Der Römerbrief

Text
0
Kritiken
Leseprobe
Als gelesen kennzeichnen
Wie Sie das Buch nach dem Kauf lesen
Schriftart:Kleiner AaGrößer Aa

Ralf Mühe

Der Römerbrief

anschaulich, verständlich, lebensnah

[no image in epub file]

www.bibellesebund.net

Impressum

4. Auflage 2020

© 2013 Bibellesebund Verlag, Marienheide

© 2021 der E-Book-Ausgabe

Bibellesebund Verlag, Marienheide

Alle Rechte vorbehalten

https://shop.bibellesebund.de/

Autor: Ralf Mühe

Lektorat: Burkhard Meißner

Coverillustration: © Dieter Meyrl – iStock.com

Covergestaltung: Gisela Auth

ISBN 978-3-95568-433-4

Hinweise des Verlags

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf - auch teilweise - nur mit Genehmigung des Verlags wiedergegeben werden.

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des Textes kommen.

Noch mehr E-Books des Bibellesebundes finden Sie auf

https://ebooks.bibellesebund.de

Inhalt

Titel

Impressum

Liebe Leserin, lieber Leser

Der Römerbrief

Teil 1 – Eine Darstellung der Glaubenslehre (Römer 1–11)

Studienfragen zu Teil 1

Post von Paulus (Römer 1,1-7)

Rettung durch Glauben (Römer 1,8-17)

Die Botschaft des Römerbriefs in Kurzform

„Wir sehen nur, was wir kennen“ (Römer 1,18-32)

Gott in den Schöpfungswerken erkennen

Raus aus der Selbsttäuschung! (Römer 2,1-16)

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit (Römer 2,17-29)

Wen Gott als gerecht ansieht (Römer 3,1-31)

Paulus kontra Jakobus?

Abraham ehrte Gott, indem er ihm vertraute (Römer 4,1-25)

Gerecht geworden durch den Glauben (Römer 5,1-11)

Durch Adam den Tod, durch Christus das Leben (Römer 5,12-21)

Römer 6–8 im Überblick

Entscheidung zum Leben mit Jesus (Römer 6,1-23)

Der Apostel Paulus

Der Sünde ausgeliefert (Römer 7,1-25)

Von Gottes Geist geleitet (Römer 8,1-11)

Von Gott als Kind angenommen (Römer 8,12-17)

Erneuerte Menschen in einer neuen Schöpfung (Römer 8,18-25)

Nichts kann uns von Christus trennen (Römer 8,26-39)

Gibt es eine Vorherbestimmung durch Gott?

Nichts kann Israels Erwählung aufheben (Römer 9,1-18)

Nur ein Rest (Römer 9,19-29)

Eifer ohne Einsicht (Römer 9,30–10,13)

Kurze Begriffsstudie

Gehört, verstanden und abgelehnt! (Römer 10,14-21)

Welche Absicht hat Gott mit Israel? (Römer 11,1-16)

Gott wird ganz Israel erretten (Römer 11,17-36)

Zehn provokative Fragen

Teil 2 – Die Umsetzung des Glaubens in den Alltag (Römer 12–16)

Studienfragen zu Teil 2

Die Gemeinde – ein Organismus (Römer 12,1-8)

Die Herausforderungen des Alltags bewältigen (Römer 12,9-21)

Gott will den Staat (Römer 13,1-7)

In der Verantwortung vor Jesus (Römer 13,8-14)

Gemeindliche Herausforderungen (Römer 14,1-9)

Die Mitte finden

Es geht um mehr als um Essen oder Trinken (Römer 14,10-23)

Entscheidend ist, was dem anderen hilft (Römer 15,1-13)

Christus durch mich (Römer 15,14-21)

Helft mir kämpfen! (Römer 15,22-33)

Grüße, Grüße, Grüße (Römer 16,1-16.21-23)

Passt auf euch auf! (Römer 16,17-20.25-27)

