Buch lesen: "Therapeutisches Arbeiten mit Symbolen"

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Die Autorin

Prof. Dr. Brigitte Dorst, Dipl.-Psych., Psychotherapeutin in eigener Praxis, Jung’sche Psychoanalytikerin und Lehranalytikerin am C. G. Jung-Institut Stuttgart, ist in den Bereichen Psychotherapie, Supervision, Beratung und in der Weiterbildung tätig.

Brigitte Dorst

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3., aktualisierte Auflage 2022

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-040330-7

E-Book-Formate:

pdf: ISBN 978-3-17-040331-4

epub: ISBN 978-3-17-040332-1

Inhalt

1  Geleitwort

3 Ingrid Riedel

4  Einleitung

6  Teil I Theoretische Grundlagen der Symbolarbeit

7  1 Einführung in die Symbolpsychologie

9  1.1 Symbole in der Alltagswelt

10  1.2 Was sind Symbole?

11  1.3 Der tiefenpsychologische Zugang zu Symbolen

12  1.4 Symbole und Archetypen

13  1.5 Symbole und ihre existentielle Bedeutung

14  1.6 Symbole in der Therapie

15  1.7 Zugänge zur Symbolerfahrung und -deutung

16  1.8 Übungen zur Symbolisierung

17  2 Alte und neue Symbole

18 

19  2.1 Die Universalität von Symbolen

20  2.2 Symbole in der Alltagssprache

21  2.3 Das Labyrinth – ein altes Wegsymbol

22  2.4 Das Auto – ein modernes Selbstsymbol

23  2.5 Tiersymbolik

24  2.6 Das Element Wasser

25  2.7 Zahlensymbolik: Die Zahl Dreizehn

26  3 Das Menschenbild der Analytischen Psychologie

27 

28  3.1 Ich und Selbst, persönliches und kollektives Unbewusstes

29  3.2 Werde der/die du bist – das Konzept der Individuation

30  3.3 Individuation, Identität und Kohärenz im Zeitalter der Postmoderne

31  3.4 Sinnsuche und Spiritualität

32  3.5 Die Schattenproblematik

33  3.6 Die therapeutische Beziehung

34  4 Symbole und Symbolarbeit in Gruppen

35 

36  4.1 Zur Bedeutung von Selbsterfahrungs- und Therapiegruppen

37  4.2 Der Archetyp der Gruppe

38  4.3 Gruppenpsychotherapie auf der Basis der Analytischen Psychologie

39  4.4 Symbolische Ausdrucksformen in Gruppen

40  4.5 Gruppen als Erfahrungsräume der Individuation

41  Teil II Methoden der Symbolarbeit

42  5 Traumsymbole und Traumarbeit

43 

44  5.1 Bedeutung und Sinn des Träumens

45  5.2 Das Traumverständnis C. G. Jungs

46  5.3 Funktionen des Traums aus Sicht der Analytischen Psychologie

47  5.4 Subjektstufige und objektstufige Trauminterpretation

48  5.5 Das Verstehen von Träumen

49  5.6 Träume als Wegweiser

50  5.7 Albträume und Angstträume

51  5.8 Traumbeispiele

52  5.9 Traumarbeit in Gruppen

53  5.10 Wie man Träume besser erinnern kann

54  6 Arbeit mit Märchen

55 

56  6.1 Märchen als Lebenshilfe

57  6.2 Tiefenpsychologische Zugänge zu Märchen

58  6.3 Märchenbeispiele und ihre Deutung

59  6.4 Aschenputtel – aus der Trauer zurück ins Leben

60  6.5 Rumpelstilzchen – der Leistungskomplex der Vatertöchter

61  6.6 Die gute Stiefmutter – Heilung von frühen Traumatisierungen

62  6.7 Wie man Märchen entschlüsseln kann

63  6.8 Was man mit Märchen alles machen kann

64  7 Geschichten als Medizin – Der Prinz, der glaubte ein Truthahn zu sein und andere Weisheitsgeschichten

