Buch lesen: "Anweisung zum Weinbau an Gebäuden, Mauern, Lauben und Bäumen"

Schriftart:

Johann Gottfried Bornemann

Anweisung zum Weinbau an Gebäuden, Mauern, Lauben und Bäumen Herausgegeben zu Ermunterung der Kinder zu edler Thätigkeit


Veröffentlicht im Good Press Verlag, 2020

goodpress@okpublishing.info

EAN 4064066112554

Inhaltsverzeichnis

Vorwort.

Vorrede zur zweiten Auflage.

Eingang.

1. Zum Weinbau schickliche Oerter.

2. Anpflanzung der Schnittlinge.

3. Zeit der Anpflanzung von Schnittlingen.

4. Art des Legens der Schnittlinge.

5. Raum der Schnittlinge.

6. Vom Begießen und Düngen des Weinstockes.

7. Das Setzen der Schnittlinge mit dem Pfahl-Eisen.

8. Vom Begießen und ersten Beschneiden der Schnittlinge.

9. Vom Anpflanzen der Wurzlinge.

10. Vom ersten Beschneiden der Wurzlinge.

11. Vom Zudecken der Schnittlinge, Wurzlinge und aller anderer Weinstöcke überhaupt.

12. Vom Aufdecken der Weinstöcke im Frühjahre.

13. Behandlung der Schnitt- und Wurzlinge im zweiten Sommer.

14. Vom Beschneiden der Schnitt- und Wurzlinge im zweiten Herbste.

15. Behandlung der Schnitt- und Wurzlinge im dritten Sommer.

16. Vom Beschneiden der Schnitt- und Wurzlinge im dritten Herbste.

17. Vom Verbrechen oder Kappen.

18. Natürliche Ursachen des Nachtheils vom allzufrühen Verbrechen.

19. Nutzen des Nichtverbrechens oder Kappens.

20. Regelmäßiges Verlängern der Weinstöcke.

21. Umzäunung der Weinstöcke.

22. Vom Untersetzen der Weinstöcke.

23. Vom Verjüngen der Weinstöcke.

24. Vom ersten Anbinden oder Heften im Frühlinge.

25. Von den Reserve-Augen und ihren Ruthen.

26. Vom zweiten, dritten und vierten Anbinden oder Heften.

27. Das natürliche Anheften vermittelst der Gabeln.

28. Von der richtigen Lage der Ruthen.

29. Von der richtigen Lage der Trauben.

30. Vom Abbrechen der Blätter zum Gebrauche.

31. Einrichtungen zur Erleichterung des mühsam scheinenden Begießens.

32. Reinigung des Weingartens.

33. Das Erretten einiger Ruthen und Trauben vom Verderben im Frühjahre.

34. Vom Anpflanzen der Weinstöcke im Freien oder an Bäumen.

35. Schutzmittel gegen die späten Fröste im Mai und Juni.

36. Behandlung der im Winter erfrornen Stöcke.

37. Vom Senken oder Vermehren der Stöcke.

38. Vom Verpflanzen der Senker.

Vorwort.

