Wunderschönes FrankenText

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Meine Lieblingsausflüge

Franken

20 abwechslungsreiche Ausflüge zu malerischen Städten und Landschaften


Inhalt

Einführung

Meine Lieblingsausflüge Franken

1 In der Mainmetropole Würzburg

Historische Eckpunkte – Stadtrundgang – Auf der Festung Marienberg – Radtour nach Veitshöchheim – Schloss Veitshöchheim

2 Quer durch den Bayerischen Spessart

Von Würzburg bis Miltenberg – Durch den Spessart nach Mespelbrunn – Schlussspurt nach Aschaffenburg

3 Besuch eines fränkischen Weinfestes

Weinland Franken – Fränkische Weinfeste – Kleine Weinkunde

4 Zum »Heiligen Berg der Franken« in die Rhön

Start in Hammelburg – Fahrt zum Kreuzberg – Abstecher zum »Roten Moor« – Über Bad Neustadt nach Münnerstadt – Im Staatsbad Kissingen

5 Auf der »Straße der Fachwerkromantik«

Haßfurt und Haßberge – Idylle Königsberg in Bayern – Über Hofheim nach Stadtlauringen – Zur Kirchenburg in Serrfeld – Finale in Ebern und Zeil am Main

6 Frankenidylle zwischen Main und Steigerwald

Ausgangsort Volkach – Über Gerolzhofen nach Prichsenstadt – Nach Iphofen über Castell – Nächstes Ziel: Münsterschwarzach – Im Endspurt über Dettelbach nach Volkach zurück

7 Der Maintal-Radweg von Kitzingen bis Würzburg

Ein Blick auf Kitzingen – Radeln bis Ochsenfurt – Von Ochsenfurt bis Würzburg

8 Zu den Spiegelkarpfen im Aischgrund

Bad Windsheimer Attraktionen – Von Neustadt nach Münchsteinach – Tagesziel Höchstadt

9 Kleinode an der Romantischen Straße

Rendezvous mit Rothenburg – Schillingsfürst und Feuchtwangen – Dinkelsbühler Stadtansichten – Rundgang

10 Ausflug ins markgräfliche Ansbach

Bummel durch die Altstadt – Residenz und Hofgarten

11 Glanzpunkte im Ansbacher Umland

Auftakt in Lichtenau – Per Fahrrad nach Wolframs-Eschenbach – Galanummer Heilsbronn – Abstecher nach Colmberg – Ein Märchenschloss in Sommersdorf

12 Radeln im Fränkischen Seenland

Erstes Ziel: der Kleine und Große Brombachsee – Rückfahrt über den Altmühlsee

13 Von Weißenburg ins fränkische Altmühltal

Besuch in Weißenburg – Abstecher nach Ellingen und zur Wülzburg – Auf den Spuren Karls des Großen – Solnhofener Höhepunkte

14 Ein Bummel durch Nürnbergs Altstadt

Stadtgeschichte in Kürze – Durch die Altstadt – Aufgang zur Burg – Zurück zum Hauptmarkt

15 Malerische Ortsbilder rund um Nürnberg

Start in Roth – Nur ein Katzensprung bis Schwabach – Zur Hohenzollernburg nach Cadolzburg – Endstation Lauf an der Pegnitz

16 Im Naturpark Fränkische Schweiz

Rundgang in Gößweinstein – Eine Ruine und eine Höhle in Streitberg – Im Herzen des Naturparks – Burg Rabenstein – Radtour über die Albhöhen – Finale in der Teufelshöhle

17 Besuch auf Schloss Pommersfelden

Hinfahrt an der Reichen Ebrach – Schloss Weißenstein in Pommersfelden – Zurück durch den Aischgrund

18 Bamberg – Juwel der Weltkultur

Abriss der Geschichte – Rundgang durch die Altstadt – Hinauf zur geistlichen Stadt – Zurück über »Klein-Venedig«

19 Attraktionen im Coburger Land

Auftakt in Schesslitz – Im »Gottesgarten am Obermain« – Über Sesslach in die Residenzstadt Coburg

20 Burgen und Bier – von Bayreuth bis Kronach

Rundgang in Bayreuth – In der Bierstadt Kulmbach – Kronacher Attraktionen

 