65 

66  7.1 Die heilsame Kraft der Geschichten

67  7.2 Geschichten für die therapeutische Arbeit

68  8 Imagination als Zugang zur inneren Bilderwelt

69 

70  8.1 Imagination und Phantasie

71  8.2 Aktive Imagination

72  8.3 Entspannungsanleitungen zur Vorbereitung

73  8.4 Praktische Hinweise zur therapeutischen Arbeit mit Imaginationen

74  8.5 Beispiele aus der therapeutischen Praxis

75  8.6 Übungen zur Imagination

76  8.7 Wirkungen der Imagination

77  9 Symbole malen und gestalten

78 

79  9.1 Malen – mit sich selbst experimentieren

80  9.2 Wirkfaktoren des therapeutischen Malens

81  9.3 Anregung zum Malen und zur Motivfindung

82  9.4 Hinweise zum Verständnis von Bildern

83  9.5 Beispiele von Bildern aus der Therapie

84  9.6 Bilder in der Sprache

85  9.7 Malen und Gestalten in Gruppen

86  10 Symbolarbeit mit einzelnen Gegenständen

87 

88  10.1 Sinnerfahrung mit Symbolen und Ritualen

89  10.2 Stein-Meditation

90  10.3 Ein Feuer-Ritual zur Befreiung

91  10.4 Fragebogen zur Symbolik des Wassers

92  Nachwort

93 

94  Literatur

95 

96  Personenverzeichnis

97 

98  Stichwortverzeichnis

99 

Geleitwort
Ingrid Riedel

Brigitte Dorst ist ein sehr anregendes Buch gelungen, das Freude weckt, sich mit Symbolen auseinanderzusetzen, und Lust macht, mit ihnen zu arbeiten.

Für Symbole zu interessieren gelingt ihr nicht zuletzt dadurch, dass sie deren Bedeutung für den Menschen bewusst macht: Wo Symbole auftauchen, entsteht nämlich zugleich Bedeutung, Sinn-Deutung, Sinn – ob es nun um Träume, Imaginationen, Gestaltungen der Kunst, der Religion oder der Politik geht.

Wo hingegen Symbole fehlen, wo die symbolisierende Einstellung des Menschen zu seinem Leben blockiert ist, die beispielsweise in der Rose ein Symbol der Liebe, im Meer ein Symbol der Unendlichkeit erkennen könnte, da gerät der Mensch in eine Sinnarmut, ja Sinnleere. Solche innere Leere kann krank machen. Wenige Psychologen und Psychotherapeuten sahen diesen Zusammenhang so klar wie C. G. Jung: als ein »Leiden der Seele, die ihren Sinn nicht gefunden hat« (GW 11, § 497). Von daher ist es nur folgerichtig, dass Brigitte Dorsts Symbolverständnis vor allem auf der Psychologie C. G. Jungs basiert, die sie hier in großen Zügen und seltener Anschaulichkeit umreißt.

Um therapeutisches Arbeiten mit Symbolen geht es in diesem Buch, und therapeutisch zu arbeiten heißt hier vor allem, mit Symbolen zu arbeiten, damit die Patientinnen und Patienten – aus dem Unbewussten schöpfend – Bedeutung und Sinn für ihr Leben wiederfinden können. Bei der Arbeit mit Symbolen geht es aber, so betont Brigitte Dorst, nicht nur um Therapie, sondern vor allem um die Erweckung der in jedem Menschen schlummernden schöpferischen Impulse und damit um Entwicklung und Individuation überhaupt. So ist dieses Buch nicht nur für therapeutisch Arbeitende – und gewiss nicht nur für Therapeuten aus der Schule C. G. Jungs – relevant, sondern auch für alle diejenigen, die für die kreativen Impulse aus dem Unbewussten, für die Ressourcen aus der Tiefe der Psyche, wach und offen sind, die sie aufgreifen und mit ihnen arbeiten möchten, auch im weiteren pädagogischen, sozialtherapeutischen und erwachsenenbildnerischen Bereich.

Hierfür stellt Brigitte Dorst eine wahre Fülle praktischer Anregungen bereit. Sie verdeutlicht anschaulich – anhand von Fallbeispielen und mit Hilfe von Übungen –, wie die Arbeit mit Symbolen im Zusammenhang mit Träumen, Imaginationen, Märchen, Weisheitsgeschichten und auch mit dem bildnerischen Gestalten bzw. Malen aus dem Unbewussten geschehen kann.

