Wochenend und Wohnmobil - Kleine Auszeiten im Ruhrgebiet

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Der Österreicher HANS ZAGLITSCH lebt seit rund 30 Jahren in den Niederlanden, wo er sich auf Texte und Bilder für Bücher rund um Reisen, Freizeit und Architektur spezialisiert hat. Auf seinen zahlreichen Touren kreuz und quer durch Europa bevorzugt Campingplätze und Stellplätze als Ausgangspunkte für die Recherche. Das Ruhrgebiet hat dabei seine besondere Aufmerksamkeit erhalten.


KLEINE AUSZEITEN IM

-RUHRGEBIET-



INHALT

EINLEITUNG

Freizeit trifft Industrie

Überraschendes Ruhrgebiet

1Idyllische Ruhrstauseen

Hengsteysee und Harkortsee

2Industriegeschichte und Natur pur

Hattingen

3Am Fuße der Villa Hügel

Baldeneysee

4Ein Bahnhof für Schiffe

Mülheim an der Ruhr

5Sechs-Seen-Platte

Duisburg

6Abwechslung für Groß und Klein

Oberhausen

7Ein Hauch von Hollywood

Bottrop

8Jeder Kilometer etwas anderes

Gelsenkirchen

9Fußball, Bier und Kohle

Dortmund

10Mit Rad, Boot oder zu Fuß

Unteres Lippetal

11Freizeitparadiese am See

Haltern am See

12Grüne Lunge im Ruhrgebiet

Haard

13Größter Wasserknotenpunkt

Dattelner Meer

14Auf den Spuren der Römer

Bergkamen, Lünen und Werne

15Hindutempel und Glaselefant

Hamm

Orts- und Sachregister

Impressum


Aushängeschild des Ruhrgebiets: UNESCO-Weltkulturerbe Zeche Zollverein

ZIELE IM ÜBERBLICK

Hengsteysee und Harkortsee

Hattingen

Baldeneysee

Mülheim an der Ruhr

Duisburg

Oberhausen

Bottrop

Gelsenkirchen

Dortmund

Unteres Lippetal

Haltern am See

Haard

Dattelner Meer

Bergkamen, Lünen und Werne

Hamm

FREIZEIT TRIFFT INDUSTRIE
Überraschendes Ruhrgebiet


Idyllisches Ruhrtal bei Dahlhausen

Ankommen, durchatmen, loslassen – das Ruhrgebiet hat für fast jedes Interesse, jede Freizeitaktivität, jeden Geschmack und Geldbeutel etwas in petto. Das war nicht immer so. Erst mit dem Strukturwandel in den letzten Jahrzehnten setzten größere Veränderungen zu Gunsten der Freizeit ein. Trotzdem denken viele kaum an einen Urlaub im Ruhrgebiet, oft wird das Revier im Zusammenhang mit ein paar entspannten Tagen noch immer mit einem Schmunzeln abgetan. Zu Unrecht!

Das Ruhrgebiet hat sich ins Positive gewandelt, ist Grün geworden, äußerst interessant und sehr attraktiv. Natürlich ist die Industrie nicht zur Gänze verschwunden. Vielerorts gibt es noch Produktionsstätten, in denen Schlote, Fördertürme und Stahlindustrie den Alltag bestimmen. Doch wurden inzwischen auch viele Stätten stillgelegt und aus Zechen, Maschinen- und Lagerhallen hat man im Zuge des Strukturwandels unter anderem außergewöhnliche Freizeitoasen, interessante Museen, kreative Spots und abwechslungsreiche Veranstaltungsorte geschaffen. Beste Beispiele dafür sind die Zechen Nachtigall und Henrichshütte bei Witten und Hattingen im Ruhrtal, die Halden Magic Mountain bei Duisburg, Tetraeder bei Bottrop und Hoheward bei Herten sowie der Landschaftspark Duisburg Nord, der Gelsenkirchener Nordsternpark, die Bochumer Jahrhunderthalle und der Gasometer in Oberhausens Stadtteil Neue Mitte. Herausragendes und bundesweit wohl bekanntestes Relikt aus der Industriegeschichte ist das Weltkulturerbe Zeche Zollverein mit dem Ruhrmuseum in Essen. Und dazwischen gibt es jede Menge Freizeit- und Sportmöglichkeiten zu Land und auf dem Wasser und viel Grün in den Natur- und Landschaftsschutzgebieten.

