Minikirche

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Inhalt

1  Minikirche – ein Angebot für Familien mit Kindern im Vorschul- und Grundschulalter

2  Die Idee der Minikirche: feste Liturgie und variable Bausteine Liturgie

Gottesdienste im Kirchenjahr für die Kleinsten in der Gemeinde Dezember Zum ersten Advent: Morgens früh in Nazareth Zum Nikolaustag: Nikolaus ist ein guter Mann Weihnachten: Wie die Tiere zur Krippe kamen Januar Abraham und Sara (1. Buch Mose, Kap. 12, 1-9; Kap. 14-18) Februar Samuel salbt David zum König (1. Samuel 16) März Aus dem Samenkorn erwacht neues Leben (Johannes 12, 21) April Palmsonntag: Jesus zieht in Jerusalem ein (Markus 11, 1-11) Ostern: Das Grab ist leer! (Matthäus 28, 1-10) Mai Seht die Lilien auf dem Felde! (Matthäus 6, 28-34) Pfingsten – Das Fest des Windes (Apostelgeschichte 2, 1-4) Juni Wie der Marienkäfer zu seinen Punkten kam Juli Wo ist mein Schaf? (Lukas 15,1-7) August Der Fischzug des Petrus (Lukas 5, 1-11) September Die Geschichte von Jona (Jona 1-3) Oktober Gott erschafft das Leben (1. Mose 1,1 – 2,4) November Sankt Martin: Geschnatter im Gänsestall – Martin wird Bischof Bartimäus – Gott hört mich (Lukas 19, 35-43)

Taufgottesdienste „Ich habe deinen Namen in meine Hand geschrieben“ (Jesaja 49, 16) Voll daneben: Gottesdienst mit Taufe, nicht nur in fussballbewegten Zeiten Die Rose von Jericho Gottesdienst zum Abschluss des Kindergartenjahres „Ich schenke dir Zeit“

Theaterstücke für Familiengottesdienste Zum Tauferinnerungsgottesdienst: die Geschichte von Zachäus (Lukas 19, 1-10) Zur Waldweihnacht: auf dem Weg nach Bethlehem … Wie wir die Minikirche in unserer Gemeinde erlebt haben Ein Erfahrungsbericht

Minikirche – ein Angebot für Familien mit Kindern im Vorschul- und Grundschulalter

Die Minikirche ist ein Gottesdienst, in dessen Mittelpunkt Kinder stehen. Sie ist an der Schnittstelle von Familien- und Kindergottesdienst zu verorten. Die Minikirche findet regelmäßiger statt, als Familiengottesdienste das üblicherweise tun und folgt immer demselben Ablauf. Es gibt einen festen Kreis von Kindern, die regelmäßig kommen. Darin erinnert sie an den klassischen Kindergottesdienst. Sie hat das ausdrückliche Anliegen, dass Kinder gemeinsam mit ihren Eltern, aber auch Großeltern und Patinnen und Paten Gottesdienst feiern, in ihre Gemeinde hinein wachsen und die Kirche als ihre Kirche erleben. Hierin greift die Minikirche wesentliche Elemente des Familiengottesdienstes auf. Sie wird von Familien mit Kindern vom Säuglingsalter bis zehn Jahren gefeiert, am besten an einem festen Sonntag im Monat. Außerdem wird auch an den Feiertagen zur Minikirche eingeladen. Familien, die regelmäßig kommen, aber auch Tauffamilien, Paten, Kindergarten- und Schuleltern werden per E-Mail an die Gottesdienste erinnert.

Die Minikirche macht Angebote für verschiedene Altersgruppen. Die ganz Kleinen erleben den Raum der Kirche, die Musik und die Gegenwart der anderen Kinder, auch wenn sie die Geschichten noch nicht verstehen können. Größere Kinder genießen die Geschichten, die kreativen Elemente und die Möglichkeit, nach dem Gottesdienst mit anderen Kindern zu spielen und zu toben. Der Minikirche entwachsene Kinder kehren als Helferinnen und Helfer zurück. Die Erwachsenen erhalten einen Impuls anhand einiger Gedanken zur Geschichte.