Sach- und Ortsregister

Impressum


4 Im Biergarten des Klosters Kreuzberg


14 Das Bratwursthäusle am Rathaus in Nürnberg

Ausflugsziele in Unterfranken

1In der Mainmetropole Würzburg

2Quer durch den Bayerischen Spessart

3Besuch eines fränkischen Weinfestes

4Zum »Heiligen Berg der Franken« in die Rhön

5Auf der »Straße der Fachwerkromantik«

6Frankenidylle zwischen Main und Steigerwald

7Der Maintal-Radweg von Kitzingen bis Würzburg

Mit Auto und Fahrrad durch Mittelfranken

8Zu den Spiegelkarpfen im Aischgrund

9Kleinode an der Romantischen Straße

10Ausflug ins markgräfliche Ansbach

11Glanzpunkte im Ansbacher Umland

12Radeln im Fränkischen Seenland

13Von Weißenburg ins fränkische Altmühltal

14Ein Bummel durch Nürnbergs Altstadt

15Malerische Ortsbilder rund um Nürnberg

Oberfränkische Attraktionen

16Im Naturpark Fränkische Schweiz

17Besuch auf Schloss Pommersfelden

18Bamberg – Juwel der Weltkultur

19Attraktionen im Coburger Land

20Burgen und Bier – von Bayreuth bis Kronach

Ausflugsziele auf einen Blick

1Würzburg mit Radtour

2Mainviereck und Spessart

3Fränkisches Weinfest

4Rhön und Kreuzberg

5Straße der Fachwerkromantik

6Zwischen Main und Steigerwald

7Radtour Kitzingen-Würzburg

8Spiegelkarpfen im Aischgrund

9Romantische Straße

10Besuch in Ansbach

11Glanzlichter Ansbacher Umland

12Radtour Fränkisches Seenland

13Weißenburg und Altmühltal

14Altstadtbummel in Nürnberg

15Ortsbilder rund um Nürnberg

16Fränk. Schweiz mit Radtour

17Radtour Pommersfelden

18Weltkulturerbe Bamberg

19Attraktionen im Coburger Land

20Auf Bier- und Burgenstraße

Ausflüge mit dem Auto

2Quer durch den Bayerischen Spessart

3Besuch eines fränkischen Weinfestes

4Zum »Heiligen Berg der Franken« in die Rhön

5Auf der »Straße der Fachwerkromantik«

6Frankenidylle zwischen Main und Steigerwald

8Zu den Spiegelkarpfen im Aischgrund

9Kleinode an der Romantischen Straße

10Ausflug ins markgräfliche Ansbach

11Glanzpunkte im Ansbacher Umland

13Von Weißenburg ins fränkische Altmühltal

14Ein Bummel durch Nürnbergs Altstadt

15Malerische Ortsbilder rund um Nürnberg

18Bamberg – Juwel der Weltkultur

19Attraktionen im Coburger Land

20Burgen und Bier – von Bayreuth bis Kronach

Radtouren

1In der Mainmetropole Würzburg

7Der Maintal-Radweg von Kitzingen bis Würzburg

12Radeln im Fränkischen Seenland

16Im Naturpark Fränkische Schweiz

17Besuch auf Schloss Pommersfelden

Legende


Autobahnen


Hauptstraßen


Nebenstraßen


Verbindungsstraßen


Schotter-/Asphaltwege


Eisenbahn


Empfohlene Route/Richtung


Parkplatz, Bahnhof


Schloss/Burg, Burgruine


Kirche, Kloster, Museum


Besonderer Anziehungspunkt


Aussichtspunkt, Berg/Anhöhe, Moor


Naturschutzgebiet


Geotop


Gasthof, Gebäude, Alm


Anfangs-/Endpunkt von Routen

Einführung

Eines gleich vorweg: dieses Buch ist kein allumfassender Frankenführer, sondern will eher »Appetithäppchen« bieten, die ermuntern sollen, die Feinheiten dieses Landes aufzuspüren. Das touristische Spektrum Frankens ist vielfältig und braucht den Vergleich mit dem hochgelobten Oberbayern nicht zu scheuen.

Landschaften FrankensAbwechslung heißt das Motto: sanfte Mittelgebirgszüge, durchzogen von reizvollen Flusstälern wechseln sich mit aussichtsreichen landwirtschaftlichen Hochflächen ab. Stolze neun Naturparks sind eingerichtet, jeder mit eigenem Landschaftsprofil und faszinierenden Naturdenkmälern.

