Wohnmobilreisen mit Kindern. Tipps und Tricks von Eltern für Eltern.Text

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort oder: Es war einmal in Amerika

Tipps, Tricks und Tools

Planung

DIE ECKDATEN EURER WOHNMOBILREISE MIT KIND

DAS ERSTE MAL

DER RICHTIGE ZEITPUNKT

WELCHES FAHRZEUG FÜR WEN?

WOHNMOBIL-GLOSSAR – CAMPING-FACHBEGRIFFE VON A BIS Z

EIN WOHNMOBIL KAUFEN?

ODER DOCH LIEBER MIETEN?

CHECKLISTE MIETCAMPER

Vorbereitung

ROUTENPLANUNG

SO FINDET IHR CAMPINGPLÄTZE UND STELLPLÄTZE

NÜTZLICHE APPS FÜR CAMPER-FAMILIEN

GÜNSTIG UNTERWEGS IM CAMPERVAN

CAMPING-PACKLISTE FÜR FAMILIEN: DAS MUSS MIT

Unterwegs mit Kids und Camper

JETZT GEHT’S LOS – FAHRZEUG-CHECK

DAS WICHTIGSTE GRIFFBEREIT

SPIELERISCH UNTERWEGS

STRECKENWAHL: SCENIC ROUTE ODER AUTOBAHN?

CAMPINGPLÄTZE – KINDERFREUNDLICH ODER NICHT?

REZEPTE AUS DER CAMPERKÜCHE FÜR KIDS

Camper-Familien im Gespräch

Das erste Mal: Erwartungen versus Realität

Premiere: Allein mit Kind im Camper

Rüstzeug und Rückzugsplätze bei Regenwetter

Sommer für Sommer: Zu sechst im Miet-Wohnmobil

Kuscheln im Cali: Große Busliebe mit kleinem Kind

Outdoor-Leben schwanger und mit Kleinkind

Kastenwagen statt Camper: Mobiles Reisen mit Teenies

Ein Wohnmobil für drei Familien

Einfach raus: Elternzeit zu fünft im Campingbus

Vanlife als digitale Nomadin allein mit Kind

Vanlife mit Kindern: Nachhaltig mobil leben als Familie

Freistehen im Dachzelt: Viel Natur und eine tolle Community

Action, bitte! Im Wohnwagen zu viert auf Achse

Die schönsten Wohnmobilrouten in Europa

Sauerland: Naturerlebnisse im Land der tausend Berge

Brandenburg: Tierische Naturvielfalt im Norden

Schweiz und Oberitalien: Frühling am Lago

Slowenien und Kroatien: Naturhighlights und Meeresrauschen

Toskana: Kultur und Dolce Vita

Korsika: Wasserspiele im Inselinneren

Disneyland Paris: Fahrt ins Blaue

Provence: Naturspektakel zwischen Wasser und Felsen

Ruta Atlántica: Küstenstraßen in Frankreich und Spanien

Baskische Atlantikküste: Panorama-Roadtrip

Schottland: Gold, Seeungeheuer und ein zauberhafter Zug

Dänemarks Nordseeküste: Insel-Hopping im Wattenmeer

Lofoten, Vesterålen und Senja: Im Land der Mitternachtssonne

Schwedens wilde Ostküste: Naturabenteuer pur

Baltikum: Seen, Flüsse, Meer

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IMPRESSUM



Oben: Abendessen am Campervan nach einem Badetag

Unten: Mittagspause mit Weitblick an der provencalischen Küste


Oben: Von früh bis spät draußen: Eine schöne Spielwiese findet sich bei Wohnmobilreisen mit Kindern fast immer.

Unten: Abenteuer on the Road: Bei einer Wohnmobil-Tour auf Korsika sind tierische Begegnungen auf den Straßen keine Seltenheit.