Kleines Begriffslexikon

Liebe Leserin, lieber Leser,

zunächst hatte ich gewaltigen Respekt vor diesem Brief. So viele gebildete Leute haben dazu ausgezeichnete Kommentare geschrieben. Es scheint, dass dieses Schriftstück mit seiner theologischen Systematik zu einer Spielwiese gehobener Abhandlungen geworden ist. Die vor Ihnen liegende Ausarbeitung verfolgt das Ziel, die an sich schon herausfordernden Gedanken des Apostels Paulus in die gängige Währung des gelebten Alltags zu wechseln. Ob es durchgängig gelungen ist, können Sie selbst beurteilen. Mehr und mehr wurde mir klar, warum Martin Luther einst seine entscheidenden Impulse zur Reformation durch diesen Brief bezog. Luther hatte ursprünglich Jura studiert. Er wusste bestens, dass Recht ein verbindliches Regelwerk darstellt, das bei Rechtsbruch unerbittlich eine Verurteilung fordert. Auf diesem Hintergrund hob sich für ihn die Gnade als ein nahezu unfassbares Geschenk ab.

Recht kennt die Genugtuung, aber keine Gnade; deshalb kann jemand im wahrsten Sinne des Wortes sein Recht gnadenlos einfordern. Gnade setzt das Gesetz nicht grundsätzlich außer Kraft. Sie lässt sich auch nicht einfordern. Aber sie lässt aufgrund der Autorität des Entscheidungsträgers eine wohlwollende Alternative zu. Im Römerbrief entfaltet Paulus exakt diese Tatsache. Ausnahmslos alle Menschen haben Gottes Verurteilung verdient. Gott lässt fünf nicht gerade sein. Deshalb hat er dem Recht dadurch Geltung verschafft, indem er seinen Sohn für uns bestraft hat. Und zwar unerbittlich! Aber nun kann er jedem Menschen Gnade zusprechen: jedem, der sie will und im Glauben annimmt. Was für eine Botschaft! Unsere angemessene Antwort darauf kann nur tief empfundene Dankbarkeit sein. Erleben Sie beim Lesen des Römerbriefs neu das Staunen über Gottes Gnade. Sie erschließt sich uns im Vertrauen zu Jesus Christus.

Übrigens: Wenn nicht anders angegeben, liegt den Textbezügen zur Bibel die revidierte Lutherbibel von 1984 zugrunde.

Ralf Mühe

Der Römerbrief

Gerade hat Paulus in Ephesus mit knapper Not einen Aufstand überstanden, der als Reaktion „über den neuen Weg“ entstanden war (Apostelgeschichte 19,23). Gemeint ist die Botschaft von Jesus Christus, die Juden und all denen gilt, die ihr Vertrauen auf Jesus setzen. Über Mazedonien reist der Apostel weiter nach Griechenland und legt in Korinth einen Zwischenstopp ein. Drei Monate bleibt er in dieser Weltstadt. Aber nicht, um sich zu erholen, sondern um sich auf die nächsten Etappen seines Dienstes in der Verkündigung vorzubereiten. Der Apostel plant, mit einer Geldsammlung der Gemeinden aus Mazedonien und Griechenland nach Jerusalem zu reisen, um anschließend nach Rom zu kommen (Apostelgeschichte 19,21). Dazu soll ihm das Schreiben an die Christen in Rom den Weg bereiten. Er hofft, sie besuchen und Gemeinschaft mit ihnen haben zu können. Dabei rechnet er damit, dass sein Aufenthalt dort ein Sprungbrett für seine Tätigkeit im Westen sein kann. Die Meeresenge zwischen Gibraltar und dem Kontinent Afrika bildet die Grenze der damals bekannten Welt. Der Mann hat Ziele! Bis dahin möchte er kommen. Dort leben zu dieser Zeit bereits sehr viele Juden in den römischen Kolonien. Bei seiner unmittelbar vor ihm liegenden Etappe wird er sich in Jerusalem den Fragen seiner Gegner nach der Bedeutung der Juden vor Gott stellen müssen. In Rom hingegen wird er es ebenso wie jetzt in Korinth überwiegend mit Christen zu tun haben, die aus einem heidnischen Umfeld stammen. All dies schlägt sich in seinem Brief nieder. Paulus schreibt übrigens nicht selbst, sondern diktiert den Brief einem gewissen Tertius. Wie es aussieht, wird das wertvolle Dokument schließlich von der einflussreichen Christin Phöbe den Christen in Rom überbracht. All das lesen wir im letzten Kapitel des Briefes. Das gesamte Schriftstück ist ein Meisterwerk. Stellt es doch gedanklich wohlgeordnet dar, was Christen glauben. Verschaffen Sie sich einen Überblick:

