Buch lesen: "Gelassenheit durch Auflösung innerer Konflikte"

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Die Autorin

Univ.-Prof. Angelika C. Wagner, Ph.D. (University of Michigan), ist emeritierte Professorin für Pädagogische Psychologie an der Universität Hamburg. Sie ist die Begründerin der Methode der Introvision. Sie leitet seit über 40 Jahren ein Langzeitforschungsprogramm zur Entstehung und Auflösung innerer Konflikte in der mentalen Selbstregulation. Die Introvision ist ihr Lebenswerk. Sie ist außerdem die Erstautorin des Praxisbuchs »Introvision. Problemen gelassen ins Auge schauen. Eine Einführung« (zus. mit R. Kosuch und T.A. Iwers, 2020, 2. Aufl.).

Angelika C. Wagner

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3. Auflage 2021

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-034170-8

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pdf: ISBN 978-3-17-034171-5

epub: ISBN 978-3-17-034172-2

Inhalt

1  Vorwort zur ersten Auflage

2  Vorwort zur dritten Auflage

3  Danksagungen

4  1 Einleitung

5  1.1 Zwischen Gelassenheit und Panik: das Psychotonusmodell

6  1.1.1 Gelassenheit

7  1.1.2 »Was es zu erklären gilt«: das Psychotonusmodell unterschiedlicher mentaler Zustände

8  1.1.3 Die einzelnen Stufen der Psychotonusskala (PT)

9  1.2 Gelassener werden durch Introvision: eine einführende Übersicht

10  1.2.1 Den Kopf wieder freibekommen: Zur Vorbereitung: »Pakete packen« als Anfänger-Übung

11  1.2.2 Mentale Entspannung im Alltag: das Konstatierende Aufmerksame Wahrnehmen (KAW)

12  1.2.3 Die Methode der Introvision

13  1.2.4 Blitzintrovision

14  1.3 Forschung zur Introvision

15  1.3.1 Innere Konflikte

16  1.3.2 Introvision

17  1.3.3 Die Entwicklung der Theorie der Mentalen Introferenz

18  1.3.4 Wirksamkeit von Introvision

19  1.4 Das »Theorem der dicken Klöpse« und eine Übersicht über den Inhalt des Buchs

20  1.5 Zusammenfassung

21  2 »Wie entsteht Gelassenheit?« Die Theorie der Mentalen Introferenz (TMI)

22  2.1 Zum Stand der Forschung: Theorien zur Entstehung von Gelassenheit und Konflikt

23  2.2 Eine kurze einführende Übersicht über die Theorie der mentalen Introferenz

24  2.2.1 Die Entwicklung der Theorie der mentalen Introferenz

25  2.2.2 Eine kurze Übersicht über Grundbegriffe der TMI

26  2.3 »Die stille See und das erste leichte Kräuseln der Wasseroberfläche«: der Prozess des primären Eingreifens

27  2.3.1 Der Wanderer: ein Gedankenexperiment

28  2.3.2 »Worin introferent eingegriffen wird«: die epistemische Intelligenz des Menschen

29  2.3.3 »Was beim primären Eingreifen überschrieben wird« kognitive Fehlstellen (Defaults): Leerstellen, Widersprüche, Inkongruenzen, Diskrepanzen

30  2.3.4 Das »Wie« des primären Eingreifens

31  2.4 Habitualisierung und Automatisierung des introferenten Eingreifens

32  2.5 Sekundäre Introferenz, oder »Wie die Wellen größer werden«

33  2.6 Auswirkungen introferenter Kognitionen auf die menschliche Informationsverarbeitung – ein kurzer Ausblick

34  2.7 Das »Auge des Wirbelsturms« und wie der Wirbelsturm sich wieder beruhigt: das KAW als die Grundlage der Introvision

35  2.8 Zusammenfassung

36  3 Konstatierendes Aufmerksames Wahrnehmen (KAW) – ein Zustand des Nichteingreifens

