Buch lesen: "Das Geburtstagsgeschenk – und drei andere erotische Erika Lust-Geschichten"
Das Geburtstagsgeschenk – und drei andere erotische Erika Lust-Geschichten
Lust
Das Geburtstagsgeschenk – und drei andere erotische Erika Lust-Geschichten Seeräuber Jenny
Lieber Schwager
Fass mich an, nicht die Kunst
Coverbild-Illustration: ShuttersctockCopyright © 2018, 2020 LUST All rights reserved ISBN: 9788726744262
1. Ebook-Auflage, 2020
Format: EPUB 3.0
Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für andere als persönliche Nutzung ist nur nachAbsprache mit LUST gestattet.
Eines warmen Sommerabends im Café Klimt…
Das Geburtstagsgeschenk
Linda G.
„Julie, was…“ Marianne wird von einem laut aufheulenden Motorrad unterbrochen. Mein Blick schießt sofort in die Richtung des Lärms, meine Faszination für schnelle Maschinen ist schließlich kein Geheimnis. Doch merkwürdigerweise werde ich diesmal nicht von dem grünen Blitz, der nun wenige Meter entfernt anhält, sondern von seinem Fahrer angezogen. Eine unerklärliche Kraft bauscht sich in mir auf. Ich kann meine Augen einfach nicht von dem Typen in der engen Lederkleidung nehmen.
Er setzt die Füße auf den Boden und schaltet den Motor aus. Als er den Helm abnimmt und sein helles, schulterlanges Haar zurechtschüttelt, ist es um mich geschehen. Ein Schauer läuft mir über den Rücken und als ich kann dem Drang nicht länger widerstehen kann, hebe ich ohne zu zögern den Blick. Der Augenkontakt trifft mich wie ein elektrischer Schlag, der seine Wellen durch meinen ganzen Körper schickt.
Ich vergesse vollkommen zu atmen und ringe erst nach Luft, als meine Lunge zu protestieren beginnt.
Als Mr. Sexy bemerkt, welche Wirkung er auf mich hat, heben sich seine Lippen zu einem Lächeln, das meinen Puls in die Höhe jagt. Ohne den intensiven Blick von mir zu lösen, öffnet er unerträglich langsam den Reißverschluss seines Lederanzugs und entblößt seinen Brustkorb. Mein Mund wird staubtrocken. Als wollte er all das noch schlimmer machen, zerrt er an den Ärmeln und schnell ist sein ganzer Oberkörper frei. Der Schweiß glänzt in der Sonne. Meine Brustwarzen sträuben sich und plötzlich wird mir peinlich bewusst, dass allein sein Anblick das Begehren in meinem Unterleib zum Leben erweckt hat.
„Hallooo, Julie“, ruft Simone und reißt mich damit jäh zurück in die Wirklichkeit. Jetzt, wo der Zauber gebrochen ist, kann ich wieder normal atmen.
„Wieder zu Hause?“
„Sorry, was hast du gesagt?“ Ich widme meine Aufmerksamkeit wieder meinen Freunden, die wissend lächeln. Ich erröte und nehme schnell einen großen Schluck kühlen Weißwein, der das trockene Gefühl im Hals augenblicklich lindert.
„Ich wollte nur wissen, wie es bei dir und Søren läuft.“ Die Worte meiner Freundin lassen alle guten Gefühle verschwinden und ersetzen sie mit Traurigkeit und einem bitteren Geschmack im Mund.
„Es ist vorbei. Die Scheidung kann gar nicht schnell genug gehen“, antworte ich und beiße die Zähne zusammen um die Tränen fernzuhalten. Der Gedanke an das Verhalten meines Ex-Mannes wiegt schwer auf meiner Brust. „Ihr wisst ja, dass ich eine dunkle Vorahnung hatte, aber gestern hat sich mein Verdacht bestätigt. Er hat zugegeben, dass seine Affäre schon seit… lasst mich kurz nachrechnen…“, ich halte ein paar Sekunden inne, drücke den Finger auf die Lippen, ehe die Worte aus mir heraussprudeln. „… seit verdammten zwei Jahren läuft!“
Meine drei treuen Seelen reagieren wie aus einem Munde.
