Buch lesen: "Johann Heinrich Pestalozzi: Pädagogische Schriften, Romane, Erzählungen & Fabeln"
Johann Heinrich Pestalozzi
Johann Heinrich Pestalozzi: Pädagogische Schriften, Romane, Erzählungen & Fabeln

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musaicumbooks@okpublishing.info
2017 OK Publishing
ISBN 978-80-272-0354-3
Inhaltsverzeichnis
Lienhard und Gertrud
Meine Nachforschungen über den Gang der Natur in der Entwicklung des Menschengeschlechts
Wie Gertrud ihre Kinder lehrt
Fabeln:
Das Hahnen-Geschrei
Der unbekannte Ausweg
Der alte Bär auf der Tanne
Der Berg und die Ebene
Die Brücke und der Weg
Wieder die Eiche und das Gras
Ein Fuchs und ein Esel
Das Feuer und das Eisen
Das Schuhmaß der Gleichheit
Der gute Rat
Das zerrissene Herz
Hirschenhorn
Der Hunde Bescheidenheit
Der Hunde Bescheidenheit (Zweite Fassung)
Die Flamme und die Kerze
Ein Klub im Tierreich
Die Lobrede des Maulbrauchens und der Frechheit vom Mephistopheles
Zwei Pferde und die Deichsel
Der Raupenfänger
Rossfliege und Hornisse
Der Strahl und der Graswurm
Der Sturm und die Schneeflocke
Der grosse Tierkrieg mit seinen Ursachen und Folgen
Der Unterschied des Waldlebens und des gesellschaftlichen Zustands
Die Welle und das Ufer
Das hohe Roß und der Zwerg
Löwe und Reh
Der Zyklopen-Schutz
Alte Zeit, gute Zeit
Das hohe Roß und der Zwerg
Das kranke Bäumchen
Das Menschenvertilgen
Das Schuhmaß der Gleichheit
Das Storchenland
Der allgemeine Tierfortschritt in der Gerechtigkeit
Der Biber und der Marder
Der Elefant motiviert sein Urteil über die Regierungsunfähigkeit der Tiere
Der Fuchs erklärt das Wort Usurpation
Der Halbfuchs und der Ganzfuchs
Der Luchs
Der Raupenfänger
Der Seelenverkäufer
Eis und Eisen
Der Stier und der Biber
Der Strahl und der Graswurm
Der Sturm und die Schneeflocke
Der Tiere Gerechtigkeitspflege
Der Wind und der Schiffer
Der Zankapfel
Die Affen-Beichte
Die Affengerechtigkeit
Die Anbetung des Teufels
Der Löwe und sein Ratgeber
Der Löwe, die Schlange und der Teufel
Die Begriffe der Bienen von der Freiheit und der Gerechtigkeit
Die Brücke und der Weg
Die Entstehung der Berge
Die Freßordnung im Hühnerstalle
Die Katzengerechtigkeit
Die Menschengerechtigkeit
Die Spinnengerechtigkeit
Die ungleichen Herren
Die verwandelten Schafe
Die Welle und das Ufer
Ein alter Elefant
Ein Esel und ein Löwenschädel
Ein Fuchs und ein Esel
Faule Eichen und junge Tannen
Fuchs und Esel beurteilen den Löwen
Gauch und Käfer
Hühner, Adler und Mäuse
Kauz und Adler
Künstler und Narren
Löwe und Reh
Nero
Schwamm und Gras
Sonne und Mond
Stoffel und seine Uhr
Stoffels Brunnen
Von Zäunen mit faulem Holz und von schlechten Dorfvorgesetzten
Was der Affe mit der Schlange gelernt hat
Was ist der Mensch – Blatt oder Stamm?
Wie die Tiere überhaupt regieren würden
Zwei Füllen
Zwei Pferde und die Deichsel
Zwei Schäfer
Zwei Weiden
Lienhard und Gertrud
Inhaltsverzeichnis
Vorrede.