IMMER EINE REISE WERT

Einfach mal zu Fuß, mit dem Rad oder Kanu auf Erkundungstour gehen – das Revier ist reich an Kultur, Industriegeschichte und Freizeit, überrascht Groß und Klein. Sowieso ist das Ruhrgebiet in vielen Bereichen immer eine Reise wert, ob nur für einen Tag, ein verlängertes Wochenende oder gleich eine ganze Woche. Denn wo sonst in Deutschland kann man in einer relativ kleinen Region wie dem Ruhrgebiet auf Hochöfen klettern und die Aussicht auf die ehemaligen Industrieanlagen genießen, in Bergwerkstollen den einstigen Alltag unter Tage hautnah erleben, in Gasometern das Tauchen erlernen oder auf künstlichen Halden stundenlang wandern? 30 solcher künstlicher Hügel gibt es übrigens im Ruhrgebiet, wovon ungefähr die Hälfte als Panoramapunkte ausgewiesen sind. Der Name ist denn auch Programm, denn von den oft über 100 Meter hohen Halden bieten sich einem spektakuläre, oft 360-Grad-Aussichten auf das Revier. Hinzu kommen noch viele Werksiedlungen und Zechenkolonien, die in der Blütezeit der Industrie durch permanent steigende Zahlen an Fachleuten, Fabrikarbeitern und Bergleuten vor den Toren von Hütten und Zechen wie Pilze aus dem Boden schossen. Heute kann man durch diese architektonisch interessanten Siedlungen schlendern und die Atmosphäre auf sich einwirken lassen. Aus den ehemaligen einfachen Arbeiterquartieren wurden moderne Wohnungen. Wer einmal einen Blick in eine Arbeiterwohnung im Originalzustand werfen möchte, muss nach Lünen ins Bergarbeiter-Wohnmuseum gehen, was unbedingt anzuraten ist, wenn Sie in oder in der Nähe von Lünen sind. Und wenn Sie schon dort sind, dann können Sie auch eine weniger bekannte Seite des Ruhrgebiets kennenlernen: Wellness und Kuren in den Solebädern und Gradierwerken – unter anderem in Werne und Hamm.

 

Fachwerk in der Hattinger Altstadt


Landschaftspark Duisburg-Nord


Gelsenkirchener Zweibogenbrücke über den Rhein-Herne-Kanal

Am Ende jedes Highlights in diesem Buch gibt es einen Informationsblock mit einer Übersicht der Sehenswürdigkeiten, die Sie keineswegs verpassen sollten. Überdies werden Vorschläge für die Aufenthaltsdauer gemacht. Dies sollte aber nur als ein grober Anhaltspunkt betrachtet werden, denn zwei Tage, drei Tage oder doch eine ganze Woche im Ruhrgebiet unterwegs zu sein, ist durch das Angebot an Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten kein Problem. Es lässt sich hier tagelang gut aushalten und die Highlights lassen sich durch die kurzen Distanzen zudem gut verbinden.

VERKEHR, WOHNMOBIL- UND CAMPINGPLÄTZE

Das Netz an Verkehrswegen im Ruhrgebiet ist sehr dicht, der Zustand der Straßen lässt vielerorts aber zu wünschen übrig und Baustellen und Staus sind eher die Regel als die Ausnahme. Vor allem an Werktagen und dabei frühmorgens und spätnachmittags ist mit verstärktem Verkehrsaufkommen und stockendem Verkehr zu rechnen. Sie sollten deshalb, wenn möglich, die An- bzw. Ab- oder Weiterreise außerhalb der Spitzenzeiten planen oder besser noch an Samstagen, Sonn- oder Feiertagen fahren. Und natürlich sollten Sie auch immer auf die aktuellen Verkehrsmeldungen achten.