Die Idee der Minikirche: feste Liturgie und variable Bausteine

Der Minikirche liegt immer dieselbe Liturgie zugrunde. Diese wird den Kindern mit der Zeit vertraut. Die Liturgie lässt Veränderungen und Erweiterungen zu, bleibt für die Kinder aber erkennbar. In die gleichbleibende Liturgie werden die variablen Bausteine eingepasst: Lieder, Gebet und Segen sowie eine Geschichte. Die Entwürfe stellen die variablen Bausteine dar, die feststehenden Elemente sind im Musterentwurf dargestellt. Damit die Minikirchenfamilien gut folgen können, wird ein Liturgieblatt angeboten, das den Ablauf mit den Liedern und dem gemeinsam gesprochenen Gebet darstellt. Auf der Deckblattseite befindet sich ein zum Thema passendes Ausmalbild. Die Minikirche berücksichtigt den oft noch engen Konzentrationsbogen der Kinder. In der Regel dauert sie nicht länger als 25 Minuten. Nach dem Abschluss können die Kinder aber noch in der Kirche verweilen und spielen, während die Erwachsenen sich unterhalten und einen Kaffee trinken.

Liturgie
Ankommen

Größere Kinder helfen beim Verteilen des Liturgieblattes.

Willkommenslied

Das Willkommenslied ist immer dasselbe.

Wenn wenig Kinder im Gottesdienst sind oder neue Kinder besonders begrüßt werden, ist dieses Lied auf die Melodie von „Kumba Ya“ geeignet: Für jedes Kind wird das Lied einmal gesungen. Die Worte „Kumba Ya“ werden durch den Namen des Kindes ersetzt. Die Kinder stehen dazu auf. Wird das Lied in einem Begrüßungskreis gesungen, kommt das jeweilige Kind in die Mitte.

1. Gott behütet dich, Niklas (3x),

Dein Gott, Kumba Ya.

2. Gott geht mit dir, Franziska (3x),

Dein Gott, Kumba Ya.

3. Gott segnet dich, Wilma (3x),

Dein Gott, Kumba Ya.

Schön ist, wenn das Willkommenslied alle in Bewegung bringt. Zum Beispiel können die Worte „Guten Tag, ihr seid willkommen; geht umher, gebt euch die Hand“ mit einer einfachen Melodie vertont werden. Die Familien stehen auf und tun, was sie singen: Sie geben sich gegenseitig die Hand und begrüßen einander.

Gemeinsamer Anfang

Der Tag hat erst begonnen, ich bin noch gar nicht wach,

jetzt schüttel ich mich wach (Beine und dann Arme ausschütteln),

ich strecke mich wach (auf die Zehenspitzen stellen und nach oben strecken),

ich winke mich wach (wir schauen einander an und winken uns zu),

jetzt bin ich wach und begrüße den Tag

(die Arme beschreiben einen großen Kreis).

Gott ist es, der diesen Tag mir schenkt,

ich danke ihm, dass er an mich denkt.

Begrüßung neuer Kinder

Wenn neue Familien da sind, stellen sie sich an dieser Stelle kurz vor.

Eingangslied mit Bewegungen, z. B.:

Vom Aufgang der Sonne (Evangelisches Gesangbuch EG 456)

Er hält die ganze Welt in seiner Hand (Das Kindergesangbuch KGB 143)

Gott mag Kinder (Text und Melodie: Daniel Kallauch)

Gebet

Dasselbe Gebet wird über mehrere Monate hinweg gesprochen, oder es wird eine kleine Auswahl von Gebeten wiederholt, damit die Kinder die Gebete mit der Zeit auswendig lernen. Es ist auf dem Liturgieblatt abgedruckt und alle, die lesen können, werden eingeladen, laut mit zu sprechen.

 

Geschichte

Die Geschichte wird möglichst frei und anschaulich erzählt. Dazu braucht es einen Fundus an Materialien: Tücher in verschiedenen Farben und Größen, Tierfiguren, Plüschtiere, Handpuppen, Legosteine, Bauklötze, Bäume, Blumen und Blüten aus Plastik, Steine in verschiedenen Größen.

Für die Personen können biblische Erzählfiguren verwendet werden, aber auch Biegepuppen oder Holzkegel, bei denen die Fantasie der Kinder das Übrige tut. Auch Playmobilfiguren können zum Einsatz kommen, wenn Kommentare und Diskussionen, wer welche Figur auch zu Hause hat oder zu welchem Set sie eigentlich gehören, nicht stören.

Ein Aufruf im Gemeindebrief mit der Bitte um Materialien wird sicherlich Erfolg haben.

