger Höhe
Neue Natürlichkeit ist Livestyle
Niemals in der Natur ausgraben!
Wildpflanzen sind pflegeleicht
Mondviole, Wiesen-Salbei
Blauer Natternkopf, Odermenning
Heidenelke, Nesselblättrige Glockenblume
Echte Schlüsselblume, Glockenblume
Gartenfragen zu Wildblumen
Gemüse & Obst auf kleinstem Raum
Kulinarische Genüsse frisch vom Balkon
Der Balkon wird zum Gemüsegarten
Welche Pflanzgefäße und Erden sind gefragt?
Herausforderung Wasserversorgung
Tomate
Chilis, Gurke
Mangold, Pflücksalate, Rucola
Bohne, Erbse
Gartenfragen zum Thema Gemüse
Paradiesäpfel & Beerenträume
Beeren als Balkon-Naschobst
Die Schlanken sind im Vormarsch
Johannisbeere, Ribisel, Minipfirsich
Brombeere, Säulenapfel
Heidelbeere
Erdbeere, Himbeere
Gartenfragen zum Thema Obst
Kräuterlust im Topf
Würzen und Heilen
Wenn Gaumen und Nase gärtnern
Manche mögen’s heiß
Pyramiden voller Kräutervielfalt
Schnittlauch, Petersilie
Oregano, Salbei, Thymian
Lavendel, Rosmarin, Zitronenverbene
Minze, Strauchbasilikum
Gartenfragen zum Thema Kräuter
Kinderstube auf dem Fensterbrett
Vorziehen macht Lust auf mehr
Aussäen macht Freude
Mikroorganismen für gesundes Wachstum
Pikieren – der Nachwuchs wird vereinzelt
Gartenfragen zur Aussaat und Vermehrung
Blütenrausch in Töpfen
Ein Paradies für alle Jahreszeiten
Der Frühling kommt mit Duft und Farbe
Gestellte Blumenkästen
Schneeglöckchen blühen unter Gehölzen
Kissenprimel, Schneeglöckchen
Hornveilchen, Vorfrühlingsalpenveilchen
Hyazinthen
Minigulpen, Narzissen
Das grüne Wohnzimmer im Sommer
Die beste Versorgung
Schädlinge rechtzeitig bekämpfen
Pelargonie
Surfinie, Zweizahn
Elfenspiegel, Fuchsie
Zauberglöckchen, Zauberschnee
Die Farben des Herbstes
Buntes Laub, Gräser und späte Blüten
Besenheide, Chrysantheme, Hebe, Purpurglöckchen
Scheinbeere, Skimmie
Dem Winter ein Schnippchen schlagen
Insektenhotels, Nistkästen und Dekoration
Schutz mit Jute und Vlies
Christrose, Gräser
Buntblättriger Salbei, Efeu, Stacheldrahtpflanze
Gartenfragen zu blühenden Balkonblumen
Traum vom Süden
Ein Stück Italien auf dem Balkon
Wasser und Dünger für Kübelpflanzen
Die Größe beachten
Japanischer Liguster, Klebsame
Überwintern – das kann Sorgen machen
Citrus, Feige
Oleander
Lagerstroemia, Olive
Enzianbaum, Palmen
Gartenfragen zu mediterranem Flair
Grün übers Jahr
So sind Balkon & Terrasse immer attraktiv
Immergrüne Gehölze mitten in der Stadt
Gießen kann auf Balkonen zur Mühe werden
Statik prüfen lassen
Blasenspiere, Kirschlorbeer
Rispen-Hortensie, Rhododendron
Eibe, Rose
Buchs, Stechpalme
Grüne Wände: Garteln in der dritten Dimension
Sichtschutz mit Kletterhilfe
Keine Angst vor Haftwurzlern
Kletterpflanzen zur Wandbegrünung
Gartenfragen zur Dauerbepflanzung
Zimmer voller Blüten
Damit das Zuhause bunter wird
Blühende Zimmerpflanzen
Weihnachtsstern
Hitze von Heizkörpern meiden
Gute Pflege – viele Blüten
Anthurie, Bromelie
Amaryllis, Usambaraveilchen, Drehfrucht
Alpenveilchen, Azalee, Begonie
Schmetterlingsorchidee
Gartenfragenzu blühenden Zimmerpflanzen
Grünpflanzen für ein gutes Zuhause
So sieht der „Urban Jungle“ heute aus
Blattpflanzen sind die grünen Helden
Glücksfeder
Saubere Luft – ohne Staub
Woher sie kommen, was sie mögen
Schädlinge zeigen falschen Standort an
Fensterblatt, Gummibaum
Geldbaum, Schusterpalme, Strahlenaralie
Elefantenfuß, Zimmertanne, Bogenhanf
Goldfruchtpalme, Grünlilie
Gartenfragen zu grünen Zimmerpflanzen
Grünes Glück für jeden Raum
Welche Pflanze für welches Zimmer?
Das Wohnzimmer wird grün
Keine Küche ohne Pflanzen
Grünes Vorzimmer auch bei weing Licht
Dschungelfeeling im Badezimmer
Auch im Schlafzimmer grünt es
Kein Arbeitszimmer ohne Pflanzen
Wintergarten – das grüne Paradies
Zimmergärten im Glas – so wird‘s gemacht
Grüne Vitamine aus Samenkörnern
Keimboxen und Microgreens
Vitamin-Power durch Sämlinge
Wenig Aufwand: Wasser, Licht und Wärme
Gemüsebeete in der Wohnung
Alfalfa, Erbsen
Mungobohnen
Kresse, Linsen Gemüsebeete in der Wohnung
Radieschen, Sonnenblumen
Gartenfragen zu Sprossen und Microgreens
Nicht willkommene Besucher
Schädlinge und Krankheiten
Wenn Laus, Mehltau & Co. zuschlagen
Schädlinge
Krankheiten
Anhang, Index
Register mit deutschen und botanischen Namen der porträtierten Pflanzen
VORWORT