 

Eine Darstellung der Glaubenslehre (1–11)

Im ersten Teil des Briefes legt der Apostel dar, was Christen glauben. Es ist eine systematisch angelegte Darstellung der geistlichen Grundlagen (Dogmatik). Durch sie erhellt Paulus die Botschaft des Alten Testaments, die in Jesus Christus zum Ziel gekommen ist.

Die Herrschaft der Sünde (1–2)

Die Nationen erkennen Gott nicht (1)

Menschen aller Völker haben eine Ahnung darüber, dass es Gott gibt, denn sie sehen in der Natur seine „Handschrift“. Aber es fehlt ihnen die Erkenntnis über Gott. Entsprechend menschlich fallen ihre Vorstellungen über ihn aus. Sie leben orientierungslos auf sich selbst reduziert.

Gotteserkenntnis ohne Gehorsam bei den Juden (2)

Gottes Volk hat schriftlich festgehaltenes Wissen über den lebendigen Gott. Er hat sich ihm immer wieder mitgeteilt. Was für ein Privileg! Im Stolz darüber haben jedoch viele Juden übersehen, dass die bloße Erkenntnis über Gott einen Menschen noch nicht verändert. Den Angehörigen aus den Nationen verurteilt das Gewissen, den Juden die Unerbittlichkeit des Gesetzes.

Herrschaftswechsel (3–5)

Alle Menschen können durch Glauben gerettet werden (3)

Gott hat seinen Sohn Jesus Christus Mensch werden lassen, damit er die Strafe für unsere Sündhaftigkeit auf sich nimmt und stellvertretend für uns stirbt. Wer Jesus vertraut, gilt vor Gott als gerecht.

Was heißt denn nun „glauben“? (4)

Am Stammvater des Volkes Israel zeigt Paulus auf, was den Glauben charakterisiert: das unbeirrte Festhalten an Gottes Zusagen. Diese innere Festigkeit kann durch äußere Formen des Glaubens ausgedrückt, aber nicht ersetzt werden.

Durch den Glauben Frieden mit Gott (5)

Durch den Glauben ist es wieder möglich, in Beziehung mit Gott zu leben. Als Adams Nachkommen leben wir von Natur aus fern von Gott und sind dem Tod unterworfen. Jesus ist Gottes Angebot, die Gerechtigkeit seines Sohnes und das ewige Leben zu erlangen.

Das neue Leben aus Gott (6–8)

Umkehr – der Beginn eines Veränderungsprozesses (6)

Die Umkehr zu Gott stellt den Beginn des neuen Lebens mit ihm dar. Die Chance, so zu leben, wie es Gott gefällt, erfordert immer wieder die Entscheidung zum Gehorsam.

Zum täglichen Gehorsam herausgefordert (7)

Die menschliche Natur ist nicht fähig, Gott zu gehorchen. Das stellt ein echtes Dilemma dar. Gute Vorsätze reichen oft nicht aus, um das Gefälle zur Sünde zu überwinden. Charakterliche Schwächen und schlechte Gewohnheiten bleiben Herausforderungen.