„Wo ist das Schwein? Dem verpasse ich einen Denkzettel, verdammte Scheiße“, knurrt Patrick und stößt im Aufstehen seinen Stuhl um. Ich schaue ihn flehend an, unsere stumme Unterhaltung läuft darauf hinaus, dass er sich widerwillig schnaubend zurück auf seinen Stuhl fallen lässt.
„Ich meine es ernst, Jules.“ Seine Augen funkeln bedrohlich, aber auch das kann seine Hingabe nicht verbergen. Ich lächle ihn an und blinzele eine verirrte Träne weg.
„Wie kann er nur?“ Marianne stellt genau die Frage, die ich mir bereits tausend Mal gestellt habe. Blankes Entsetzen steht ihr ins Gesicht geschrieben.
Mein Herz macht vor lauter Dankbarkeit einen Hüpfer. Ohne meine Freunde würde ich das niemals überstehen.
Ich verliere mich in düsteren Gedanken. Er hatte genug Gelegenheiten, mich zu verlassen. Warum wollte er zur Eheberatung gehen, wenn er doch sowieso eine andere gefickt hat?
„Was für ein Idiot“, schimpft Simone und nimmt meine Hand. Ihre gekränkte Stimme holt mich zurück ins Café Klimt. Sie hat die Augen zu Schlitzen verengt, doch hinter der Wut erahne ich den Schmerz. Erst vor kurzem hat sie das gleiche mit ihrem Ex-Freund durchgemacht.
Ich erzähle, wie mich die letzten Tage ausgelaugt haben.
„Der Arsch ist mit seiner neuen Freundin zusammengezogen. Hat nur seine Klamotten mitgenommen, also habe ich den Rest in den Keller geworfen.“ Ich leere das Weinglas in einem Zug.
„Dann habe ich mit einem Anwalt gesprochen. Er soll alles regeln, zwischen Søren und mir gibt es nichts mehr zu reden.“ Ich atme tief ein, blinzle fieberhaft, trotzdem rinnt eine einzelne Träne meine Wange hinab. Es tut unweigerlich weh, dass mich der Mann, dem ich voll und ganz vertraut habe, derart im Stich gelassen hat.
„Es ist ja nicht mal, weil ich das Arschloch vermisse, aber mein ganzes Leben bricht gerade einfach direkt vor meinen Augen zusammen.“
Die anderen nicken verständnisvoll. Jedoch bin ich längst nicht am Ende meiner Gedankenoffenbarung angelangt.
„Mein Geld reicht nicht, um den Master abzuschließen und ich habe keinen blassen Schimmer, was ich jetzt tun soll. Ich fühle mich schrecklich in der Wohnung, die wir fünf Jahre lang geteilt haben. Was, wenn sie es auch in unserem Bett getrieben haben?“
Ich verziehe das Gesicht und leere wieder mein Glas, das Marianne gerade erst aufgefüllt hat. Der Kloß im Hals wächst, die Aussichtslosigkeit bricht auf mich ein.
„Leg mal ´ne andere Platte auf, Jules. Wir bekommen dich schon wieder hin“, sagt Patrick wild entschlossen.
Meine Freunde sind wirklich die besten und der restliche Abend verdrängt die dunklen Gedanken für eine Weile.
Drei Monate später…
Dreißig Jahre alt, frisch geschieden und so gut wie pleite. Jepp, das bin ich und deswegen habe ich nicht die geringste Lust meinen Geburtstag zu feiern. Simone, Marianne und Patrick weigern sich hingegen mich allein in der Wohnung sitzen zu lassen.
„Du kommst mit in die Stadt. Wir haben eine Überraschung für dich, und wag es ja nicht daheim zu bleiben!“ Patricks Drohung hallt in meinem Kopf wider und lässt mich ein kleines bisschen lächeln. Ein Leben ohne die drei – mein Kleeblatt – kann ich mir keineswegs vorstellen.
Auf der Zugfahrt denke ich darüber nach, was sie sich diesmal haben einfallen lassen. Sie kommen immer wieder auf neue Ideen. Letztes Jahr haben wir uns das Ballett Schwanensee angesehen und es war ein wunderschönes Erlebnis.
