Buch lesen: "Moderne Berg- und Höhenmedizin"

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Moderne Berg- und Höhenmedizin

Thomas Küpper ■ Klaas Ebel ■ Ulf Gieseler (Hrsg.)

Moderne Berg- und Höhenmedizin

Handbuch für Ausbilder, Bergsteiger und Ärzte

Mit 313 Abbildungen und 84 Tabellen


Herausgeber

Priv. Doz. Dr. med. Thomas Küpper, Facharzt für Arbeitsmedizin, Bergrettungs- und Expeditionsarzt, Reisemediziner; Lehrbeauftragter des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen für die Fächer Sportmedizin, Flug- und Reisemedizin und Arbeitsmedizin sowie Koordinator des Qualifikationsprofils „Sport-, Flug- und Reisemedizin“ des Modellstudienganges. Besteigung von mehr als 60 Bergen über 4000 m weltweit.

Dipl. Ing. Msc. Klaas Ebel, Berechnungsingenieur im Bereich Vollfahrzeug Crashsimulation, Hobbyforscher im Bereich Schneephysik am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF , Davos, und am Institute for Materials and Processes and Centre for Materials Science and Engineering an der University of Edinburgh, Ausbilder im DAV. Ehemaliger Wettkampfkletterer auf nationaler Ebene, Erstbegehungen in Schottland, Besteigung von ca. 50 Bergen zwischen 3000 m und 4000 m weltweit und 16 Munroes in Schottland.

Dr. med. Ulf Gieseler, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologe, Angiologe, Intensiv-, Sport – und Reisemediziner. Ausbildung und Diplom zum Alpin- und Expeditionsarzt. Vormals 22 Jahre Chefarzt der Medizinischen Abteilung am Diakonissenkrankenhaus Speyer. Mitglied im Vorstand und Lehrteam der Österreichischen Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin sowie Kursleiter der Alpinärztekurse. Expeditionsarzt im Himalaya, Südamerika, Alaska, Kaukasus. Besteigung von mehr als 50 Viertausendern in den Alpen. Weltweite Trekkingtouren sowie Expeditionen zum Mount McKinley, Cho Oyu, Alpamayo, Aconcagua u. a. Fachübungsleiter für Hochtouren und Sportklettern beim DAV.

Projektleitung

Gernot Keuchen, Stuttgart

Redaktionelle Koordination

Silvia Göhring, Heidelberg

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

ISBN 978-3-87247-690-6

© 1. Auflage, Gentner Verlag, Stuttgart 2010

1. aktualisierte Neuproduktion 2011

Umschlaggestaltung: GreenTomato Süd GmbH, Stuttgart

Satz und Layout: Hilger VerlagsService, Heidelberg

Alle Rechte vorbehalten

eBook-Herstellung und Auslieferung:

readbox publishing, Dortmund

www.readbox.net

Unseren Berg- und Bergrettungskameraden in dankbarer Erinnerung an viele schöne Stunden:

Reiner Schlupp

Peter Hierholzer

Andi Lambrigger

Edgar Brantschen

Gabriel Perren

Robert Baur

Denis Christin

Marc Perreten

Lieber einen Tag wie ein Tiger leben, als 1000 Jahre wie ein Schaf!

Tibetisches Sprichwort

Geleitwort

Die großen Gebirge der Welt wie der Himalaya, das Karakorum oder die Anden sind für die meisten Menschen heute leichter erreichbar als die europäischen Alpen vor 70 Jahren. Bergtouren aller Art erfreuen sich einer steigenden Popularität und Tausende suchen Höhen auf, in denen die akute Höhenkrankheit häufig ist. Die meisten derartigen Probleme können vermieden oder es kann zumindest ohne gravierende Konsequenzen mit ihnen umgegangen werden, allerdings nur, wenn die beteiligten Personen die notwendigen Kenntnisse besitzen, wie man diese Krankheiten vermeidet und wie man vorgeht, sollten sie doch auftreten. Dieses Wissen kann man aus zahlreichen Quellen schöpfen, allerdings gab es bislang noch kein derart umfassendes praxisrelevantes Werk in deutscher Sprache.