»Franken« im historischen Vokabular

Fränkisches Reich: Umfasste unter der Regentschaft Karls des Großen um 800 ganz Mittel- und Westeuropa sowie Teile Italiens. Das heutige bayerische Franken war darin nur ein kleiner Fleck nahe der Ostgrenze.

Aufteilung des Frankenreichs: 843 wurde das Reich im Vertrag von Verdun aufgespalten: in einen westlichen (später Frankreich) und einen mittleren Teil (u.a. Lothringen, Burgund und Königreich Italien) sowie in das Ostfrankenreich. In ihm entstanden zu Beginn des 10. Jh. die Stammesherzogtümer Sachsen, Franken, Bayern, Schwaben und Lothringen und im Laufe des 10. Jh. unter der Herrschaft der Ottonen (Kaiserkrönung Otto I. 962) das Heilige Römische Reich als Herrschaftsbereich deutscher Kaiser und Vorläufer des heutigen Deutschlands, ab dem 15. Jh. mit dem Zusatz »Deutscher Nation«.

Herzogtum Franken: Dazu gehörten neben fränkischen Regionen Bayerns auch Teile Hessens, Baden-Württembergs, Thüringens und von Rheinland-Pfalz. Es bildete in der Mitte des Ostfrankenreiches ein Kernland.

Fränkischer Reichskreis: Kaiser Maximilian I. reformierte Anfang des 16. Jh. das Reich und schuf zehn Reichskreise, um Sicherheits- und Wirtschaftsmaßnahmen zu bündeln und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Einer davon war der Fränkische Reichskreis. Schon zu Beginn bestand er aus unzähligen Herrschaftsbereichen: Wichtigen und größeren Territorien der Bischöfe, Markgrafen und Reichsstädte standen zahlreiche Klein- und Kleinstgebiete der Grafen, Fürsten und Ritter gegenüber. Sie alle waren selbstständig und prägten ihre Bereiche nachhaltig, was bis in die heutige Zeit noch an der Vielfalt von Kultur, Lebensweise, Religion oder Sprache zu spüren ist.

 

Bayerisches Franken: Die Französische Revolution und europäische Kriege veränderten binnen weniger Jahre das Bild in Europa und in Franken grundlegend. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation wurde 1806 aufgelöst, Frankens Territorien büßten allesamt ihre Selbstständigkeit ein und wurden vom Königreich Bayern annektiert.

In Unterfranken dominiert der Main das Bild. Er ist Hauptfluss, gilt als namhafte Weinregion und ist gesäumt von waldreichen Höhenzügen: im Westen vom Spessart, nach Nordwesten hin von der Rhön, östlich des Maindreiecks vom Steigerwald und nördlich davon von den Haßbergen.

In Mittelfranken ragen die Frankenhöhe und die Westabhänge der Fränkischen Alb heraus, die das Fränkische Seenland umschließen. Der Großraum Nürnberg bleibt dagegen weitgehend eben. Vorzeigetäler sind der Taubergrund sowie die Täler der Altmühl, Regnitz und Pegnitz.

In Oberfranken wird die Landschaft im Süden geprägt von der Fränkischen Schweiz mit ihren Höhlen und Felsformationen, während im Norden der Frankenwald und das Fichtelgebirge mit dunklen Nadelwäldern einen eher herben Reiz ausstrahlen.


Das Wiesenttal ist eines der reizvollsten Flusstäler der Fränkischen Schweiz: Hier schmiegt sich der Ort Nankendorf zwischen bewaldeten Hängen an das Ufer der Wiesent.

FreizeitgestaltungWanderungen, Radtouren, Badevergnügen – die fränkischen Tourismusverantwortlichen haben 15 Urlaubsregionen eingerichtet (siehe Karte Umschlag-Innenseite), jede mit speziellem touristischem Angebot.