Leben aus der Kraft des Heiligen Geistes (8)

Gottes Geist hat die Kraft, wozu der Mensch aus eigenem Vermögen nicht in der Lage ist: Er überwindet die Schwachheit der sündhaften Natur. Die Innewohnung des Heiligen Geistes ist ein nicht kopierbares Merkmal der Erlösten.

Gottes Weg mit seinem Volk Israel (9–11)

Gott hat Israel als Volk erwählt (9)

Diese Erwählung beruht allein auf Gottes Souveränität. Sie ist nicht das Verdienst eines Einzelnen oder eines Volkes.

Israel wird seiner Erwählung nicht gerecht (10)

Die Mehrheit der Juden hält an der Vorstellung fest, sich durch das Halten der Gesetze die Gotteskindschaft verdienen zu können. Sie verschließt sich damit dem Angebot der Gnade durch Jesus Christus.

Gott hält an der Erwählung fest (11)

Gott nimmt unterschiedslos alle Menschen an, die ihr Vertrauen auf Jesus Christus setzen. Damit erhalten sie Anteile an den Zusagen, die ursprünglich nur seinem irdischen Volk galten. Gottes Absichten, die mit Israels Erwählung verbunden sind, werden dadurch aber nicht aufgehoben.

Die Umsetzung des Glaubens in den Alltag (12–16)

Im zweiten Teil des Briefes entfaltet der Apostel, wie Glaube sich im Alltag bewährt (Ethik). Die praktischen Aspekte dieser Kapitel tragen der Unvollkommenheit der menschlichen Natur Rechnung. Die Chance des Neuwerdens basiert also auf einer realistischen Einschätzung des Ist-Zustandes. Aber auch auf der Gewissheit, dass Gottes machtvoller Geist einen Menschen in seinem Denken und Handeln radikal verändert.

Das gesamte Leben ein Gottesdienst (12)

Das Neuwerden ist ein Veränderungsprozess. Er steht im genauen Verhältnis zu unserer Bereitschaft, Gottes Geist an uns handeln zu lassen. Dabei geht es nicht um Gleichschaltung, sondern um die Ergänzung im Miteinander. Gottes Geist gestaltet uns so um, dass wir durch ihn unterschiedlich befähigt werden.

Christen als Staatsbürger (13)

Staatliche Gemeinwesen brauchen Ordnungen, sonst herrscht das Chaos. Christen sind dazu aufgerufen, sie grundsätzlich als von Gott gewollt zu akzeptieren. Zugleich haben sie die Chance, sie durch die goldene Regel der Liebe von innen heraus zu verändern.

Bedrohte Einheit (14,115,21)

Glauben kann unterschiedliche Ausdrucksformen haben. Oft sind sie geprägt durch die Erfahrungen, den kulturellen Hintergrund und die Prägung der Persönlichkeit. Damit ist Streit vorprogrammiert. Es sei denn, Christen begegnen einander mit Rücksicht und Achtung.

Briefschluss (15,2216,27) Hinweise zur Abfassungszeit des Briefes

Der Einblick in das Ergehen und die Pläne des Apostels ermöglichen es, die Umstände und Abfassung des Briefes in sein gesamtes Wirken einzuordnen. Wenn Sie mögen, dann markieren Sie sich doch die beiden Hinweise in Apostelgeschichte 19,21 und 20,2-3. Auf diese Weise können Sie auch noch später die chronologische Zuordnung nachvollziehen.

Bei den Versuchen, den Brief kalendermäßig zu datieren, gibt es unterschiedliche Annahmen. Schauen Sie einfach mal in den Anhang Ihrer Bibel unter der Rubrik „Zeittafel“. Sicher ist, dass der Brief nach dem Jahr 54 geschrieben wurde, denn bis zu diesem Jahr herrschte Kaiser Klaudius (41–54). Er hatte im Jahr 49 die Juden aus Rom vertrieben (Apostelgeschichte 18,2). Paulus lässt in seinem Brief an die Christen in Rom jedoch Priska und Aquila grüßen. Offensichtlich waren sie also unter der Herrschaft des neuen Kaisers in die Hauptstadt des Imperiums zurückgekehrt. Der Name jenes mächtigen Mannes lautet übrigens Nero. Er herrschte von 54–68 n. Chr.