VORWORT


ODER: ES WAR EINMAL IN AMERIKA
Vorwort oder: Es war einmal in Amerika …

Unser erstes Wohnmobil wartete in Phoenix, Arizona, auf uns. Es war der kleinste RV (Recreational Van), den wir kriegen konnten. Doch mit knapp neun Meter Länge und einem Alkovenaufbau war es mit Abstand das größte Fahrzeug, das ich je gesteuert hatte. Noch bevor ich einsteigen konnte, ging mein fünfjähriger Sohn auf Entdeckungstour. »Mama, das ist ja ein ganzes Haus auf Rädern«, rief er begeistert. Er kletterte auf den Beifahrersitz, saß auf der Sitzerhöhung stolz wie ein König auf seinem Thron und befahl: »Komm, wir fahren los!«

Vom ersten Tag an haben wir uns in unserem rollenden Zuhause auf Zeit total wohlgefühlt. Nach drei Monaten Backpacking und Mietwagenrundreisen stand nur eine Frage im Raum: Warum sind wir nicht gleich mit einem Wohnmobil losgefahren? Vier Wochen Wohnmobilreise durch den Südwesten der USA haben uns beide zu begeisterten Fans des Vanlife gemacht. Nach rund 2000 Meilen im RV über diverse Scenic Routes in Nationalparks, die »Mother Road« Route 66 nach Los Angeles und ein Stück der Panamericana auf dem Highway Number 1 nach San Francisco stand fest: Wir waren ganz sicher nicht zum letzten Mal im Wohnmobil unterwegs.

»Wenn unser Auto mal kaputtgeht, dann kaufen wir uns ein Wohnmobil«, sagte ich von da an regelmäßig. Befeuert wurde dieser Plan jedes Mal, wenn wir mal wieder im Zelt unterwegs waren, weil wir nicht rechtzeitig für die Ferien gebucht hatten – oder wahlweise dann, wenn ich im Dezember an den Reisebuchungen für die kommenden Herbstferien saß. Das Auto ging kaputt. Am selben Tag begann mein Sohn, Wand-Deko zu basteln. »Für unser Wohnmobil«, sagte er.

Inzwischen sind wir glückliche Besitzer eines kleinen Kastenwagens. Die Wand-Deko hat ihm vom ersten Tag an seine persönliche Note gegeben. Er ist unser Reisemobil für die Schulferien, aber auch unser mobiles Wochenendhäuschen. So oft es geht, fahren wir damit los. Und wenn es mal länger nicht geht, meldet sich schnell das Heimweh nach unserem Zuhause auf Rädern.

Was ich an Wohnmobilreisen mit Kind so liebe

Es tut gut, sich auf wenig zu beschränken. Alles, was wir zum Glücklichsein brauchen, passt auf zehn Quadratmeter. Trotzdem hat mein Sohn genug Platz für eine große Auswahl seiner liebsten Spielsachen. Und unser eigenes Bett haben wir auch an Bord.

 

Eine Nacht mitten in der Wüste verbringen und trotzdem keinen Komfort vermissen: Wohnmobilreisen machen es möglich.


Oben: Spannend – Kicken im Death Valley, während Kojoten um den Campingplatz streifen

Unten: Glücklich – die Autorin am Steuer ihres ersten eigenen Campervans

Es tut gut, den Urlaub in den Schulferien nicht mehr lange im Voraus buchen und planen zu müssen. Wir fahren einfach los und schauen, wie weit wir kommen. Wir bleiben, wo es uns gefällt und so lange, wie es uns gefällt. Gibt es etwas, was sich mehr nach Urlaub anfühlt als diese Freiheit, ganz spontan zu entscheiden, was wir als Nächstes machen?

Vor allem aber tut es uns gut, den ganzen Tag draußen in der Natur zu sein. Bei Sonnenschein sind Wald und Wiese unsere Frühstücksterrasse und unser Garten. Mein Sohn läuft nach Lust und Laune, manchmal sogar im Schlafanzug, los und kommt erst zurück, wenn er Hunger hat. Nachdem er sich schlafen gelegt hat, lausche ich bei einem Glas Wein den Geräuschen der Nacht und inhaliere den Duft der Sommerwiese. Falls es doch mal regnet, kann ich mir kaum etwas Gemütlicheres vorstellen, als aus dem kuscheligen Heckbett dem Prasseln der Tropfen zuzuhören. Gerade mit Kindern kann ich mir keine schönere Art vorstellen, Urlaub zu machen, als das Reisen im Wohnmobil.

Das bietet euch dieses Buch

Genug geschwärmt. Ich bin ja nicht die Einzige, die diese Art zu reisen für sich und ihr Kind entdeckt hat. Dass ihr dieses Buch aufgeschlagen habt, spricht dafür, dass ihr auch von der Idee begeistert seid.

Alles, was ihr zum Wohnmobilreisen mit Kindern wissen müsst, findet ihr im ersten Teil des Buches. Dort gibt es jede Menge Tipps und Tricks für die Planung und Vorbereitung eures Familienurlaubs im Camper und für unterwegs. Nützliche Checklisten helfen euch, damit ihr nichts Wichtiges vergesst.

