Der Geisterreiter und der Prediger

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Alfred Bekker

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Inhaltsverzeichnis

  Der Geisterreiter und der Prediger

  Copyright

  ​Eine offene Rechnung für Grainger

  ​Der Prediger und die Hure

  Herr der Stadt

  ​Wölfe in der einsamen Geisterstadt

Der Geisterreiter und der Prediger
von Alfred Bekker

Dieser Band enthält folgende Western-Geschichten:

Eine offene Rechnung für Grainger

Der Prediger und die Hure

Herr der Stadt

Wölfe in der einsamen Geisterstadt

Der Prediger zügelte sein Pferd und wandte den Kopf nach Westen. Die Luft flimmerte es war verdammt heiß. Jeder andere Mann hätte in dem dunklen Anzug, den er trug, gechwitzt. Aber dem Prediger schien das Feuer der Sonne nichts auszumachen. Es schien ihm ebenso wenig etwas anhaben zu können, wie das Feuer der Hölle.

Der Prediger lauschte.

Er hatte gute Ohren.

So hörte er auch jene Geräusche, die der heiße Wüstenwind fast verschluckte, während er über das Land strich und und Sand aufwirbelte und vertrocknete Sträucher vor sich hertrieb.

Das waren Schreie, die da von Ferne an sein Ohr drangen.

Der Prediger schlug nun eine andere Richtung ein. Er ließ sein Pferd auf die Anhöhen zuhalten und überquerte sie.

Auf dem höchsten Punkt angekommen, zügelte er er kurz sein Pferd und blickte dorthin, woher die Schreie kamen.

Frauenschreie, die sich mit dem Gelächter von Männern mischten.

Die Gestalt des Predigers hob sich als dunkler Schatten gegen die inzwischen tiefstehende Sonne ab.

Dann ritt er langsam auf das Geschehen zu.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author / COVER STEVE MAYER

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Alles rund um Belletristik!

​Eine offene Rechnung für Grainger
von Neal Chadwick (Alfred Bekker)

Grainger war den ganzen Tag geritten. Jetzt gelangte er an einen Saloon, irgendwo in einer winzig kleinen Stadt. Der Wüstenwind fegte durch die Straßen. Davon gab es genau zwei, die sich der Mitte kreuzten.

Und da waren dann auch der Saloon, der Mietstall, der Boothill, die Kirche und das Hurenhaus.

Etwas weiter dann die Bahnstation, ohne die es den Ort vermutlich nie gegeben hätte.

Grainger hielt beim Mietstall und stieg aus dem Sattel. Er klopfte sich den Staub von der Kleidung.

Dann wischte er sich mit der Hand über die Stirn, nachdem er sich den Hut in den Nacken geschoben hatte.

Es war schon seit Wochen so verdammt heiß.

“Ich kümmere mich um Ihr Pferd”, sagte der Mann vom Mietstall. “Vorausgesetzt, Sie bezahlen im Voraus.”

“Klar”, sagte Grainger.

Er war dem Mietstall-Mann eine Münze zu.

Der fing sie auf.

“In Ordnung”, sagte er. “Aber ich schätze, Sie sollten auch ein Bad nehmen.”

Grainger lachte.

“Riecht man das?”

“Man riecht es.”

Grainger lächelte dünn. “Na, dann wird es wohl nötig sein.”

“Bestimmt.”

“Es soll hier ein gutes Hurenhaus geben.”

“Es hat sich noch keiner beschwert, soweit ich gehört habe.”

“Das wäre selten.”

“Wieso?”

“Weil sich in der Regel immer irgendwer über irgendetwas beschwert”, sagte Grainger.

“Wem sagen Sie das!”

“Passen Sie gut auf mein Pferd auf.”

“Auf mich kann man sich verlassen.”

“Na dann…”

Grainger nahm seine Sachen und ging. Er hängte sich die Satteltaschen über die Schulter und das Winchester-Gewehr nahm er in die Hand. Dann ging er zum Saloon.

Ein paar Männer drehten sich kurz nach ihm um, als er eintrat.

Und die Frauen - von denen gab es recht viele. Eine hübscher als die andere, wie Grainger festellte.

Er ging zum Tresen.

Legte Satteltasche und Winchester darauf. Und eine Münze.

“Ich brauche ein Zimmer für die Nacht und ein Bad und was zu Essen und einen Whisky.”

“Kannst du hier alles bekommen”, sagte der Saloonkeeper.

“Gut.”

Eine Dunkelhaarige mit großen Brüsten und tiefen Ausschnitt hatte sich von der Seite an Grainger herangedrängt.

“Du kannst auch noch mehr bekommen”, hauchte sie ihm ins Ohr.

Grainger musterte sie.

Sein Blick blieb an ihren Rundungen haften.

Er lächelte kurz, während ihm der Saloonkeeper schonmal den Whisky hinstellte.

“Warum nicht?”, meinte er.

“Ich halte, was ich verspreche”, sagte sie.

“Ach, wirklich?” Grainger wirkte leicht amüsiert.

“Ja, ganz bestimmt!”

“Da wärst du allerdings die erste Hure, die das tut!”

Sie lachte.

“Du kennst mich noch nicht!”

“Das ist wahr!”

“Siehst du!”

“Bring noch eine Freundin mit.”

Sie lachte. Ihre Brüsten wippten dabei hin und her. Grund genug, sie zum Lachen zu bringen, dachte Grainger.

Sie sagte: “Du scheinst unersättlich zu sein.”

Grainger grinste breit. “Ich habe einen langen, einsamen Ritt hinter mir!”

“Ich verstehe.”

Sie deutete in Richtung einer blonden, kurvenreichen Frau, die gerade mit einem Cowboy herumalberte. “Gefällt dir die?”

“Nicht übel”, sagte Grainger.

“Dann werde ich sie fragen.

“Gut, tu das.”

“Wir werden viel Spaß haben.”

“Ja, das glaube ich auch.”

*

Später saß Grainger mit zwei nackten Girls in einem riesigen Waschzuber. Er hielt gerade die großen Brüste der Dunkelhaarigen in den Händen, als er übel gestört wurde.

Die Tür ging auf.

Ein Mann trat ein. Er trug den Revolver tief. Und den Stern ziemlich hoch an seiner Lederweste.

Einen Augenblick lang herrschte Stille.

Graingers Lachen verstummte ebenso wie das Quieken der Girls.

“Wie wär’s mit ein bisschen Privatsphäre?”, wandte sich Grainger dann an den Eindringling.

“Du bist Grainger?

“Bin ich. Und wer bist du?”

“Der Sheriff.”

“Vielleicht kann unsere Unterhaltung noch etwas warten, denn wie du siehst, bin ich zurzeit beschäftigt und habe alle Hände voll zu tun.”

“Das sehe ich”, sagte der Sheriff mit einem Blick dorthin, wo Grainger zurzeit seine Hände hatte. “Aber das was ich mit dir zu besprechen habe kann nicht warten.”

“Woher kennst du überhaupt meinen Namen?”, wollte Grainger wissen.

“Der hat sich herumgesprochen.”

“Ach, nee!”

“Ist leider so. Und das ist auch der Grund, weshalb ich mit dir reden muss. Ich muss dich nämlich warnen.”

“Warnen?” Grainger runzelte die Stirn. “Wovor?”

“Es gibt hier eine üble Bande, die seit kurzem in der Gegend herumstreicht. Angeführt von einem Kerl namens Delmayne. Der hat hier eine Ranch gekauft - von welchem Geld auch immer. Ich will njcht wissen, woher das stammt. Jedenfalls hat er genug davon, um sich eine Bande von Revolverschützen anzuwerben.”

Jetzt ließ Grainger sogar die Brüste der Dunkelhaarigen los, sodass sie schwer ins Wasser platschten.

“Ich sehe, dir sagt der Name Delmayne etwas, Grainger”, sagte der Sheriff. “Um es kurz zu machen, Delmayne sagt überall, dass er noch eine Rechnung mit dir offen hätte und sucht dich. Ich höre jetzt gerade von einem der Cowboys aus der Umgebung, dass die Bande jetzt auf dem Weg hierher ist.”

“Na, da hatte es aber jemand eilig, diese Leute zu informieren.”

“Grainger, mich interessiert nicht die Bohne, worum es bei dem Streit mit Delmayne gehen mag.”

 

“Ach, nein?”

“Nein.”

“Was interessiert dich denn dann, Sternträger?”

“Mich interessiert nur meine Stadt. Und ich habe keine Lust, dass hier unnötig viel Blut fließt.”

Grainger bemerkte, dass die blonde Freundin der Dunkelhaarigen sich jetzt von der anderen Seite mit ihren Brüsten an ihn herandrückte - und das lenkte ihn etwas ab. Und vielleicht lenkte ihn auch das ab, was sie mit ihren Händen unter Wasser machte.

“Löbliche Einstellung für einen Sheriff, finde ich”, sagte Grainger, der jetzt in jeder Hinsicht um Haltung bemüht war.

“Hör zu Grainger. In anderthalb Stunden ist die Meute hier. Und dann wollen sie deinen Kopf. Warum weißt nur du. Aber ich bin nicht lebensmüde. Ich hab dich gewarnt. Das ist mehr als du eigentlich von mir verlangen kannst. Sieh zu, dass du aus der Stadt bist, wenn die Kerle auftauchen. Sonst liegt dein Kopf in Kürze im Sand.”

“In anderthalb Stunden schon…” Grainger seufzte. “Vielen Dank für die Warnung, Sheriff. Ich weiß das sehr zu schätzen.”

“Nichts für ungut, Grainger.”

Der Sternträger nahm zwei Finger an die Hutkrempe.

Seine Art, sich zu verabschieden.

Er drehte sich um und ging hinaus.

Grainger wandte sich nacheinander den beiden Schönen zu, die ihm mit ihm dass Bad teilten.

“Dann werden wir uns wohl etwas beeilen müssen”, meinte er bedauernd.

“Und dabei hat es so nett angefangen”, sagte die Dunkelhaarige.

“Schnell und heftig heißt doch nicht, dass es nicht nett werden kann”, gab Grainger zu bedenken und grinste breit.

“Das stimmt allerdings”, sagte nun die Dunkelhaarige, woraufhin sie sich auf seinen Schoß setzte.

“Lass ihn nicht sein ganzes Pulver bei dir verschießen”, maulte die Blonde. “Ich will auch noch was!”

Die Dunkelhaarige drückte Grainger ihre vollen Brüste ins Gesicht. Und dann flüsterte sie ihm ins Ohr: “Eigentlich solltest du sofort verschwinden! Die Kerle sind wirklich übel, von denen der Sheriff gesprochen hat.”

Ihr Ton war ernst. Und ihr Herzschlag schon deutlich beschleunigt, wie Grainger feststellte.

“Mach dir keine Gedanken”, sagte Grainger dann. “Ich will vor diesen Leuten gar nicht flüchten.”

“Was?”

Die Dunkelhaarige sah ihn entgeistert an.

“Ja, du hast schon richtig gehört”, sagte Grainger.

“Du musst ein Wahnsinniger sein”, stieß sie hervor, konnte sich aber auch mehr richtig auf ihre Worte konzentrieren.

“Manche Rechnungen müssen eben einfach irgendwann beglichen werden”, sagte Grainger. “Sag bloß, ihr beiden Hübschen kennt sowas nicht?

*

Hinterher hatte Grainger Hunger.

Viel Hunger.

Er ließ sich vom Salooner Eier mit Speck machen.

“Whisky dazu?”, fragte der Salooner.

“Nur Kaffee”, sagte Grainger.

Schließlich wollte er einen klaren Kopf behalten, wenn die Meute auftauchte.

Seine Winchester hatte er auf den Tisch gelegt. Es war ein Karabiner. Im Magazin waren zwölf Schüsse. Dazu kamen die Sechs Schüsse in der Trommel seines Revolvers. Unter der Weste trug er noch einen zweiten Revolver mit kürzerem Lauf, der auch sechs Schüsse hatte.

Die Dunkelhaarige setzte sich zu ihm an den Tisch.

“Kann ich irgendwas für dich tun?”, fragte sie.

“Nein, du hast schon genug für mich getan”, sagte Grainger.

“Noch ist es nicht zu spät. Du könntest mit einem schnellen Pferd…”

“Ich habe ein schnelles Pferd. Und davon abgesehen bin ich niemand, der wegläuft.”

“Grainger, du bist bestimmt ein mutiger Mann.”

Er sah auf. “Aber? Das klingt so, als käme jetzt ein Aber, richtig?”

“Grainger, du hast keine Chance gegen diese Meute.”

“Das werden wir sehen.”

“Du bist anscheinend ein unverbesserlicher Sturkopf, der darauf aus ist, sich eine Kugel in den Kopf zu holen.”

“Und wenn es so wäre - könnte es dir doch egal sein, oder?”

Sie sah ihn an.

Und er erwiderte ihren Blick.

“Du bist ein netter Kerl, Grainger.”

“Manchmal ja.”

“Und es täte mir Leid um dich.”

“Mir täte es auch um dich Leid, deswegen solltest du dich rechtzeitig außer Schussweite begeben, bevor es losgeht!”

“Keine Sorge. Ich bin es gewohnt, mich durchzuschlagen.”

“Glaube ich dir gerne.”

“Grainger?”

“Ja?”

“Was hast du diesem Delmayne angetan, dass er so hinter dir her ist?”

“Ich habe seinen Sohn erschossen. Drüben in Wichita.”

“Oh…”, sagte sie.

“Er ist eine über eine Frau hergefallen, die absolut keinen Spaß daran hatte. Ich habe ihm gesagt, er soll die Frau in Ruhe lassen. Daraufhin hat er den Colt gezogen. Ich war zwar nicht schneller als er, aber ich habe besser getroffen.”

“So war das also”, sagte die Dunkelhaarige.

Grainger runzelte die Stirn.

“Das klingt, als hättest du noch eine andere Version der Geschichte gehört!”

Die Dunkelhaarige nickte.

“Delmayne erzählt die Sache etwas anders.

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