Buch lesen: "Unnützes Katzen Wissen: Verrückte Fakten rund um die Samtpfoten"
Annika Storm
Unnützes Katzen-Wissen
Von Katzen versteht niemand etwas, der nicht selbst eine Katze ist.
Natsume Sōseki (1867 - 1916),
japanischer Dichter und Anglist
Links oder rechts
Katzen haben eine Lieblingspfote, mit der sie zuerst eine Treppe hinaufsteigen oder nach einem Spielzeug schnappen. Zwei Forscherinnen aus Irland haben festgestellt, dass die Vorliebe für eine bestimmt Pfote mit dem Geschlecht zusammenhängt: Weibliche Stubentiger sind meistens rechtspfötig wohingegen Kater eher ihre linke Pfote benutzen.
kurz & knapp
Wenn sich Katzen auf ihre Beute fokussieren, erweitern sich die Pupillen enorm. So können sie auch kleinste Details wahrnehmen. Das gilt ebenfalls für Stubentiger, die auf der Jagd nach einem Spielzeug sind.

Als ursprüngliche Wüstenbewohner können Katzen eine ganze Zeit lang ohne Wasser auskommen. Die Sandkatze kann, mit der im Fleisch von Beutetieren enthaltenen Flüssigkeit, sogar komplett ohne zusätzliches Wasser überleben.

Warum Katzen auch „Muschi“ genannt werden, ist nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise ist es eine Variation des Worts „Mutze“. So wurden im 13. Jahrhundert leichte Mädchen bezeichnet, die einen ähnlich verruchten Charakter und ein attraktives Aussehen wie Katzen haben.
Tierischer Schmuggler
Für die Behörden in Costa Rica war es ein Rätsel: Immer mehr Mobiltelefone gelangten in die Gefängnisse des Landes. Schließlich wurde ein Übeltäter auf frischer Tat ertappt. Gefängniswärter entdeckten eine Katze, an deren Rücken ein Sack festgebunden war. Als die Wachen das Tier bemerkten, machte sich dieses erstmal aus dem Staub. Es folgte eine fünfstündige Verfolgungsjagd, ehe der flauschige Schmuggler gefasst werden konnte. In dem Beutel bei der Katze befanden sich zwei Handys inklusive Ladekabel und SIM-Karten. Diese hätte sie an Gefängnisinsassen ausliefern sollen. Hinter Gitter kam der Übeltäter allerdings nicht: Nachdem die Wärter die Ladung an sich genommen hatten, gelang es der Katze direkt wieder zu flüchten.
Zu Göttern erkoren
Die alten Ägypter liebten und verehrten Katzen als heilige Tiere. Der Kult rund um die Samtpfoten entstand in der Spätzeit des ägyptischen Reichs um etwa 664 bis 332 v. Chr. Die Göttin, der die Katzen zugeordnet wurden, trug den Namen „Bastet“. Sie galt allgemeinhin als freundlich und sanftmütig. Der Katzenkult verbreitete sich in ganz Ägypten und fand Einzug in viele Haushalte, wo Katzen die Stellung von Hausgötzen einnahmen.
Grund für die Beliebtheit der Fellnasen: Katzen waren für die Ägypter sehr nützlich. Getreide war ein kostbares Gut und die Katzen hielten erfolgreich Mäuse und anderes Getier von den Kornspeichern fern. Auch Tempel hatten oftmals mit Mäuseplagen zu kämpfen. Für die Tempelkatzen gab es eigene Katzenpriester, die sich um das Wohlergehen der Vierbeiner kümmerten.
Den Katzen kam ein enormer Stellenwert zu. Sie wurden behandelt wie Angehörige, hatten eigene Friedhöfe und es galt als schweres Verbrechen, eine Katze zu töten. Man erzählt sogar, dass Katzen bei Hausbränden vor den eigenen Kindern gerettet wurden.
kurz & knapp
Katzen haben kein Schlüsselbein. So können sie sich durch noch so enge Räume zwängen.

Eine Studie hat ergeben, dass fast jeder zweite Katzenbesitzer ein Foto seiner Fellnase im Geldbeutel aufbewahrt. Nicht umsonst wird das Portemonnaie auch „Geldkatze“ genannt.

Seefahrer hatten typischerweise immer eine Katze mit an Bord. Diese sollte nicht nur Mäuse und Ratten fernhalten, sondern galt auch als Glücksbringer. Fiel die Katze über Bord, musste sie schnell wieder aus dem Wasser gefischt werden, da man glaubte, dass sonst ein Sturm über das Schiff hereinbrechen würde.