37  3.1 Grundlagen und Merkmale des Konstatierenden Aufmerksamen Wahrnehmens

38  3.2 Vier KAW-Übungen

39  3.2.1 KAW-Übung I: »Konstatieren«

40  3.2.2 KAW-Übung II: Weit- und Engstellen

41  3.2.3 KAW-Übung III: Weitgestellt mit konstantem Fokus

42  3.2.4 KAW-Übung IV: Das Zentrum des Angenehmen oder des Unangenehmen

43  3.3 Die Praxis des KAW

44  3.3.1 Hinweise zum Üben des KAW

45  3.3.2 Längerfristige Auswirkungen der KAW-Übungen: Erfahrungsberichte

46  3.4 KAW für Fortgeschrittene: KAW-Anwendungen im Alltag

47  3.4.1 KAW-Anwendung 1: Den Kopf frei bekommen: integrierendes KAW oder der »mentale Screenshot«

48  3.4.2 KAW-Anwendung 2: »Und wo, bitte schön, bleibt das Positive?« Sich in etwas Gutes, Angenehmes, Schönes vertiefen ohne Unangenehmes auszublenden

49  3.4.3 KAW-Anwendung 3: Die Lösung sachlicher Probleme, oder: das epistemische System arbeiten lassen, ohne bewusst introferent einzugreifen

50  3.4.4 KAW-Anwendung 4: Mehr über den Prozess des introferenten Eingreifens erfahren: sich selbst beim introferenten Eingreifen zuschauen

51  3.4.5 KAW-Anwendung 5: KAW auf den Prozess des Sich Imperierens

52  3.4.6 KAW-Anwendung 6: »KAW auf alles« oder multimodales KAW

53  3.4.7 KAW-Anwendung 7: »KAW auf KAW«

54  3.4.8 »Choiceless awareness«

55  3.5 KAW im Vergleich mit anderen Verfahren

56  3.6 Zusammenfassung

57  4 Den Kern eines akuten Konflikts finden: die erste Phase der Introvision. Die Theorie Subjektiver Imperative (TSI)

58  4.1 Allgemeines über Konflikte

59  4.2 Ausgangspunkt: »Was geht Ihnen in der jeweiligen Situation durch den Kopf?«

60  4.3 Imperativische Sollvorstellungen – die imperierte Selbstanweisung: »Gib diese Sollvorstellung nicht auf!«

61  4.4 Imperativverletzungskonflikte (IVK)

62  4.4.1 Realitätskonflikte: »Die Wirklichkeit ist nicht so, wie sie sein müsste«

63  4.4.2 Imperativkonflikte: »Es muss sein, es darf nicht sein«

64  4.4.3 Undurchführbarkeitskonflikte: »Es muss sein, dass …, aber es geht nicht«

65  4.4.4 Konflikt-Konflikte: »In Konflikt mit dem eigenen Konflikt«

66  4.4.5 Der gemeinsame Kern des Imperativ-Verletzungskonflikts: eine unauflösbare Diskrepanz

67  4.4.6 Die Theorie Subjektiver Imperative als Meta-Theorie der mentalen Selbstregulation

68  4.5 »Was daran ist das Zentrum des Unangenehmen?« Die Tiefenstruktur imperativischer Vorstellungen explorieren

69  4.5.1 Imperativketten und Kernimperative

70  4.5.2 Imperativbäume

71  4.5.3 Fazit: Introvision bedeutet aufzuhören, die epistemische Kern-Subkognition introferent wegzuschieben

72  4.6 In akute Konflikte sekundär eingreifen: Konfliktumgehungsstrategien (KUS)

73  4.6.1 Das Kategoriensystem zur Erfassung von Konfliktumgehungsstrategien (KUS-R)

74  4.6.2 Konfliktumgehungsstrategien als Teillösungsstrategien

75  4.7 Zusammenfassung

76  5 Die Durchführung der Introvision zur Auflösung eines Konfliktes

77  5.1 Der Ablauf eines Introvisionsberatungsgesprächs

78  5.1.1 Einführung

79  5.1.2 Phase 1: Die dem Konflikt unterliegende Subkognition (SK) finden

80  5.1.3 Phase 2: Die Subkognition ein Weilchen aufmerksam konstatierend wahrnehmen

81  5.1.4 Abschlussphase des Beratungsgesprächs

82  5.2 Auswirkungen der Introvision

83  5.2.1 Unmittelbare Auswirkungen während des KAW

84  5.2.2 Merkmale einer erfolgreichen Konfliktauflösung

85  5.3 Blitzintrovision

86  5.4 Zur Wirksamkeit des KAW im Rahmen der Introvision: einige neuere hirnphysiologische Ergebnisse