Direkt am Ruhrufer: Campingplatz Ruhrtalbrücke bei Hattingen

Die Anzahl der Wohnmobilstellplätze und Campingplätze ist ausreichend, ihre Verteilung flächendeckend. Die Ausstattung der Campingplätze variiert zwischen einfach, zweckmäßig und großen Feriencamps mit kompletter und guter Infrastruktur. Campingplätze sind größtenteils auf Dauercamper ausgerichtet, verfügen aber auch über einige Touristikplätze für eine Nacht, oft auch vor der Schranke. Da es öfters vorkommt, dass Stellplätze wegen hoher Auslastung voll sind, ist eine Reservierung – wenn möglich – immer anzuraten.

Parkplätze für Wohnmobile sind in einigen Städten am Rande des Zentrums vorhanden, allerdings nur für kleinere Camper, weshalb die Anreise für eine Besichtigung mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad empfehlenswerter ist.

AKTIV IM RUHRGEBIET

Das Sport- und Freizeitangebot im Revier ist überraschend groß. Ganz oben auf der Liste steht dabei das Radfahren, nicht zuletzt wegen des gut ausgebauten Radwegenetzes. Ein Rad sollte sowieso immer mitgenommen werden, egal ob Sie nun eine Radtour planen oder nicht. Der Drahtesel ist schon wegen des größeren Aktionsradius ein Muss und erspart auf Ausflügen und Besichtigungen auch lästige Staus auf den Straßen. Zum Radeln im Ruhrgebiet benötigen Sie im Prinzip kein Elektrofahrrad. Die Region ist größtenteils flach und die Radwege und ausgewiesenen Radrouten verlaufen häufig auf verkehrsarmen Neben- und Wirtschaftsstraßen und/ oder entlang bzw. im Uferbereich der Flüsse Ruhr, Lippe, Emscher und Niederrhein. Natürlich gibt es auch ab und an Steigungen, das heißt aber nicht, dass Sie unbedingt ein spezielles Rad benötigen. Die Radwege sind gut unterhalten und zu 90 Prozent mit Kies befestigt oder asphaltiert. Es kommt schon öfters vor, dass es Schäden an der Kies- und Asphaltdecke gibt wie etwa durch Baumwurzeln oder durch Frost. In Naturschutzgebieten erwarten Sie selbstverständlich keine geteerten Wege.

Die beste Reisezeit zum Radeln ist der Frühling und Frühsommer. Die Naturschutzgebiete, Obst- und Blumenwiesen erwachen zu neuem Leben, die Temperaturen zum Radeln sind angenehmer als in den heißen Sommermonaten und wenn die Wochenenden und Feiertage gemieden werden, hält sich der Andrang auf den Radwegen in Grenzen. Unterwegs in den Dörfern und Städten an den Radwegen trifft man häufig auf Gasthöfe, Cafés, Imbissbuden und Konditoreien, und im Zuge der Erweiterung und Erneuerung des Radnetzwerkes im Revier wurden auch vielerorts Bänke und Tafeln aufgestellt, wo man eine Pause einlegen und sein Mitgebrachtes in aller Ruhe verzehren kann. In dieser Erweiterung und Erneuerung wurde auch ein modernes Radknotenpunktsystem nach niederländischem Vorbild angelegt. An vielen relevanten Kreuzungen hat man zusätzlich zu den Wegweisern auch die Nummer zum nächsten Radknotenpunkt angebracht, was den Radlern erlaubt, dass sie sich schon vorab bei der Planung nur noch die Nummern der Knotenpunkte merken bzw. notieren müssen. Zudem gibt es an jedem Radknotenpunkt eine Informationstafel mit Standort, weiteren Radwegen sowie Knotenpunkten, Ortschaften und markanten Sehenswürdigkeiten. Ein Verirren ist eher unwahrscheinlich und im Prinzip brauchen Sie deshalb auch keine Radkarten und kein GPS-System.