Das vorliegende Buch von Küpper, Ebel und Gieseler füllt diese Lücke. Die Autoren sind erfahrene Ärzte und Bergsteiger. Das Buch umfasst das breite Spektrum an relevanten Themen vollständig, einschließlich der zugrunde liegenden Informationen zur Physiologie der Höhenakklimatisation, der Pathophysiologie dieser Erkrankungen sowie der anderen alpinrelevanten Situationen. Ebenso werden Aspekte der Kameradenrettung und organisierten Bergrettung sowie der traumatischen Notfälle bearbeitet, natürlich auch Fragen des Trainings und der Trekking- bzw. Expeditionsvorbereitung.

Bereits seit Jahren ist Dr. Küpper eine der treibenden Kräfte hinter einer Reihe von Empfehlungen der Medizinischen Kommission der Union Internationale des Associations d’Alpinisme (UIAA MedCom). Jede dieser Empfehlungen hat ein spezifisches bergmedizinisches Thema und richtet sich sowohl an Ärzte als auch an medizinische Laien. Diese internationalen Richtlinien können von der UIAA-Webseite herunter geladen werden, das vorliegende Buch geht jedoch weit darüber hinaus und beinhaltet reichlich weiteres Material aus der umfangreichen Erfahrung der Autoren.

Die Autoren haben eine Fülle an Wissen und Ratschlägen in einem Buch zusammengefasst, was einen enormen Vorteil für die zunehmende Zahl derer darstellt, die in die wunderbare Welt der Berge gehen möchten und entsprechenden Rat suchen.

Wir gratulieren den Autoren zu diesem Übersichtswerk und wünschen ihnen viel Erfolg damit.


Jim Milledge Ehrenprofessor des University College of London Past-Präsident der International Society for Mountain Medicine Member der UIAA MedComBuddha Basnyat Präsident der UIAA MedCom Nepal International Clinic Kathmandu

Geleitwort

Mit der Zunahme des Alpintourismus steigt der Bedarf an bergmedizinischer Information für diese breit gefächerte und bunte Aktivität des Wanderns und Bergsteigens enorm. Dazu kommt, dass sich das betreffende medizinische Wissen rasant weiter entwickelt: Was gestern noch gültig war, kann morgen schon widerlegt und überholt sein.

Die Autoren dieses Buches bringen daher neben ihrer unbestrittenen Kompetenz auch sehr viel Mut auf, diesen Gegebenheiten Rechnung zu tragen. Nämlich, obwohl alles bergmedizinische Wissen im Fluss ist, mit diesem Buch quasi eine umfassende Standortbestimmung zu versuchen, die über das Erscheinungsdatum hinaus wenigstens eine Zeit lang Bestand hat. Wenn ihnen dieses Kunststück gelingt, dann Hut ab!

Franz Berghold

Internationale Lehrgänge für Alpinmedizin

Past-Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin Kaprun

Geleitwort

Seit Jahrzehnten bemühen sich Organisationen, das Rettungswesen zu planen und zu verbessern. Europaweit ist ein dichtes Netz an Rettungs- und Notrufstationen, SOS-Posten, Materialdepots und Helibasen entstanden. Im Laufe der letzten Jahre ist das Mobilfunknetz so dicht geworden, dass es von fast überall möglich ist, einen Notruf zu geben. Speziell ausgebildete Rettungsleute ermöglichen dann eine rasche und gezielte Hilfe an Mitmenschen, die in Not geraten sind.

Trotzdem kann auf die Kameradenrettung, also die ersten Hilfsmaßnahmen durch die Begleiter, in den Bergen nicht verzichtet werden, ebenso natürlich nicht auf die Gefahrenprävention. Dieses Lehrbuch soll allen helfen, möglichst einfach die nötige Technik zu erlernen und zu verbessern. Dazu greifen die Autoren auf Bewährtes zurück, bieten aber auch den neuesten Stand von Technik und Medizin. Über allem steht der Präventionsgedanke, aber im Wissen, dass auch vorsichtige Menschen einmal in Not geraten können, wird systematisch aufgearbeitet, was zu tun ist, wenn die Prävention einmal versagt haben sollte und ein Notfall eingetreten ist.