Lied

Ein überschaubares Repertoire von Liedern ermöglicht den Kindern, diese mit der Zeit auswendig zu singen. Die Liedvorschläge sind dem Evangelischen Gesangbuch (EG) und dem Kindergesangbuch (Claudius-Verlag) entnommen.

Gedanken für Erwachsene

In wenigen Sätzen wird den Erwachsenen ein Gedankenimpuls gegeben.

Gebet

Ein frei gesprochenes kurzes Fürbittgebet mündet in das Vaterunser.

Aktion

Zentrale Elemente der Geschichte werden spielerisch und kreativ vertieft.

Abschlusskreis

Alle Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes fassen sich an den Händen und ziehen durch die Kirche. Dazu wird mit so vielen Wiederholungen wie erwünscht, ein Lied gesungen. Hier einige Vorschläge:

Der Kehrvers des Liedes „Gott, dein guter Segen ist wie ein großes Zelt“: „Guter Gott, ich bitte dich: schütze und bewahre mich. Lass mich unter deinem Segen leben und ihn weitergeben. Bleibe bei mir allezeit. Segne uns, segne uns, denn der Weg ist weit“ (KGB 220).

Gott segnet dich, Kumba Ya. Gott segnet dich, Kumba Ya, Gott segnet dich, Kumba Ya. Nimm den Segen mit nach Haus.

Segne uns, oh Herr (EG Baden 581)

Segen

Der Zug durch die Kirche endet in einem Kreis, in dem der Segen zugesprochen wird.

Nach dem Gottesdienst gibt es Kaffee für die Erwachsenen und Saft für die Kinder. Die Familien können die Geschichte mitnehmen, um sie zu Hause noch einmal vorzulesen. Kinderbibeln können ausgeliehen oder am Büchertisch gekauft werden. Für die Kinder liegen weitere Ausmalbilder bereit.

Gottesdienste im Kirchenjahr für die Kleinsten in der Gemeinde
Dezember
Zum ersten Advent: Morgens früh in Nazareth

Leitgedanke: Gott stellt sich auf die Seite der Schwachen und Kleinen.

Vorbereitung und Materialien

Triangeln und Xylophone (eventuell in der örtlichen Grundschule ausleihbar), Engelbilder zum Ausschneiden, Stopfnadel, um die Aufhängelöcher zu bohren, Faden, Scheren. Beim Ausschneiden und Loch bohren helfen die Erwachsenen.

Lieder

Tragt in die Welt nun ein Licht (Text und Melodie: Wolfgang Longardt)

Magnifikat (EG Baden 622)

Macht hoch die Tür (EG 1)

Im Advent kann der Eingangsteil variiert werden. Anstelle des gewohnten Eingangsliedes wird das Lied „Wir sagen euch an den lieben Advent“ gesungen. Eine Person mit sicherer Stimme singt die Strophe/n und zündet dabei die entsprechende Kerze am Adventskranz an; die Familien singen den Kehrvers „Freut euch ihr Christen ...“ (EG 17).

Gebet

Die Kerze brennt, ein kleines Licht.

Es sagt zu mir: Fürchte dich nicht.

Gott, lass des Lichtes hellen Schein

In meinem Herzen immer sein.

Amen

Geschichte

Die Kinder bekommen Triangeln und Xylophone, entweder jedes Kind eines, oder sie geben es einander weiter. Immer wenn der Engel etwas sagt, erklingt die Triangel. Der Signalsatz ist: „Der Engel sagt: …“ Wenn die Kinder das hören, lassen sie die Triangel klingen, dann wird vorgelesen, was der Engel sagt. Wenn Maria etwas sagt („Maria sagt:“), erklingt das Xylophon. Der Schlegel wird in einem Glissando über die Töne gezogen. Dann kommt die Antwort Marias. Ideal ist, wenn die Geschichte von drei Personen gelesen wird: Erzähler, Engel und Maria.

Maria lebt in der Stadt Nazareth in Galiläa. Sie wird bald heiraten. Sie ist mit Josef verlobt, einem Zimmermann.

Eines Tages in der Frühe des Morgens erlebt Maria eine große Überraschung. Ein Engel kommt zu ihr!

Der Engel sagt (Triangel): Sei gegrüßt Maria. Gott ist mit dir!

Maria erschrickt. Sie hat diesen Fremden noch nie gesehen.

Maria sagt (Xylophon): Wer bist du?

