Buch lesen: "Küsse und Schläge: Erika Lust-Erotik"
Andrea Hansen
Küsse und Schläge: Erika Lust-Erotik
Lust
Küsse und Schläge: Erika Lust-Erotik Übersetzung Rebecca Jakobi Original Kys og spanking Copyright © 2018, 2019 Andrea Hansen und LUST All rights reserved ISBN: 9788726151800
1. Ebook-Auflage, 2019
Format: EPUB 2.0
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Küsse und Schläge
Ich weiß nicht, ob es ein Zufall ist, dass ich gerade erst The Art of Spanking von Jean-Pierre Enard mit Illustrationen von Milo Manara fertiggelesen habe, als eines Tages ein hübscher, junger Mann im Wartezimmer meiner Mutter sitzt. Genau für diese Nachmittage wurde mir die Erlaubnis erteilt, meine Abschlussarbeit in dem zusätzlichen Büro der Klinik fertigzuschreiben. Der Raum steht sonst leer und wartet auf einen neuen Mieter. Meine Mutter ist Therapeutin und empfängt im Laufe des Tages die verschiedensten Menschen. Wenn ich zwischendurch durch das Wartezimmer gehe, sitzen sie dort und warten darauf, aufgerufen zu werden. Meistens verschwende ich keinen Gedanken an sie. Es ist ganz nett mit ein bisschen Leben um sich herum, anstatt allein daheim zu sitzen. Die Türen sind schallgeschützt und es ist nichts zu hören, solange die Tür weder geöffnet, noch geschlossen wird. Mir ist klar, dass die meisten Patienten mit ernsten Sachen zu kämpfen haben, aber es herrscht gute Stimmung. Das Büro liegt in der Innenstadt, aber es ist trotzdem sehr ruhig.
Dieser hübsche, junge Kerl, der heute im Wartezimmer sitzt, strahlt etwas ganz Besonderes aus. Nach einer halben Stunde sitzt er immer noch da, was meine Neugier weckt. Er lächelt freundlich, wenn ich den Raum in Richtung Teeküche durchquere. Das erste Mal, um Kaffee zu kochen, das zweite Mal, um Wasser zu holen. Auf dem Rückweg bleibe ich hinter dem Sofa stehen und rupfe ein Blatt von einer der Pflanzen ab, um mir ein besseres Bild von ihm zu machen.
In meiner Abhandlung geht es um französische Erotik im zwanzigsten Jahrhundert. Das heißt, dass ich mich quer durch die Welt der Erotik lese und inzwischen beschränke ich mich nicht mehr ausschließlich auf Literatur, die ich für meine Quellen brauche. Zwischendurch lese ich auch Ausschnitte und betrachte Illustrationen, die meine eigene Lust wecken. Anders wäre es undenkbar. Ich bin kein verklemmter Mensch. Hier und da denke ich mir, dass ich das Thema sicher nicht grundlos gewählt habe und dass mein professionelles Interesse irgendwo mit meiner privaten Lust zusammenhängt.
Die kostenlose Leseprobe ist beendet.