1. Ein herzguter Mann, der aber doch Weib und Kind höchst unglücklich macht.
2. Eine Frau, die Entschlüsse nimmt, ausführt, und einen Herrn findet, der ein Vaterherz hat.
3. Ein Unmensch erscheint.
4. Er ist bei seinesgleichen, und da ist's, wo man Schelmen kennen lernt.
5. Er findet seinen Meister.
6. Wahrhafte Bauerngespräche.
7. Er fängt eine Vogtsarbeit an.
8. Wenn man die Räder schmiert, so geht der Wagen.
9. Von den Rechten im Lande.
10. Des Scherers Hund sauft Wasser zur Unzeit, und verdirbt dem Herrn Untervogt ein Spiel, das recht gut stand.
11. Wohl überlegte Schelmenprojekte.
12. Haushaltungsfreuden
13. Beweis, daß Gertrud ihrem Manne lieb war.
14. Niedriger Eigennutz.
15. Der klugen Gans entfällt ein Ei, oder eine Dummheit, die ein Glas Wein kostet.
16. Zieht den Hut ab, Kinder, es folgt ein Sterbebett.
17. Die kranke Frau handelt vortrefflich.
18. Ein armer Knabe bittet ab, daß er Erdäpfel gestohlen hat, und die Kranke stirbt.
19. Guter Mut tröstet, heitert auf und hilft; Kummerhaftigkeit aber plagt nur.
20. Dummer, zeitverderbender Vorwitz hat den Mann zum Müßiggang verführt.
21. Undank und Neid.
22. Die Qualen des Meineids lassen sich nicht mit spitzfindigen Künsten ersticken.
23. Ein Heuchler und eine leidende Frau.
24. Ein reines, fröhliches und dankbares Herz.
25. Wie Schelme miteinander reden.
26. Hochmut in Armut und Elend führt zu den unnatürlichsten, abscheulichsten Taten.
27. Fleiß und Arbeitsamkeit ohne ein dankbares und mitleidiges Herz.
28. Der Abend vor einem Festtage in eines Vogts Hause der wirtet.
29. Fortsetzung, wie Schelmen miteinander reden und handeln.
30. Fortsetzung, wie Schelme miteinander reden und handeln; auf eine andere Manier.
31. Der Abend vor einem Festtage im Hause einer rechtschaffenen Mutter.
32. Die Freuden der Gebetsstunde.
33. Die Ernsthaftigkeit in der Gebetsstunde.
34. So ein Unterricht wird verstanden, und geht ans Herz; aber es gibt ihn eine Mutter.
35. Ein Samstagabend-Gebet.
36. Noch mehr Mutterlehren. Reine Andacht und Emporhebung der Seele zu Gott.
37. Sie bringen einem armen Mann eine Erbsenbrühe.
38. Die reine, stille Größe eines wohltätigen Herzens.
39. Eine Predigt.
40. Ein Beweis, daß die predigt gut war; item, vom Wissen und Irrtum, und von dem, was es heiße den Armen drücken.
41. Der Ehegaumer zeigt dem Pfarrer Unfug an.
42. Zugabe zur Morgenpredigt.
43. Die Bauern im Wirtshause werden beunruhigt.
44. Geschichte eines Menschenherzens während des Nachtmahls.
45. Die Frau sagt ihrem Manne große Wahrheiten, aber viele Jahre zu spät.
46. Selbstgespräch eines Mannes, der mit seinem Nachdenken unglücklich weit kömmt.
47. Häusliche Sonntagsfreude.
48. Etwas von der Sünde.
49. Kindercharakter und Kinderlehren.
50. Unarten und böse Gewohnheiten verderben dem Menschen auch die angenehmen Stunden, in denen er etwas Gutes tut.
51. Es kann keinem Menschen in den Sinn kommen, was für gute Folgen auch die kleinste gute Handlung haben kann.
52. Am Morgen sehr früh ist viel zu spät für das, was man am Abend vorher hätte tun sollen.
53. Je fehlerhafter der Mensch ist, desto unverschämter begegnet er denen, die auch fehlen.
54. Armer Leute unnötige Arbeit.
55. Ein Heuchler macht sich einen Schelm zum Freunde.
56. Es wird ernst, der Vogt muß nicht mehr Wirt sein.
57. Wie er sich gebärdet.
58. Wer bei ihm war.
59. Auflösung eines Zweifels.
60. Eine Abschweifung.
61. Der alte Mann leert sein Herz aus.
62. Das Entsetzen der Gewissensunruhe.
63. Daß man mit Liebe und mit Teilnehmung der gänzlichen Kopfverwirrung angstvoller Menschen vorkommen könne.
64. Ein Pfarrer, der eine Gewissenssache behandelt.
65. Daß es auch beim niedrigsten Volke eine Delikatesse gebe, selbst bei der Annahme von Wohltaten, um die es bittet.
66. Ein Förster, der keine Gespenster glaubt.
67. Ein Mann, den es gelüstet, einen Markstein zu versetzen, möchte auch gerne die Gespenster nicht glauben, und er darf nicht.
