Hütten-Geheimtipps Bayerische HausbergeText

0
Kritiken
Leseprobe
Als gelesen kennzeichnen
Wie Sie das Buch nach dem Kauf lesen
Schriftart:Kleiner AaGrößer Aa

Nachhaltigkeit

Reisen Sie der Umwelt zuliebe mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Sollten Sie mit dem eigenen Auto anreisen, bitte nur auf ausgewiesenen Parkplätzen parken, keine Rettungswege, Feldwege oder Einfahrten verstellen!

Pflücken Sie keine Blumen, denn bis ins Tal sind sie sowieso welk. Pilze, egal welche, gehören grundsätzlich nicht zerstört, denn sie sind ein wichtiger Teil im ökologischen System. Bitte halten Sie unbedingt die Natur sauber! Ihren Müll und Ihre Abfälle nehmen Sie bitte mit nach Hause und entsorgen alles fachgerecht.

Almknigge

Grüß Gott Freundliche Begrüßungen gehören sich, und das nicht nur am Berg! Es fällt auf, dass die Menschheit dies scheinbar verlernt hat. Auch in den bayerischen Bergen ist ein freundliches »Grüß Gott« oder »Servus« nicht nur den Sennern gegenüber selbstverständlich, sondern ebenso gegenüber allen anderen Wanderern.

Öffnungszeiten Almen dienen vorwiegend der Almwirtschaft. Mit »Wirtschaft« ist dabei allerdings kein Berggasthaus gemeint. Über die Möglichkeit einzukehren darf man sich freuen, aber nicht damit rechnen. Kleine Brotzeiten gibt es manchmal, warmes Essen seltener. Meist haben die Almen nur in den Sommermonaten geöffnet, und völlig klar ist dabei: SennerInnen sind keine Bedienungen.

Müll Ein wirklich leidiges Thema: Müll gehört nicht in die Landschaft, nicht in die Natur, nicht auf den Berg und auch nicht auf einer Alm deponiert. Selbst wenn die Almbetreiber die Möglichkeit haben, mit dem Auto zu ihren Almen zu fahren, müssen sie nicht den Müll der Freizeit- und Erholungssuchenden ins Tal bringen. Das gilt auch für Zigarettenstummel, Kronkorken und volle Windeln!

Tiere und Weidegatter Kühe sind friedliebende Tiere. Sie sind groß und schwer, haben Hörner und können – wenn es darauf ankommt – sehr schnell rennen. Selbstverständlich lassen wir sie in Ruhe, schrecken sie nicht auf und machen keinen Lärm. Bitte nicht füttern, langsam an ihnen vorbeigehen und keine Angst haben, wenn sie neugierig werden. Kühe verteidigen ihre Kälber, und Hunde gehören deshalb grundsätzlich am Berg immer an die Leine! Sollte es aber zu einem Angriff kommen, muss man den Hund sofort ableinen. Zudem muss man unbedingt auf den Wegen bleiben und vor allem alle Zäune und Weidegatter wieder schließen.


Kühe sind friedliebend, manchmal neugierig, aber sie verteidigen auch ihre Kälber.


Querfeldein darf man gerade im Frühling und Sommer niemals über die Wiesen laufen.

Brunnen und Viehtränken Vor vielen Almen stehen Brunnen, aus denen durstige Wanderer sich Wasser schöpfen dürfen. Offiziell ist das aber kein Trinkwasser und wird dahingehend auch nicht kontrolliert, denn diese Brunnen dienen eigentlich den Tieren als Tränke. Sie sind keine Badewannen oder Armkneippbecken für verschwitzte oder mit Sonnencreme eingeschmierte Wanderer, auch nicht für deren Kinder und Hunde, und sie sollten auch nicht dazu verwendet werden, um Bergschuhe zu putzen!

Privateigentum Auf den Almflächen gilt das Recht, sich frei in der Natur bewegen zu dürfen. Man muss aber auf den Wegen bleiben. Gerade im Frühsommer, wenn das Gras hoch steht, trampelt man nicht querfeldein über eine Wiese. Die Flächen sind wie die meisten Hütten und Almgebäude in Privateigentum, und das muss man respektieren und vor allem sollte man nichts kaputt machen.