Im zweiten Teil schildern dreizehn verschiedene Camper-Familien ihre Erfahrungen. Das Spektrum reicht von Einsteigern über eingefleischte Wohnmobilreisende bis zu Van-Nomaden. Die Familien in diesem Buch fahren Campingbusse, Kastenwagen, Wohnmobile, sie übernachten auch im Dachzelt und im Wohnwagen. Die einen sind mit Baby und Kleinkind unterwegs, andere reisen mit Teenies. Manche haben nur ein Kind an Bord, andere gleich vier. So verschieden all die Familien sind, gemeinsam ist ihnen eines: die Liebe zu Camperreisen.

Und damit ihr selbst nach dem Lesen möglichst schnell losfahren könnt, findet ihr im dritten Teil die schönsten Routen unserer Familien in Deutschland und Europa mit ihren Highlights für Kids zum Nachreisen.

Die Inhalte dieses Buchs sind mit großer Sorgfalt recherchiert. Dennoch kann ich keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben übernehmen. Denn nicht nur Telefonnummern, auch Bestimmungen ändern sich. Für Hinweise dazu bin ich dankbar.

Tipps, Tricks und Tools



Oben: Perfekte Camperidylle? Gute Planung erleichtert das.

Unten: Wie viel Kleidung muss mit? Waschen ist unterwegs meist kein Problem.

Tipps, Tricks und Tools


PLANUNG
Planung

Wenn ihr ein paar grundsätzliche Dinge im Vorfeld eures Roadtrips klärt, steigen die Chancen auf einen geglückten, harmonischen Familienurlaub im Wohnmobil. Hilfreich ist es, zunächst die Eckdaten eurer Reise abzustecken, vor allem das Reiseziel und den Reisezeitpunkt. Es lohnt sich auch, ein paar Gedanken darauf zu verschwenden, welches Fahrzeug für euch gut passt, und ob ihr eines kaufen oder mieten wollt. Vor eurer ersten Wohnmobilreise mit Kindern solltet ihr einige grundsätzliche Dinge bedenken. Und schließlich macht euch das Wohnmobil-Glossar in diesem Kapitel schon mal fit zum Fachsimpeln auf dem Campingplatz.

Die Eckdaten eurer Wohnmobilreise mit Kind

Folgende Fragen stehen ganz am Anfang der Planung:

•Wann wollt ihr verreisen? Bedenkt dabei das Alter eurer Kinder, das Reiseziel, die Saison und eure Urlaubsmöglichkeiten.

•Welches Fahrzeug wollt ihr nehmen? Vom Dachzelt bis zum Wohnwagen hat jedes Campingfahrzeug seine eigenen Vorteile (siehe Seite 20).

•Wohin soll eure erste Tour führen? Im Mietfahrzeug könnt ihr euren ersten Camper-Roadtrip mit Kids auch auf einem anderen Kontinent unternehmen. USA, Kanada, Australien und Neuseeland sind beliebte Wohnmobil-Reiseziele für Familien in der Ferne. In Europa habt ihr die Qual der Wahl: Im Süden lockt die Sonne, im Norden winken große Freiheiten bei der Stellplatzwahl. Im Westen erwartet euch eine hervorragende Camper-Infrastruktur, im Osten noch Wildnis und Abenteuer. Einige Ideen für Touren zum Nachreisen in Europa findet ihr im dritten Teil dieses Buches.

•Wie lange soll euer erster Campertrip dauern? Wenn ihr noch unsicher seid, dann schnuppert doch einfach beim kurzen Wochenendtrip ins Vanlife mit Kids rein.

•Wie weit wollt ihr fahren? Auch wenn bei Roadtrips der Weg das Ziel ist: Gerade mit Kids ist weniger Strecke mehr Erholung und Entspannung.

•Wo wollt ihr übernachten? Ein Campingplatz bietet Sicherheit und Infrastruktur. Als mutige Naturliebhaber könnt ihr frei stehen, wo es erlaubt ist.

Das erste Mal

Ihr habt noch nie ein Wohnmobil von innen gesehen? Dann wartet ein großes Abenteuer auf euch. Vanlife kann sehr idyllisch sein. Ein paar praktische Erfahrungen helfen, das zu genießen.