Eine Besonderheit des Buches und ein Vorzug gegenüber bisherigen Darstellungen der Arbeit mit Symbolen liegt darin, dass die dargestellten Methoden auch für die Arbeit mit Gruppen gedacht und in dieser Hinsicht erprobt sind. Das gelungene Kapitel über die Symbolarbeit mit und in Gruppen stellt eine unentbehrliche Ergänzung zu solchen Veröffentlichungen dar, die die Möglichkeiten von Symbolarbeit nur im Rahmen der Einzeltherapie behandeln.

Es gehört zu den besonderen Vorzügen dieses Buches, die es so hilfreich für die Praxis machen, dass es die tiefenpsychologische Arbeit mit Symbolen in ihrer ganzen möglichen Bandbreite darstellt – und dies mit so anregenden Beispielen und Modellen, dass man verlockt ist, einige sogleich im eigenen Praxisfeld auszuprobieren.

Nicht zuletzt tut die klare, bildhafte Sprache wohl, mit der Brigitte Dorst auch anspruchsvolle Gedankengänge vermittelt, so dass das Buch gewiss über die fachlich Geschulten hinaus auch für solche Leserinnen und Leser hilfreich ist, die den Zugang zu Symbolen für sich selbst und für den eigenen Umgang mit Träumen oder Imaginationen gewinnen und ausprobieren wollen.

Ob am heute allgegenwärtigen Symbol des Autos oder am uralten Symbol des Labyrinths: An vielen Beispielen zeigt Brigitte Dorst auf, was Symbole sind, wie sie für therapeutische und Selbsterfahrungsprozesse genutzt werden können und was sie für die Sinnfindung in unserem Leben bedeuten.

Einleitung

Denn wo Gefahr ist,

wächst das Rettende auch.

HÖLDERLIN

Seit Beginn des Jahres 2020 hat die weltweite Corona-Krise alle Lebensbereiche beeinflusst, natürlich auch die therapeutische Arbeit. Verunsicherungen, Ängste, existenzielle Krisen und andere Auswirkungen dieser Pandemie werden andauern – darauf müssen wir uns einstellen. Wichtige stabilisierende Faktoren sind weggefallen, vor allem unmittelbare menschliche Nähe, Berührungen, Umarmungen. Zahlreiche Studien zu den psychischen Folgen der Pandemie belegen für Erwachsene und besonders auch für Kinder und Jugendliche enorme negative Auswirkungen.

Für den Alltag der therapeutischen Arbeit gibt es durch den Einsatz der neuen Medien eine Reihe von Veränderungen: Online-Sprechstunden über Videokonferenz-Systeme wie Skype, Teams oder Zoom lassen uns eintreten in den häuslichen Lebensbereich der Patientinnen und Patienten. Das Themenspektrum der Psychotherapie wird stärker bestimmt von den Veränderungen im Alltag der Patienten sowie von den äußeren und inneren Auswirkungen der Pandemie auf die Psyche. Die bisherigen Formen des Selbst- und Weltverständnisses sind in Frage gestellt.

Psychotherapie hat die Aufgabe, Hilfestellung zur psychische Stabilisierung zu geben, besonders auch in Zeiten kollektiver Verunsicherung. Zum Repertoire der Resilienz stärkenden Mittel gehört hier auch der reiche Schatz an inneren Bildern und Symbolen (Dorst, 2018). Diese durch die verschiedenen Methoden der Symbolarbeit zu erschließen, ist die Hauptintention auch der 3., aktualisierten Auflage dieses Buches. Es basiert ja, wie in den ersten Kapiteln deutlich wird, auf dem Welt- und Menschenbild der Analytischen Psychologie C. G. Jungs, das ein besonderes Verständnis von Phänomenen im Bereich des kollektiven Bewussten und Unbewussten, zu denen die Symbole zählen, ermöglicht (Dorst, 2020). In der therapeutischen Arbeit mit inneren Bildern und Symbolen könnte sich vielleicht ein Wort von Hölderlin als zutreffend erweisen: »Denn wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch« – vor allem auch durch die heilenden Kräfte der Psyche und aus den Bildern des kollektiven Unbewussten. Offen bleibt dabei, was wir alle noch zu lernen haben für die Gestaltung unseres Zusammenlebens mit allen Mitlebewesen, für unsere Beziehung zur Natur und Mitwelt.