Die normale Körpertemperatur von Katzen liegt zwischen 36,7 °C und 38,9 °C. Das ist deutlich höher als die durchschnittliche Temperatur des menschlichen Körpers mit 35,7 °C bis 37,3 °C.
Zufällige Erfindung
Der Erfinder der Katzenklappe ist niemand Geringeres als Sir Isaac Newton. Bei seinen wissenschaftlichen Arbeiten fühlte er sich durch seine Katze gestört: Diese wollte permanent in sein Studienzimmer hinein oder wieder heraus. Newton hatte irgendwann keine Lust mehr, den Türöffner für die Samtpfote zu spielen. Er sägte ein Loch in die Tür und befestigte eine bewegliche Klappe daran. Die Katzenklappe war geboren.
Macht jedem Hund Konkurrenz
Die längste Katze der Welt heißt „Barivel“ und misst stolze 120 Zentimeter. Der Maine-Coon-Kater genießt das Leben in Italien. Doch es geht noch größer: Bis zu seinem Tod 2013 hatte den Titel der längsten Katze der amerikanische Kater „Stewie“ inne. Er brachte es sogar auf 124 Zentimeter Körpergröße.
Altersunterschiede
Die durchschnittliche Lebenserwartung von Katzen unterscheidet sich stark je nach Lebensumfeld. Katzen, die in der Wildnis ohne menschliche Zuwendung leben, erreichen im Schnitt ein Alter von lediglich vier bis fünf Jahren. Deutlich besser sieht es für Katzen aus, die von Menschen umsorgt werden. Freigänger haben eine Lebenserwartung von zehn bis zwölf Jahren. Damit liegen sie aber noch deutlich unter den Erwartungen für Hauskatzen. Freigänger sind bei ihren Ausflügen mehr Gefahren ausgesetzt und können sich schneller Infektionen oder Verletzungen einfangen. Das Durchschnittsalter von Wohnungskatzen liegt bei optimalen Voraussetzungen bei stolzen 15 Jahren. Wie alt die Samtpfoten letztendlich werden, liegt aber vor allem an ihren Genen.
Faulpelze
Katzen schlafen gerne und viel. An einem Tag schlafen die Fellnasen bis zu 16 Stunden. Natürlich nicht an einem Stück: Sie teilen sich die Schlafphasen über den Tag hinweg auf. Die Samtpfoten verschlafen auf diese Weise etwa zwei Drittel ihres Lebens.
Super-Lauscher
Katzen haben ein exzellentes Gehör – etwa dreimal besser als das von uns Menschen. Im niedrigen Frequenzbereich hören Katzen etwas schlechter, dafür im hohen umso besser. Bis zu 100.000 Hertz hohe Töne können sie wahrnehmen. So können Katzen hochfrequente Geräusche wie das Quieken einer Maus besser hören.
Todfeind aller Katzen: die Gurke
Ein fieser Streich versetzte Katzen 2016 auf der ganzen Welt in Panik. Besitzer hatten beim Fressen unauffällig eine Gurke hinter ihren Stubentigern platziert. Als die Vierbeiner das Gemüse bemerkten, bekamen viele so einen Schreck, dass sie mit aufgestellten Haaren in die Höhe sprangen. Videos von dem Phänomen gingen viral und fanden unzählige Nachahmer.
Aber warum haben Katzen solche Angst vor Gurken? Verhaltensforscher bestätigen, dass es nicht an dem grünen Gemüse liegt: Die Katzen erschrecken sich lediglich, weil sich auf einmal ein unbekanntes Objekt direkt hinter ihnen befindet.
kurz & knapp
Es gibt spezielle Katzenpsychologen, die sich um das geistige Wohlbefinden der Fellnasen kümmern. Sie können helfen, wenn Katzen unter Verhaltensstörungen wie Angst, Aggressionen oder Unsauberkeit leiden.

Katzen schnurren etwa 1.500 Mal in der Minute. In ihrem gesamten Leben haben sie damit durchschnittlich 10.950 Stunden geschnurrt.

Googelt man nach „Katze“ findet die Suchmaschine über 93 Millionen Einträge. Sucht man nach dem englischen Begriff „Cat“ sind es sogar mehr als 3,2 Milliarden Ergebnisse.

Der Ruhepuls einer Katze liegt bei 80 bis 140 Schlägen in der Minute. Damit ist er deutlich höher als bei Menschen mit 60 bis 90 Schlägen pro Minute.