87  5.5 Vergleich von KAW und Introvision mit anderen Verfahren

88  5.6 Zusammenfassung

89  6 Die Anwendung der Introvision in der Praxis

90  6.1 Anwendungsfelder

91  6.1.1 Größere Gelassenheit in Alltagssituationen

92  6.1.2 Lernen und Lehren

93  6.1.3 Beruf und Arbeit

94  6.1.4 Körperliche Beschwerden (Schmerzen, Juckreiz, Tinnitus)

95  6.1.5 Sucht

96  6.1.6 Sport und Musik

97  6.1.7 Spiritualität

98  6.2 Anwendungsbeispiele

99  Fazit

100  6.3 Zusammenfassung

101  7 Das Introferenzmodell der mentalen Selbstregulation: Grundlagen der TMI, Willensfreiheit und Emotionen

102  7.1 Philosophische Grundlagen

103  7.1.1 Was heißt hier mental? Über Materie, Energie und Information

104  7.1.2 Weshalb ist es notwendig, mentale Prozesse zu regulieren?

105  7.2 Zusammenfassung: das Introferenzmodell der mentalen Selbstregulation

106  7.2.1 Der Begriff der Selbstregulation

107  7.2.2 Das Introferenzmodell der mentalen Selbstregulation

108  7.3 Das Problem der Willensfreiheit und das Libet-Experiment

109  7.4 Gefühle und Emotionen als »Farben der Seele«

110  7.5 Die Entstehung unterschiedlicher psychotonischer Zustände

111  7.6 Zusammenfassung

112  8 Zusammenfassung

113  Anmerkungen

114  Literatur

115  Anhang

116  Grundkurs: Einführung in mentale Selbstregulation durch -Introvision

117  KAW-Tagebuch

118  Eine kurze Erläuterung zur Unterscheidung quasi- und kontra-epistemischer introferenter Kognitionen

119  Glossar und Abkürzungen

120  Personenverzeichnis

121  Stichwortverzeichnis

122  Beispielverzeichnis

Vorwort zur ersten Auflage

Wie entsteht Gelassenheit? Wieso drehen sich die Gedanken bei akuten Konflikten endlos im Kreis? Wie lässt sich die Entstehung unterschiedliche Bewusstseinszustände – von tiefer innerer Ruhe bis hin zu Angst, Ärger, Panik – erklären? Und vor allem – was lässt sich praktisch tun, um solche Zustände wieder zu verändern, also beispielsweise einen Konflikt aufzulösen und innerlich wieder zur Ruhe zu kommen?

Um diese Fragen geht es in dem hier vorliegenden Buch. Wann immer wir in den letzten Jahren Bekannten, Freunden, Studierenden und Klienten von unserer Forschungsarbeit erzählt haben, erwiderten diese unisono: »Ja, mehr Gelassenheit könnte ich auch gebrauchen – und wie bekommt man die?«

In diesem Buch geht es um eine – zugegebenermaßen lange – Antwort auf diese kurze Frage. Grundlage dafür sind die Ergebnisse eines Langzeitforschungsprogramms zur Entstehung und Auflösung innerer Konflikte unter der Leitung der Verfasserin; zunächst an der Pädagogischen Hochschule Reutlingen (1976–1985) und seit 1985 an der Universität Hamburg. Ziel war und ist, herauszufinden, wie inner Konflikte (Angst, Ärger, Wut, Enttäuschung) entstehen und wie diese sich wieder auflösen lassen. Die Ergebnisse dieses Langzeitforschungsprogramms mit weit über sechzig empirischen Untersuchungen, werden in diesem Buch zusammenfassend dargestellt.

Beim Schreiben habe ich in erster Linie diese Bekannten, Freunde und Klienten vor Augen gehabt – und versucht, so allgemein verständlich zu schreiben, dass dieses Buch auch ohne größeres psychologisches Fachwissen gelesen werden kann. In zweiter Linie habe ich an Studierende gedacht, die sich, aus verschiedenen Fachdisziplinen kommend, Antworten auf ihre Fragen zur eigenen mentalen Selbstregulation erhoffen. Und drittens ging es mir beim Schreiben natürlich auch darum, innerhalb der gegenwärtigen Fachdiskussionen einen Beitrag zu einer Psychologie der Veränderung (Grawe, 1994) zu leisten.