Kunst und KulturFranken ist vor allem auch altes Kulturland. Es besitzt reiche Kunstschätze, die zum Teil in das Kulturerbe der UNESCO aufgenommen wurden. Namhafte Beispiele sind die Würzburger Residenz, die Altstadt Bambergs und das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth. Kunsthistorischen Rang besitzen auch Dome, Kirchen und Klöster sowie Schlösser und Burgen aus den Kunstepochen der Spätromanik, Gotik und des Barocks. Nicht zuletzt lockt auch eine Vielzahl von Museen, von weltberühmten wie dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg bis hin zu kleinen Dorfmuseen, die oft erstaunlich reich ausgestattet sind.

Diese Bauten und Kunstbestände stammen oft von berühmten Architekten und Künstlern ihrer Zeit, so u.a. von Lucas Cranach, Albrecht Dürer und Tilman Riemenschneider aus der Renaissance oder von Balthasar Neumann und den Baumeistern Dientzenhofer aus der Barockzeit.

Verwaltungskonzept Franken: Seit 1837 Unterteilung in drei Regierungsbezirke (siehe auch die Karte auf der Umschlaginnenseite):

Unterfranken Fläche ca. 8.500 qkm; 1,3 Millionen Einwohner; 9 Landkreise, 3 kreisfreie Städte; Sitz Bezirksregierung: Würzburg

Mittelfranken Fläche ca. 7.200 qkm; 1,7 Millionen Einwohner; 7 Landkreise, 5 kreisfreie Städte; Sitz Bezirksregierung: Ansbach

Oberfranken Fläche ca. 7.200 qkm; 1,1 Millionen Einwohner; 9 Landkreise, 4 kreisfreie Städte; Sitz Bezirksregierung: Bayreuth

Historische Bauten und reiche Kunstschätze begegnen uns in Franken auf Schritt und Tritt. Im Bild eine in Gestik, Gesichts-ausdruck und Faltenwurf des Gewandes kunstvolle Skulptur des Landshuters Hans Leinberger, dem bedeutendsten Bildhauer der Spätgotik in Altbayern (Germanisches Nationalmuseum in Nürnberg).

Neben der »klassischen« Kultur in Franken darf auch die volkstümliche nicht zu kurz kommen. Hier geht es vor allem um die romantischen Ortsbilder, die einen Gutteil der fränkischen Anziehungskraft ausmachen und das gerühmte »heimelige« fränkische Gefühl vermitteln. Namhafte Beispiele sind Rothenburg und Dinkelbühl, aber auch unbekanntere gehören dazu, wie Königsberg in den Haßbergen oder das oberfränkische Sesslach.

Die Küche FrankensSie gilt als »deftig und ehrlich«! Gemeint ist wohl, dass statt allzu raffinierter Kreationen eher herzhafte, und kalorienreiche Gerichte bevorzugt werden. Dazu gehören u.a. Schweine- oder Sauerbraten, Schäufele, Knöchle oder Schlachtschüssel. Für den kleinen Hunger tun es auch mal die allgegenwärtigen Bratwürste, die in Nürnberg kurz, in Coburg aber mindestens doppelt so lang sind. Einen hohen Stellenwert haben nicht zuletzt kalte Wurstplatten einschließlich Geräuchertem und diversen Presssackarten, die wohl nirgends appetitlicher angerichtet werden und besser munden als in Franken. Ständige Begleiter der fränkischen Küche sind Bier und Wein. Bier passt zu jedem Gericht, Weißwein harmoniert besonders mit Fisch und fränkischer Rotwein ergänzt am besten Wildgerichte, wie Rehrücken und Wildschweinbraten.

Fazit: »Bist Du auf’s Ergründen der fränkischen Seele versessen, musst Du mit Franken fränkisch trinken und Essen« (Hans Karl Adam).

QuellenhinweiseFür Zahlen, Daten Fakten und Wertungen wurden neben den Webseiten der Gemeinden und Städte sowie der Tourismusverbände Frankens und seiner Naturparks, Feriengebiete und Weinadressen auch das Online-Lexikon Wikipedia zu Rate gezogen. Bei wörtlichen Wiedergaben ist die Quelle angegeben.

Des Weiteren wurden folgende Publikationen genutzt: ADAM, HANS KARL: Das Kochbuch aus Franken, Verlag W. Hölker, Münster 1975; BABOVIC, TOMA und GLASER, HERMANN: Ins Land der Franken fahren, Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2004; DEHIO, GEORG: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern I: Franken, Deutscher Kunstverlag, München 1999; NESTMEYER, RALF: Franken. Michael Müller Verlag, Erlangen 2007; Tourismusverbandes Franken e.V.: 200 Jahre Franken in Bayern. Nürnberg 2005; Tourismusverband Franken e.V.: Franken – Wein.Schöner Land! Nürnberg, 2014.