Inhaltsverzeichnis

Wir leben jetzt in einer Zeit, wo alles, was die Landwirthschaft betrifft, beachtet und verbessert wird. Ich glaube aber, mit Recht behaupten zu können, daß man besonders in unserer Gegend Eins bei weitem noch nicht so beachtet hat, als es geschehen könnte und sollte. Dieß Eine ist der Weinbau. Man scheint, ihn für ein Geschäft zu halten, das bloß in wärmeren Gegenden mit großen Nutzen betrieben werden kann und betrachtet dieses herrliche Product bloß als ein entbehrliches Naschwerk, ohne zu bedenken, das es ein vortreffliches Sättigungs- und Stärkungs-Mittel ist, und bei reichlicherer Anpflanzung auch wohl ein nicht ganz unbedeutendes Erwerbsmittel werden könnte. Obschon hin und wieder an passenden Orten Weinstöcke sich befinden, so giebt es doch noch viele tausend leere und zu sonst weiter nichts brauchbare Stellen, wo die herrlichsten Weinstöcke gedeihen würden. Und selbst unter denen, die wir haben, giebt es viele, die man aus Unkunde vernachlässigt, so daß sie bei weitem den Nutzen nicht bringen, den sie bringen würden, wenn man sie richtig behandelte; welche Behandlung man sich gewöhnlich weit mühsamer, schwieriger und kostspieliger vorstellt, als sie wirklich ist. Ich selbst bin früher einer von denen gewesen, der seine zwei Weinstöcke aus Unkunde vierzehn Jahre lang vernachlässigte. Nachdem ich aber vor nunmehro 8 bis 9 Jahren die herrlichen Eigenschaften dieses vortrefflichen Gewächses kennen gelernt, und diese zwei Stöcke in kurzer Zeit bis auf viele Hunderte vermehrt habe, gehöre ich unter diejenigen, die sich der Früchte ihres Fleißes erfreuen können. Denn die Zahl meiner Weintrauben geht nun schon seit einigen Jahren alle Jahre weit in die Tausende, und meine Kinder, die jetzt diese herrlichen Früchte genießen können, so viel sie nur wollen, belachen es immer noch, daß sie sich früher mit großer Freude in die einzelnen Beeren der vernachlässigten Stöcke getheilt haben. Deshalb muß ich auch frei gestehen, daß mich nun jeder Ort, wo Wein stehen könnte, und jeder aus Unkunde vernachlässigte Stock, der oft bloß durch die Hand eines Kindes angepflanzt und richtig behandelt werden könnte, von Herzen dauert, zumal wenn ich noch in Erwägung bringe, welch’ ein herrliches Schutzmittel gegen Regen und Sonnenhitze dieses vortreffliche Gewächs den Gebäuden ist. Denn die Wände meines Schulhauses, die sonst bei Regenwetter von Nässe trieften, berührt jetzt kein Tropfen mehr, und die Stuben, in welchen man es früher im Sommer vor Hitze kaum aushalten konnte, sind jetzt kühlen Lauben ähnlich geworden, durch deren Fenster sich überall die Weintrauben hereindrängen. Mehrere in und außer meinem Wohnorte haben mich nun gebeten, ihnen auch Weinstöcke anpflanzen und nach meiner Art in Stand bringen zu helfen. Weil ich aber diese Bitte wegen Mangel an Zeit nur sehr wenigen erfüllen kann, und deshalb schon oft ein Undienstfertiger genannt worden bin: so habe ich mich entschlossen, meine aufgeschriebenen, durch Erfahrung und aus Büchern erlangten Kenntnisse in dieser Sache, durch den Druck bekannt zu machen, um dadurch Jeden in Stand zu setzen, nach meiner Art zu verfahren. Es sind zwar schon mehrere, diesen Gegenstand betreffende, aber nur zu große und deßhalb theure Anweisungen vorhanden. Ich habe in meiner gegenwärtigen Anweisung auf Kürze und Billigkeit Rücksicht genommen, und hege die frohe Hoffnung, vielleicht dem Einen und dem Andern, der diese theuren Anweisungen nicht kaufen kann, und auch dem, der sie kaufen kann oder vielleicht schon hat, aber gern auch noch die Meinung Anderer zur Vermehrung seiner Kenntnisse hört, durch diese kleine Schrift einen Dienst zu erweisen. Möge der Herr der Natur, von dem ja aller Segen kommt, auch dieses geringe Unternehmen für recht viele segensreich machen, und es zu einem Mittel gebrauchen, durch welches der Gewerbfleiß auch in unserer Gegend in dieser Hinsicht erhöht, und so manche leere Stelle zum Wohle des Landes angebaut wird; dann fühlt sich hinlänglich belohnt

Geschrieben

im Sommer des Jahres 1835.

der Verfasser.