In der Kameradenrettung und auch in der Prävention sind nach wie vor große Lücken zu schließen. Dazu ist dieses Buch bestens geeignet. Gut ausgebildete Personen können dem Verunfallten moralisch, medizinisch und technisch das Maximum an Hilfe geben. Dagegen verschlimmern unerfahrene, unsichere Retter die Situation. Aus diesem Grunde werden von erfahrenen, geschulten Personen ohne Prestigedenken Lehrbücher verfasst. Auch dieses Lehrbuch von Dr. Thomas Küpper und seinen Kollegen und Kameraden vereinfacht die Arbeit als Retter, sei es in der organisierten Rettung oder in der Kameradenhilfe und kann so zur Rettung von Leben beitragen. Dem Ausbilder erleichtert es durch seine übersichtliche Darstellung erheblich die Arbeit, ebenso dem Lernenden. Das Buch geht über ausschließlich für die Kameradenrettung relevante Inhalte weit hinaus und eignet sich gut für die Ausbildung der Bergrettungsleute. Einige Kapitel wenden sich mehr an Ärzte, andere mehr an Ausbilder, Bergretter und Bergsteiger – sie alle sind für die jeweilige Zielgruppe gut verständlich geschrieben. Einen großen Dank an die Herausgeber und Autoren, die zur Entstehung dieses umfassenden modernen Lehrbuches beigetragen haben!

Bruno Jelk

Rettungschef Zermatt/Schweiz

Verwaltungsrat und Präsident der Technischen Kommission KWRO

(Walliser Rettungsorganisation)

Präsident der IKAR-Kommission Bodenrettung

Stiftungsrat REGA

Geleitwort

Lebe deinen Traum, wenn nicht heute, dann morgen.

So lautet ein Satz, mit dem ich vor Jahren schon einmal ein Buch begann. Diese Träume sind es, die einen als Bergsportler so faszinieren, sie sind es, die einen immer wieder zum Training und zum Eingehen von Risiken motivieren. Aus den Träumen entstehen Vorhaben, zu denen man Pläne fasst und voll Vorfreude dem Tag der Abreise entgegenfiebert. Diese Vorfreude, die manchmal wie vor dem Weihnachtsfest in Kindertagen ist, lässt einen oft schon das Packen und Organisieren einer Tour genießen.

Wird die Sache dann real und man steht kurz vor der Verwirklichung, am Abend vor der Abfahrt, so mag man sich kaum von seinen Lieben verabschieden. Auch in der Nacht, bevor man einsteigt oder aus dem Basislager loszieht, plagen einen Schlaflosigkeit und Alpträume.

In diesen Alpträumen, einer ist am Anfang unseres Filmes „Am Limit“ dargestellt, erlebt man die Gefahr oder eben das geträumte Ereignis vorweg. Dies meinte ich nicht mit „Lebe Deine Träume“. Vielmehr machen einem diese Träume das Risiko bewusst, lassen einen eben die Gefahren, denen man sich aussetzt, quasi vorweg erleben. Man erlebt den Sturz, durchleidet bange Minuten und findet sich anschließend glücklicherweise in seinem sicheren Bett oder Schlafsack wieder.

Durch eine gute und umfassende Ausbildung ist es hoffentlich möglich, das zu erwartende Risiko möglichst genau abzuschätzen, um in keine Notlage zu geraten. Doch selbst, wenn man hinein geraten ist, muss sehen, wie man wieder herauskommt. Auch hier hilft eine fundierte Ausbildung, aber vor allem Erfahrung.