Kletterwand im Landschaftspark Duisburg-Nord

Ob Halde, Wald, Kanalufer oder Flussaue – die Wandermöglichkeiten im Ruhrgebiet sind enorm. Alle Wanderungen aufzulisten, würde aber den Umfang dieses Buches bei Weitem sprengen. Einen guten Überblick aller interessanten Wanderungen bietet unter anderem der Ruhr-Tourismus auf seiner Website unter ruhr-tourismus.de. Das gilt auch für die vielen Klettermöglichkeiten, egal ob für Groß oder Klein. Kletterparks und -hallen gibt es unter anderem beim Oberhausener Gasometer in Oberhausen, beim Haltener Stausee, in Mülheim an der Ruhr, Bottrop, Gelsenkirchen und in Hattingen. Eine gute Übersicht fast aller Klettermöglichkeiten erhalten Sie im Internet unter reviersteiger.de/kletterhallen-und-kletteranlagen-im-ruhrgebiet.

Im Bereich Wassersport steht das Ruhrgebiet den anderen sportlichen Möglichkeiten keineswegs nach. Ob mit Kanu oder Kajak, mit Tret-, Ruderboot oder Surfbrett – vielerorts findet man den passenden Vermieter, falls man sein eigenes Gefährt nicht mitbringt. Ausgewiesene Wassersportgebiete sind unter anderem die Seen Kemnader, Hengstey, Harkort und Baldeney sowie die Flüsse Lippe und Ruhr. Und Rundfahrten mit großen Ausflugsschiffen werden unter anderem auf der Ruhr, dem Baldeneysee und dem Kemnader See angeboten. Bequemer kann man das Gewässer nicht erkunden und das Ufer auch mal gemütlich aus einer anderen Perspektive betrachten.

Egal, wo Sie gerade radeln, wandern, schippern oder paddeln werden – mit jedem Kilometer im Ruhrgebiet eröffnet sich eine interessante und abwechslungsreiche Mischung aus Industriearchitektur, Bergbaugeschichte, Natur, Kunst und Kultur.


Wassersportoase Kemnader See


Radweg im Warmbachtal

IDYLLISCHE RUHRSTAUSEEN
Hengsteysee und Harkortsee


Blick von der Aussichtsplattform im Park Hohensyburg auf das Ruhrtal

1

Raus aus dem Alltagstrott, rein in die Natur für ein paar Tage. Der Hengsteysee und der Harkortsee im Ruhrtal halten dafür alles bereit: naturbelassene Uferbereiche, geschützte Auenlandschaften, Aktivitäten zu Land und zu Wasser und architektonische Kleinodien, sowohl stromaufwärts wie auch stromabwärts. Dabei vergisst man fast, dass man sich hier im Ruhrgebiet befindet.

Ankommen, Stühle ausklappen, Füße ausstrecken und entspannen – der Campingplatz Hohensyburg (siehe Auf einen Blick) ist sicher einer der besten Ausgangspunkte für ein paar Tage an den Seen. Am Nordufer des Hengsteysees gelegen, erreicht man den See vom Platz aus in wenigen Gehminuten und ist auch zugleich direkt am beliebten Ruhrtalradweg und beim Gasthaus Zur Lennemündung, dem idealen Ort, um die Seele baumeln zu lassen und bei einem Drink den Sonnenuntergang zu genießen. Oder Sie wählen ein Bänkchen am Seeufer, um das Treiben am Wasser zu beobachten.

