Buch lesen: "Legenden und Geschichten"

Schriftart:

Alexei Remisow

Legenden und Geschichten


Veröffentlicht im Good Press Verlag, 2021

goodpress@okpublishing.info

EAN 4064066116446

Inhaltsverzeichnis

Adams Schwur

1.

2.

3.

Die Geburt Christi

1.

2.

3.

Die Leiden der heiligen Jungfrau

1.

2.

3.

4.

5.

6.

Die Leiden des Heilandes

1.

2.

3.

Geschichten

Der Hofjuwelier

1.

2.

3.

Maka

1.

2.

3.

Die Krawatte

1.

2.

3.

4.

Adams Schwur

Inhaltsverzeichnis

1.

Inhaltsverzeichnis

„Geht und glaubt nicht, daß ihr je zurückkommen könntet! Und flucht eurem Gotte nicht. Euer Zorn würde machtlos sein und auf euch zurückfallen.“

Und das feurige Schwert in der Hand des Cherubs flammte auf.

Die Pforte des Paradieses fiel zu.

Verzweifelt warfen sich Adam und Eva nieder und weinten. Sieben Tage weinten sie, ohne die Augen aufzuschlagen, ohne sich vom Boden zu erheben.

Und sie vernahmen die Stimme Gottes:

„Ich breite meine Gnade über euch aus. Die Stunde der Verheißung wird kommen, und ich werde euch das Paradies wiedergeben.“

Sie hoben die Augen auf, aber sie sahen Gott nicht wie früher.

An der Pforte des Paradieses stand der Cherub, grimmig, mit dem flammenden Schwert.

Und sie baten den Cherub, ihnen zu sagen, wann Gott kommen und ihnen das Paradies wiedergeben werde.

„Fünftausend fünfhundert und acht Jahre werden vergehn,“ sprach der Cherub, „und Gott wird euch befreien. Jetzt aber geht, sage ich euch, und wagt nicht zurückzukommen. Und flucht eurem Gotte nicht. Denn euer Zorn würde machtlos sein und auf euch zurückfallen.“

Und sie gingen demütig, um nie mehr zurückzukommen.

Und die Schlange kroch ihnen nach.

Sie aber erkannten die Schlange nicht.

Denn die Schlange war schöner gewesen als alle Tiere, und jetzt kroch sie auf dem Bauche; sie hatte reden können, und nun war sie stumm. Sie konnte Adam und Eva nur vorwurfsvoll ansehen.

Trübe Tage wechselten mit bangen Nächten. Das Leben war schwer.

Die unfruchtbare, von Gott verfluchte Erde war eine Wüste. In der Behausung der ersten Menschen war es eng und finster. Wilde Tiere bedrohten sie. Sehnsucht, Angst, Müdigkeit . . .

„O weh, du mein schönes Paradies!“ weinte Adam und weinte Eva.

Sie konnten das Leben im Paradies nicht vergessen, immer wieder dachten sie daran, und dann gingen sie bis zur Mauer des Paradiesgartens, knieten nieder und weinten.

Und die Schlange war mit ihnen.

Sie war schöner gewesen als alle Tiere, und alle Kreatur hatte sich an ihrem Anblick gefreut, — und nun kroch sie auf dem Bauche und spie Gift aus, und alles floh vor ihr.

„O weh, du mein schönes Paradies!“ weinte Adam und weinte Eva.

Aber keiner hörte sie, keiner gab ihnen Antwort.

An der Pforte des Paradieses stand der Cherub, grimmig, mit flammendem Schwert.

Und verzweifelnd gingen sie zurück zu ihrem verhaßten Felsen in die finstere Höhle.

Und die Schlange kroch ihnen nach.

Als das erste Jahr zu Ende ging, gebar Eva dem Adam einen Sohn, den Kain.

Er war der Erste, der auf der Erde geboren war, schön wie die Schlange und schrecklich. Auf seinem Haupte wanden sich sieben giftige Schlangenköpfe.

Eva war bitter geplagt. Müde und schwach, mußte sie alle nähren — den Sohn und die Schlangenköpfe, die wie ein Kranz seine Stirn umgaben.