Geschichte der Almen

Almen sind für uns zur Selbstverständlichkeit geworden. Wir ordnen sie ein unter Begriffe wie »unberührte Natur«, »Ruhe«, »weite Aussicht«, verbinden sie aber auch mit einer deftigen Brotzeit oder mit frischer Milch. Das stimmt zwar alles, aber für die Unterhaltung von Wanderern und Touristen wurden sie nicht errichtet. Ihre Geschichte reicht bis in die Zeit zurück, in der die Menschen sesshaft wurden, also vor ungefähr 5000 Jahren. Damals begannen die Menschen Häuser zu bauen und das umliegende Land als Acker oder als Weide zu nutzen.

Im Lauf der Zeit wurden die freien Siedlungsflächen im flachen Land immer knapper und daher auch die unwirtlicheren Bergtäler besiedelt. Hier war aber die freie Grundfläche begrenzt. Als Ausweg versuchte man die freien Grasflächen oberhalb der Baumgrenze als Weide zu nutzen. Es entstanden Trampelpfade, auf denen man das Vieh in der warmen Jahreszeit nach oben treiben konnte. Damit waren die Tiere über die Sommerzeit hinweg versorgt. Ein Hirt oder eine Hirtin kümmerte sich um das Vieh; sie verarbeiteten die anfallende Milch der Tiere zu Käse und machten sie damit haltbar. Im Herbst wurden dann die Tiere und der Käsevorrat ins Tal gebracht. Das Gras, das im Sommer im Tal gewachsen war, diente als Heuvorrat im Winter.

Dieses Almleben gibt es mit einigen Variationen auch heute noch so. Völlig verändert hat sich allerdings das Wohnen auf der Alm. Die erste Almhütte dürfte ein Steinhaus gewesen sein, das halb in den Hang hineingebaut war. Die offenen Flanken und die Frontseite wurden mit Bruchsteinen verschlossen, mit Steinen beschwerte Holzprügel bildeten das Dach. Im Inneren brannte ein offenes Feuer, über das man den Käskessel hängen konnte; der Rauch konnte durch das Dach abziehen. Diese Steinhütte stand immer in der Nähe einer Quelle, denn ausreichend gutes Wasser war unabdingbar.

Langsam begann auch die Nutzung des Waldes. Wenn etwa ein Sturm große Waldflächen umgelegt hatte, wurde das Vieh in diese Bruchflächen getrieben. Junge Baumschösslinge waren für die Tiere genauso nahrhaft wie Gras, und so entstanden neue Weideflächen. Auch hier brauchte man für den Hirten eine Unterkunft, allerdings nun nicht mehr aus Steinen, sondern aus Holzstämmen. Das war einfacher, und man konnte größer bauen, sodass auch das Vieh einen Unterschlupf bekam. Die klassische Alm, wie wir sie heute kennen, war entstanden.

Sie entwickelte sich ganz langsam weiter. Zuerst wurden die Erdgeschosswände aufgemauert. Das gab mehr Sicherheit vor einem Brand, denn das offene Feuer war immer noch Standard. Schließlich, vor knapp 200 Jahren, begann eine Entwicklung, die keiner vorhergesehen hatte: der Tourismus.


Gemütlich vor der Schellenbergalm (Tour 20)

Bergsteiger kamen, und an diese konnte man seine Erzeugnisse gewinnbringend verkaufen. Gleichzeitig wurden aus den Almpfaden feste Wege oder sogar Straßen. Für viele Almen schuf das nun Möglichkeiten, noch wirtschaftlich zu bleiben. In diesem Zug wurde auch das kulinarische Angebot für die Wanderer immer mehr erweitert, und aus manchen Almen wurden Berggasthäuser oder gar Hotels, die mit den ursprünglichen Almen nurmehr den Namen gemein haben. Trotzdem gibt es immer noch die »klassischen« Almen, von denen wir für dieses Buch viele ausgewählt haben. Beide Almtypen haben ihre Berechtigung, aber der größte Genuss war für uns immer eine Brotzeit an den einfachen Holztischen einer urigen Alm.