HENGSTEYSEE UND HARKORTSEE

Der Hengsteysee zwischen dem Dortmunder Ortsteil Syburg und den Ruhrstädten Hagen und Herdecke und der stromabwärts anschließende Harkortsee wurden in erster Linie zur Reinigung der Ruhr und der Lenne, die nahe der Eisenbahnbrücke über den Hengsteysee in die Ruhr mündet, in den 1920er- und 1930er-Jahren angelegt. Durch die Aufstauung wurde die Fließgeschwindigkeit der Ruhr stark reduziert, wodurch eine biologische Selbstreinigung entstand. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts hat sich die Wasserqualität der beiden Seen bzw. der Ruhr enorm verbessert. Zum Sprung ins kühle Nass sind die Seen aber weniger geeignet. Zum Planschen, Baden und Schwimmen wurde deshalb das familiengerechte Freibad Hengstey am Südostufer des gleichnamigen Sees angelegt, während sich Segler und Kanuten die Wasseroberfläche mit Ruderern, Stand-up-Paddlern und Tretbootfahrern teilen. In den größtenteils naturbelassenen Uferbereichen tummeln sich Spaziergänger, Wanderer, Radler und auch Hobbyornithologen, denn rund um das Wasser haben sich in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Vogelarten angesiedelt. Zudem wurden vielerorts tolle Kinderspielplätze angelegt, klassische Bänke und hölzerne Relax-Stühle zum Verweilen aufgestellt. Und verschiedene Gastronomiebetriebe im Uferbereich sorgen fürs leibliche Wohl.

Tipp

Kanutouren, Stand-up-Paddeln, Schnupperkurse und Schulungen an beiden Seen bieten unter anderem der Kanuclub Wetter (kcwetter.de), der Kanuverein Wasserwanderer Hagen (kvw-hagen.clubdesk.com) und der Kanuclub Hagen (kc-hagen.de) an. Rundfahrten mit Fahrgastschiffen, Tret- und Ruderbootverleih findet man unter personenschifffahrt-hengsteysee.de.

PARK HOHENSYBURG

Hoch über dem Nordufer des Hengsteysees wurde auf dem rund 245 Meter hohen Syberg der vor allem bei Tagesausflüglern beliebte Park Hohensyburg angelegt. Am Rande der Steilhänge, die als Naturschutzgebiet Ruhrsteilhänge Hohensyburg ausgewiesen sind, befindet sich eine Aussichtsplattform, von der aus sich eine atemberaubende Aussicht auf das Ruhrtal mit dem Hengsteysee, dem Harkortsee und das Untere Lennetal bietet. In der Mitte der Plattform erhebt sich das 34 Meter hohe Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Das weithin sichtbare, monumentale Denkmal wurde 1902 eingeweiht und 30 Jahre später umgestaltet. Es ist dem Kaiserreich von 1871 bis 1918 und den Soldaten des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 gewidmet. Einen Steinwurf vom Denkmal entfernt steht der achteckige, 26 Meter hohe Vincketurm. Er wurde 1857 als Aussichtsturm aus Ruhrsandstein errichtet und kann tagsüber bestiegen werden. Ein paar Gehminuten weiter östlich ragen die Überreste der Hohensyburg über die Baumwipfel.


Terrassencafés und Fachwerkhäuser in der Altstadt von Herdecke

In diesen altehrwürdigen Mauern ist die Ruhrakademie.

Der Campingplatz Hohensyburg oder der kleine Parkplatz am Nordufer des Hengsteysees bei der Brücke sind gute Ausgangspunkte für den Aufstieg zur Parkanlage. Nahe des Parkplatzes führt vom Seeufer aus ein steiler, etwas schweißtreibender Weg in circa 20 Gehminuten hinauf. Wenn der kleine Parkplatz voll ist, ist die Alternative der große Platz an der anderen Seite der Brücke. Und wer keine Lust zum Wandern hat, der kann mit seinem Wohnmobil bis fast an den Parkrand fahren. Beim Casino Hohensyburg gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz, von dem aus es nur ein paar Gehminuten sind, um die grandiose Aussicht zu genießen.

 

Um den Marktplatz in Hohenlimburg gruppieren sich viele Fachwerkhäuser.