Und Adam konnte seinem Weibe nicht helfen, konnte ihre Schmerzen nicht lindern.

Die Schlange aber, die mit ihnen in der Höhle wohnte, war stumm und sah sie nur vorwurfsvoll an.

Und die Erde war voll Weh und Leid.

Trostlose Tage wechselten mit trostlosen Nächten.

Da kam Satan und sprach zu Adam:

„Was gibst du mir, wenn ich Eva helfe?“

„Alles, was du willst,“ erwiderte Adam, der zu allem bereit war, wenn nur Evas Schmerzen gelindert würden und er nicht mehr den Sohn mit dem greulichen lebendigen Schlangenkranze ums Haupt zu sehen brauchte.

„Schwöre mir,“ sprach Satan, „daß du und deine ganze Nachkommenschaft mir gehören sollen!“

Und er ergriff einen weißen Stein und reichte ihn dem Adam.

Und Adam schwur.

Und Adam schrieb den Schwur mit seinem Blut hin, daß er dem Satan angehören wolle, er und alle seine Nachkommen bis auf den letzten.

Und alsbald fielen die sieben Schlangenköpfe von Kains Haupte ab.

Da freute sich Eva und Adam freute sich mit ihr.

Und es war dies die erste Freude auf der Erde.

Satan aber nahm den roten Stein mit dem Versprechen und die sieben Schlangenköpfe und ging von der Höhle nach dem Fluß Jordan. Und dort, am Jordan, unter einem Felsen, wählte er einen versteckten Platz und legte den Stein dahin und befahl den sieben Schlangenhäuptern, ihn zu hüten.

Und als Adam starb, kam seine Seele zu Satan. Dann starb Eva, und auch ihre Seele kam zu Satan. Und alle, die nach Adam und Eva starben, folgten ihnen in das Reich Satans, in die Hölle, wie Adam es geschworen hatte.

2.

Inhaltsverzeichnis

Die Tage und Jahre gingen, wie Gott es bestimmt hatte.

Die Menschen wurden geboren und breiteten sich über die Erde aus; sie hofften und verzweifelten, bangten und freuten sich ihres Lebens, verlangten nach Macht, nach Reichtum, nach Ruhm, liebten und haßten, halfen einander und töteten einander.

Und der rote Stein lag immer noch am Jordan unter dem Felsen, und die Schlangen hüteten ihn. Und das Reich Satans ward größer mit jedem Jahr, jedem Tag, jeder Stunde, denn immer mehr Söhne Adams kamen hinein.

Und Satan freute sich seiner wachsenden Macht und Größe.

Die Tage und Stunden gingen hin, wie Gott sie festgesetzt hatte. Sie blieben sich immer gleich, heute war wie gestern, und jede Stunde war ein stiller, geheimer Gottesdienst.

Die erste Nachtstunde brach an — die Stunde, da die Dämonen sich vor Gott beugen. Und die Dämonen schadeten dem Menschen nicht, das Böse ruhte, wurde nicht größer, nicht geringer.

Die zweite Stunde kam — die Stunde der Fische. Und es erhob sich der Ozean mit seinem ganzen Reich, und die tiefsten Tiefen des Meeres beugten sich vor dem Herrn. Es kam die dritte Stunde — die Stunde der höllischen Abgründe.

Es kam die vierte Stunde — die Stunde, da die Seraphim den Herrn preisen, und das Rauschen ihrer Flügel füllte die himmlischen Tempel mit süßer Musik.

Es kam die fünfte Stunde — die Stunde der Wasser über dem Himmel.

Es kam die Mitternacht — die sechste Stunde der Nacht —, und es zogen sich die Wolken zusammen und erfüllten die Welt mit einem großen, heiligen Schauer.

Es kam die siebente Stunde — die Stunde der Ruhe für alles Lebende.

Es kam die achte Stunde — und die Erde freute sich des Taus, der auf Saaten und Gräser niederging.

Es kam die neunte Stunde — die Stunde des Dienens für die Engel, die vor dem Throne der ewigen Allmacht stehen.