Für den Einstieg empfiehlt sich ein Mietfahrzeug. So könnt ihr ausprobieren, welches Modell zu euren Bedürfnissen passt. Den Zeitaufwand für die Fahrzeugübernahme solltet ihr nicht unterschätzen. Ein bis zwei Stunden kann das durchaus dauern. Mit einer Checkliste vergesst ihr nichts Wichtiges (siehe Seite 27).

Bei einer Runde über den Parkplatz des Verleihers lernt ihr das Fahrzeug kennen und stellt fest, was besser verstaut werden muss. Packt euer Gepäck nicht in Koffer, sondern in Beutel, Rucksäcke oder Reisetaschen, die ihr klein zusammenfalten oder für verschiedene Zwecke verwenden könnt.

Für Badutensilien sind Kosmetikbeutel zum Aufhängen praktisch. Schuhe, Jacken, Mützen, Sonnenhüte, Regenschirme und Ähnliches bewahren wir immer nah am Ausgang auf. Leicht zugänglich halte ich außerdem die Reiseapotheke mit Notfallset, Taschentücher, Feuchttücher etc. Bücher und andere schwere Gegenstände sind im unteren Stauraum gut aufgehoben.

Lasst es in den ersten Tagen langsam, ohne Programm und Langstrecke, angehen. Gerade am Anfang dauert alles länger. Wasser und Strom und alle weiteren Funktionen könnt ihr euch auf dem ersten Campingplatz erschließen. Bei Fragen helfen entweder Platznachbarn oder ein Blick ins Fahrzeug-Handbuch.

Auch für die Kinder ist eure neue Art zu reisen am Anfang aufregend. Das kann unruhige Nächte zur Folge haben – und ist ein weiterer Grund, es langsam angehen zu lassen.

Der richtige Zeitpunkt

Kann man mit einem Baby im Wohnmobil reisen? Klar geht das! Aber geht es auch mit Teenagern im Campingbus? Auch das ist möglich, wie die Familien in unserem Buch zeigen. Jedes Alter birgt seine eigenen Chancen und Herausforderungen.

•Baby an Bord: Achtet darauf, dass euer Camper ein Sicherungssystem für die rückwärtsgewandte Babyschale bietet. Unterwegs stellt euer Baby noch keine großen Ansprüche. Ihr müsst nur sicherstellen, dass es beim Schlafen und Spielen nicht aus dem Bett fallen kann, gegebenenfalls mit Rausfallschutz. Für draußen sind eine Decke und ein textiler Sonnenschutz wichtig. Alternativ leistet ein Pop-up-Reisezelt gute Dienste. Eine Faltschüssel taugt als Babybad. Wichtig ist extra Trinkwasser fürs Baby.


Nicht nur mit Baby im Camper ist eine Markise als Sonnendach Gold wert – vor allem, wenn es in den Süden geht.


Oben: Kuscheltier an Bord? Dann kann es losgehen.

Unten: Geschwisterliebe – eine Hängematte für alle

•Kleinkind-Alarm: Kleinkinder können zwar ungemein charmant, aber leider auch ganz schön anstrengend sein. Beim Campen können sie sich draußen austoben. Allerdings müsst ihr immer aufpassen. Wenn das Windelalter gerade ausklingt, ist eine eigene kleine Toilette beim Camping vorteilhaft (zum Beispiel ein standfester Eimer mit Toilettensitz-Aufsatz). Im Schlaf brauchen Kleinkinder wie Babys einen Rausfallschutz. Die Fahrzeiten solltet ihr auf ihre Schlafgewohnheiten abstimmen und möglichst kurz planen. Den Kindersitz könnt ihr nur mit Dreipunktgurt oder Isofix befestigen.

•Kindergartenkinder: Kindergartenkinder finden auf Campingplätzen schnell Spielkameraden. So könnt ihr euch mit anderen Eltern bei der Beaufsichtigung abwechseln. Bei manchen Aufgaben könnt ihr euer Kind ab drei Jahren schon spielerisch einbeziehen. Beim Schlafen ist noch immer ein Rausfallschutz wichtig. Fahrstrecken dürfen nun nach und nach wieder länger werden. Die Sicherung unterwegs bleibt noch lange ein Thema.