DER ZWÖLF KILOMETER LANGE RADWEG an der Lenne vom Hengsteysee nach Hohenlimburg ist ein wahrer Genuss. Die gesamte Route verläuft auf sicheren Radwegen und Radbrücken, stets abseits vom Straßenverkehr. Sie eignet sich deshalb perfekt für eine Radtour mit Kindern. Start ist der große Parkplatz bei der Brücke über den Hengsteysee. Sie folgen kurz dem Ufer stromaufwärts und orientieren sich danach an den Radtafeln Hohenlimburg.

HOHENLIMBURG

Schon von Weitem weist das wehrhafte, hochgelegene Schloss auf das Städtchen Hohenlimburg hin, das sich beidseitig der malerischen Lenne, eines Seitenflusses der Ruhr, ausbreitet. Das im Grenzbereich von Sauerland und Ruhrgebiet liegende Hohenlimburg kann auf eine sehr abwechslungsreiche und vielfältige Geschichte zurückblicken, in der es selbstständig war. Der autonome Status ist mittlerweile nicht mehr vorhanden. Hohenlimburg wurde als Stadtteil in die kreisfreie Stadt Hagen eingegliedert. Der übersichtliche, historische Stadtkern liegt am linken Ufer beim Marktplatz und ist zu Fuß leicht zu erkunden. Unterschiedliche Gastronomiebetriebe mit Straßenterrassen laden zu einem Stopp ein. Schwerer wird es dagegen, das Schloss Hohenlimburg zu besuchen. Ein steiler Weg führt zum Schloss hoch, einer weitgehend im mittelalterlichen Originalzustand erhaltenen Burg aus dem 13. Jahrhundert. Die Anlage ist heute im Besitz des Fürstenhauses Von Bentheim-Tecklenburg. Sie ist deshalb nur mit Führung zu besichtigen, aber wer den Aufstieg nicht scheut, der wird oben mit einer wunderschönen Aussicht ins Lennetal und auf die Stadt belohnt.

Tipp

Ein paar Gehminuten vom Marktplatz entfernt, einfach durch die Straße Im Weinhof und vorbei an der Ortskirche, erreichen Sie den Wildwasserpark Hagen-Hohenlimburg, wo seit Kurzem für ein paar kurzweilige Stunden Rafting-Touren und Wildwasserkajak-Schulungen angeboten werden. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Homepage unter lenne-rafting.de

HAGEN

Ein Besuch von Hohenlimburg lässt sich gut mit einer kurzen Besichtigung von Hagen verbinden. Mit dem Wohnmobil ist dies kein Problem, mit dem Rad sollten Sie allerdings beachten, dass auf vielen Radkarten zwar eine Radroute ins acht Kilometer entfernte Hagen angegeben ist, es aber keinen separaten Radweg gibt, sondern nur einen Mehrzweckstreifen auf der stark befahrenen Bundesstraße 7. Nichtsdestotrotz lohnt sich der Abstecher ins das knapp 260 Jahre alte Städtchen schon wegen des im Ortsteil Selbecke im Mäckingerbachtal gelegenen Freilichtmuseum Hagen. Hier werden in wunderschönen Fachwerkhäusern die Geschichte und Tradition des Handwerks und der Technik des 18. und 19. Jahrhunderts beleuchtet und mit Laien lebendig gehalten. Oder wie wäre es mit einer etwas beklemmenden Tour durch den Bunker im Zentrum der Stadt, einer 1940 angelegten zivilen Luftschutzeinrichtung? Kunstfreunde kommen im Kunstquartier mit den Museen Osthaus und Schumacher auf ihre Kosten, Architekturfans in der Villa Hohenhof. Dieser Prachtbau wurde 1908 vom Jugendstil-Architekten Henry Van de Velde für den Industriellen Karl-Ernst Osthaus erbaut.


Blick vom Radweg an der Lenne auf das hübsche Hohenlimburg


Bäckerei des Freilichtmuseums Hagen


Schloss Werdringen wird vollständig von einem Wassergraben umgeben.


Villa Leesemann in Fröndenberg


Wasserschloss Werdringen