In der Bewusstwerdung der tödlichen Gefahr liegt die Sicherheit im Grenzgang. In der gefühlten Sicherheit ist die tödliche Gefahr jedoch nicht mehr kalkulierbar. Ist man sich nun der Risiken bewusst und kann sie einigermaßen einschätzen, so besteht immer noch die Möglichkeit, dass trotz aller Vorbereitung oder aller Erfahrung etwas schief geht.

Bei den Dreharbeiten zu unserem Film ist mein Bruder Alexander im leichten Gelände wegen eines ausgebrochenen Griffes 14 m gestürzt. Er hat keine bleibenden Schäden davongetragen, konnte aber erst einmal nicht mehr laufen. Wir haben ihn dann mit den Tragetechniken, die in diesem Buch vorgestellt sind, bis zum Auto geschafft.

Obwohl die alpinistischen Grundlagen umfassend dargestellt werden, man also gezeigt bekommt, wie man es richtig macht oder was man vorher, also bei der Planung beachten sollte, werden auch intensiv Rettungs- und Erste Hilfetechniken vermittelt. Man könnte also, wenn man in eine Notsituation geraten ist, nachschlage,n wie es dann weitergeht, wenn etwas schief gegangen ist. Man kann im Schlafsack oder im Bett also das vorliegende Buch in die Hand nehmen und nachschlagen, was man evtl. falsch gemacht hat oder sogar versuchen, eine Rettungsstrategie zu erarbeiten.

Um sowohl in der Prävention von Unfällen wie auch in den Rettungstechniken fit zu sein, sollte man diese in regelmäßigen Abständen, genau wie Klettern oder Kondition, trainieren. So ist die Wahrscheinlichkeit am größten, nicht in prekäre Situationen zu geraten. Gerät man trotzdem hinein, so hat man zumindest eher die Möglichkeit sich zu retten, um noch viele Träume zu leben …

Dieses Buch soll durch Trainings-, Ernährungs- und Akklimatisationshinweise von Medizinern aus den jeweiligen Fachgebieten helfen, noch viele Vorhaben in die Tat umzusetzen. Es werden alle wichtigen Knoten und Seiltechniken anhand von Bildern erklärt und ein Einstieg in die probabilistische Lawinenkunde gegeben. Damit wird auf die Risiken im Bergsport und auf deren Vermeidung eingegangen.

Das Wichtigste ist aber, dass man auf sein Bauchgefühl hört. Wenn man sich nicht 100%ig fühlt, muss man eben doppelt aufpassen und darf das Gefühl nicht als unwichtig abtun.

Hier schreiben Ärzte, Wissenschaftler, ein Bergführer, ein Rechtsanwalt und ein Ingenieur, aber man findet nie den klassischen erhobenen Zeigefinger oder sogar Verbote, sondern immer Hinweise auf Risiken oder Gefahren. Es wird sogar erklärt, worauf man bei verschiedenen Vorerkrankungen achten muss, um trotzdem losziehen zu können. Hier wird niemand vorschlagen, dass man seine Gesundheit durch „Zuhausebleiben“ schont und damit seine Träume nicht lebt.

Thomas Huber

Vorwort der Herausgeber

Auch der vernünftigste Bergsteiger oder Höhensportler kommt irgendwann einmal in eine Gefahrensituation, aus der dann sehr plötzlich eine Notsituation oder ein Unfall entstehen kann. Überlegtes, zügiges und zielstrebiges Handeln an solch einem besonderen Unfallort ist nicht nur für den Verunglückten, sondern auch für seine(n) Seilpartner(in) oder die Begleiter oft lebenswichtig.