Die zentrale Frage, die uns und vor allem mich über viele Jahre hinweg beschäftigt hat, lautet: Wie ist es möglich, den eigenen Bewusstseinszustand zu verändern und innerlich (wieder) ruhiger zu werden? Was lässt sich tun, wenn sich die eigenen Gedanken endlos im Kreis drehen, wenn man sich ärgert, Angst hat oder sich nicht entscheiden kann? Und wie lassen sich unangenehme Gewohnheiten verändern – zum Beispiel endlich aufzuhören, Dinge vor sich herzuschieben, sich unnötig aufzuregen oder anzufangen, sich öfter zu entspannen? Während meines Promotionsstudiums in den USA (1967–1971) an der University of Michigan in Ann Arbor lernten wir, dass es wichtig sei, »to make psychology practical to the people«. Mein Doktorvater, Prof. Dr. Ronald Lippitt am Institute of Social Research, führte uns bereits damals im Rahmen eines dreisemestrigen Seminarmoduls in die theoretischen und praktischen Grundlagen einer »Psychology of Change« ein.

Und so steht im Zentrum dieses Buchs die Frage nach der praktischen Anwendung unserer Forschungsergebnisse: Wie lassen sich Konflikte und mentale Blockaden wieder auflösen, was ist nötig, um Gelassenheit und Handlungsfähigkeit im Alltag wiederzugewinnen?

Diese Frage hat uns und vor allem mich nicht mehr losgelassen, seit wir im Rahmen eines von der Verf. geleiteten DFG-Forschungsprojekts (Wagner, Barz et al., 1984) unvermutet darauf stießen, dass sich im beruflichen wie im privaten Alltag die Gedanken sehr viel öfter im Kreis drehen, als kognitive Theoretiker (z. B. Miller, Galanter & Pribram, 1960) damals vermutet hatten.

Unsere Ausgangshypothese damals war, dass dieses Endloskreisen die Folge subjektiver Imperative ist. Dies war das einzige Projekt, das ich kenne, bei dem wir uns regelmäßig vornahmen, über Organisatorisches zu sprechen, um dann doch wieder bei der Theorie zu landen. Die Theorie subjektiver Imperative ( Kap. 4) beruht auf der Annahme, dass akute Konflikte im Zusammenhang mit der – tatsächlichen oder antizipierten – Verletzung subjektiver Imperative entstehen. Parallel dazu beschäftige ich mich fast von Anfang an gleichzeitig mit der Frage der praktischen Auflösung solcher Konflikte ( Kap. 1, Kap. 5, Kap. 6) sowie mit der Entwicklung von Übungen des Konstatierenden Aufmerksamen Wahrnehmens ( Kap. 3).

Als es darum ging, Anfang der 1990er Jahre die Theorie Subjektiver Imperative zusammenfassend darzustellen, waren drei entscheidende Fragen zur Funktion solcher Imperative noch offen. Die erste Frage lautete: Wie entstehen solche Imperative? Als Mitglied des Graduiertenkollegs Kognitionswissenschaft der Universität Hamburg beschäftigte mich die Frage, wie solche subjektiven Imperative – etwas flapsig ausgedrückt – in die menschlichen kognitiven Prozesse hinein, während Computer ohne diese auskommen? Die zweite theoretisch ungeklärte Frage war, wie sich die Wirksamkeit einer nicht-wertenden, freischwebenden Aufmerksamkeit (KAW, Kap. 3) bei der Auflösung von Konflikten theoretisch erklären lässt. Und schließlich lag – dahinter oder auch darunter – als drittes die allgemeinere Frage nach der Wurzel innerer Unruhe: An welchem Punkt, mit welchem internen Prozess beginnt Nicht-Gelassenheit?

Das Ergebnis dieses Nachdenkens war schließlich die Entwicklung der Theorie der Mentalen Introferenz (TMI) durch die Verf., die als eine Psychotherapieschulen-übergreifendeTheorie der Entstehung von Gelassenheit und Konflikt (Wagner, 2019) seit dem Erscheinen der ersten Auflage dieses Buchs kontinuierlich weiterentwickelt wurde ( Kap. 2). Die grundlegende Annahme der TMI lautet, dass subjektive Imperative ebenso wie auch mentale Blockaden das Resultat des introferenten (wörtlich: »hineintragenden«) Eingreifens in die eigene epistemische Informationsverarbeitung sind – zum Beispiel, wenn wir uns selber etwas vormachen, schön gucken oder einbilden und gleichzeitig anderes ausblenden, ignorieren und hemmen.

»Nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie«, pflegte der Doktorvater meines Doktorvaters, Kurt Lewin, zu sagen. Und nichts ist so praktisch bei der Entwicklung einer Theorie wie das ständige Testen der Ideen in der Praxis, d. h. bei der Auflösung realer Konflikte in Seminaren, Einzelberatungen und Forschungsprojekten. Schwierigkeiten bei der praktischen Anwendung machten es notwendig, die theoretischen Annahmen zu verändern; umgekehrt führten neue theoretische Gedanken zur Weiterentwicklung der Praxis. In dieser Zeit wurden weit über sechzig empirische Untersuchungen durchgeführt ( Kap. 1.3); dazu gehörten auch Projekte zur Anwendung von Introvision in Feldern, die bislang als schwer oder nicht (psychologisch) behandelbar gelten: so z. B. zur Verbesserung der Hörfähigkeit bei Alters- und Lärmschwerhörigkeit (Wagner, Buth et al., 2005), im Umgang mit Tinnitus (Buth, 2012), zum langfristigen Abbau chronischer Dauerverspannungen im Rücken (Guedes, 2011) und der Verringerung chronischer Kopfschmerzen und Migräne (Empl et al., 2017).

Viele diese Forschungsarbeiten liefen parallel zu anderen, teilweise ebenfalls sehr zeitintensiven Tätigkeiten der Verf – so z. B. als Vizepräsidentin der Universität Hamburg (1988–1990), als langjähriges Mitglied des Vorstands des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der Deutschen UNESCO-Kommission, des Ständigen Planungsausschusses der Hochschulrektorenkonferenz (WRK/HRK), als Rundfunkrätin der Deutschen Welle, als Vorstandsmitglied und Beiratsvorsitzende der Hamburger Volkshochschule, als Vorstand der Universitäts-Gesellschaft Hamburg, als Herausgeberin der Zeitschrift Gruppendynamik und Organisationsberatung, als Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, als Evaluationsgutachterin und den vielen übrigen Aufgaben einer Universitätsprofessorin.

Hinzu kam ein weiteres umfangreiches Forschungs- und Entwicklungsprojekt unter meiner Leitung zum Thema Mentoring: Die von der Verf. gegründete Arbeitsstelle »Expertinnen-Beratungsnetz/Mentoring« der Universität Hamburg (1989–2019, Wagner, 2009) war, soweit bekannt, die erste universitäre Arbeitsstelle, an der in großem Umfang sowohl Forschung als auch Praxis durchgeführt wurde. Insgesamt wurden in Hamburg über 8000 jüngere Frauen in Fragen des beruflichen Einsteigens, Aufsteigens und Umsteigens durch hochqualifizierte weibliche Führungskräfte als Mentorinnen beraten. Hinzu kommen fünf weitere Expertinnen-Beratungsnetze in der Bundesrepublik nach Hamburger Vorbild. In diesem Zusammenhang gilt mein herzlicher Dank all denjenigen, die es mir möglich gemacht haben, neben diesem Projekt auch das Forschungsprogramm mentale Selbstregulation weiter voranzutreiben, insbesondere den langjährigen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen, Dipl. psych. Sabine Podolsky, PD Dr. Dorothea Ritter und Walburga Lübbers sowie Prof. Dr. Ellen Schulz, die die Arbeitsstelle zehn Jahre lang mit mir zusammen geleitet hat.

In diesem Buch wird der besseren Lesbarkeit halber (mit Ausnahme von Fallbeispielen) von »dem Klienten« und »der Beraterin« die Rede sein. Damit sind jeweils ausdrücklich männliche und weibliche Klienten und weibliche wie männliche Berater gemeint.

Angelika C. Wagner

Altersbeschränkung:
0+
Veröffentlichungsdatum auf Litres:
18 Dezember 2025
Umfang:
569 S. 33 Illustrationen
ISBN:
9783170341722
Rechteinhaber:
Bookwire
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