Zwischen Wetterstein und Isarwinkel


Die Ehrwalder Sonnenspitze vom Panoramaweg in Lermoos (Tour 1)

1Auf die Tuftlalm
Die Magie des Panoramas

So soll ein Alpenpanorama sein: Über dem grünen Talboden ragen Zugspitze, Sonnenspitze und Grubigstein in den blauen Himmel. Auf der Aussichtsplattform unter dem Daniel geben wir uns der Magie des Panoramas hin, gefolgt von leiblichen Genüssen auf der Tuftlalm.


Tourencharakter

Rundtour, meist auf Wanderwegen und einigen steileren Pfaden, für die man etwas Trittsicherheit benötigt

Ausgangs-/Endpunkt

Lermoos, Bahnhof

GPS: 47.405267, 10.878854

Anfahrt

Bahn & Bus: Mit der Bahn von Garmisch nach Lermoos in Tirol fahren

Auto: Von Garmisch über Grainau auf der B 23 nach Tirol, rechts nach Lermoos abbiegen, auf der Hauptstraße durch den Ort und dann rechts über die Danielstraße zum Bahnhof; dort gibt es ein paar Parkplätze auf der Westseite.

Karte

Kompass 1:50 000, Nr. 5 Wettersteingebiet/Zugspitze

Einkehr

Tuftlalm (geöffnet von Mitte Mai bis Ende Okt. Fr–So 10–18 Uhr, Mo–Do Ruhetage)

Information

www.zugspitzarena.com


Bergeinsamkeit und PanoramaIm großen Talbecken zwischen Ehrwald, Lermoos und Biberwier gibt es viele bekannte und beliebte Almen und Hütten. Ganz unbekannt ist die Tuftlalm daher nicht, denn sie liegt am Weg zum Daniel, einem der großen Gipfelziele in diesem Gebiet. Außerdem gibt es seit einigen Jahren dort eine herrliche Aussichtsplattform, die immer beliebter wird. Trotzdem lohnt es sich, zur Tuftlalm aufzusteigen, denn viele Wege führen dorthin, und deswegen verteilen sich die Wanderer. So genießen bestimmt auch wir das Flair der Bergeinsamkeit und können gerade beim Abstieg über den Panoramaweg, der (nomen est omen) vor allem Aussichten statt Höhenmeter bietet, diese Wanderung so richtig genießen.

 

Das Ehrwalder Becken wird vom Massiv der Zugspitze dominiert.


Die sonnige Terrasse der Tuftlalm

Im Zickzack bergan Wir starten am Bahnhof in Lermoos und folgen der Zufahrtsstraße in westlicher Richtung abwärts. Kurz vor der größeren Bundesstraße biegen wir rechts ab und wandern durch die Unterführung auf die andere Seite der Gleise. Leicht links haltend geht es über eine Wiese aufwärts zum Lermooser Freibad. Den Parkplatz querend, beginnt dahinter ein Wanderweg, der zur Tuftlalm beschildert ist. Kurz darauf stoßen wir auf eine kleine Almstraße, der wir weiter geradeaus folgen. (Die alternative Abzweigung zur Tuftlalm lassen wir unberücksichtigt.)

Neben uns plätschert der Tuftbach, angenehm schattig geht es durch den Wald. Nach der Serpentinenkurve folgen wir der Almstraße nur noch ein kurzes Stück um die Bergflanke herum, dann beginnt genau in der nächsten Serpentine, auf der sich die Almstraße nach links wendet, ein Steig, dem wir steil bergauf folgen. So kürzen wir die Almstraße ab und kommen schneller voran. Im Zickzack wandern wir aufwärts, queren einmal die Almstraße, dann lichtet sich der Wald, und wir kommen auf eine Almwiese. Jetzt haben wir Zeit, etwas zu verschnaufen – mehr als die Hälfte des Anstiegs haben wir schon geschafft.