Ich erreiche das Café Klimt als letzte, der Champagner steht bereits auf dem Tisch.
„Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Julie“, begrüßt mich Simone und drückt mich zärtlich. Schon bald bin ich in einer Gruppenumarmung gefangen, mein Herz hüpft vor Freude und innerhalb eines Sekundenbruchteils ist die schlechte Laune wie weggeblasen.
Immer wenn ich das Café betrete, muss ich an Mr. Lederanzug denken. Seine blauen Augen lassen meinen Körper beben. Er ist mir mehrmals begegnet, aber wir haben nie miteinander gesprochen. In meinen Fantasien spielt er die Hauptrolle, doch nach Sørens Verhalten will ich nichts Neues anfangen. Vor kurzem ist der heiße Kerl an uns vorbeigelaufen, als wir draußen vor dem Café saßen. Ich habe lange nichts Erregenderes gesehen als die Art und Weise, wie der Schweiß seinen Körper hinabrennt. Die Lust rumorte in meinem Bauch, doch die Angst erneut verletzt zu werden hielt mich zurück. Letztendlich schaute ich ihm nur sehnsüchtig nach, wie er um die Ecke verschwand.
„Jules, jetzt stell dich mal nicht so an! Wir müssen dich anständig feiern und ich bin gerade viel zu gut drauf!“ Patrick holt mich zurück in die Gegenwart und strahlt begeistert, als ich ihn endlich anschaue. „Man wird nur einmal dreißig!“
Erwartungsvoll reibt er sich die Hände. Ich lege lachend den Kopf in den Nacken und merke wie befreiend sich das anfühlt. Die Stimmung ist schon jetzt viel besser und ich greife lächelnd nach meinem Champagnerglas um Patrick zuzuprosten.
„Ruhig, Brauner“, lache ich und trinke einen Schluck von der sprudelnden Flüssigkeit. Sie schmeckt fruchtig.
Nachdem Marianne für eine Weile verschwunden war, kommt sie nun mit dem Geburtstagskuchen zurück. Die Trottel stimmen ein lautes Geburtstagslied an und ich erröte vor all der Aufmerksamkeit.
„Hör zu, Jules. Wir wissen, dass du ganz schön was durchgemacht hast“, beginnt Patrick und zieht einen Umschlag aus seiner Innentasche. „Deswegen wollen wir dir etwas ganz besonders Gutes tun, aber das setzt voraus, dass du dich traust…“ Er hebt herausfordernd die Augenbrauen, und sofort bekomme ich es mit der Angst zu tun. Was hat es damit auf sich?
„Jetzt, wo du dreißig Jahre alt bist, ist es an der Zeit, den Teufel bei den Hörnern zu packen und dich ab ins Ungewisse zu stürzen.“
Irritiert runzle ich die Stirn. Was erwarten sie jetzt von mir? Mein Herz schlägt mir bis zum Hals, als ich mit zittrigen Fingern den Umschlag entgegennehme.
„Danke… schätze ich“, flüstere ich verunsichert.
Das Geschenk enthält eine einfache Karte, auf der nichts weiter als eine Telefonnummer steht. Mein Blick huscht fragend von einem Freund zum anderen, doch ich ernte nur ein geheimnistuerisches Lächeln. Meine Nackenhaare stellen sich auf.
Schließlich hat Simone Erbarmen und beginnt mir die Sache zu erklären.