•Schulkinder: Schulkinder sind schon prima Juniorpartner beim Camping, sei es beim Spülen, Abtrocknen oder wenn es darum geht, das Fahrzeug startklar zu machen oder es auf einem neuen Platz einzurichten. Eure Schulkinder dürfen auf dem Campingplatz auch mal eigene Wege gehen, solange ihr wisst, wo sie sich aufhalten. Für die Fahrt (in Deutschland) ist ab 12 Jahren oder 150 Zentimeter Körpergröße kein Kindersitz mehr vorgeschrieben. Mit Hörspielen, Rätseln und Reisespielen sind viele Schulkinder auch auf längeren Autofahrten gut beschäftigt.

•Freiheit für Pubertiere: Das Reisen mit Kindern wird umso leichter, je älter die Kids sind. Eine Ausnahme machen manchmal pubertierende Jugendliche. Totalverweigerung und Null-Bock-Phasen sind beim Camping schwer zu ertragen, weil ihr euch schlecht aus dem Weg gehen könnt. Die Chancen auf einen harmonischen Campingurlaub mit Teenies steigen, wenn ihr sie in die Reiseplanung einbezieht und ihnen unterwegs Mitbestimmungsrechte und Rückzugsmöglichkeiten einräumt. Ein eigenes Zelt, getrenntes Tagesprogramm oder ein Freund bzw. eine Freundin, die mitdarf, können Wunder wirken.

Doch das Alter eurer Kinder ist nur ein Faktor bei der Überlegung, wann der richtige Zeitpunkt für eure erste Campertour gekommen ist. Außerdem wichtig sind:

•Saison am Reiseziel: In der Hochsaison müsst ihr eventuell vorausbuchen.

•Klima/Temperaturen: Wie gut ihr frostige Nächte und heiße Tage vertragt, ist nicht nur eine Frage der Ausstattung, sondern auch Typsache. Auch Allergien können bei der Entscheidung über den Reisezeitpunkt ausschlaggebend werden.

 

•Ferien/Urlaub: Wenn ihr an die Ferien gebunden seid oder nur in einem bestimmten Zeitraum Urlaub bekommt, passt ihr am besten euer Reiseziel dem vorgegebenen Reisezeitpunkt an.

•Reisedauer: Lange Reisen, etwa in der Elternzeit, erfordern lange Vorbereitung. Denn auch Angehörige, Freunde und das Zuhause sollten bereit dafür sein.

Welches Fahrzeug für wen?

Die Familien, die ihr in diesem Buch kennenlernt, sind mit Dachzelt, Campingbus, Kastenwagen, Wohnmobil und Wohnwagen unterwegs. Jedes dieser Camper-Fahrzeuge hat seine eigenen Vorteile. Welches Fahrzeug für euch am besten passt, könnt nur ihr selbst entscheiden. Ein Mietcamper bietet eine gute Gelegenheit zu testen, welches Fahrzeug eventuell für eine eigene Anschaffung infrage kommt. Bei der Entscheidungsfindung können ein paar allgemeine Hinweise helfen:

•Größe: Dachzelt-Autos und Campingbusse sind als vollwertige Alltagsfahrzeuge auch für die Stadt geeignet. Mit kleinen Einschränkungen gilt das auch noch für kurze Kastenwagen. Alkoven-Wohnmobile oder Wohnwagen brauchen mehr Platz – sowohl beim Fahren als auch zum Parken.

•Anhänger: Einen Wohnwagen könnt ihr für Tagestouren abhängen. Dann seid ihr im Pkw flexibel. Allerdings sind einige Straßen für Fahrzeuge mit Anhängern gesperrt, zum Beispiel Passstraßen im Gebirge.

•Höhe: Für Fahrzeuge über 1,80 Meter Höhe gelten oft Höhenbeschränkungen – und zwar sowohl auf Straßen als auch auf Parkplätzen. Vorsicht ist dann auch bei Brückendurchfahrten angesagt. Hilfreich kann ein Navigationsgerät sein, das auf die Fahrzeuggröße eingestellt (kalibriert) werden kann.

•Fährüberfahrten: Je länger und höher das Fahrzeug, desto teurer der Fährpreis. Die entscheidenden Grenzen liegen oft bei sechs Meter Länge und zwei Meter Höhe.

•Schlaf- und Sitzplätze: Mit Baby und kleinen Kindern braucht ihr weniger Platz als mit Grundschülern. Teenager könnt ihr unter Umständen zum Schlafen schon in ein Zelt »ausquartieren«.