Glücksgefühle für Augen und Magen Wir wandern am Kohlbergkreuz vorbei schnurgerade über die Almwiese und queren dabei einen breiteren Weg. Über den Wiesenbuckel steigt der Pfad nochmals an, dann teilt sich der Weg erneut, und wir bleiben geradeaus auf dem Steig. Nun wird es spannend: Uns rechts haltend wandern wir am Fuß eines Felsbands entlang – das klingt nach Abenteuer, aber der Weg ist völlig unproblematisch zu begehen. Am Ende bedarf es nur noch eines kleinen Aufschwungs, dann steigen wir über die Hangkante und sehen vor uns die großen grünen Flächen der Tuftlalm.

Lermoos

Der Ort kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Erstmals urkundlich als Larinmos in den Jahren 1073–1078 erwähnt, führte bereits eine Römerstraße, die Via Claudia Augusta, durch das Gebiet. Die Lage an der wichtigen Verbindungsstraße über den Fernpass verhalf Lermoos zu wirtschaftlicher Bedeutung. Heute lebt der Ort vor allem vom Tourismus und hat mit den Bergbahnen am Grubigstein nicht nur ein begehrtes Wandergebiet im Sommer, sondern auch ein eigenes Winterskigebiet.

Als Erstes streben wir nach rechts zur Aussichtsplattform, die gewagt über dem Abgrund errichtet wurde. Die Aussicht ist wirklich fantastisch. Unschlagbar ist jedoch die bequeme Liege, die man mitten auf der Plattform installiert hat. Es ist definitiv schwierig, sich vom Zauber dieses Panoramas loszureißen, aber irgendwann knurrt vielleicht doch der Magen, und wir wandern die wenigen Meter hinüber zur urigen Tuftlalm. Dort gibt es zum Glück etwas zu essen und zu trinken, und auch die schöne Aussicht kann man weiterhin genießen. Sehr fein ist übrigens der Almkäse, der hier heroben produziert wird und den wir uns für zu Hause mitnehmen können.

Abstieg durch den Wald Für den Abstieg wählen wir den längeren Weg entlang des Kerlesbachs; dieser ist etwas weniger steil und schont unsere Knie. Dafür gehen wir wieder Richtung Plattform und folgen dort einfach dem Wiesenweg weiter in östlicher Richtung. Bald kommen wir in den lichten Wald und genießen immer noch die schönen Ausblicke. Dann biegt unser Wanderweg (mit Nr. 693 markiert) steil nach rechts ab und verliert rascher an Höhe. Er führt unterhalb einiger Felsen entlang, dann wird der Wald dichter. Der wunderbare Baumbestand mit altem Bergahorn und Buchen ist faszinierend, vor allem, weil man sich gut vorstellen kann, dass es die Bäume in dieser unwirtlichen Gegend nicht leicht haben. Wir passieren eine kleine Schuttreiße; vom Kärlesbach, der uns begleiten sollte, ist allerdings kaum etwas zu sehen. Wir wandern nun fast bis in die Nähe von Ehrwald, dann mündet unser Abstiegsweg in den Panoramaweg.

Gemütlich nach Lermoos Jetzt können wir unseren weiteren Rückweg nicht mehr verfehlen: Wir folgen rechts stets dem Panoramaweg Nr. 1. Wo der Wald sich lichtet, queren wir den Kerlesbach. Der Weg macht nun seinem Namen alle Ehre – immer wieder führt er ohne großen Höhenverlust über Almwiesen, auf denen malerische Holzscheunen, sogenannte Heuschober, in Kombination mit den Bergen im Hintergrund ein herrliches Bild ergeben. Langsam nähern wir uns Lermoos und wandern oberhalb der Bahnschienen zurück Richtung Bahnhof. Der Weg knickt nach links ab, wir steigen zu den Schienen hinunter und folgen ihnen weiter. Für die sichere Überquerung geht es wieder bis zur Unterführung und die letzten Meter dann auf demselben Weg zurück zum Ausgangspunkt.


Die Aussichtsplattform an der Tuftlalm ist beeindruckend.

2Auf die Gamsalm
Abenteuer am Fuß der Zugspitze

Etwas Abenteuer mit steil aufragenden Felswänden und wilden Geröllfeldern finden wir auf der Runde über den Georg-Jäger-Steig zur Gamsalm. Dort angekommen, könnte das Bergleben nicht besser sein: tolle Aussichten und ein blauer Bergsee, dazu eine herzliche Gastlichkeit und eine variantenreiche Küche.