WENN DIE WELT KOPFSTEHT, DANN GIBT UNS DIE NATUR KRAFT! PFLANZEN AUF DEM BALKON, DER TERRASSE ODER DER FENSTERBANK MACHEN MUT UND GEBEN HOFFNUNG – WENN MAN DAS WACHSEN, GEDEIHEN UND ERNTEN BEOBACHTET. UND WENN BIENEN SUMMEN UND SCHMETTERLINGE IN LUFTIGER HÖHE VORBEISCHAUEN, DANN SCHMECKEN KRÄUTER, SALATE, OBST UND BEEREN AUS EIGENER PRODUKTION NOCH BESSER!


LIEBE GARTLERINNEN UND GÄRTLER!
Es waren schon außergewöhnliche Zeiten, als ich zum ersten Mal als Student ohne Garten leben musste. Weit weg von daheim, wo der Garten der Kindheit so viel Erlebnis und Erfahrung bescherte, musste ich plötzlich mit nur eineinhalb Quadratmeter Balkon auskommen. Doch ich nutzte die Chance! Garteln war damals kein Lifestyle, Kräuter ziehen kein Lebensgefühl und frische Beeren kein Superfood. So gab es bei mir zunächst einfach eine Mischung aus Zier- und Genusspflanzen, und praktisch alles, was in „meinem“ Garten daheim wuchs, wuchs dann auch auf dem Balkon. Der Nachbar, der seine Terrasse ebenfalls im vierten Stock hatte, meinte angesichts des Dschungels: „Dass hier noch Menschen Platz finden!“ Ja, wir fanden Platz. Schon damals wohnte ich mit meiner Frau zusammen, und obwohl der Balkon übervoll mit Pflanzen war, hatte ein kleiner Tisch mit zwei Hockern Platz. Radieschen gab es daheim im Garten schon früh im Jahr, denn ich hatte dort in meiner Heimat Frühbeete und später ein kleines Gewächshaus. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sich Miniglashäuser und Vliesabdeckungen auch auf unserem kleinen grünen Stadtparadies in luftiger Höhe einfanden. Dadurch begann das Gartenjahr im zeitigen Frühjahr. Vorgezogen auf der Küchenfensterbank standen neben den Küchenkräutern Salate in den Startlöchern, ehe sie in kleinen Blumenkisterln ausgepflanzt wurden. Tomaten wurden vorgezogen, genauso wie Pfefferoni (von Chili sprach damals noch niemand), Stangenbohnen, Erbsen, Zucchini und Gurken. Ein Garten Eden, ein kleines feines Schlaraffenland … Und weil das Gartenjahr für mich auch nicht mit dem einsetzenden Frost enden sollte, gab es in der Wohnung Zimmerpflanzen in allen Variationen. Die gab es übrigens schon davor, als eine erste Studentenbude gerade einmal 20 Quadratmeter maß, aber ein großes Fenster viel Licht hereinließ und so Philodendron, Yucca & Co. kräftig wachsen ließ. Heute ist Garteln mitten im Leben angekommen, „Urban Jungle“ nennt man das Zimmerpflanzenparadies im Wohnzimmer, und Jung und Alt pflanzen, ernten und genießen – drinnen und draußen. Auch ohne Garten!