68. Die untergehende Sonne und ein verlorener armer Tropf.
69. Wie man sein muß, wenn man mit den Leuten etwas ausrichten will.
70. Ein Mann, der ein Schelm ist und ein Dieb, handelt edelmütig, und des Maurers Frau ist weise.
71. Die Hauptauftritte nähern sich.
72. Die letzte Hoffnung verläßt den Vogt.
73. Er macht sich an den Markstein.
74. Die Nacht betrügt Besoffene und Schelme, die in der Angst sind, am stärksten.
75. Das Dorf kömmt in Bewegung.
76. Der Pfarrer kömmt ins Wirtshaus.
77. Seelsorgerarbeit.
78. Zwei Briefe vom Pfarrer an Arner. Erster Brief.
79. Des Hühnerträgers Bericht.
80. Des Junkers Antwortschreiben an den Pfarrer.
81. Ein guter Küher.
82. Ein Kutscher, dem seines Junkers Sohn lieb ist.
83. Ein Edelmann bei seinen Arbeitsleuten.
84. Ein Junker und ein Pfarrer, die beide ein gleich gutes Herz haben, kommen zusammen.
85. Des Junkers Herz gegen seinen fehlenden Vogt.
86. Der Pfarrer zeigt abermal sein gutes Herz.
87. Vom guten Mut und von Gespenstern.
88. von Gespenstern in einem andern Tone.
89. Ein Urteil.
90. Vortrag Hartknopfs, des Ehegaumers.
91. Des Junkers Antwort.
92. Rede des Hühnerträgers an die Gemeinde.
93. Daß die Armen bei diesem Lustspiele gewinnen.
94. Der Junker dankt dem Pfarrer.
95. Der Junker bittet einen armen Mann, dem sein Großvater unrecht getan hatte, um Verzeihung.
96. Reine Herzensgüte eines armen Mannes gegen seinen Feind.
97. Seine Dankbarkeit gegen seinen edeln Herrn.
98. Auftritte, die ans Herz gehen sollen.
99. Eine angenehme Aussicht.
100. Des Hühnerträgers Lohn.
101. Der Vogt spaziert wieder zum Markstein.
102. Der Pfarrer mischt sich ins Spiel.
103. Adam und Eva.
104. Der Pfarrer stellt Leute zur Kirche hinaus.
105. Etwas aus des Pfarrers Predigt.
106. Wenn so ein Pfarrer in die Gefängnisse und Zuchthäuser eines Reiches Einfluß hätte, er würde die Grundsätze, mit den Gefangenen umzugehen, in ein Licht setzen, das himmelrein leuchtete.
107. Menschlichkeit und Gerechtigkeit beieinander.
108. Bauerngespräch und Bauernempfindung.
109. Hausordnung und Hausunordnung.
110. Das Herz leicht machen, ist das rechte Mittel, dem Menschen den Mund aufzutun.
111. Seltsame Wirkungen des bösen Gewissens.
112. Die Ungleichheit dieser Wirkungen des bösen Gewissens bei geschäftserfahrnen Leuten.
113. Ein Bauernrat.
114. Bauernwahl.
115. Des Kalberleders Versuch, den Sachen zu helfen, und sein übler Ausschlag.
116. Die Dorfmeister suchen in ihrer Angst beim Teufel und seiner Großmutter Hilfe.
117. Die Fahne dreht sich.
118. Wie lange werden die Weiber noch denken und sagen: Mein Mann heißt Nabal, und Narrheit ist in ihm.
119. Zu gut ist dumm.
120. Der Hühnerträger findet keine Hühner und Tauben feil.
121. Art und Weise, die Obrigkeit zu berichten, und dahin zu lenken, wohin man sie gerne führt.
122. Erziehungs- und Haushaltungsgrundsätze.
123. Ein Stück aus einer Leichenpredigt.
124. Ein Frauenbild, aber nicht zu allgemeiner Anwendung.
125. Die Arbeit Arners.
126. Der Lohn seiner Arbeit.
127. Leid und Freude in einer Stunde.
128. Ein Gespräch voll Güte auf der einen und voll Angst auf der andern Seite.
129. Die Himmelstropfen.
130. Ein Gespräch zwischen zwei Menschen, die in zehn Tagen vieles gelernt hatten, das sie vorher nicht kannten, und vieles erfahren, das sie vorher nicht wußten.