„Der Unfallort im Gebirge unterscheidet sich von dem im Flachland dadurch, dass er viel schöner ist, aber höher liegt, keine Waagerechten kennt, kein Dach hat, fast immer zu heiß oder zu kalt und oft nass ist; ein Arzt kann nicht erreicht werden und das Sanitätsauto kann nicht vorfahren; auch der Hubschrauber kommt nur untertags und bei guter Sicht.“ G. Neureuther

Besser kann man die Rahmenbedingungen kaum beschreiben! Aus diesen Besonderheiten des alpinen Notfallortes ergeben sich besondere Verhaltensweisen, mit denen man sich bereits vor einer Bergfahrt auseinandergesetzt haben sollte. Nur durch gedankliches „Durchspielen“ möglicher Notsituationen und Üben der entsprechenden Maßnahmen kann man im Ernstfall relativ sicher sein, zügig richtig zu handeln. Mindestens genauso wichtig ist jedoch die Prävention von Notfällen. Dazu gehört ein solides Grundwissen an höhenmedizinischen Kenntnissen ebenso wie das Beachten spezifischer Anforderungen an Bergsteiger mit Vorerkrankungen oder an Arbeitnehmer, die in großer Höhe oder isobarer Hypoxie tätig werden müssen.

Mit diesem Buch wenden sich die Herausgeber an alle, die ihren Aufenthalt in der Höhe verantwortungsbewusst planen und durchführen wollen oder die andere dazu anleiten und beraten, sei es als Bergführer, Ausbilder, Ärzte oder schlicht als Bergsteiger. Es ist als Hilfe gedacht, gefährlichen Situationen vorzubeugen oder sie jedenfalls rechtzeitig zu erkennen und zu entschärfen sowie eventuell notwendige erste Rettungsmaßnahmen entweder selbst durchzuführen oder die organisierte Rettung wesentlich zu beschleunigen. Die Zielgruppen bedeuten natürlich, dass das Buch einen gewissen Spagat leisten muss. Naturgemäß sind einzelne Kapitel daher etwas theorielastiger, während andere unmittelbar praxisnah sind.

Der Denkansatz dieses Buches ist der Versuch, aus medizinischem Blickwinkel einen Bogen zu spannen, der von der alpinen Gefahr und ihrer primären Prävention als optimale Lösung über die Notsituation und die Sofortmaßnahmen zur endgültigen Rettung führt. „Rettung“ bedeutet dabei nicht unbedingt, dass ein Unfall bereits eingetreten sein muss. Vorbeugung, z. B. in Form eines rechtzeitigen Rückzugs, solange Betroffene bei beginnender Höhenkrankheit noch aktionsfähig sind, ist auch eine Form von Rettung. Es handelt sich bei den beschriebenen Techniken ausschließlich um solche, die mit der normalen Ausrüstung einer Seilschaft durchführbar sind – solide Ausrüstungsplanung einschließlich Erste-Hilfe-Material vorausgesetzt – und die sich in der Praxis bewährt haben. Die Themenschwerpunkte basieren dabei auf aktuellen Forschungsergebnissen.

An das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen kann nicht eindringlich genug appelliert werden. Sowohl moralisch als auch juristisch besteht eine Pflicht zur Hilfeleistung. Jeder, der an einem Unfall unmittelbar oder als Beobachter beteiligt ist, ist dem Geschädigten gegenüber verpflichtet, innerhalb eines zumutbaren Rahmens Hilfe zu leisten. Dieser Rahmen wird von den Juristen beim Bergsteigen als sog. „Risikosport“ deutlich höher angesetzt als bei „Normalbürgern“!

Um ein überschaubares Format nicht zu überschreiten, müssen alle nicht wirklich wesentlichen rein wissenschaftlichen Hintergrundinformationen weggelassen werden. Dieses Buch ist kein Physiologiebuch, auch kein Kletterlehrbuch oder ein reines Erste-Hilfe-Handbuch. Alpine Grundkenntnisse werden ebenso vorausgesetzt wie einige Grundlagen der normalen Ersten Hilfe, wie beispielsweise Verbände.