Einkehr und Besichtigungen:

Sofern bisher bei Einrichtungen Öffnungszeiten und bei Gasthöfen Ruhetage angegeben waren, sind diese in der Neuauflage durch eine Telefonnummer ersetzt, unter der man die entsprechenden Zeiten erfragen kann. Grund dafür ist, dass sich diese Zeiten relativ schnell ändern können.


Heiligenfiguren an den Häusern, wie hier Maria mit dem Kind in Lohr am Main, sind in Franken keine Seltenheit.


Das Frankenland ist auch Radl-Land, wie hier in den parkartigen Mainauen nördlich von Würzburg.

Meine Lieblingsausflüge Franken


1 In der Mainmetropole Würzburg

Stadtrundgang in Würzburg und Radausflug nach Veitshöchheim (ca. 24 km)

Auftakt ist ein Rundgang in Würzburg mit der Residenz und der Festung Marienberg als absolute Höhepunkte. Dann schwingen wir uns in den Sattel. Durch die Stein‘schen Weinberge und das Dürrbachtal geht es nach Veitshöchheim, wo man Schloss und Schlossgarten besuchen kann. Zurück nach Würzburg ist es dann nur noch ein Katzensprung (Zeitplan Seite 13).

Anfahrt: Mit dem Auto ab München/Nürnberg A 9/A 3 und B 8/B 13, ab Augsburg A 7 sowie B 2/B 25 und B 19. Mit der Bahn zahlreiche im Fern- und Nahverkehr; Radtransport nur im »Bayerntakt«, dann u. U. längere Fahrzeiten

Karten: Reisekarte Franken: ADAC-Autokarte Bayern Nord, 1:200 000; Radtour Würzburg: Topografische Karte UK 50-7 Fränkisches Weinland, 1:50 000; oder ADFC-Regionalkarte Würzburg Mainfranken, 1:75 000

Information: Touristinfo Würzburg im Falkenhaus: Tel. 0931/37 23 35; www.wuerzburg.de



Historische EckpunkteWürzburgs Geschichte beginnt 704 mit der ersten urkundlichen Erwähnung. Einige Jahrzehnte später wird das Bistum Würzburg gegründet. Im 11. und 12. Jh. folgt eine Blütezeit unter den Staufenkaisern. In diese Zeit fallen die Weihe des Doms (1187) und die Gründung der Festung Marienberg (1201). Ab 1483 prägt Tilman Riemenschneider das Kunstgeschehen in Würzburg mit und steigt auf zu einem bedeutenden Bildhauer. Seine Werke können heute im Mainfränkischen Museum auf der Festung Marienberg bewundert werden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erlebt die Stadt unter der Regentschaft der Fürstbischöfe von Schönborn eine zweite Glanzperiode. Höhepunkt dieser Ära war der Bau der Residenz (1723–1744) unter Leitung von Balthasar Neumann, einem führenden Architekten des Barockzeitalters. Ab 1814 gehört die Mainmetropole endgültig zu Bayern. Ihre dunkelste Stunde erlebt sie am 16. März 1945: In nur 17 Minuten legen alliierte Bomberverbände die Stadt in Schutt und Asche, der Wiederaufbau dauert über 25 Jahre.


Würzburgs Altstadt in der Abendsonne. Blick von der Festung Marienberg u. a. auf die Alte Mainbrücke, das Rathaus und den Dom. Hinten rechts die Residenz

Traditionsreiches Symbol für Weinliebhaber: das Schild über den Weinstuben des Juliusspitals in Würzburg