In den letzten Jahren habe ich bei zahlreichen Psychotherapiekongressen und in Fort- und Weiterbildungskursen mit Kolleginnen und Kollegen zusammengearbeitet, die aus verschiedenen therapeutischen Schulen und Richtungen kamen und neugierig und interessiert waren an den therapeutischen Möglichkeiten der Analytischen Psychologie. Sobald sie sich auf den Weg der Selbsterfahrung einließen, war das Ergebnis immer wieder, dass sie für ihre persönliche Lebenssituation Anregungen und Impulse mitnahmen und zugleich sich angeregt und bereichert fühlten durch die Zugangswege zur Welt der Psyche, die die Analytische Psychologie und zunächst einmal ihr Begründer, C. G. Jung, gebahnt haben.

Diese Erfahrungen sind der Hintergrund dieses Buches. Es lädt Psychotherapeutinnen und -therapeuten verschiedener Richtungen ein, die Welt des Symbolischen, ihre Phänomene und ihre heilsamen Wirkungen zur Erweiterung des eigenen Repertoires kennenzulernen.

Von C. G. Jung stammt der Hinweis: »In religiösen Dingen kann man bekanntlich nichts verstehen, was man nicht innerlich erfahren hat« (GW 12, § 15). Ich denke, dass dieser Satz nicht nur für religiöse und spirituelle Erfahrungen gilt, sondern für Erfahrungsdimensionen der seelischen Innenwelt insgesamt.

Für mich ist die heilende Kraft der inneren Bilder immer noch geheimnisvoll, auch wenn wir inzwischen mehr wissen über ihre hirnphysiologischen Grundlagen und neuronalen Verschaltungsmuster. »All das, was im Lauf der Evolution des Lebendigen an Erkenntnissen gewonnen worden ist, wurde auf unterschiedlichen Ebenen in Form innerer Bilder festgehalten und an die jeweiligen Nachfahren weitergegeben. Das Leben ist also immer auch ein innere Bilder generierender Prozess«, so der Neurobiologe Gerald Hüther (2004, S. 43).

In diesem Buch geht es also um therapeutisch wirksame Prozesse, die lebendige Bilder generieren, und zugleich um eine Psychologie der Bewusstseinserweiterung und Selbsterkenntnis, um den Zugang zu den Tiefen der Psyche.

Das Buch gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil geht es um eine Einführung in die Symbolpsychologie auf der Basis der Analytischen Psychologie. Dabei sollen die ersten beiden Kapitel Zugänge zum Symbolerleben eröffnen. Dazu werden neben grundlegenden theoretischen Einführungen Übungen zur Symbolisierung für die Selbsterfahrung angeboten sowie verschiedene alte und neue Symbole wie Labyrinth, Auto und Beispiele aus der Zahl- und Tiersymbolik in einigen wichtigen Aspekte ihrer Bedeutungsvielfalt beschrieben.

Für tiefenpsychologische Anfänger ist das dritte Kapitel als Hilfe gedacht. Es beschreibt in Kürze das Menschenbild der Analytischen Psychologie. Die Analytische Psychologie C. G. Jungs ist neben der Individualpsychologie Alfred Adlers eine der drei grundlegenden tiefenpsychologischen Richtungen. Manches an Jungs Schriften und Aussagen fällt in die Kategorie des Zeitbedingten. Einige seiner Begriffe und Erkenntnisse sind dagegen heute zum selbstverständlichen Allgemeingut geworden, z. B. die Konzepte Extraversion und Introversion. In manchen Gedanken und Erkenntnissen war Jung seiner Zeit voraus und wird erst heute verstehbar. Und natürlich ist die Analytische Psychologie nicht bei Jung stehengeblieben, sondern von ihren Vertreterinnen und Vertretern ständig weiterentwickelt worden. Auch die therapeutischen Arbeitsweisen der Analytischen Psychologie müssen dem jeweiligen psychologischen Wissensstand entsprechen, z. B. heute Bezug nehmen auf die Forschungsergebnisse der Neurowissenschaften. Dieses Kapitel zum Menschenbild der Analytischen Psychologie wurde in der 2. Auflage um das wichtige Schattenkonzept und Erläuterungen zur therapeutischen Beziehung erweitert.