Der Inhalt dieses Buches wurde mit den Lehraussagen der Medizinischen Kommission der UIAA (Union Internationale des Associations d’Alpinisme), des Ausbildungsreferates des Deutschen Alpenvereins (DAV), der Bergwacht des Deutschen Roten Kreuzes, der Schweizer Bergrettung, des Österreichischen Bergrettungsdienstes und der Österreichischen Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin (ÖGAHM) abgestimmt. Auch wenn Abweichungen im Detail unvermeidbar sind: Man wird nicht durch widersprüchliche Lehraussagen verwirrt werden! So ist das vorliegende Buch auch zur Ausbildung und zum Selbststudium für die Bergrettungsdienste sowie zur Vorbereitung von Trekkings und Expeditionen geeignet.

Die Herausgeber möchten an dieser Stelle den beteiligten Kollegen von der UIAA MedCom und der Österreichischen Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin für ihr Engagement, ihren fachlichen Rat und ihre Unterstützung herzlich danken.

In diesem Sinne bergheil (oder besser talheil?)

Thomas Küpper

Klaas Ebel

Ulf Gieseler

Inhaltsverzeichnis

Geleitwort (J. Milledge, B. Basnyat)

Geleitwort (F. Berghold)

Geleitwort (B. Jelk)

Geleitwort (T. Huber)

Vorwort der Herausgeber

Abkürzungsverzeichnis

I Grundlagen

1 Geschichte der Höhenmedizin

T. Küpper

2 Physiologie des Aufenthaltes in mittlerer, großer und extremer Höhe

K. Ebel, W. Domej, U. Gieseler, A. Morrison, R. Waanders, N. Netzer, M. Faulhaber, B. Jelk, T. Küpper

3 Belastung, Leistungsfähigkeit und Training

U. Gieseler, M. Burtscher, M. Faulhaber

4 Alpine Risikofaktoren und Gefahrenprävention

K. Ebel, T. Küpper

5 Biwakieren

K. Ebel

II Rettungstechniken und Hilfe bei Verletzungen im Gebirge

6 Rettungstechniken

K. Ebel, T. Küpper

7 Notfallort im Gebirge – Erste Maßnahmen

T. Küpper, D. Wermelskirchen, A. Hemmerling

8 Verletzungen

T. Küpper, A. Hemmerling

III Spezifische Erkrankungen und Notfälle

9 Spezifische Erkrankungen und Notfälle im Hochgebirge

U. Gieseler, T. Küpper

10 Weitere akute Erkrankungen und Notfälle im Gebirge

T. Küpper, M. Mir, M. Mazandarani, F. Lampert, M. Hettlich

11 Strategie der Kameradenrettung

T. Küpper

12 Die Tourenapotheke

T. Küpper

IV Bergsport bei bestehenden Gesundheitsrisiken

13 Bergsport bei bestehenden Gesundheitsrisiken

U. Gieseler, W. Domej

14 Besondere Personengruppen in der Höhe

H. Meijer, A. Morrison, T. Küpper

V Sportklettern und Leistungssport

15 Sportklettern

V. Schöffl, T. Küpper, A. Morrison

16 Medikamentenmissbrauch und Doping im Alpinismus und beim Sportklettern .

U. Hefti

VI Ausbildung und Prophylaxe

17 Gesundheitsprophylaxe an den Bergen der Welt

T. Küpper, B. Rieke

18 Alpinmedizinische Ausbildung

T. Küpper, P. Peters

VII Berufsbedingter Höhenaufenthalt

19 Berufsbedingter Höhenaufenthalt

T. Küpper

VIII Rechtliche Fragen

20 Rechtsfragen beim Notfall im Gelände und beim Höhenaufenthalt

M. Kostuj, T. Küpper

IX Alpinmedizinisches Wörterbuch

21 Alpinmedizinisches Wörterbuch

T. Küpper

X Alpine Geschichte als Teil der Weltgeschichte

22 Alpine Geschichte als Teil der Weltgeschichte

B. Diedring

XI Anhang

Medikamente unter klimatischen Extrembedingungen

T. Küpper

Biografien der Herausgeber

Autorenverzeichnis

Register

Altersbeschränkung:
0+
Umfang:
1143 S. 356 Illustrationen
ISBN:
9783872477767
Verleger:
Rechteinhaber:
Bookwire
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