Tourencharakter

Kurze, aber teils steile Rundtour. Anfangs bequeme Wanderwege, dann über einen Pfad, der über ein Geröllfeld führt – dort braucht man neben Trittsicherheit auch ein gutes Gespür für den Weg, der nicht immer ersichtlich ist (zwei Wegweiser im Geröll liegend). Im Sommer Bademöglichkeit

Ausgangs-/Endpunkt

Ehrwald, Zugspitzbahn

GPS: 47.426284, 10.943338

Anfahrt

Bahn & Bus: Mit der Bahn nach Ehrwald in Tirol, mit dem Bus zur Ehrwalder Zugspitzbahn oder zu Fuß in ca. 45 Min. dort hinaufwandern Auto: Über Garmisch und Grainau nach Tirol, links nach Ehrwald und gleich erneut links der Beschilderung zur Ehrwalder Zugspitzbahn in den Ortsteil Obermoos folgen

Karte

Kompass 1:50 000, Nr. 5 Wettersteingebiet/Zugspitze

Einkehr

Die Gamsalm liegt am Fuß der Zugspitze (geöffnet ganzjährig 11–17 Uhr, Mo/Di Ruhetage)

Information

www.zugspitzarena.com, www.gamsalm-ehrwald.at


Start in Ehrwald Wir starten an der Talstation der Ehrwalder Zugspitzbahn. Mit Blick auf die Zugspitze laufen wir über den Parkplatz und steigen die kleine Böschung zu einem Forstweg hinauf. Dort halten wir uns etwas rechts zu der Schneise zwischen den Bäumen und beginnen mit dem Aufstieg zur Gamsalm, die bereits ausgeschildert ist. Über die Almwiese zieht der Weg relativ gemütlich bergan. Dann passieren wir die Abzweigung, die uns direkt zur Gamsalm führen würde (von dort werden wir später zurückkommen). Natürlich können Wanderer, die sich das Abenteuer nicht zutrauen, von hier auf leichtem und direktem Weg zur Gamsalm gelangen.

Alle anderen steigen weiter über die Bergwiese aufwärts und passieren schließlich den Abzweig zur Hochthörlhütte und den Schützensteig. Die Gamsalm ist hier nicht mehr angeschrieben, unser Weg nun nur noch Richtung Zugspitze über die Wiener-Neustädter Hütte markiert. Mit jedem Schritt bergan wird die Aussicht jetzt besser, und der Daniel rückt ins rechte Licht.

Abenteuer Steinwüste Bald nach dem Abzweig biegen wir alsdann links auf einen deutlich kleineren Wanderweg ein (rotes Schild »Gamsalm«), der uns sogleich über Geröll und das auslaufende Ende einer Schuttreiße in die niedrig bewachsene Latschenvegetation bringt. Dann treffen wir noch einmal auf eine grüne freie Fläche und halten uns leicht rechts. Von rechts stößt ein Pfad hinzu, dann wendet sich unser Weiterweg aber schon wieder nach links. Wir sind nun völlig von den hoch aufragenden Felswänden des Wettersteingebirges in den Bann gezogen. Am Fuß der Wand bröckeln Steine ab und sammeln sich zu weiten Geröllfeldern. Hier ist nun etwas Spürsinn gefragt, denn es gibt erstmal keine Wegbezeichnungen mehr.


Hinter der Gamsalm sieht man schon den Badesee hervorblitzen.


Knackige Salate schmecken immer gut.

So steigen wir durch einen Latschengürtel weiter aufwärts, links von uns baut sich eine bedrohlich wirkende Wand auf. Bevor wir aber völlig in die vegetationslose Steinwüste eintauchen, halten wir uns rechts (verblasster roter Punkt am Baum) und steigen gleich darauf am Latschengürtelrand steil aufwärts. Der Weg ist im Geröll wirklich schlecht zu sehen – eben ein Abenteuer. Links von uns liegen nur graue Steine, ein Anblick, der an die hochalpine Welt der Dolomiten erinnert. Für den Blick zur Zugspitze müssen wir den Kopf in den Nacken legen, aber die Sicht zurück über das Ehrwalder Becken auf den Grubigstein und den Daniel ist einfach traumhaft – ein echter Geheimtipp eben.