Es kam die zehnte Stunde — die Stunde des Gebets, und die Himmelstore gingen auf, und die Gebete traten vor Gott, und Gott war gnädig zu den Menschen, und die Seraphim schlugen mit den Flügeln, und Musik tönte durch den Himmelsraum, und unten auf der Erde krähte der Hahn.

Es kam die elfte Stunde — und die Sonne ging auf und brachte der Welt Freude und Licht und Wärme.

Und es kam die zwölfte, die letzte Stunde — die Stunde der Hoffnung und des Schweigens der Engelchöre vor dem Throne Gottes.

Aber der rote Stein lag am Jordan unter dem Felsen. Und die Schlangen hüteten ihn. Und das Reich Satans ward größer mit jedem Jahr, jedem Tag, jeder Stunde, denn immer mehr Söhne Adams kamen hinein.

Und Satan freute sich seiner wachsenden Macht und Größe.

Das währte so fünftausend fünfhundert und acht Jahre.

Nun kam die Stunde, die verheißen war, Christus kam auf die Erde, der Sohn Gottes.

Niemand wußte von ihm, niemand dachte an ihn. Wie bisher aßen und tranken die Menschen, freiten und ließen sich freien, stritten und versöhnten sich, töteten sich selbst aus Liebe und töteten andere aus Haß. Ebenso wie bisher ging die Sonne auf und grünten die Bäume im Frühling. Ebenso wie früher gingen nachts die geheimen Stunden hin.

Einzig Johannes der Täufer harrte des Heilandes am Jordan.

Und als die Zeit erfüllt war, kam Christus aus der Wüste an den Jordan zu Johannes. Und Johannes erkannte den Heiland.

Und Christus trat unter den Felsen auf den roten Stein und ward von Johannes getauft.

Und das Wasser ward unter den Füßen Christi zu Feuer. Das Feuer verbrannte die Schlangenköpfe, das Feuer zerfraß den roten Stein.

Der Heilige Geist stieg auf den Gottessohn herab, und es ward eine Stimme vom Himmel gehört:

„Siehe, das ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“

3.

Inhaltsverzeichnis

In Zorn geriet Satan, als er den gespaltenen, vom Feuer zerfressenen roten Stein und die sieben toten Schlangenhäupter sah.

Er sammelte die schwarzen Stücke des roten Steins und fügte sie mit höllischer Kunst zusammen, und den neuen schwarzen Stein trug er hinab in sein Reich, die Hölle.

Noch war die Zeit nicht erfüllt, drei Jahre sollte Christus noch auf Erden wandeln. Noch drei Jahre mußten Adam und Eva in banger Sehnsucht harren.

Und Satan gab sich kühnen Träumen hin.

Er hatte den schwarzen Stein in der Hölle versteckt und wartete auf die letzte Stunde des Gottessohnes, um dann seine ganze Kraft zusammenzunehmen, den Unüberwindlichen zu besiegen, ihn zu zerreißen, ihn zu verspotten in seiner Kreuzesnot und dann seine schwarze Finsternis über die ganze Welt zu breiten.

Und groß war in der Hölle die Freude des von seinem Wahn betörten Herrschers am Vorabend seiner Schmach und seiner Vernichtung.

Die Geburt Christi

Inhaltsverzeichnis

1.

Inhaltsverzeichnis

In der Nacht, da Christus geboren werden sollte, befand sich die Gottesmutter mit dem heiligen Joseph auf dem Wege nach der Stadt Bethlehem.

Und unterwegs geschah etwas Seltsames mit der heiligen Jungfrau: sie lachte und weinte zu gleicher Zeit. Joseph hielt sein Rößlein an. Der Alte dachte: „Ist der Maria nicht wohl, oder hat sie Angst vor den Wölfen bekommen?“ Denn Wölfe gibt es viel in der Gegend.

Die Gottesmutter aber sprach zu ihm:

„Ich sehe zwei Männer, Großväterchen: der eine lacht, und mit dem freue ich mich, denn ihm steht ein großes Glück bevor. Der andre aber weint, und mit dem traure ich, denn ihn erwartet ein großer Schmerz.“

Der Alte verstand die Worte der Gottesmutter nicht, aber er merkte sie sich wohl. Sie verhießen der Erde zugleich eine große Freude und ein bitteres Weh.