Alle Katzenbabys haben bei Geburt blaue Augen. Erst nach ein paar Monaten lässt sich die endgültige Augenfarbe erkennen.
Ein außergewöhnliches Orakel
Die Therapiekatze „Oscar“ soll den Tod von Menschen vorhersagen können. Er lebt seit er ein Kätzchen war in einem Pflegeheim in den USA. Die Einrichtung betreut vor allem Alzheimer- und Parkinson-Patienten am Ende ihres Lebens.
Den Pflegern des Heims fiel nach etwa einem halben Jahr ein besonderes Verhalten des Katers auf: Oftmals besuchte er Patienten, schnupperte an ihnen und legte sich zum Schlafen zu ihnen ins Bett. Das Bemerkenswerte: Alle Patienten starben nur wenige Stunden nach „Oscars“ Besuch. Der Kater hatte so ein gutes Gespür für den nahenden Tod, dass die Pfleger sofort die Angehörigen der Patienten kontaktierten, sobald sich der Kater zu ihnen legte.
Mögliche Erklärungen für das „Talent“ des Stubentigers sind unter anderem, dass kurz vor dem Tod bestimmte Chemikalien erzeugt werden, die der Kater riechen kann. Oder aber, dass Katzen generell ein sehr sensibles Gespür dafür haben, wenn es Menschen schlecht geht. Übrigens: „Oscars“ besonderes Talent war eine Vorlage für Stephen Kings Horror-Roman „Doctor Sleep“.
Fass mich nicht an
Die meisten Katzen werden nicht gerne am Bauch gestreichelt. Das liegt unter anderem daran, dass dort viele verletzliche Organe liegen, die instinktiv geschützt werden. Außerdem sind die Haarfollikel am Bauch besonders berührungsempfindlich. Wenn sich eine Katze auf den Rücken dreht und ihren Bauch entblößt ist das ein Zeichen von großem Vertrauen, bedeutet aber noch lange nicht, dass sie dort auch gestreichelt werden möchte.
Katzen-Queen
Ein großer Katzenfan war Musiker Freddie Mercury. Der Frontsänger der Band Queen hatte zehn Stubentiger. Freddies Lebenspartner Jim Hutton sagte, dass „Freddie die Katzen wie seine eigenen Kinder behandelte“. Sein Soloalbum widmete der Musiker seiner „Katze Jerry – außerdem Tom, Oscar, und Tiffany, und allen Katzen da draußen im Universum – alle anderen sind egal!“. Eine Katzendame hatte es dem Sänger dabei besonders angetan: „Delilah“. Ihr widmete Mercury einen eigenen Song auf dem Album „Innuendo“ (1991). In dem Text zu dem Lied kommt unter anderem auch Miauen vor.
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In vielen Gegenden der USA wird an Halloween geraten, seine Katze nicht nach draußen zu lassen. Die Vierbeiner sind in dieser Zeit besonders gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden. Vor allem schwarze Katzen. Aus diesem Grund stehen in vielen Tierheimen rund um Halloween keine schwarzen Katzen zur Adoption zur Verfügung.

Zählen können Katzen zwar nicht direkt, sie sind aber sehr wohl dazu in der Lage, Mengenverhältnisse voneinander zu unterscheiden. In einem Experiment konnten Fellnasen zwischen zwei und drei Punkten einen Unterschied erkennen.