Stadtrundgang(siehe Karte). Beginnen wir mit der Residenz (ganzjährige Führungen, Dauer je 45 Minuten, Einzelheiten unter Tel. 0931/35517-0). Sie gilt als eines der bedeutendsten Barockschlösser Europas und zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO. Außerhalb besticht der terrassenartige Hofgarten mit reichem Puttenschmuck, im Schloss gehören vor allem das Treppenhaus von Balthasar Neumann und darüber das größte Deckenfresko in der Welt von Giovanni Battista Tiepolo zu den Höhepunkten. Sehenswert sind neben der Hofkirche aber auch die Prunkräume, aus denen der prächtige Kaisersaal und das auf der Welt einmalige Spiegelkabinett herausragen. Auf dem Gang durch Theaterstraße und Juliuspromenade zum Mainkai passiert man das Bürgerspital (gestiftet 1319) mit reizvollem Innenhof und die schlossartige Anlage des Juliusspitals (gestiftet von Julius Echter 1576), beide waren Spitäler für Arme und Kranke. Letzteres ist heute noch Krankenhaus und Altenheim. Die beiden Anlagen sind übrigens auch Domizil zwei der bekanntesten fränkischen Weinstuben.


Blick aus einer Laube des Hofgartens auf die von der Morgensonne angestrahlte Ostfront der Würzburger Residenz


Eines der bekanntesten Würzburger Fotomotive: die Alte Mainbrücke mit ihren steinernen Heiligenfiguren, darüber die Festung Marienberg und im Hintergrund links das von Balthasar Neumann erbaute Käppele – drei Wahrzeichen Würzburgs, vereint auf einem Bild

Am Mainufer stehen der wuchtige Alte Kranen, errichtet 1773 und nebenan das Alte Zollhaus, heute Haus des Frankenweins, wo man einen Bocksbeutel erstehen kann. Mit prächtigen Blicken auf Festung Marienberg und Käppele erreicht man am Mainkai entlang die Alte Mainbrücke. Sie stammt von 1543 und wurde knapp 200 Jahre später mit dekorativen Heiligenfiguren bestückt.

Hier machen wir nun einen Abstecher (ca. 1 km) zur Festung Marienberg. Wir überqueren die Brücke und steigen über Zeller Straße und Tellsteige (Schilder Fußweg) hinauf zur Burg.

Auf der Festung MarienbergMan schrieb das Jahr 1201, als mit dem Bau der Festung Marienberg begonnen wurde. In späteren Jahrhunderten folgten Änderungen und Erweiterungen, zuletzt im 17. Jh. durch den Umbau zum Renaissanceschloss und die Errichtung eines Rings wehrhafter Bastionen. Von 1253 bis 1719 war die Burg Residenz der Fürstbischöfe von Würzburg. Empfohlen wird ein Spaziergang durch die Anlage, beginnend im Zeughaushof mit dem Museum für Franken in Zeughaus und Echterbastei (Apr. bis Okt. Di–So 10–17, Nov.–März 10–16 Uhr, Mo geschlossen), einem der angesehensten Museen Bayerns. Zu bestaunen sind reiche Bestände fränkischer Kunst, so u.a. zahlreiche berühmte Plastiken von Tilman Riemenschneider, aber auch Porzellan, Möbel, Gemälde sowie Objekte aus Kunstgewerbe, Volkskunst und Weinkunde.

Eines der Meisterwerke Tilman Riemenschneiders im Museum für Franken, Würzburg: die trauernde Maria von Acholshausen (um 1505)

Durch das Echtertor geht es in den Mittleren Burghof mit Pferdeschwemme. Von dort führt durch das malerische, von zwei Rundtürmen eingefasste und mit Steinfiguren geschmückte Scherenbergtor von 1482 der einzige Zugang zum Inneren Burghof, der Kernburg. Hier sind u.a. der romanische Bergfried um 1200 mit Treppenturm von Interesse, auch die Marienkirche, die mit ihren frühromanischen Bauteilen als ältestes Baudenkmal des Marienbergs gilt, sowie der achteckige Renaissancebrunnen um 1600 und die verschiedenen Flügel der Kernburg. Im Fürstenbau auf der Ostseite der Kernburg ist das Fürstenbaumuseum untergebracht, das fürstbischöfliche Wohnräume sowie die Schatz- und Paramentenkammer mit reichen Schätzen zeigt. Öffnungszeiten und Burgführungen erfährt man unter Tel. 0931/ 35517-50.