„Am Freitag um Punkt 18 Uhr wirst du diese Nummer anrufen. Der Mann am anderen Ende der Leitung wird dir zwar nicht gänzlich unbekannt sein, aber…“ Sie kneift die Augen zusammen. „Es verlangt viel Mut.“
„Was soll das? Ein bisschen mehr müsst ihr mir schon verraten“, beschwere ich mich vor lauter Ungeduld. Diese Geheimniskrämerei geht mir allmählich wirklich auf die Nerven. Patrick antwortet seelenruhig: „Wir haben einen Escort für dich bestellt, aber du musst ihn selbst anrufen und einen Termin vereinbaren.“
„Was habt ihr?“ rufe ich schockiert. „Ich brauche keinen…“
„Doch, brauchst du“, unterbricht Marianne mich. „Wir kennen dich, das wird dir gut tun.“ Sie nimmt meine Hand und sieht mir ernst in die Augen. „Du wirst positiv überrascht sein, versprochen!“
Ich atme tief ein. „Ihr seid doch echt verrückt geworden… aber lasst mich erstmal darüber nachdenken.“
Widerwillig geben sie sich einverstanden. Den Rest des Abends schwirrt der Gedanke durch meinen Kopf. Will ich das wirklich tun?
Am Freitag sitze ich entspannt auf dem Sofa, mein Handy in der einen, die Karte in der anderen Hand. Ich habe eine Flasche Wein getrunken und mich schließlich davon überzeugt, dass es eine gute Idee ist. Mein Magen zieht sich vor Aufregung zusammen, aber ich wähle die Nummer, ehe sich der Mut in Luft auflöst.
„Hallo, Julie“, meldet sich ein Typ. Mir verschlägt es sofort die Sprache. Seine tiefe Stimme jagt mir eine Gänsehaut über den Rücken, die sich schnell auf den ganzen Körper ausbreitet. Woher kennt er meinen Namen? Woher weiß er, dass ich es bin? Warum wohl, du Dummkopf, weil Simone, Patrick und Marianne ihn schon gebucht haben – natürlich hat er deinen Namen und deine Handynummer! Ich schüttle lächelnd den Kopf, räuspere mich und bekomme endlich eine Antwort zustande.
„Hey…“ Meine Stimme überschlägt sich und er übernimmt die Kontrolle, bevor ich weitersprechen kann.
„Wir treffen uns nächsten Samstag um 20 Uhr. Ich schicke dir die Adresse per SMS. Du kannst ganz entspannt sein“, seine Stimme senkt sich um ein paar Oktaven und nimmt eine enorme Wirkung auf mich. Das Begehren glimmt in meinem Unterleib auf, zeitgleich erhärten die Brustwarzen.
„Ich habe mir vorgenommen, dir das Erlebnis deines Lebens zu schenken“, erklärt er selbstsicher und legt auf.
Mit klopfendem Herzen starre ich auf mein Handy. Auf was habe ich mich da nur eingelassen? Meine Haut glüht, in meinem Bauch rumort eine Mixtur aus Vorfreude und Nervosität und ich fahre erschrocken zusammen, als eine SMS eintrifft.
Unbekannt: Hey Julie. Triff mich im Gasvej 35, 2200 Kopenhagen Nord. Ich freue mich auf dich :-)
Gleich darauf checke ich die Adresse. Was zum Teufel soll ich in einem Industriegebiet, wundere ich mich. Wieder kommen Zweifel auf und beginnen zu wachsen. Bevor ich es zu sehr bereue und absage, lege ich das Handy weg und schlüpfe in meine Trainingskleidung. Joggingtouren sind die beste Medizin gegen mein überaktives Gehirn.
Am Samstagabend bin ich ein nervliches Wrack. Meine Handflächen schwitzen und mein Herz versucht unaufhörlich den Brustkorb zu durchbrechen. Das Schlafzimmer gleicht einer Lüge. Überall liegen Kleidungsstücke verstreut und endlich, nachdem ich an unzähligen Kombinationen verzweifelt bin, habe ich ein kurzes, schwarzes Kleid und dazu passende Dessous gefunden. Nicht nur, dass dieses Outfit meine Kurven vorteilhaft betont – ich fühle mich auch wohl darin.
Im Bad bekommt mein Körper das volle Programm zu spüren. Ich rasiere meinen Intimbereich und wasche mich mit meiner Lieblingsseife, die nach Zitrone und Vanille durftet. Das warme Wasser beruhigt mich, sodass ich für einen kurzen Augenblick an etwas anderes denken kann, als an diese eine Sache, die meinen Puls in die Höhe treibt.
Nachdem ich wieder trocken bin, creme ich mich ausgiebig ein. Der Zweifel, den ich bisher mit eisernem Willen auf Distanz halten konnte, bricht nun mit voller Wucht auf mich ein.