131. Hundestreue, die eine Menschenempfindung veranlaßt.
132. Lips Hüni, ein Wächter.
133. Es ist wohl so, wie sie sagen; aber wo die Hirten sich schlagen, da werden die Schafe gefressen.
134. In welch hohem Grade ein Verbrecher Mensch bleiben, und seine geistliche und weltliche Herrschaft interessieren kann.
135. Weil er Vater von allen ist, so hält er zuerst und am stärksten seinen ältesten Buben im Zaum.
136. Der neue Vogt neben seinen Bauern.
137. Der Vogt neben des Weibels Töchterli.
138. Der Vogt ist wieder in des Kienholzen Stube und dann auf der Gasse beim Weibel, der auf dem Rosse sitzt.
139. Renold, ein braver Mann, tritt auf.
140. Die Morgenstunde Arners an einem Gerichtstage neben seinem Pfarrer.
141. Arner fängt seine Tagesarbeit an.
142. Bauern, die von ihrem Herrn reden.
143. Arner tut die Türe zu.
144. Sie werden jetzt bald aufhören, zu ratschlagen wider ihren Herrn und wider ihr Heil.
145. Der alte Trümpi bringt eine böse Nachricht.
146. Es fängt an, ernst zu werden.
147. Der Unverstand der Gewaltigen pflanzt die Lügen des Volkes, aber ihre Weisheit macht die Menschen wahrhaft.
148. Ein Sigrist und ein Schulmeister, zwei Brüder, dem Leibe nach und auch der Seele.
149. Er versteht das Fragen besser als sie das Lügen. Nachdem der Junker das alte und neue Verzeichnis miteinander verglichen, und die zweiundzwanzig Männer, welche Heu und Vieh falsch angegeben, mit Namen genannt hatte befahl er dem Weibel, die sechs, welche neben den sechzehn dastanden, die schon bekannt hatten, hervorzurufen.
150. Jakob Christoph Friedrich Hartknopf, der Ehegaumer und Stillständer von Bonnal, wird fuchswild gemacht.
151. Arners Urteil über die armen Sünder.
152. Es war seine Speise, daß er höre und tue den Willen seines Vaters im Himmel.
153. Wohin bringt den Menschen sein armes Herz, wenn er für dasselbe keinen Zaum hat?
154. Jetzt gar eine Ohnmacht um des armen, zaumlosen Herzens willen.
155. Die wahre Regierungsweisheit wohnet in Menschen, die also handeln.
156. Ein Kläger, dem die Sonne scheint.
157. Ein Doktor in der Perücke, auf einer Tragbahre und im Bette.
158. Ein aufgelöstes Rätsel und Arners Urteil über einen privilegierten Mörder.
159. Arner genießt wieder den Lohn seiner Arbeit.
160. Es nahet ein Todbett.
161. Wer von Herzen gut ist, richtet mit den Leuten aus, was er will, und bringt sie, wozu er will.
162. Die Menschen sind so gerne gut, und werden so gerne gut.
163. Worte einer Sterbenden.
164. Hier ist wahrhaftig ein Haus Gottes und eine Pforte des Himmels.
165. Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit übertreffen wird die Gerechtigkeit der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht ins Reich der Himmel eingehen.
166.
167. Auch neben dem Treufaug ist er weise.
168. Zu beweisen, daß die Menschen das werden, was man aus ihnen macht.
169. Zu einem guten Ziel kommen ist besser als viele Wahrheiten sagen.
170. Lebensbeschreibung des Vogts Hummel.
Vorrede.
Inhaltsverzeichnis
Diese Bogen sind die historische Grundlage eines Versuches, dem Volke einige ihm wichtige Wahrheiten auf eine Art zu sagen, die ihm in den Kopf und ans Herz gehen sollte.