•Komfort: »Wer viel Komfort oder gar Luxus beim Camping wünscht, wird sich im Dachzelt eher nicht wohlfühlen«, meint Julia (siehe Interview Seite 118). Zwischen Campingbus und Wohnwagen gibt es viele Abstufungen. Am besten fragt ihr euch, was ihr unbedingt braucht und worauf ihr verzichten könnt. Wie wichtig sind euch Wettersicherheit, Heizung, keine Umbauten für die Nacht, Küchenausstattung, Toilette und Dusche an Bord? (siehe Interview Seite 118)


Oldtimer zum Selbstausbau oder neuer Kastenwagen? Das ist auch eine Typfrage.


Sandschippe, Rucksack, Sonnenhut und Kamera: wichtige Utensilien für eine Traumreise im Wohn mobil mit Kindern

Wohnmobil-Glossar – Camping-Fachbegriffe von A bis Z

Alkoven: Schlafraum über dem Fahrerraum

Auffahrkeile: dienen dazu, ein Wohnmobil auf unebenen Stellplätzen waagerecht aufzustellen

Autarkes Fahrzeug: bezeichnet in erster Linie ein Wohnmobil mit WC und Dusche. Gelegentlich ist auch eine eigene Stromversorgung, zum Beispiel durch Solarpanele, inbegriffen.

Bordbatterie (auch Wohnraumbatterie): versorgt alle Stromverbraucher im Wohnraum

Chemietoilette (auch Kassettentoilette): Um Gerüche zu vermeiden, werden (mehr oder weniger natürliche) Chemikalien in den Tank gegeben.

Dumpen: englisch für Abladen, also Ablassen von Grauwasser oder Schwarzwasser an entsprechenden Entsorgungsstationen

Eco-Camping: umweltfreundlicher und meist naturnaher Campingplatz

Einfüllstutzen: ist nötig, um den Frischwassertank ohne Schlauch zu befüllen

Einwegmiete: Aufpreis, wenn der Mietcamper woanders abgegeben als angemietet wird

FCFS: First Come First Served, auch Windhund-Prinzip: Stellplätze werden ohne Reservierung nach der Ankunftszeit vergeben.

Freistehen: Übernachten auf Parkplätzen oder in der Natur ohne Ver- und Entsorgung und Stromanschluss, längerfristig nur mit autarken Fahrzeugen möglich

Frischwassertank: versorgt Spüle, Waschbecken, WC und Dusche

Frühbucherrabatt: Je länger es bis zur Campermiete dauert, desto größer ist meist der Preisnachlass.

Grauwasser: schmutziges Wasser aus Wasch- und Spülbecken, wird im Grauwassertank unter dem Fahrzeug gesammelt und über einen Auslass entsorgt

Heki: kurz für Hebe-Kipp-Dachfenster

Hook-up: Wasser-, Abwasser-, Strom- und manchmal auch Gasanschluss direkt am Stellplatz auf Campingplätzen

Heckgarage: großes Staufach für Fahrräder, Campingmöbel, Surfboards etc. im hinteren Teil von großen Wohnmobilen

Kastenwagen: zum Wohnmobil ausgebautes Transporterfahrzeug

Kontrollboard: Panel zum An- und Ausschalten der Bordbatterie und zur Kontrolle der Füllstände von Batterie und Tanks

Markise: Sonnendach zum Herauskurbeln seitlich am Wohnmobil

Naturcampingplatz: meist einfacher, naturbelassener Campingplatz ohne Parzellen im Grünen

Parzelle: abgegrenzte Stellfläche auf dem Campingplatz

Schwarzwasser: fließt in einigen Wohnmobilen aus der Toilette in den Fäkalientank, muss getrennt über einen Ablass entsorgt werden

Ver- und Entsorgungsstation (auch Sani-Station): Möglichkeit, Grau- und Schwarzwasser zu entsorgen, Kassettentoiletten zu entleeren und Frischwasser nachzufüllen; gibt es an Campingplätzen, Stellplätzen und teilweise auch an Autobahnraststätten

Wohnmobilstellplatz: kostenpflichtiger Übernachtungsplatz für Wohnmobile mit Ver- und Entsorgung und Stromversorgung, selten auch einfachem Sanitärbereich

Zuladung: zusätzlich zum Eigengewicht des Fahrzeugs erlaubtes Gewicht, wobei das Eigengewicht meist bereits das Gewicht des Fahrers und gefüllte Wasser- und Kraftstofftanks umfasst

Zulässiges Gesamtgewicht: beträgt bei den meisten Fahrzeugen 3,5 t – bei Überschreitung drohen Strafen