Das goldglänzende Mineral Pyrit wird auch „Katzengold“ genannt. Durch sein Aussehen kann es von Laien mit Gold verwechselt werden. Das Wort „Katzengold“ hat hierbei aber nur wenig mit den Samtpfoten zu tun: Wahrscheinlich stammt der Name von dem Wort Ketzer ab, das auch „Fälscher“ bedeutet.
Warum lieben Katzen Katzenminze?
Katzenminze zieht die Samtpfoten geradezu magisch an. Sie reiben sich an den Blättern, knabbern diese an und rollen sich euphorisch in der Pflanze. Die grünen Blätter mit den violetten Blüten haben eine betörende, wenn nicht sogar berauschende Wirkung auf Katzen. Das gilt übrigens für alle Katzen: Auch Großkatzen wie Löwen und Tiger können dem Duft der Katzenminze einfach nicht widerstehen. Wie genau die Katzenminze auf die Vierbeiner wirkt, ist nicht vollständig geklärt.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass die enthaltenen Stoffe Actinidin und Nepetalacton für die Wirkung verantwortlich sind. Diese ähneln in ihrem Duft den Lockstoffen, die paarungsbereite Katzen verströmen. Für Katzenbesitzer kann die Minze ein wahres Wundermittel sein: Zum einen hat es eine entspannende Wirkung. Das kann beispielweise hilfreich sein, wenn sich die Samtpfote mal wieder weigert in die Transportbox zu kommen. Zum anderen kann der Duft auch anregend wirken und den Spieltrieb fördern. Da bewegt sich selbst ein fauler Stubentiger wieder gerne. Falls sich die Katze überhaupt nicht von der Minze beeindrucken lassen sollte, ist das auch kein Grund für Sorge: Nur etwa 50 Prozent aller Katzen reagieren überhaupt auf Katzenminze.
Prächtige Mähne
Die Katze mit den längsten Haaren trägt den stolzen Namen „Colonel Meow“. Einzelne Haare des Katers sind bis zu 23 Zentimeter lang. Das hat ihm einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde beschert. Seine Besitzerin ist aber nicht nur froh über die Fellpracht ihres Vierbeiners. Sie erzählt, dass sie ständig staubsaugen muss, weil die ganze Wohnung voller Haare ist.
Ein Dieb auf Abwegen
Kanadier haben den Ruf, sehr höfliche und rücksichtsvolle Menschen zu sein. Dass das wohl auch für Einbrecher gilt, zeigte ein Mann in der kanadischen Region Nova Scotia. Als die Bewohner nicht zu Hause waren, verschaffte er sich Zugang zu deren Heim. Anstatt das Haus zu plündern und Wertsachen an sich zu nehmen, hatte er aber ganz andere Motive: Er wusch die Wäsche, nahm eine Dusche und versorgte anschließend die im Haus lebenden Katzen. Seine Errungenschaften hielt der merkwürdige Einbrecher im Tagebuch der Bewohner fest: „Heute war mein erster Tag auf der Ranch. Ich habe die Katzen […] gefüttert. Ich kann hier so viel tun, ich muss mich nur daran erinnern, mich zu entspannen und mir Zeit zu lassen.“
Wo die wilden Katzen wohnen …
Sie ist eine scheue Schönheit mit grüngrauen Augen und buschigem Schwanz: die Wildkatze. Mit der Hauskatze hat sie nur wenig gemein. Unsere Stubentiger stammen nicht von der europäischen Wildkatze ab, sondern von der deutlich leichter zu zähmenden Falbkatze aus Afrika. Diese kam einst mit den Römern zusammen über die Alpen nach Deutschland.
Die europäische Wildkatze hat sich in den tausenden Jahren, die sie durch unsere Wälder streift, nie zähmen lassen. Das liegt auch daran, dass die wilde Samtpfote Menschen stark meidet und sehr scheu ist. Heutzutage stehen die Chancen, eine Wildkatze zu Gesicht zu bekommen aber deutlich besser als noch vor einigen Jahren: Bis vor Kurzem galt die europäische Wildkatze in den meisten Regionen Deutschlands als vom Aussterben bedroht. Nachdem sie zwischenzeitlich fast vollkommen verschwunden war, leben mittlerweile wieder einige Tausend Exemplare bei uns. Das ist vor allem naturnaher Waldbewirtschaftung und grünen Korridoren über Autobahnen zu verdanken. Obwohl sich die Lage der Wildkatze in Deutschland deutlich verbessert hat, gibt es noch viel zu tun, damit sich die flauschigen Wildtiere wieder wohl fühlen. Die größte Bedrohung bleibt dabei der Straßenverkehr, durch den die Streifzüge vieler Wildkatzen tödlich enden.
Die süße Mode-Zarin
Katzendame „Choupette“ hat im Leben des Modedesigners Karl Lagerfelds eine ganz besondere Rolle gespielt. Die hübsche Birma-Katze mit den blauen Augen war sein absoluter Liebling. Sie bekam ihr Essen von einem eigenen Hauskoch zubereitet, hatte zwei Dienstmädchen, einen Privatjet und einen Bodyguard.
Sogar ganze Modekollektionen ihres Herrchens wurden nach „Choupette“ benannt. Sie selbst war aber auch nicht untätig: So warb sie als Model für Opel und japanische Schönheitsprodukte. Als Covermodel schaffte sie es, neben menschlichen Berühmtheiten wie Gisele Bündchen, auf die Titelseite der Vogue. Ihr Werbewert soll sich auf etwa 30 Millionen Euro belaufen.
Als der Modezar im Februar 2019 verstarb, stellte sein Testament sicher, dass seine geliebte Katze auch nach seinem Tod ein luxuriöses und angenehmes Leben führen kann: Lagerfeld legte fest, dass „Choupette“ eine Adoptivmutter, ein schönes Haus und finanzielle Zuwendung erhalten soll.
Breitbild-Sicht
Katzen haben ein größeres Sichtfeld als Menschen. Während wir alles vor uns in einem etwa 180 Grad-Winkel sehen können, haben unsere vierbeinigen Begleiter eine Wahrnehmung von etwa 200 Grad. Das liegt daran, dass sie auch an den äußeren Bereichen des Sichtfelds (der Peripherie) mehr wahrnehmen können.