Grober Zeitplan für den Ausflug

9–10Besuch Residenz

10–11Stadtrundgang bis Alte Mainbrücke

11–15Abstecher Festung und zweiter Teil Stadtrundgang

15–18Radtour bis Veitshöchheim ggf. einschl. Schlossbesuch

18–19Rückfahrt Würzburg

Zurück an der Alten Mainbrücke setzen wir den Altstadtrundgang fort und wenden uns zunächst dem nahe gelegenen Rathaus (seit 1316) zu. Der Komplex besteht aus mehreren Bauten, entstanden im Laufe der Jahrhunderte. Attraktivster Teil ist der Grafeneckart an der Domstraße, ein Geschlechterturm (um 1200) mit angefügtem Trakt. Er ist der älteste romanische Profanbau der Stadt. Im ersten Stock der Anlage befindet sich der sehenswerte Wenzelsaal aus dem 13. Jh., gegenüber steht der barocke Vierröhrenbrunnen von 1765. Neben dem Grafeneckart nach hinten gesetzt der sogenannte »Rote Bau« von 1660.


Romantisches Bauensemble auf der Festung Marienberg: das Scherenbergtor als Zugang zur Kernburg, links dahinter der Kiliansturm

Am Ende der Domstraße erhebt sich der mächtige Dom St. Kilian. Er gilt als ein Hauptwerk der deutschen Romanik und wurde 1187 geweiht. In den Jahrhunderten danach erfuhr er zahlreiche bauliche Veränderungen, bis er beim Luftangriff im März 1945 vollkommen ausbrannte. Der Wiederaufbau außen erfolgte in alter Form, im Innern wurden Altar, Sakramentshaus und Chor neu gestaltet. Vom alten Bestand sehenswert sind viele Grabdenkmäler, darunter das des Fürstbischofs von Scherenberg, ein Werk Tilman Riemenschneiders, die Schönbornkapelle, eine von Balthasar Neumann geschaffene Grablege der gleichnamigen Fürstbischöfe sowie barocker Stuck in Querhaus und Chor und der Kreuzgang an der Südseite. Neben dem Dom steht das Neumünster aus dem 11. Jh., errichtet über der Grabstätte des Hl. Kilian. Die Kuppel und die barocke Fassade wurden erst 1716 hinzugefügt. Sehenswert ist u.a. eine Steinmadonna von Riemenschneider und ein Cruzifixus, aber auch das stimmungsvolle Lusamgärtchen an der Nordseite der Kirche mit dem Grabdenkmal für Walther von der Vogelweide.

Blick von der Alten Mainbrücke in die Würzburger Domstraße: links das Rathaus mit dem Grafeneckart, hinten die beherrschenden Türme des Doms St. Kilian

Endpunkt des Rundgangs ist der Marktplatz, wo zwei Bauten das Bild bestimmen: das Haus zum Falken, einst Gasthaus, dann 1751 mit elegantem Rokokostuck verziert. Gleich dahinter erhebt sich beherrschend die Marienkapelle aus dem 14. Jh. Sie gilt als eine der bedeutendsten Hallenkirchen Frankens. Interessant sind vor allem die Torbogenfelder der drei Portale, im Innern aber auch Grabmäler fränkischer Ritter, Bürger und Künstler, so u.a. von Balthasar Neumann, sowie eine »Schöne Madonna« um 1420. Vom Marktplatz aus geht es schließlich über Eichhorn-, Martin- und Hofstraße hinter dem Dom wieder zurück zum Residenzplatz.


Markantes Bauensemble am Marktplatz von Würzburg: links die Marienkapelle, ein Glanzpunkt spätgotischer Baukunst, und rechts das stuckverzierte Falkenhaus

Natürlich besitzt Würzburg noch weitere hochrangige Sehenswürdigkeiten, so Kirchen und Klöster wie St. Burkard, Stift Haug oder das Käppele, aber auch die Anlage der Alten Universität, Letztere im Jahr 1582 begründet von Fürstbischof Julius Echter. Sie alle kann man besuchen, wenn man noch einen Tag in Würzburg bleibt oder ein zweites Mal in die Stadt kommt.