© Christoph Böhler
Ihr Biogärtner
Karl Ploberger
WWW.BIOGAERTNER.AT

© Christoph Böhler
DRAUSSEN

GARTELN ohne GARTEN
Wilde
Bienenträume
OASE FÜR DIE INSEKTENWELT
Schmetterlinge, die von Blüte zu Blüte gaukeln, summende Bienen und das zarte Blühen von Hunderten Wiesenblumen auf einer einsamen Bergwiese. Von einem Stück unberührter Natur träumt der Mensch von heute und soll es haben. Wildblumen wachsen auch im Kleinen auf Terrasse, Balkon und Fensterbank. Die Üppigkeit der Blüten ist zwar eine andere als die von Pelargonien & Co., doch genau diese Zartheit im Wachsen und Blühen macht den Reiz aus.
WILDE BLÜTEN IN LUFTIGER HÖHE
Pelargonien, Petunien, Tagetes und Zinnien – die Liste könnte man endlos fortsetzen. All diese Balkon- und Beetpflanzen findet man in unseren Gärten, auf den Balkonen und in Parks. Und doch gibt es seit einiger Zeit die Faszination für das Ursprüngliche, das Heimische. Wildstauden sind gefragt – als robuste Alternative, als Nahrungsquelle für viele Tiere und letztlich oft als unbekannte Köstlichkeit in der Küche. Denken Sie nur an die Gundelrebe, die im Rasen oft Sorgen bereitet und auch im Kisterl gut gedeiht.

Die Rundblättrige Glockenblume wächst auch in luftiger Höhe
© Ploberger

© Christoph Böhler
NEUE NATÜRLICHKEIT IST LIFESTYLE
„Hirsch Haarstrang“, „Quirl Salbei“, „Milder Mauerpfeffer“, „Teufelsabbiss“ oder „Nickendes Perlgras“ – allein die deutschen Namen machen neugierig. Was lange Jahre nur im Biologieunterricht oder in Pflanzenlexika zu finden war, ist nun salonfähig geworden. Verkehrsinseln ergrünen mit heimischen Pflanzen, Blumenbeete im Garten erfreuen mit den robusten heimischen Gewächsen. Und selbst in der Stadt findet man sie in alternativen Balkonkisterln.
Oft aber scheitern die Blumenfreunde, weil sie die Ansprüche der heimischen Wildpflanzen nicht kennen. Wer beispielsweise eine Packung Blumenwiesensamen in ein Kisterl streut, hat oft wenig Erfolg, denn es gibt einige Vorlieben, die diese wilden Blumen haben. Heimische Stauden und einjährige Kräuter – vor allem jene in der Blumenwiese – benötigen einen absolut offenen, durchlässigen Boden, ohne von anderen Pflanzen bedrängt zu werden. Im Garten muss dazu die oberste Humusschicht mit dem Rasen abgetragen, dann die Erde tiefgründig gelockert und möglichst viel grober Sand eingearbeitet werden. Und niemals düngen! In Blumenkisterln, in Schalen oder auf Gründächern muss die Erde genauso nährstoffarm sein. Wildblumen benötigen, wenn man sie einmal in die richtige Erde (siehe „Weise Erkenntnis“) gepflanzt hat, nur etwas Wasser. Das war’s. Und viele Pflanzen in solchen Kisterln kommen jedes Jahr wieder, ohne dass man immer wieder neu pflanzt.
NIEMALS IN DER NATUR AUSGRABEN!
Keinesfalls, und darauf sei hier ausdrücklich hingewiesen, darf man Pflanzen in der Natur ausgraben. Da dies meist dann erfolgt, wenn sie blühen, sind außerdem ihre Überlebenschancen gering. Besorgt man sich aber bei Fachgärtnereien die vorgezogenen Jungpflanzen, dann erreicht man schon nach wenigen Wochen eine eindrucksvolle Wirkung. Nicht nur für uns! Denn das Besondere an Wildpflanzen ist, dass sie die wahren Nahrungsquellen für Insekten sind.

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DIE AUSWAHL AN WILDBLUMEN IST ENORM, UND DOCH SOLLTE MAN IMMER DARAUF ACHTEN, WELCHE LICHT- UND BODENVERHÄLTNISSE GEWÜNSCHT WERDEN. DAS IST BEI WILDPFLANZEN VIEL WICHTIGER ALS BEI DEN ÜBLICHEN BALKONBLUMEN.

WILDPFLANZEN SIND PFLEGELEICHT
Kommt es einmal vor, dass man das Gießen vergisst, dann überstehen das die meisten problemlos. Sie vertrocknen zwar oberirdisch, aber der Wurzelstock bleibt erhalten. So sprießt nach einem erlösenden Wasserguss bald wieder saftiges Grün und lässt die Trockenzeit rasch vergessen. Besonders bei großen Dachbepflanzungen überrascht es, wie flott sich die Pflanzflächen regenerieren – ohne Bewässerung oder Extrapflege.