Der Engel sagt (Triangel): Hab keine Angst! Ich bin ein Bote Gottes. Ich habe eine Nachricht für dich.

Maria sagt (Xylophon): Für mich? Das muss eine Verwechslung sein. Du hast dich im Haus geirrt.

Der Engel sagt (Triangel): Nein. Keine Verwechslung. Gott hat mich zu dir geschickt. Für ihn bist du etwas ganz Besonderes.

Maria sagt (Xylophon): Oooooh.

Der Engel sagt (Triangel): Das ist die Nachricht Gottes an dich. Du wirst ein Kind bekommen.

Maria staunt und sagt (Xylophon): Ein Kind?

Der Engel sagt (Triangel): Dieses Kind schickt Gott zu den Menschen. Du sollst ihn Jesus nennen.

Maria sagt (Xylophon): Jesus, das heißt Retter.

Der Engel sagt (Triangel): Er wird den Menschen zeigen, dass Gott sie liebt. Er wird ein Licht für die Menschen sein.

Jetzt fällt Maria ihr Verlobter Josef ein, und sie sagt (Xylophon): Aber was wird Josef dazu sagen?

Der Engel sagt (Triangel): Das wird schon.

Dann geht der Bote Gottes wieder. Maria merkt sich jedes Wort, das er gesagt hatte. Sie freut sich, dass Gott sie ausgesucht hat. Sie wird die Mama von Jesus sein, dem Retter, auf den die Menschen schon so lange warten. Die Propheten, die Gottes Stimme hören können, haben gesagt, eines Tages wird er kommen. Nun ist es soweit. Vor Freude singt Maria ein Lied. Das sind die Worte, die sie singt:

Die Erzählerin schlägt die Bibel auf und liest:

„Meine Seele erhebt den Herrn,

und mein Geist freut sich

über Gott, meinen Retter.

Denn er hat Großes an mir getan.

Er stößt die Mächtigen vom Thron

und erhebt die Niedrigen.

Er denkt an sein Versprechen

und hilft seinem Volk auf“

(Zitiert nach: Weth, Irmgard; Neukirchener Kinder-Bibel, Neukirchen-Vlyun 2000, 12. Auflage, S. 174)

Alternative: Wenn zu viele Kinder da sind, um die Geschichte mit Instrumenten zu erzählen, kann die Gemeinde die Geschichte in zwei Gruppen miterzählen. Die eine Gruppe wiederholt jeden Satz, den der Engel sagt; die andere wiederholt, was Maria antwortet. Diese Methode eignet sich für viele Geschichten.

Der Engel sagt: Sei gegrüßt, Maria. Gruppe 1: Sei gegrüßt, Maria.

Gott ist mit dir! Gruppe 1: Gott ist mit dir.

Maria erschrickt. Sie hat diesen Fremden noch nie gesehen.

Maria sagt: Wer bist du? Gruppe 2: Wer bist du?

Der Engel sagt: Hab keine Angst! Gruppe 1: Hab keine Angst!

Ich bin ein Bote Gottes. Gruppe 1: Ich bin ein Bote Gottes.

Ich habe eine Nachricht für dich. Gruppe 1: Ich habe eine Nachricht für dich. u.s.w.

Gedanken für Erwachsene

Maria kann es kaum glauben. Dass ein Engel in der Tür steht, ist ja schon überraschend genug. Aber dass Gott gerade sie, Maria ausgewählt hat, um den lange verheißenen Messias auf die Welt zu bringen, das ist schwer zu glauben. Denn sie gehört zu den Niedrigen, von denen sie singt, zu den Geringen, die keinen Einfluss haben auf den Lauf der Welt. Ich bin zu klein, zu unbedeutend, zu unwichtig, um etwas zu bewegen. Mit diesem Gedanken räumt Gott auf. Er traut es Maria zu, und er traut es dir und mir zu: Gottes Licht in diese Welt zu bringen.

Aktion

Engel zum Basteln oder Ausschneiden liegen bereit.

Segen

Tragt in die Welt nun ein Licht.

Sagt allen: Fürchte dich nicht.

Gott hat euch lieb, groß und klein.

Seht auf des Lichtes Schein.

Amen

(Text und Melodie: Wolfgang Longhardt, © Verlag Ernst Kaufmann, Lahr)

Zum Nikolaustag: Nikolaus ist ein guter Mann

Leitgedanke: Gott gebraucht Menschen, um die Not des Nachbarn zu lindern.