Vorrede zur zweiten Auflage.

Inhaltsverzeichnis

Obgleich mein Büchlein bei einigen Wenigen Widerspruch fand, so war doch die Zahl derer, die mir ihren gütigen Beifall schenkten, weit größer, und daher kommt es denn nun, daß mir die Freude zu Theil geworden ist, die erste Auflage binnen vier Jahren vergriffen und eine zweite in’s Leben treten zu sehen. Wenn man es nun Herrn Kecht in Berlin nicht verargt, oder für Stolz auslegt, daß er in der Vorrede zur fünften Auflage seines Buches über den Weinbau, mehrere Empfehlungen seines Werkes hat abdrucken lassen, so wird man es ja auch mir nicht verargen, oder für Stolz auslegen, wenn ich mich gedrungen fühle, in gegenwärtiger Vorrede zur zweiten Auflage meines Büchleins, allen denen meinen schuldigen Dank öffentlich abzustatten, die mein geringes Bemühen gnädig und gütig anerkannt, und durch öffentliche Empfehlungen die Verbreitung desselben befördert haben. Demüthigen Dank also erstens Dem, der mir und meiner geringen Arbeit den Weg bahnte, und sie mit seinem göttlichen Segen krönte. -- Für’s zweite spreche ich hier meinen unterthänigsten Dank Einer Hochlöblichen Königl. Preuß. Regierung zu Merseburg aus, die im 63sten Stücke des öffentlichen Anzeigers, vom Jahre 1836, unter Nr. 850, durch eine allergnädigste Empfehlung den Absatz meines Büchleins ungemein beförderte. Jene Empfehlung lautet wörtlich also:

„Der Schullehrer in Döbern, Ephorie Delitzsch, Johann Gottfried Bornemann, hat eine Schrift herausgegeben: Anweisung zum Weinbau, an Gebäuden, Mauern, Lauben und Bäumen u. s. w. 62 Seiten in Octav, welche bei L. Meyner in Delitzsch gedruckt, und dort sowohl als bei dem Verfasser für fünf Silbergroschen zu haben ist. Nach dem Urtheile Sachverständiger, ist diese Schrift sehr wohlgelungen und verdient empfohlen zu werden.”

Merseburg, den 9. August 1836.

In der deshalb an Sr. Hochehrwürden, den sel. verstorbenen Herrn Superintendent Dr. Rudel in Delitzsch ergangenen schriftlichen Erklärung heißt es:

„Die von Ew. Hochehrwürden unterm 2ten vorigen Monats eingereichte Schrift des Schullehrers Bornemann in Döbern: Anweisung zum Weinbau, haben wir von einem Sachverständigen prüfen lassen, und dieser hat sie dem Inhalte nach, richtig und zweckmäßig abgefaßt befunden, und kann eine Anzeige derselben in den öffentlichen Anzeiger aufgenommen werden.”

Merseburg, den 9. August 1836.

Königl. Regierung, Abtheilung für das

Kirchen- und Schulwesen.

Unterthänigsten Dank daher meinen Hohen Vorgesetzten, die mein geringes Bemühen so gnädig anerkannten. -- Dank allen den Edlen und Guten in der Nähe und Ferne, die mich und mein Büchlein so liebevoll aufnahmen, und sich die Verbreitung desselben angelegen seyn ließen. -- Dank den Thätigen, die meinen Winken und Vorschlägen treulich folgten, und unaufgefordert erklärten, das was sie nach Anleitung meines Büchleins versuchten, auch in der That bewährt und richtig befunden zu haben. Dank besonders noch den aufrichtigen Freunden, die mich auf das noch Fehlende aufmerksam machten, und mich dadurch in den Stand setzten, es in dieser zweiten Auflage nachfolgen zu lassen. Einiges werde ich im Eingange erwähnen, und das Uebrige dem Büchlein selbst, da, wo es hingehört, einverleiben.