Die Gottesmutter war auf dem Wege nach Bethlehem. Sie mußten beide zur Schätzung. Es sollten alle Bewohner des Landes geschätzt werden, und in welcher Stadt einer angeschrieben war, in die mußte er sich begeben.

Es war Winterszeit. Und ein sehr schneereicher Winter. Bergehoch lag der Schnee überall. Mit großer Anstrengung kam das Pferdchen vorwärts. Joseph hätte sich die beschwerliche weite Reise gern geschenkt, doch er wagte es nicht, ungehorsam zu sein. Es war ein strenger Befehl vom König ausgegangen, daß ein jeder sich nach seiner Stadt zu begeben habe.

Joseph war ein ganz alter Mann. In jungen Jahren war er ein Zimmermann gewesen, aber jetzt gehorchte ihm das Beil längst nicht mehr. Der Alte hatte geglaubt, sie würden vor Abend in der Stadt sein, doch sie waren vom Wege abgekommen. Und so überraschte die Nacht sie im freien Felde.

Es war eine helle, sternklare Nacht und bitter kalt.

Die Gottesmutter stieg nicht vom Schlitten herab, — es fror sie zu sehr. Der Alte ging neben dem Pferde und trieb es ab und zu an.

So kamen sie langsam vorwärts.

Und die Gottesmutter fühlte, daß ihre Stunde gekommen war.

Was war zu tun? Wie sollte sie hier nachts auf freiem Felde bleiben?

Da, Gott sei Dank, zeigte sich abseits vom Wege, am Waldrand, eine Erdhütte.

Der Alte band das Pferd an. Sie traten in die Hütte ein. In der Hütte aber standen ein Pferd und ein Öchslein. Sonst war keine lebende Seele zu sehn. Ganz in der Ferne hüteten Hirten ihre Schafe.

Aber die Zeit drängt und Hilfe tut not.

Die heilige Jungfrau bittet den Joseph, eine Wehmutter zu holen. Wo aber wäre hier draußen im Felde eine Wehmutter zu finden?

Der Alte ging traurig die Landstraße weiter und wußte doch gar nicht, wo er eine Wehmutter suchen sollte.

Und als Christus geboren ward, da ward es hell in der Erdhütte.

So hell, als wenn die Sonne aufgegangen wäre.

Die Gottesmutter nahm den Sohn auf ihren Arm, hob ihn empor und legte ihn auf das Stroh in der Krippe, wie in eine Wiege.

Das Pferd und das Öchslein sahen das Kind und kamen näher heran. Sie erkannten den Heiland und bliesen ihn an, um ihn mit ihres Atems Hauch zu wärmen. Und der Knabe streckte spielend die Ärmchen nach ihnen aus und streichelte sie.

Die Tiere aber fuhren fort, ihn mit ihrem Atem zu wärmen.

Und er segnete sie, — segnete das mühevolle Dasein des Rosses und des Ochsen.

Joseph geht über das Feld, er wankt und stolpert, seine Augen sehen nichts mehr, seine Füße versagen ihm den Dienst, — er ist eben schon sehr alt. Er fängt an zu rufen. Aber wer wird ihm nachts im Feld Antwort geben?

Nur die Sterne flimmern, — und so hell, als sängen sie über der Erde.

Und da sieht Joseph eine alte Frau ihm entgegenlaufen. In atemloser Hast klettert sie über die gewaltigen Schneehaufen. Joseph ruft sie an. Da bleibt sie stehn und verschnauft.

Sie war aus der Stadt Bethlehem und hieß Solomonida. Sie hatte ihren kleinen Enkel, den Peter, den unartigen Bub, eben zu Bett gelegt und wollte sich nun selbst zur Ruhe begeben — man wird müde, wenn man den ganzen Tag gearbeitet hat — da war’s ihr, als riefe sie jemand.

„Geh ins Feld hinaus, Solomonida, man braucht deinen Beistand,“ hörte sie eine Stimme. „Und da kam so eine Angst über mich, daß ich aufsprang und hinauslief, so schnell ich konnte.“

Da freute sich Joseph und führte die Alte nach der Erdhütte.

Die beiden Alten liefen in größter Hast. In der Hütte aber war es hell, als wäre drinnen die Sonne aufgegangen.