Vorbereitung und Materialien

Die Geschichte wird in Versform erzählt. Dazu werden kurze Szenen gespielt, was mit größeren Kindern oder Eltern vorher einmal geübt oder bei etwas Erfahrung auch spontan umgesetzt werden kann. Ist das zu aufwändig, kann der Inhalt der Verse auch durch das Zeigen verschiedener Symbole veranschaulicht werden.

Benötigt werden einfache Verkleidungen, zum Beispiel Tücher für Nikolaus, die drei Mädchen und den Vater, Taschentücher für die Mädchen, Geldbörse oder Sparschwein, drei Stoffsäckchen (es genügen auch oben zusammen gebundene Servietten oder Taschentücher), Goldstücke, zum Beispiel in goldenes Staniolpapier verpackte Schokoladentaler, wie es sie in der Vorweihnachtszeit zu kaufen gibt.

Für die einfachere Variante: ein Schokoladennikolaus, Puppen oder Figuren für die drei Mädchen und den Vater, Geldbörse oder Sparschwein, Taschentuch, drei Stoffsäckchen.

Lied

Bald/Heut ist Nikolausabend da (traditionell) oder ein anderes Nikolauslied

Der Eingangsteil kann im Advent variiert werden

(siehe den Entwurf zum 1. Advent).

Gebet

Gott, gib uns Augen, mit denen wir einander wirklich sehen.

Die Not und die Freude.

Den Kummer und das Glück.

Amen

Geschichte

Erzählerin:

Sankt Nikolaus war ein guter Mann,

wovon ich heut erzählen kann.

Vor langer Zeit lebte er in einem fernen Land,

seine Heimatstadt wurde Myra genannt.

Sankt Nikolaus tritt auf.

Oder: Nikolausfigur zeigen.

Eine Geschichte erzähle ich euch heute,

da geht’s um seine Nachbarsleute,

drei junge Mädchen mit ihrem kranken Vater

sind in große Not geraten.

Mädchen/Vater treten auf.

Oder: Puppen/Figuren zeigen.

Die Mädchen planen ihre Hochzeitsfeier,

doch alle wissen – das ist teuer.

Sie brauchen auch Essen, Kleider und Schuh,

doch dem Vater fehlt das Geld dazu.

Die Mädchen erheben bittend die Hände.

Der Vater schüttet seine Börse oder sein Sparschwein aus – es ist nichts drin.

Oder: leere Börse zeigen.

Die drei Mädchen weinen sehr,

denn aus der Hochzeit wird nichts mehr.

Auf der Straße sollen sie betteln gehen,

ihre große Not wird dann jeder sehen.

Die Mädchen schluchzen in ihr Taschentuch.

Oder: Erzähler zieht Taschentuch heraus.

Die Mädchen wissen nicht ein noch aus,

ihr Weinen klingt bis auf die Straße hinaus.

Sankt Nikolaus will es nicht mehr aus dem Kopfe geh‘n,

seine Nachbarn in solchem Unglück zu sehn.

 

Nikolaus legt den Kopf in die Hände und schüttelt ihn voll Mitgefühl.

Sankt Nikolaus ist kein reicher Mann,

doch er will teilen, was er nur teilen kann,

zu Hause füllte er drei Säckchen mit Münzen aus Gold,

die er heimlich zu den Mädchen bringen wollt‘.

Nikolaus füllt die Säckchen.

Oder: Säckchen zeigen.

Zum Nachbarhaus schleicht er im Dunkel der Nacht,

dort steht das Fenster weit aufgemacht.

Mit großem Schwung wirft er die Säckchen hinein,

das wird beenden der Mädchen Kummer und Weinen.

Nikolaus schleicht sich auf Zehenspitzen heran.

Er wirft die Säckchen.

Am Morgen hört man die Mädchen vor Freude lachen,

als sie die Säckchen mit Gold aufmachen.

Welch‘ große Hilfe ist ihnen geschehen,

nun müssen sie nicht mehr betteln gehen.

Die Mädchen finden die Säckchen, wundern sich, zeigen sie dann voll Freude dem Vater.

An Sankt Nikolaus denken wir noch heute:

In seinem Herzen war Platz für große und kleine Leute.

Das soll wichtig sein auch in unserem Leben,

das Weinen des andern hören und unsere Hilfe geben.