Teil 1

Eine Darstellung der Glaubenslehre

Römer 1–11

Studienfragen zu Teil 1

Bevor Sie sich dem ersten Teil des Römerbriefs widmen, verschaffen Sie sich am besten zunächst eine Übersicht über die elf Kapitel. Die folgenden Fragen können Ihnen dabei helfen.

1. Worum geht es in diesen Kapiteln jeweils?

 Kapitel 1–3

 Kapitel 4–5

 Kapitel 6–8

 Kapitel 9–11

2. Die römische Gemeinde bestand aus an Jesus gläubig gewordenen Juden und Heiden. An welchen Stellen wird das deutlich?

3. Was schreibt der Apostel zu den Themen Gnade und Glaube?

4. Welche Bedeutung hat das Alte Testament für Paulus? Wie oft greift er auf die Heiligen Schriften zurück und aus welchen Büchern zitiert er besonders häufig?

Post von Paulus

Römer 1,1-7

[no image in epub file]Texterklärung

Vers 1 und Vers 7 bilden den Rahmen des „Adressfeldes“ einer antiken Schriftrolle. Sie enthalten die Angaben über Absender und Empfänger. Paulus stellt sich mit zwei gegensätzlichen Begriffen vor.

1 Als Knecht. Das griechische Wort „Doulos“ kann auch Sklave oder Diener bedeuten. Damit unterstreicht Paulus, dass er ganz und gar Jesus zur Verfügung steht.

2 Als Apostel* – einen von Gott berufenen Gesandten. Damit verbunden ist der Auftrag, für das Evangelium einzutreten. Es ist keine religiöse Erfindung der Christen, sondern hat seinen Ursprung bei Gott selbst (1). Diese Gute Nachricht entfaltet sich bereits im Alten Testament (2) und bezieht sich auf Jesus Christus. Er ist als Mensch zur Welt gekommen – und er ist Gottes Sohn. Paulus weiß, wovon er spricht. Er ist dem mit Gottes Macht ausgestatteten Auferstandenen begegnet (3-4).

Glaube ist der Entschluss, im Gehorsam gegenüber Gott zu leben (5). Diese Möglichkeit der Hinwendung zu Gott trägt Paulus zu den nichtjüdischen Menschen, die er als Heiden bezeichnet (6). Er ist dazu beauftragt, ihnen mitzuteilen, dass sie zu Gottes heiligem Volk gehören dürfen.

* Siehe Erläuterungen zu Apostel

[no image in epub file]Fragen zum Text

1 Paulus schreibt als jemand, der sich im Judentum von der Masse des Volkes abgesondert hat; denn er gehört zu der Gruppe der Pharisäer, „den Abgesonderten“ (Apostelgeschichte 26,5). Nun ist er ausgesondert (Römer 1,1). Worin besteht der Unterschied?

2 Das Neue Testament gebraucht nicht das Wort Dreieinigkeit (lat. Trinität). Aber es bezeugt die drei Personen Gottes. Was erfahren Sie hier über Gott Vater (1), über Jesus Christus (3.5-6) und über den Heiligen Geist (4)?

3 Was sagt Paulus über die kulturelle Zugehörigkeit seiner Briefempfänger (5), über das Handeln von Jesus an ihnen (6) und über ihre Stellung vor Gott (7)?

[no image in epub file]Übertragung ins Leben

Was wir über uns selbst aussagen, gibt oft mehr preis als die bloßen Worte, die wir dabei gebrauchen. Versuchen wir gern mehr zu scheinen als wir sind? Oder betonen wir allzu stark, wie unbedeutend wir sind? Achten Sie darauf, wie Paulus sich vorstellt und aus welchen Blickwinkeln er sich sieht!