Radtour nach VeitshöchheimJetzt besteigen wir unsere Fahrräder und starten zur Radtour, die ca. 24 km lang und bis auf den Anstieg in den Stein’schen Weinbergen steigungsarm ist. Über Kapuzinerstraße, Rennweger Ring und Berliner Platz erreicht man die Grombühlbrücke. Drüben geht es im Zickzackkurs links in die Grombühl-, dann rechts in die Ernst-Reuter- und am Ende wieder links in die Lindleinstraße. Von dieser rechts auf den Rimparer Steig. Nach 200 m biegen wir links in den Schalksbergweg ein und nehmen Kurs auf das Schlosshotel Steinburg, das spektakulär an der oberen Hangkante liegt. Highlights des 1 km langen Aufstiegs durch die berühmten Stein‘schen Weinberge (siehe Kasten) sind prächtige Tiefblicke auf Würzburg, die Festung Marienberg und das Maintal. Am Ende mündet der Schalksbergweg in den Reußenweg, auf dem wir links zum Schlosshotel mit seiner Aussichtsterrasse kommen. Ein idealer Platz für eine kurze Rast.

Würzburger Stein

Etwa 85 ha ist er groß, der Steilhang mit der weltbekannten Weinlage am Nordrand Würzburgs. Im Zentrum des lang gestreckten Hangs mit Muschelkalkböden die Anbaufläche »Steinharfe«, Toplage dieses Weinbergs. Erste Anpflanzung von Weinreben 1665.

Besitzer der Weinberge sind zu je rund einem Drittel die Würzburger Weingüter Juliusspital, Staatlicher Hofkeller und Bürgerspital, Letzteres ist Alleininhaber der Lage Steinharfe. Von den zwölf angebauten Sorten dominieren Silvaner und Riesling.

Aussichtsterrasse des Schlosshotels Steinburg: Wo könnte man sich besser von den Strapazen des Aufstiegs erholen!

Ob Pause oder nicht, fortgesetzt wird die Tour auf der Steinburgstraße, wo man wenig später in den Genuss einer langen Abfahrt nach Unterdürrbach kommt, um unten rechts in das Dürrbachtal einzuschwenken. Seine Markenzeichen: alter Baumbestand und gepflegte Wohnanlagen an den Hängen. Die Straße selbst verfügt in den Orten über Radwege, im Übrigen halten sich Verkehr und Steigungen in Grenzen. Wir radeln also nach Norden weiter, passieren erst Unter- und Oberdürrbach, dann ein Waldstück und stoßen nach 4 km auf eine Querstraße, wo es rechts nach Gadheim geht. Direkt am Ortsrand folgen wir dem links abgehenden Sträßchen Richtung Veitshöchheim. Nach lang gezogener Abfahrt passiert man schließlich die Unterführung B 27/Bahnlinie und gelangt zur Thüngersheimer Straße im Zentrum. Zum Besuch des Schlosses geht es auf Thüngersheimer- und Kirchstraße nach Süden zum Schlosseingang. Wer gleich nach Würzburg zurück möchte, erreicht über Eremitenmühlstraße und Mainlände den Steg über den Main.

Schloss Veitshöchheim(April–Okt. Di–So 9–18 Uhr, Führungen zur vollen Stunde) wurde 1682 fertiggestellt, diente zuerst als Jagdhaus und später als Sommerresidenz der Würzburger Fürstbischöfe. Umbauten zum Wohnschloss erfolgten um 1750 unter der Regie von Balthasar Neumann. Größere Berühmtheit besitzt freilich der ebenfalls von Würzburger Fürstbischöfen angelegte Schlossgarten (tgl. 8–20 Uhr) im Stil des Rokoko, einer der schönsten seiner Art in Deutschland. Er ist unterteilt in Schloss-, Wald-, Lauben- und Seenregion. Ein großer See mit Figurengruppe wird umrahmt von Heckensälen, Rondells, Pavillons und Lauben, verbunden mit einem Netz von Wegen und angefüllt mit nicht weniger als 300 Skulpturen Würzburger Hofbildhauer. Rückfahrt: Vom Schloss aus steuern wir über Obere Maingasse und Mainlände den Steg über den Main an und wechseln das Ufer. Ein Uferradweg Richtung Würzburg verläuft zuerst neben einer Straße und bietet nur wenig reizvolle Ausblicke auf das Gegenufer. Dann aber wird das Gelände zusehends parkartiger und die Aussicht attraktiver. Ca. 9 km nach dem Uferwechsel erreicht man wieder die Alte Mainbrücke in Würzburg. Damit geht ein erlebnisreicher Ausflug zu Ende. Letzter Anlaufpunkt ist nun noch der Autoparkplatz oder der Hauptbahnhof.