Selbsterfahrung und therapeutische Arbeit sowie Ausbildung geschehen heutzutage vielfach in Gruppen. Gruppen waren und sind für uns Menschen ein Lebenselement, Orte vielfältiger Erfahrungen und Lernprozesse. Das Kräftefeld von Gruppen hat mich in meiner Arbeit als Gruppendynamikerin immer besonders fasziniert. Der Archetyp der Gruppe ist nach meinem Verständnis in allen Formen menschlicher Gemeinschaften wirksam. Gruppen sind für heutige Menschen bedeutsame Erfahrungsräume von Individuation, dem lebenslangen menschlichen Entwicklungs- und Reifungsprozess. Daher erläutere ich im vierten Kapitel Grundlagen für ein gruppendynamisch-jungianisches Verständnis von Gruppen.

Mit diesem Hintergrundwissen können sich der Leser und die Leserin an den zweiten Teil des Buches wagen: an die Selbsterfahrung und praktische therapeutische Arbeit mit Symbolen.

In jedem Kapitel sind kurzgefasste theoretische Verstehensgrundlagen, Beispiele, Übungen und Anleitungen zur vertiefenden Selbsterfahrung zu finden. Im Einzelnen geht es um Traumsymbole und Traumarbeit, um die therapeutische Arbeit mit Märchen, darum, wie man Märchen entschlüsseln und was man mit Märchen alles machen kann; es geht um Weisheitsgeschichten als Therapeutikum, um Imagination und Phantasie als Zugang zur inneren Bilderwelt und um das kreative Malen und Gestalten von Symbolen.

Das Buch richtet sich zunächst an diejenigen, die therapeutisch arbeiten und/oder sachkundig Selbsterfahrungsprozesse anleiten und begleiten. Es wendet sich aber auch an Menschen, die auf ihrem eigenen Weg der Individuation nach vertiefenden Anregungen und Hilfestellungen suchen.

Es ist mir eine Freude, die tiefenpsychologischen Erfahrungsschätze der Analytischen Psychologie den Leserinnen und Lesern zur Verfügung zu stellen und so einen Teil meiner eigenen Erfahrungen weiterzugeben. Das Buch will ein Beitrag sein für eine weiter zu entwickelnde integrative Psychotherapie, bei der die einzelnen heutigen Schulen und Richtungen in einen wechselseitig anregenden, korrigierenden und die eigenen Sichtweisen erweiternden Dialog eintreten.

Ein Wort noch vorweg zur Sprache: Als Psychologin weiß ich um die fatalen Auswirkungen einer androzentrischen Sprache auf das Bewusstsein von Frauen und Männern. Konventionelle Gründe und ein Hinweis auf sprachliche Vereinfachung können dies nicht länger rechtfertigen. Gewiss ist es stilistisch manchmal weniger elegant und auch umständlich, in einer geschlechtergerechten Sprache zu schreiben, die Männer und Frauen sichtbar macht und benennt. Ich habe mich dafür entschieden, sowohl weibliche als auch männliche Sprachformen im freien Wechsel zu benutzen, um ständige lästige Doppelnennungen zu vermeiden. Ich gehe davon aus, dass aufgeklärte Leserinnen und Leser damit klarkommen, wenn einmal von Psychotherapeutin und Klient, dann von Analytiker und Patientin die Rede ist.

Jung hat von Therapeutinnen und Therapeuten gefordert, mit jedem Menschen einen eigenen Weg zu suchen entsprechend seinem Leiden, seinen Störungen und seinen Heilungspotentialen, die so oft darauf warten, über die Sprache des Symbolischen angeregt zu werden. In diesem Sinne ist die Therapie im Rahmen der Analytischen Psychologie ein ressourcenorientiertes Verfahren.

Altersbeschränkung:
0+
Veröffentlichungsdatum auf Litres:
19 Dezember 2025
Umfang:
290 S. 17 Illustrationen
ISBN:
9783170403321
Rechteinhaber:
Bookwire
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