Wozu lebe ich? Die Frage ist nicht, ob wir eine solch große Berufung wie Paulus aufzuweisen haben. Oft zeigen sich im Laufe der Zeit Aufgaben, die uns besonders liegen und wofür Gott uns eine Befähigung gegeben hat.

[no image in epub file]Gesprächsimpuls

 

Teilen Sie einander mit, wer Sie sind, indem Sie sich aus Gottes Sicht und aus menschlicher Sicht beschreiben. Lassen Sie sich in einer weiteren Gesprächsrunde sagen, was andere bei Ihnen als von Gott geschenktes Potenzial entdeckt haben.

Rettung durch Glauben

Römer 1,8-17

[no image in epub file]Texterklärung

Danken, statt meckern. Paulus beginnt seinen Brief gewinnend. Allerdings hat er dazu auch allen Grund. Der gute Ruf eilt den Christen in Rom voraus (8). Das ist ja durchaus nicht selbstverständlich. Der Wunsch von Paulus und Gottes Wille laufen im Hinblick auf eine Reise nach Rom noch nicht synchron. Dass es Paulus damit Ernst ist, unterstreicht er durch seine Beharrlichkeit im Gebet und bei den Planungen (10.13).

Ein Dementi weist darauf hin, dass das, was man widerruft, von anderen behauptet wurde. Paulus beschreibt die Botschaft des Evangeliums hier nicht, wie jene sie einschätzen, die sie ablehnen. Vielmehr weist er auf ihre verändernde Wirkung hin. Er hat sie ja an sich selbst erfahren. Im griechischen Grundtext steht für Kraft das Wort „Dynamis“ (16).

Die Botschaft von Christus zielt nicht darauf ab, dass Menschen durch religiöse Grundsätze edler oder moralischer werden. Sie ruft vielmehr zum Glauben an Gott auf. Er ist der Beginn eines Lebens in der Gemeinschaft mit Gott. Diese neue Existenzweise ist ein Geschenk von Gott.

[no image in epub file]Fragen zum Text

1 Inwiefern haben etliche Aussagen einen ausschließlich zeitlichen Bezug für die Leserschaft von damals (8-15)? Was entdecken Sie darin für uns heute als herausfordernd (8), nachahmens- (9) und bedenkenswert (11-12)?

2 Warum hat das Evangelium auf die meisten Zuhörer eher peinlich gewirkt? Lesen Sie zu Vers 16 auch 1. Korinther 1,18.24; 2. Timotheus 1,8.

3 Wodurch werden die Unterschiede in Sprache, Tradition und nationaler Zugehörigkeit überwunden (16)?

[no image in epub file]Übertragung ins Leben

Das Evangelium zeichnet sich nicht unbedingt durch eingängige Logik aus. Wer versucht hat, es seinem Verwandten, Nachbarn oder Arbeitskollegen zu erklären, musste sicher bei manchen Fragen schon passen. Es ist die verändernde Kraft, die es so einzigartig macht. Deshalb können wir durch unser Leben in der Hingabe unter Umständen besser überzeugen als durch gute Argumente.

„Als ich zu Jesus fand, hat er mich verändert“, erzählte mir eine Frau, „das hat meinen Mann davon überzeugt, dass am Glauben was dran sein muss.“

Wir haben die Chance, durch Ehrlichkeit, Treue und Liebe zu den Menschen das Zeugnis von Jesus zu unterstützen. Religiöses Denken erhebt all diese positiven Eigenschaften zur Voraussetzung. Die gute Nachricht der Bibel ist, dass sie „Nebenwirkungen“ des Vertrauens sind, das sich an Jesus Christus festmacht.

[no image in epub file]Gesprächsimpuls

Glaube ist das Ja des Menschen auf das Angebot des neuen Lebens, das Gott schenkt. Wie haben Sie persönlich darauf reagiert und was hat Sie an dem Angebot überzeugt beziehungsweise abgeschreckt?