Zum Schlusse dieser Vorrede bitte ich die Freunde der Wahrheit und Aufrichtigkeit herzlich, mir jeden vielleicht auch in dieser zweiten Auflage vorkommenden Irrthum bestens anzuzeigen. Ich werde diese mir dadurch erzeigte Gefälligkeit mit dem größten Danke erkennen.

Möchte doch der Wunsch des Verfassers, durch diese kleine Schrift den Trieb zum Weinbaue in allen, ja auch schon in den Kindern zu wecken und zu stärken, im reichen Maaße erfüllt, und jede bis jetzt noch leere und doch für den Weinbau nutzbare Stelle zum Wohle der Menschheit und zur Verschönerung des Landes angebaut werden.

Möge der Geber alles Guten auch dieser zweiten Auflage seinen Segen zu Theil werden lassen, damit sie recht Vielen noch faßlicher und nützlicher werde, als die erste es war. Und wenn dann erfüllt ist, was im vorstehenden Gedichte steht:

„Es müssen alle leere Stellen

„Wo ja sonst nichts kann gedeih’n

„Von Euch grün bepflanzet seyn,

dann wird sich für seine darauf gewendete Mühe hinlänglich belohnt fühlen

Geschrieben

im Sommer des Jahres

1840.

der

Verfasser.

Eingang.

Inhaltsverzeichnis

Der ersten Auflage meines Büchleins fehlte es vorzüglich an einer vorausgehenden kurzen Uebersicht und Benennung der einzelnen Theile des Weinstocks. Sie folgen also hiermit:

Für das zunächst vom Stamme des Weinstocks ausgehende alte Holz, was man beim Baume Zacken oder Ast nennt, habe ich in keinem Buche eine fest angenommene richtige Benennung gefunden. In gegenwärtiger Anweisung ist es mit dem Namen: „Zweig von altem Holze” oder „Ast” bezeichnet. (§. 9 und 23.) Mir scheint es aber jetzt, als ob man diese Theile des Stockes mit Recht „Arme” oder auch „Kanal, Saftkanal” nennen könnte. Ich übergebe diese Benennung den geneigten Lesern zur Prüfung. Denn, wenn man den an diesen Aesten stehenden Theilen die Namen „Zapfen und Schenkel” gab, weil sie mit denselben einige Aehnlichkeit haben, so kann man ja eben so gut auch diese Aeste, die durchaus nicht mit den Reben verwechselt werden dürfen, „Arme” nennen, denn sie sind ja ebenfalls denselben ähnlich. Auf diese Weise wären demnach die Haupt- und Neben-Theile eines Weinstockes in der gehörigen Ordnung folgende:

 1) Die Wurzeln, §. 9. An diesen befindet sich

 2) Der Stamm oder Stock, §. 37. An demselben sind

 3) Die Aeste, oder richtiger gesagt, die Arme, §. 23. Daran stehen

 4) a., die Zapfen, b., die Schenkel, c., die Reben, §. 14. An diesen dreien sind

 5) a., die Augen, b., die im Frühjahre aus denselben kommenden Fruchtruthen und c., die Zugruthen, §. 28. An den Frucht- und Zugruthen befinden sich

 6) a., die Blätter, §. 30. b., die Trauben, §. 33. c., die Gabeln, §. 27, und d., die Seitenruthen oder der Geitz, §. 13. Die aus dem alten Holze des Stockes und aus seinen Armen kommenden Ruthen nennt man

 7) Wasserruthen, §. 30. Und die dicht neben manchen Augen noch stehenden Augen, heißen:

 8) Reserve-Augen, §. 25.

Die kostenlose Leseprobe ist beendet.

Genres und Tags

Altersbeschränkung:
18+
Veröffentlichungsdatum auf Litres:
17 Januar 2025
Umfang:
70 S. 1 Illustration
ISBN:
4064066112554
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Rechteinhaber:
Bookwire
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