Wir möchten dir dieses Erlebnis schenken. Patricks Stimme taucht wie aus dem Nichts in meinen Gedanken auf und hilft, die Angst beiseite zu schieben. Es ist Zeit, es drauf ankommen zu lassen, denke ich und spüre wie die Entschlossenheit in mir aufkeimt.
Ehe meine Angst vor dem Ungewissen Überhand nimmt, ziehe ich mich an, schminke mich dezent, lasse mein langes schwarzes Haar jedoch lose den Rücken herabfallen. Die Aufregung sitzt mir in allen Knochen. Ich beeile mich, aus der Wohnung zu kommen und atme auf der Treppe ein paar Mal tief durch. Jetzt geht es los…
Eine halbe Stunde später stehe ich vor einer grünen, mit Graffiti besprühten Tür. Im Zweifel, ob ich hier wirklich richtig bin, überprüfe ich die Adresse noch einmal. Es muss hier sein, denke ich und drücke die Klinke herunter. Die Tür öffnet sich.
Vorsichtig schleiche ich die Treppe nach oben und reiße bei dem Anblick, der sich mir im ersten Stock bietet, die Augen auf. Überall hängen weiße Laken, als wäre ich in ein Labyrinth geraten. Soll das ein Scherz sein? Haben meine verrückten Freunde eine Überraschungsparty organisiert? Fragen über Fragen kommen auf, während ich mir einen Weg durch die schmalen Gänge bahne.
Plötzlich erscheint ein Schatten, verschwindet jedoch schneller als ich gucken kann. Irritiert hebe ich die Brauen. Was zum Teufel geht hier vor sich? Der Versuch ihm zu folgen führt mich in einen offenen Raum. Wegen der weißen Laken ringsherum fühle ich mich wie im Himmel und das große Bett in der Mitte des Raumes lässt meine Gedanken fliegen. Schon immer habe ich davon geträumt, in den Wolken zu liegen.
Auf einem kleinen Tisch steht eine Schüssel Weintrauben und um mir ein paar zu nehmen, setze ich mich auf das Bett. Wenn das der Himmel ist, wo bleiben die Engel? Der Gedanke zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen, das allerdings schnell gefriert. Bin ich zu früh zu meinem eigenen Fest gekommen? Bilde ich mir den Schatten des Mannes bloß ein?
Patricks Worte hallen in meinem Kopf wider: Du musst dich trauen!
„Ich bin doch schon gesprungen“, flüstere ich mit bebender Stimme und schaue umher. In der nächsten Sekunde erwische ich den Schatten mit meinem Blick und laufe ihm schnell nach. Ganz kurz ist da der Gedanke aufzugeben, einfach nach Hause zu gehen, doch wie der Schatten erneut verschwindet, spüre ich ihn mit einem Mal direkt hinter mir.
Die Haut ist wie elektrisiert. Er streicht mein Haar beiseite, bevor warme Lippen meine nun nackte Schulter entlangwandern, während seine Finger meine Arme hinabgleiten. Die Gänsehaut überkommt mich auf der Stelle. Um mein Gesicht besser zu erreichen, stupst er es mit der Nase an und ich schnappe nach Luft, als seine Zunge mit meinem Ohrläppchen zu spielen beginnt. Die köchelnde Lust in meinem Bauch wird von dem Drang ihn zu sehen überdeckt, also drehe ich mich um und starre ihn mit weit aufgerissenen Augen an. Das Herz schlägt mir bis zum Hals, denn der Kerl vor mir ist kein anderer als er, Mr. Lederanzug, dem ich insgeheim monatelang seufzend nachgelaufen bin. Er ist obenrum nackt. Mein Mund trocknet aus und hätte ich mich nicht von den intensiv starrenden blauen Augen ablenken lassen, wäre es unmöglich gewesen dem Drang seinen durchtrainierten Oberkörper zu berühren zu widerstehen. Der Blick des Mannes hypnotisiert mich. Er ist der einzige, dessen Attraktivität ausreicht um mich buchstäblich zu lähmen.
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