Auf Spurensuche zur Gamsalm Unser Pfadfindergespür bringt uns dann bald zu einem quer verlaufenden Steig – ungefähr dort, wo wir links von uns schon wieder auf die grüne Wiese etwas oberhalb der zuvor bedrohlich wirkenden Wand blicken und den Stützpfeiler der Zugspitzbahn gut sehen. Diesem deutlich sichtbaren Pfad folgen wir nun nach rechts. Er bringt uns schnell zwischen den Latschen abwärts. Im Sommer staut sich hier die Wärme zwischen den Büschen, die herb-würzig nach Harz duften.

Der Pfad endet ziemlich abrupt, genau an der Bergstation des Gamskarlifts. Zu diesem klettern wir die letzten Meter nach unten und folgen dann der sommerlichen Skipiste nach rechts. Zunächst geht es noch weglos dahin, dann wendet sich die Piste nach links, und im Abstieg beginnt nun wieder ein kleiner Wanderweg. Er bringt uns im Zickzack hinunter zur Gamsalm.


Im Geröllfeld brauchen wir einen guten Orientierungssinn.


Ein Steg erleichtert den Ein- und Ausstieg beim Baden im Gamsalmsee.


Die Gamsalm ist gut ausgeschildert.

Genussreiche Einkehr Jetzt ist Zeit für eine Einkehr auf der großen, nach Süden hin ausgerichteten Almterrasse. Die Bedienungen sind freundlich, und die Speisekarte ist mit einigen guten Schmankerln bestückt. Klassiker wie das Speck-Brettl, Tiroler Kaspressknödel oder eine Frittatensuppe sind darauf genauso zu finden wie einige italienische Momente: von Spaghetti aglio olio e peperoncino über Penne à la Gamsalm bis hin zu einem Piccata alla Milanese. Dazu eine erfrischende Ingwer-Limetten-Schorle, und wir finden uns wieder einmal darin bestätigt: Der Genuss kommt am Berg nie zu kurz! Nicht vergessen sei auch der nette Spielplatz, der mit vielen Holzkletterelementen Kinderherzen sicher höherschlagen lässt.


Blumenwiesen im Sommer

Badefreuden So gut gestärkt bedarf es nun fast eines Verdauungsschläfchens. Dafür gehen wir gern die wenigen Schritte hinunter zum Gamssee. Der kristallklare und tiefblaue kleine See ist eigentlich ein Speichersee für die winterliche Beschneiungsanlage, im Sommer aber ein Entspannungsgarant mit Panoramablick. Ein Steg mit Badeleiter erleichtert den Aus- und Einstieg aus dem oder ins erfrischende Nass – dabei erfolgt das Baden aber auf eigene Gefahr!

 

Für den Rückweg steigen wir dann wieder zu Gamsalm hinauf und folgen dort der breiten Forststraße, die oberhalb der Alm nach links beginnt. Ohne große Höhenunterschiede geht es nun durch den lichten Wald. Dann treffen wir wieder auf unseren Hinweg, und nun sind es nur wenige Minuten nach links bis zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Leichte Varianten

Geradezu mit Leichtigkeit lässt sich die Gamsalm auch direkt über den Bäreneckweg erreichen. Das funktioniert sogar mit Kinderwagen und ist zudem hervorragend für Senioren geeignet (gleicher Hin- und Rückweg, ca. 1.15 Std.).

Wer Lust auf eine zwar ebenfalls einfache, aber längere Rundtour hat, kann auch von der Zugspitzbahn über den Bäreneckweg die Gamsalm ansteuern und dann über den Ehrwalder Höhenweg und den Wanderweg Nr. 811 zurückkehren (4,5 km, 150 Hm, 1.30 Std.).

Бесплатный фрагмент закончился. Хотите читать дальше?