Und die Alten sahen das Kind und erkannten den Heiland und wagten nicht näher heranzutreten. Das Kind aber winkte ihnen aus der Krippe mit der Hand und segnete sie.

Es segnete die alte Wehmutter Solomonida und den alten Zimmermann Joseph, der die heilige Jungfrau bei sich aufgenommen hatte, segnete ihr schweres, arbeitsvolles Leben.

Draußen hüteten Hirten ihre Schafe vor den Wölfen. Denn Wölfe gibt es viel in der Gegend. Den Hirten ward es bange in der Nacht, und um ihre Angst zu vertreiben, erzählten sie sich schauerliche Geschichten.

Da standen die Schafe auf und gingen zum Eisloch trinken. Aber sie tranken nicht, sondern blieben dicht gedrängt rund um das Loch stehen und hoben die Köpfe in die Höhe. Und so standen sie unbeweglich da.

Dergleichen war den Hirten noch nie vorgekommen. Was bedeutete das? Waren sie starr vor Schreck, weil Wölfe in der Nähe lungerten?

Die Hirten traten näher heran. Und wie sie zum Himmel emporschauten, da zeigte sich ihnen ein Engel und sprach:

„Was steht ihr da, ihr Hirten? Christus, der Heiland, ist geboren! Geht schnell nach der Erdhütte. In der Hütte, in der Krippe liegt der Heiland.“

Und es zeigten sich unzählige Engel. So viele Engel, wie Sterne am Himmel sind.

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!“ sangen die Engel um jenen geschart, der den Hirten die Geburt des Heilands verkündigt hatte.

Und der ganze Himmel war in kreisender, wirbelnder Bewegung.

Die Schafe aber standen am Eisloch, die Köpfe emporgereckt und starrten in die Höhe.

Da nahmen die Hirten jeder ein Lämmlein und liefen nach der Erdhütte. Und die Hunde liefen ihnen nach.

In der Hütte aber war es hell, als wäre drin die Sonne aufgegangen.

Da sahen die Hirten das Kind, Christus, den Heiland, wie der Engel es ihnen verkündet hatte. Und sie legten ihre Lämmer vor ihm nieder und neigten sich bis zur Erde. Das Kind sah sie an und berührte auch die Lämmer. Es segnete die Hirten, segnete ihr schweres, arbeitsreiches Leben.

Und die Hirten gingen zurück zu ihrer Herde. Und ihre Hunde liefen hinter ihnen her.

Und die Hirten sangen, wie sie es von den Engeln gehört hatten: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!“

Da kamen ihnen Wölfe entgegen. Aber die Wölfe hatten die Schafe nicht angerührt, — ein Engel hütete ihre Schafe! Die Wölfe gingen nach der Erdhütte und wichen den Hirten aus!

Auch die wilden Tiere hatten erkannt, daß der Heiland der Welt geboren war.

Weit drüben aber, hinter Feuer und Rauch, hinter Wäldern und breiten Strömen, hinter dem faulen Sumpf am Eismeer, am Ozean, wo der Wind die blauen Eiszacken bis zum Himmel emportreibt, in dem kalten, düstern Land der Zauberer dröhnte und klirrte mitten in der Nacht das Tamburin. Und drei weise lappländische Zauberer und Könige sahen am Himmel den Stern Christi. Sie erkannten ihn wohl, denn ihr Lebenlang hatten die Weisen seiner geharrt und den Tag seines Erscheinens auszurechnen versucht. Und sie nahmen ihre Geschenke und gingen ohne Knechte und ohne Renntiere dem Sterne mit dem Schweif nach.

Und der Stern Christi führte die Zauberer in die Stadt Jerusalem.

Nicht verfügbar
Dieses Buch wird in Ihrem Land nicht verkauft. Wenn Sie VPN aktiviert haben, deaktivieren Sie es bitte
Altersbeschränkung:
0+
Veröffentlichungsdatum auf Litres:
18 Januar 2025
Umfang:
80 S. 1 Illustration
ISBN:
4064066116446
Verleger:
Übersetzer:
Rechteinhaber:
Bookwire
Download-Format: