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If you hit a wrong note, it’s the next note that you play that determines if its’s good or bad.

Miles Davis

Auch wenn du den falschen Ton getroffen hast – erst die nächste Note, die du spielst, entscheidet darüber, ob das gut oder schlecht war!

Für Meine beiden wunderbaren und geliebten Kinder Ole und Merle Meine Wegbegleiter in steinigen Zeiten Meinen Herrn

Inhalt

1  Vorwort

2  Januar 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31.

3  Februar 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28.

4  März 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31.

5  April 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30.

6  Mai 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31.

 

7  Juni 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30.

8  Juli 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31.

9  August 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31.

10  September 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30.

11  Oktober 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31.

12  November 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30.

 

13  Dezember 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31.

14  Quellenverzeichnis

Vorwort

Ich wage ein Bekenntnis am Anfang: Ich mag eigentlich keine Andachtsbücher. Ich habe manchmal welche gekauft, doch war ich letztlich immer irgendwie enttäuscht. Ich spürte in ihnen zu wenig roten Faden, zu wenig vom Autor, zu wenig Tiefe – wie soll das auch gehen in ein paar Zeilen pro Tag? Da bleiben meist eine nette Beispielgeschichte oder ein kluger Gedanke hängen. Nun sollte ich also ein Andachtsbuch schreiben – nach drei „normalen“ Büchern. Mich hat diese Aufgabe von Anfang an gereizt, zumal ich durch einige Jahre Radioandachten beim WDR geschult war. Dachte ich. Also: 365 mal 1800 Zeichen. Ich schrieb die ersten Andachten und war alles andere als zufrieden damit. Ich schrieb Andachten, wie ich sie eben nicht gelesen hätte. Gut, korrekt, aber ohne „Seelentiefe“.

Dann kam die Krise. Ich stürzte in einen Zerbruch hinein, in dessen Endphase ich mich jetzt beim Schreiben des Vorworts im April 2016 noch befinde. Diese Krise zerriss mein Leben und mein Herz mit mir bisher unbekanntem Schmerz. Ich beginne mich langsam davon zu erholen. Wie sollte ich nun die Andachten schaffen? Ich schrieb. Nicht vom „grünen Tisch“, sondern nun ganz existenziell, aus eigenen Fragen, Schmerzen und manchmal auch Zweifeln heraus. Mein Schreiben wurde fast zu einer kleinen Therapie an Gottes Hand. Die äußere Krise verstärkte sich im Jahr 2015, sodass es mir die Luft zum Schreiben nahm. Zwei Monate Atemlosigkeit. Schließlich meine Bitte an den Verlag, doch das Erscheinungsdatum zu verlegen – doch dieses wurde liebevoll, aber klar abgelehnt. Zu Recht. Denn so zwang mich das „Schreibenmüssen“ in die Gottesbegegnung, vor der ich sonst manchmal geflüchtet wäre.

So sind sie nun fertig. 365 Andachten. Voller Gnade und Liebe, Kraft und Vollmacht – aus dem Vaterherzen Gottes. Aus einem Leben am (fast) Nullpunkt heraus entstanden. Ich habe im Nachhinein kaum das Gefühl, viel selbst geschrieben zu haben. Immer wieder flogen mir die Impulse, was ich schreiben sollte, zu – hinein in meine Wüstenzeit. Meine inneren Quellen waren versiegt, doch ich merkte – ich wurde versorgt. Ich möchte nicht bemitleidet werden – ich will stattdessen Gott die Ehre geben. Und dir als Leser Mut machen, wenn du dunkle Phasen kennst oder gerade erlebst, dich mit mir auf die Reise zu machen. Durch das Abenteuerland der Liebe des Vaters hin zu seinem Herzen. Starten wir?

Dein


Januar
1. Januar

Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht; für alle, die im Land der Finsternis wohnen, leuchtet ein Licht auf. Jesaja 9,1

Dunkelheit lässt sich nur indirekt definieren: als Abwesenheit von Licht. Dunkelheit trägt einen tieferen Sinn in sich: Sie weist auf das Licht hin und kann es nicht besiegen. Ich erinnere mich an meine Bundeswehrzeit, in der man uns bei einer Nachtwanderung demonstrierte, wie eine einzige entzündete Zigarette in der finsteren Nacht alles verrät. Sie ist einfach nicht zu übersehen. Es braucht keinen Suchscheinwerfer, keine Explosion an gleißender Helligkeit. Ein kleines Kind mit Angst vor dem Dunkel der Nacht benötigt nur eine kleine Funzel, dann geht der Puls herunter und Schlaf wird möglich. Trost durch ein kleines Licht in großer Dunkelheit. So weckt die Dunkelheit – richtig verstanden – eins: die Sehnsucht nach dem Licht.

Am Anfang eines Jahres, einer neuen Lebensphase, nach einer schweren Zeit kann es dunkel sein. Mag sein, dass da gute Vorsätze sind, mit denen wir dann versuchen, Licht „in die Sache“ unseres Lebens zu bringen. Aber Vorsätze sind wankelmütige, flackernde Irrlichter. Ihre Energie hängt einzig an unserer Disziplin, unserem guten Willen. Was ist, wenn die Energie nicht reicht? Wenn die Dunkelheit mit kalten Fingern nach uns greift – und gewinnt? Dann sind die Gute-Vorsatz-Lichter erloschen und es wird klamm. Die Prophetie aus dem Propheten Jesaja weist auf ein anderes Licht hin. Jesus Christus wird sie erfüllen – aber er wird nicht als großes Licht kommen, sondern als kleines, behutsames Licht. Aber: ein ewiges Licht, unauslöschbar. Vielleicht wäre es an dieser Stelle der beste Vorsatz, sich ganz an dieses Licht zu halten. Diesen Vorsatz brauchen wir nicht zu erfüllen – Jesus hält uns!

2. Januar

Den Menschen früherer Generationen hatte Gott keinen Einblick in dieses Geheimnis gegeben, doch jetzt hat er es den von ihm erwählten Aposteln und Propheten durch seinen Geist offenbart. Epheser 3,5

Ich genieße einen Moment bei meinen Kindern besonders: Wenn sie etwas zum ersten Mal sehen! Da bleibt der Mund offen stehen und die Augen werden aufgerissen! Boah! Ist das toll! Zum ersten Mal auf einem Hochhaus. Zum ersten Mal fliegen. Wahnsinn! Kindliches Staunen ist etwas Herrliches! Ich befürchte, wir haben es verlernt. Und ich befürchte auch, dass das Neulernen des Staunens eine wichtige Zutat für einen lebendigen, fröhlichen Glauben ist, ja, mehr noch: für ein Leben mit Perspektive Ewigkeit – und nicht Dunkelheit. Der Apostel Paulus spricht vom Evangelium als Geheimnis! Dem wohl größten Geheimnis der Welt. Wir dürfen es in Besitz nehmen und werden doch die gesamte Lebenszeit und bestimmt auch die Ewigkeit damit zu tun haben, Gott immer weiter zu entdecken. Jesus spricht ja selbst davon, dass sein Geist uns weiter und weiter in die Wahrheiten des Lebens mit ihm hineinführt! Ist das spannend? Absolut!

Dabei sind in Christus alle Geheimnisse verborgen und wer mit ihm lebt, der darf sie enthüllen – Stück für Stück. Was wäre das für eine Perspektive auf ein neues Jahr, ein neues Lebensjahr, einen Lebensabschnitt, der vor einem liegt oder einfach nur: auf einen neuen Tag? Da wartet ein Geheimnis, ein Abenteuer! Kein gefährliches Niemandsland – sondern „nur“ das Universum, aber eben mit dem wilden, aber sicheren Gott im Zentrum. Dieses Geheimnis ist so umfassend, so tief, so weit, dass es ein Leben lang spannend bleibt! Es ist Zeit, neu Staunen zu lernen. Es verändert die Perspektive. Boah! So will ich durchs Leben gehen. Mit offenem Mund.

3. Januar

Ihr aber seid das erwählte Volk, das Haus des Königs, die Priesterschaft, das heilige Volk, das Gott selbst gehört. Er hat euch aus der Dunkelheit in sein wunderbares Licht gerufen, damit ihr seine machtvollen Taten verkündet. 1. Petrus 2,9

Ich öffne mein E-Mail-Postfach, es ist vor acht Uhr und mir flattert eine E-Mail entgegen, die mich in die Dunkelheit schubst. Ich lese ungerechte Vorwürfe, die mich treffen. Ich kann mich kaum wehren – wenn jemand anders dich so wahrnimmt, was willst du dagegen sagen? Aber dann spüre ich etwas anderes. Ich werde ja nicht nur passiv geschubst – ich lasse mich auch schubsen. Natürlich verletzen ungerechte harte Worte und das muss man auch nicht kleinreden. Aber kann ich gesunde Grenzen setzen? Mich abgrenzen, ohne mich zu verleugnen mit meinen berechtigten Empfindungen?

Entscheidend erscheint mir in dieser Frage der ORT, an dem ich bin. Es wird dann für mein Herz gefährlich, wenn ich mir dieses Ortes nicht mehr bewusst bin, sondern selbst anfange zu strampeln und zu kämpfen. Aber es geht immer um den Ort – nicht um uns. Wo sind Christen? IN seinem wunderbaren Licht. Dorthin sind sie berufen. Dieser Ort öffnet uns den Mund zum freien Reden und dazu, machtvolle Taten zu erleben und zu verkünden. An diesem Ort empfangen wir aus Gnade die Identität des Königskindes. Priester! Erwählt! Heilig! Unabhängig von Gefühlen, Fehlern, Fehltritten. Wenn der Teufel angreift – dann greift er mein Bewusstsein des Ortes an, an dem ich bin. Zu oft lebe ich, als wenn mein Verhalten, meine Umstände diesen Ort verändern könnten. Stattdessen darf ich im Bewusstsein des Ortes IM Licht leben – damit meine Umstände und mein Verhalten verändert werden. Das ist Gnade. Für den heutigen Tag. Auch wenn es innen drin wehtut.

4. Januar

Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet; er wird sich über dich freuen mit Wonne, er wird ruhen (d.h. still sein) in seiner Liebe, er wird über dich jubelnd frohlocken. Zefanja 3,17

Es gibt sie – diese Momente. Da schaue ich mir meine beiden Kinder, Ole und Merle, an und mein Herz (zer-)springt vor Freude. Da werde ich ganz still. Ich könnte platzen vor Staunen und tiefer Bewunderung über dieses Geschenk der Kinder. Sie sind ja nicht mein Werk – sie sind ein Geschenk der Gnade Gottes, Meisterwerke seiner Hand.

Es gibt sie aber auch – diese anderen Momente. Da möchte ich die beiden an die Wand klatschen (Eltern werden mich verstehen)! Sie nerven, stören, sind laut, machen alles – nur nicht mit! Und außerdem – Frechheit! – spiegeln sie mich auch noch in ihrem Verhalten und ich ärgere mich gleich doppelt: über sie und über mich, dass ich ihnen so etwas vorgelebt habe.

Der letzte Aspekt lässt sich in unserem Text aus dem kleinen Buch Zefanja sicher nicht finden. Gott projiziert nicht, und unsere Schieflagen sind nicht von ihm abgeschaut. Aber der Rest gilt! Wo unendliche Liebe ist, da sind eben auch Zorn und Schmerz, wenn die geliebten Kinder schiefe Wege gehen, die in die schmerzhafte Irre führen. Aber die Liebe ist eben auch da! Sie ist und bleibt die Grundschwingung Gottes von Anfang an! Lassen wir uns das doch mal gefallen: Gott freut sich über dich in Fröhlichkeit, in Wonne. Er wird ganz still, so sehr liebt er dich. Dann wieder springt er vor Freude jubelnd durch die Gegend, dass es dich gibt! Ja, dich!

Es ist keine Liebe, die sich an deiner Leistung entzündet. Es ist eine Liebe, die ist. Einfach so. Und deswegen auch nicht verloren gehen kann. Wenn das kein Grund für jubelndes Hüpfen ist!

5. Januar

Ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es ein einzelnes Korn. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. Johannes 12,24

Es gibt Tage, da fühle ich mich einfach unterirdisch! Gerade in dieser Jahreszeit, wo morgens noch alles dunkel ist und zäher Nebel die Straßen mit einer zähen grauen Soße übergießt. Da schlurfe ich an den Schreibtisch oder fahre zum ersten Termin – und es tut weh. Tief drinnen. So fühlt sich Dunkelheit an, die nach dem Herzen greift. Ich fühle mich unterirdisch und frage: Warum!? Warum Gott, vergräbst du mich jetzt in diesem Loch?

Die Warumfrage ist erlaubt. Nicht als Anklage, die ins Leere geht und den Schmerz verstärkt. Aber als ehrliche Frage mit offenem Horchen auf das, was Gott zu sagen hat. Denn wenn Gott antwortet, wird aus dem Warum schnell das Wozu. Heute morgen zum Beispiel: „Wenn du dich unterirdisch – wie eingegraben – fühlst, dann nicht, weil ich dich begraben habe, damit du vergehst. Sondern weil ich einen Teil von dir begraben habe, damit er wächst und neue Frucht bringt. Aber mein Kind: Dieses Vergraben ist auch ein Stück Loslassen und Sterben. Schau auf das Wozu. Nicht um im Grab zu bleiben. Sondern um neue Frucht zu bringen. Mehr Freude, mehr Freiheit!“

Ja, wir sind eine neue Schöpfung in Christus. Aber Gott wird in seiner Liebe nicht aufhören, die Narben, Wunden, Verkrümmungen, Haltungen unserer Seele zu verwandeln. Damit diese neue Schöpfung mehr Raum gewinnen kann. Dieser Verwandlungsprozess ist alles andere als leicht. Etwas muss sterben – damit etwas anderes wachsen kann. Jesus ist diesen Weg im Großen gegangen, damit wir ihn im Kleinen nachbuchstabieren können. Weil aber der große Weg gegangen und gültig ist, gilt: Alles wird gut!

6. Januar

Denn Christus ist gestorben und wieder lebendig geworden, um Herr zu sein über alle, Tote wie Lebende. Warum verurteilst du dann deinen Bruder oder deine Schwester? Und du, warum verachtest du sie? Wir werden alle einmal vor Gott stehen und von ihm gerichtet werden. Römer 14,9+10

Man erzählt folgende Geschichte: Der Amerikaner Dwight L. Moody und Charles Spurgeon, ein Engländer, zwei der großen Prediger des 19. Jahrhunderts, trafen sich einmal in London. Moody bewunderte Spurgeon und hatte sich enthusiastisch auf das Treffen gefreut. Als Spurgeon zur Tür seines Hauses kam, hatte er eine Zigarre in seinem Mund. Moody war entsetzt! Er stammelte: „Wie kannst du, ein Mann Gottes, Zigarre rauchen?“ Spurgeon nahm die Zigarre aus seinem Munde, schmunzelte und legte seinen Finger auf Moodys üppigen Bauch und sagte: „Auf die gleiche Weise wie du, ein Mann Gottes, so fett sein kannst.“

Die Geschichte soll nun nicht dazu dienen, Süchte zu rechtfertigen. Jesus Christus bringt eine Freiheit, die auch in ganz konkreten Lebensbereichen erfahrbar werden soll! Aber es gibt eine höhere Wichtigkeit beim Thema: Nicht richten, nicht urteilen! Denn das Beurteilen von anderen Menschen schafft eine ganz neue Unfreiheit. Es macht uns bitter und hochmütig. Wir führen unter der Hand neben der Gnade wieder einen Lasterkatalog ein, der definiert, was einem Christ erlaubt ist und was nicht. Alles, was aber die Gnade klein macht, ist abzulehnen. Im Gegenteil: Je größer die Gnade in einem Leben wird, desto eher werden Abhängigkeiten und Süchte gebrochen und Freiheit erlebt. Süchte sind Sünde. Aber für diese Sünde ist Christus gestorben. Die Sünde des Richtgeistes gegen eine andere Sünde zu setzen, um einem Menschen zu helfen – keine gute Idee!

7. Januar

Habe ich dir nicht geboten: Sei stark und mutig? Erschrick nicht und fürchte dich nicht! Denn mit dir ist der HERR, dein Gott, wo immer du gehst. Josua 1,9

Gott ist mir manchmal geradezu unheimlich! Das ist auch ganz gut so – denn sonst wäre er nicht größer als die Rundungen meines Schädels. Damit wäre er aber nicht mehr Gott. Also: Gut, dass er meinen Kontrollzwang sprengt. Aber fragen muss ich doch: Was bitte macht er hier?

Kann man Mut und Stärke befehlen? Ist das jetzt irgendeine Form jüdisch-christlichen positiven Denkens? Kann es so einfach sein? Das scheint Josua Gott auch gefragt zu haben. Denn dieses Gebot, stark und mutig zu sein, kommt so schon einmal in Vers 7 und zwischen diesen beiden Versen scheint es Widerspruch gegeben zu haben, denn Gott wiederholt sein Gebot. Ich hätte für meinen Widerspruch auch mehr als den einen Vers zwischen 7 und 9 gebraucht! Denn was verlangt Gott hier von Josua? In Moses Fußstapfen zu treten! Das ist der Wahnsinn! Mose ist die „Kultfigur“ des Volkes Israel nach Abraham!

Ich denke an die Herausforderungen, die vor mir liegen, und die sind weit kleiner. Aber auf meine Lebenswelt, meine Kraft bezogen, trotzdem ziemlich groß! Wenn Gott das nun Josua befehlen kann, sollte es dann nicht auch locker für mich reichen? Woran knüpft Gott sein Gebot? An seine Gegenwart und ans tägliche Nachsinnen über Gottes Wort. Dann denke ich mir: Okay, wir leben im Neuen Bund. Ich trage Gottes Gegenwart in mir durch den Geist und habe nicht nur sein Wort, sondern sogar das lebendige Wort, Jesus Christus, permanent bei mir. Ich will mutig sein und schwach werden und eigene Kraftquellen verweigern. Stattdessen seine Gegenwart suchen und das Bewusstsein dieser Gegenwart einüben – und so stark werden. Ich bin gespannt!