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Weise Erkenntnis
Ohne Packungserde und Dünger erfolgreich
Blumenerde, wie man sie im Frühjahr palettenweise in Gartencentern findet, ist für unsere Wilden nicht geeignet. Besser ist es, wenn man von einem Spaziergang mit einem Kübel Maulwurfserde heimkommt. Gemischt mit viel Sand, Tongranulat und Lavagrus entsteht das ideale Pflanzsubstrat. Wer dazu keine Gelegenheit hat, besorgt sich Aussaaterde und/oder Kakteenerde. Noch etwas Wichtiges: Ist das Düngen bei anderen Pflanzen das Um und Auf für ein kräftiges und gesundes Wachstum, so ist es bei den heimischen Wildpflanzen genau umgekehrt. Je weniger gedüngt wird, desto herrlicher ist die Blütenpracht.
# weiseerkenntnis
AUSDAUERNDES SILBERBLATT: DIE MONDVIOLE LUNARIA REDIVIVA
Warum ich gerade diese Pflanze empfehle, ist wegen ihres Duftes! Der zarte Veilchenduft gehört für mich im Mai zum ersten Höhepunkt im Garten. In der Dämmerung tänzeln Nachtfalter um die Blüten. Mich beeindrucken dabei „meine Kolibiris“ – die Taubenschwänzchen.
Die Mondviole wächst nicht nur dort, wo sie am liebsten gedeiht, nämlich im Halbschatten, sondern praktisch überall. Das macht sie so besonders. Je nach Standort wird sie einmal nur knapp knöchelhoch, an anderer Stelle geht sie einem bis zum Bauchnabel.

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Blütenreich durch Aussaat und Rückschnitt
Der deutsche Name „Mondviole“ kommt übrigens von den später erscheinenden silbrigen Samenständen. Für mich ist das gleich die zweite bzw. dritte Zierde dieser Pflanze, die gern auch ein zweites Mal blüht, wenn man sie bald nach der ersten Blüte stark zurückschneidet. Die Pflanze lässt sich durch Samen gut vermehren, und wer ein wenig Guerilla-gärtnern will, streut sie in der Stadt in Parkanlagen im Halbschatten an Stellen aus, wo Blüten und Duft fehlen.

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INSEKTEN-MAGNET: WIESEN-SALBEI SALVIA PRATENSIS
Wie wichtig der Wiesen-Salbei in der Natur ist, zeigt die Tatsache, dass nicht weniger als 22 Hautflügler (da gehören Bienen und Hummeln dazu) sowie neun Schmetterlinge die blauen Blüten besuchen. Wer die Bepflanzung mit dem Steppensalbei (Salvia nemorosa) kombiniert, hat eine besonders lange Blütezeit und damit Insektenmagnete für viele Wochen.
Das liegt daran, dass sich der Steppensalbei durch eine großartige Nachblüte im August und September auszeichnet und so die Blütenperiode deutlich verlängert.
Anspruchslos und pflegeleicht
Ab Mai bis Ende August schiebt sich eine Blüte nach der anderen aus der Blattrosette des Wiesen-Salbeis.
In der Natur wächst die Staude an trockenen, nährstoffarmen Standorten. Alle Salbeisorten/-arten sind anspruchslos, gut winterhart und überdauern Frostperioden problemlos.

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RAFFINIERTE VERMEHRUNG: ODERMENNIG AGRIMONIA EUPATORIA
Der Sonnenanbeter gilt als Dauerblüher. Von Juni bis September öffnen sich die Blüten der Pflanze, die je nach Bodenbeschaffenheit nur 15 cm oder auch 50 cm hoch wird. Früher diente sie als Färbepflanze, denn die ganze Pflanze mit ihren Wurzeln färbt Wolle gelb. Odermennig ist außerdem eine beliebte Futterpflanze für viele Insekten und eine Heilpflanze, die bei Erkältungskrankheiten als Tee und bei Entzündungen äußerlich angewendet wird.

Selbst gemachte Odermennig-Tinktur
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Verbreitung durch Tiere
Die gelben Blütenkerzen sind dann am schönsten und kompaktesten im Wuchs, wenn der Boden nährstoffarm ist. Allerdings sollte er nicht zu trocken sein. Bezeichnet wird dieser Standort als einer mit „frischem“ Boden. Die Pflanze hat eine raffinierte Vorgehensweise, sich zu vermehren. Die Samen sind mit kleinen Borsten versehen, die sich am Fell von Tieren (oder an der Hose des Gärtners) festhaken und so für die Verbreitung sorgen. Diese Sorgen wird man auf dem Balkon nicht haben, dafür aber eine Pflanze, deren Blätter beim Zerreiben duften, die Spitzen der Blüten sogar zart nach Marillen.

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