Ich suchte sowohl das gegenwärtige Historische als das folgende Belehrende auf die möglichst sorgfältige Nachahmung der Natur und auf die einfache Darlegung dessen, was allenthalben schon da ist, zu gründen.
Ich habe mich in dem, was ich hier erzähle, und was ich auf der Bahn eines tätigen Lebens meistens selbst gesehn und gehört habe, sogar gehütet, nicht einmal meine eigene Meinung hinzuzusetzen zu dem, was ich sah und hörte, daß das Volk selber empfindet, urteilt, glaubt, redt und versucht.
Und nun wird es sich zeigen; – sind meine Erfahrungen wahr, und gebe ich sie, wie ich sie empfangen habe, und wie es mein Endzweck ist, so werden sie bei allen denen, welche die Sachen, die ich erzähle, selber täglich vor Augen sehn, Eingang finden. Sind sie aber unrichtig, sind sie bloß das Werk meiner Einbildungen und der Tand meiner eigenen Meinungen, so werden sie, wie andere Sonntagspredigten, am Montag verschwinden.
Ich sage nichts weiter, sondern ich füge nur noch zwei Betrachtungen bei, welche meine Grundsätze über die Art eines weisen Volksunterrichts ins Licht zu setzen geschickt scheinen.
Die erste ist aus einem Buche unsers seligen Luthers, dessen Feder in jeder Zeile Menschlichkeit, Volkskenntnis und Volksunterricht atmet. Sie lautet also:
»Die Heilige Schrift meint es auch darum so gut mit uns, daß sie nicht bloß mit den großen Taten der heiligen Männer rumpelt, sondern uns auch ihre kleinsten Worte an Tag gibt, und so den innern Grund ihres Herzens uns aufschließt.«
Die zweite ist aus einem jüdischen Rabbiner, und lautet nach einer lateinischen Übersetzung also:
»Es waren unter den Völkern der Heiden, die rings umher und um das Erbteil Abrahams wohnen, Männer voll Weisheit, die weit und breit auf der Erde ihresgleichen nicht hatten; diese sprachen: Lasset uns zu den Königen und zu ihren Gewaltigen gehn, und sie lehren, die Völker auf Erden glücklich zu machen.
Und die weisen Männer gingen hinaus, und lernten die Sprache des Hauses der Könige und ihrer Gewaltigen, und redeten mit den Königen und ihren Gewaltigen in ihrer Sprache.
Und die Könige und die Gewaltigen lobten die weisen Männer, und gaben ihnen Gold und Seide und Weihrauch, taten aber gegen die Völker wie vorhin. Und die weisen Männer wurden von dem Golde und der Seide und dem Weihrauch blind, und sahen nicht mehr, daß die Könige und ihre Gewaltigen unweise und töricht handeln an allem Volke, das auf Erden lebt.
Aber ein Mann aus unserm Volke beschalt die Weisen der Heiden, gab dem Bettler am Weg seine Hand, führte das Kind des Dieben und den Sünder und den Verbannten in eine Hütte, grüßte die Zöllner und die Kriegsknechte und die Samariter wie seine Brüder, die aus seinem Stamme sind.
Und sein Tun und seine Armut und sein Ausharren in seiner Liebe gegen alle Menschen gewannen ihm das Herz des Volkes, daß es auf ihn traute als auf seinen Vater. Und als der Mann aus Israel sah, daß alles Volk auf ihn traute als auf seinen Vater, lehrte er das Volk, worin sein wahres Wohl bestehe; und das Volk hörte seine Stimme, und die Fürsten hörten die Stimme des Volks.«
Das ist die Stelle des Rabbiners, zu der ich kein einziges Wort hinzusetze.
Und jetzt, ehe ihr aus meiner Stille geht, liebe Blätter! an die Orte, wo die Winde blasen, und die Stürme brausen, an die Orte, wo kein Friede ist – nur noch dies Wort, liebe Blätter! (möge es euch vor bösen Stürmen bewahren!)
Ich habe keinen Teil an allem Streit der Menschen über ihre Meinungen; aber das, was sie fromm und brav und treu und bieder machen, was Liebe Gottes und Liebe des Nächsten in ihr Herz, und was Glück und Segen in ihr Haus bringen kann, das, meine ich, sei, außer allem Streit, uns allen und für uns alle in unsere Herzen gelegt.
Den 25. Hornung 1781.
Der Verfasser.